Dienstag, 24. August 2010

30T BM: Tag 4

Tag 4: Ein Buch oder eine Reihe, die du hasst


Nun ja, "hassen" ist nicht so ganz das richtige Wort, aber... ich mag das Buch nicht besonders. Ich habe es in der 11. Klasse als Schullektüre aufgedrängt bekommen, weil es ja so viele unglaublich wichtige Themen behandelt. Und genau da liegt für mich das Problem: Mir was das zuviel Dramatik auf einmal, zu viele diskussionswürdige Themen, auf die Schlink unbedingt aufmerksam machen wollte. Nicht nur Analphabetismus und die Liebesbeziehung zwischen einer Frau mittleren Alters und eines wesentlich jüngeren Mannes (oh, wie kontrovers!), nein, schmeißen wir noch eine bedeutungsschwangere Hintergrundgeschichte über den Nationalsozialismus mit hinein.

Das Buch war mir durch dieses Mit-dem-Zaunpfahl-Winken (eigentlich war es ja schon eher Mit-dem-Zaunpfahl-auf-den-Leser-Eindreschen) viel zu forciert und die Charaktere haben mich nicht sonderlich berührt. Dennoch war meine Klausur später natürlich sehr gut, denn Bücher und Filme analysieren kann ich (wenn ich denn muss). Außerdem bekamen wir eine relativ einfache Szene (fand ich...).

Eine der schlimmsten Schullektüren, die mir angetan wurden. Nah dran war allerdings auch "Homo Faber", das mir einfach auf die Nerven ging, und dieses eine englische Büchlein, dessen Namen ich sogar schon wieder vergessen habe... aber ich glaub, das haben wir nie zu Ende besprochen. *g*

Von "Twilight" oder "Eragon" halte ich auch nicht viel, da ich die Bücher aber (noch) nicht gelesen habe, fände ich es doch sehr unfair, sie als "Hass-Bücher" zu bezeichnen.

Kommentare:

Sir Donnerbold hat gesagt…

Du willst dir doch nur einen Kommentar erschleichen...

Ja, auch ich hasse "Der Vorleser". Das ist kein Zaunpfahlwinken oder Zaunpfahldreschen mehr, das ist eine ganze Zaunfabrik, die Schlink da auf den Leser fallen lässt.

Zumal sich die ach-so-wichtigen Themen so forciert zusammenraufen. Kein natürlicher Fluss in dem Ding. Als hätte er eine Mindmap mit wichtigen Themen an die Wand gehängt, sich die Augen verbunden und dann drei Dartpfeile auf das Teil geworfen.

Mit etwas Glück (?) hätten wir die Geschichte eines Stasi-Mitglieds zu lesen bekommen, der aufgrund Drogenmissbrauch den Hang zur Realität verliert und im Drogenrausch seine Schwester vergewaltigt. Ui, auch sehr kontrovers. Und so wichtig und gesellschaftsrelevant, wisst ihr.

Oder doch lieber einen schwulen Neonazi, der nicht rechnen kann? Ich könnte stundenlang ähnlich zusammengewürfeltes, bedeutungsschwangeres Zeug zusammenschriemeln. Und mit der richtigen Publicity würden dann auch alle heulen, wie berührend und relevant mein Wortmüll doch ist... Boah, ich könnte... *aaaargh*

Wir haben in Englisch übrigens "Fahrenheit 451" nicht zu Ende gelesen. Keine Ahnung, vlt. war es bei euch auch so?

Sir Donnerbold hat gesagt…

Hrmpf, ich kann mich einfach nicht zusammenreißen: Hier sind weitere Konzepte die ähnlich forciert bedeutungsschwer sind wie "Der Vorleser"...

Ein arbeitsloser Atheist, der versehentlicht eine strenge Katholikin schwängert.

Ein blinder Mörder, der sich mit einem krebskranken Lebensrechtler befreundet.

Ein schwarzer Jude, der beschuldigt wird eine Schweinefleisch essende Muslim überfahren zu haben. Am Autofreien Sonntag!

Ein BILD-Redakteur, der die Wahrheit sagt!

Sunshine hat gesagt…

Naja, wenn du dich nicht beherrschen kannst und drauf eingehst... *g*

Wie gesagt, ich hab kein wirkliches "Hass-Buch", aber gegen "Der Vorleser" ist meine Abneigung groß genug, um es hier zu nennen. War ja alles noch okay, bis die Nazis dazukamen. Da schrie einen das Buch auf einmal an (statt moderat zu rufen): "Ich bin RELEVANT!!!1!1einself!!"

Ich finde, du solltest eine deiner großartigen Romanideen in die Tat umsetzen! Es sollten auf jeden fall Nazis drin vorkommen, das verkauft sich immer besonder sgut und wird garantiert diskutiert!

Ha, "Fahrenheit 451" haben wir ebenfalls in Englisch gelesen, aber wir haben's bis zum Ende geschafft! War ja auch LK-Lektüre zu "Utopia" (oder so), da wird nicht vorher aufgegeben. Ich wage allerdings nicht einzuschätzen, wie viele aus'm Kurs sich nur mit Internetinhaltsangaben durch das Buch hangelten. Ich fands gar nicht mal so schlecht, nur gingen mir die ständigen Metaphern bald auf die Nerven. Wir haben's kapiert, der Typ ist Feuerwehrmann... *headdesk*