Freitag, 23. Januar 2015

Johnny Depp blödelt sich recht unterhaltsam durch "Mortdecai"



Lord Charlie Mortdecai (Johnny Depp) ist Gentleman, schwindelnder Kunsthändler, und dummerweise komplett pleite. Das hat sich mittlerweile auch zu seinen Kunden rumgesprochen, denen er die begehrten Kunstwerke zu überteuerten Preisen verkauft. Zum Glück hat er seinen treuen Diener Jock (Paul Bettany), der ihn aus jeder noch so brenzligen Situation rettet. Neben den Geldproblemen befindet sich auch Mortdecais Ehe in einer Krise – seine Frau Johanna (Gwyneth Paltrow) kann sich einfach nicht mit seinem frisch gezüchteten Schnurrbart anfreunden. Dann taucht auch noch MI5-Inspector Martland (Ewan McGregor), ein alter Rivale um Johannas Gunst, bei Mortdecai auf und heuert ihn an, ein gestohlenes Gemälde wiederzubeschaffen (mit dem netten Druckmittel der 8 Mio. Steuerschulden, die der britische Staat ansonsten ganz schnell eintreiben kommt). Was tut man nicht alles für Königin und Vaterland (und einen netten Anteil der Versicherungssumme)?

Johnny Depp hat leider einiges an Wohlwollen in den letzten Jahren verspielt; nicht ganz zu Unrecht (s. kreative Ausfälle wie „The Tourist“, „Dark Shadows“ oder „Transcendence“), aber dennoch wird er deutlich harscher angegangen als verdient („Lone Ranger“ oder der vierte „Fluch der Karibik“ waren längst nicht so schlecht wie von den Kritikern dargestellt).
Dass „Mortdecai“ von der Presse zerrissen werden würde, war daher schon von vornherein klar und spätestens ab Sichtung des Trailers absolut sicher – eine Blödelkomödie mit Johnny Depp in bewärter Jack Sparrow-Manier, das kann ja nur eine Katastrophe werden.


Und die ersten 20 Minuten lassen Schlimmes erahnen, denn der Humor trifft so überhaupt nicht ins Schwarze und erinnert in seiner Lahmheit an den belanglosen Einstieg von „Kill the Boss 2“. Im Gegensatz zu letzterem nimmt „Mortdecai“ (Regie: David Koepp) dann aber nach und nach an Fahrt auf und entwickelt sich zu durchaus guter Unterhaltung. Der Humor ist dabei sicher nicht jedermanns Sache, schwankt zwischen purem Klamauk, gewitzten Dialogen und gut sitzenden Onelinern. Allgemein merkt man dem Film an, dass er sich nicht ernst nehmen, sondern einfach eine bekloppte Gaunergeschichte erzählen will, und dies tut er auch ganz ordentlich.

Depp hat vielleicht den undankbarsten Part bekommen, da Mortdecai ein feiger, ziemlich trotteliger Gauner ist – nicht dumm, aber von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpernd. Das alles spielt Depp auf so übertrieben affektierte Weise und mit seinen typischen mimischen Entgleisungen, die man bereits von seinen anderen komödiantischen Rollen kennt, dass es auch schnell mal zu viel sein kann. Es ist zumindest ein Grund, warum die Gags am Anfang so gar nicht sitzen. Im Verlauf des Films wird es aber deutlich besser und irgendwie mag man diesen eitlen Fatzke Mortdecai am Ende sogar ein kleines bisschen.
Die Show stehlen aber dann doch die Nebenrollen, v.a. weil sie viele der besten Sprüche oder Szenen abbekommen haben. Paul Bettany als Diener Jock bringt genau das richtige Maß an trockenem Humor für Mortdecais Diener/Leibwächter/Mann fürs Grobe mit, um die Rollen zum Scene Stealer zu machen. Gwyneth Paltrow hat Klasse als clevere Johanna Mortdecai und es steht völlig außer Frage, wer in dieser Ehe die Hosen anhat. Ihr zu Füßen liegt nicht nur ihr Ehemann, sondern auch MI5-Ermittler Martland, dessen ewiges „Friendzoning“ Ewan McGregor durchaus sympathisch herüberbringt.
Auch die weiteren Rollen sind überzeugend besetzt, u. a. mit Jeff Goldblum als amerikanischem Milliardär, Olivia Munn als dessen nymphomane Tochter, oder Jonny Pasvolsky als Auftragskiller.


Auf technischer Seite überzeugt der Film größtenteils. Die Musik von Mark Ronson und Geoff Zanelli ist recht gelungen und fügt sich gut ein, nur die offensichtlichen computeranimierten Überleitungen, wenn Mortdecai mal wieder seinen Aufenthaltsort wechselt (u. a. werden London, Oxford, Los Angels und Moskau abgeklappert), wirken störend, da die Übergänge von real zu CGI nicht gut gelöst sind.


Fazit: „Mortdecai“ ist zwar nicht die Hit-Komödie des Jahres, aber die ganze Kritikerschelte hat er nicht verdient. Wer mit dem Humor aus dem Trailer etwas anfangen kann und die ersten 20 Minuten übersteht, bekommt eine durchaus kurzweilige, unterhaltsame Komödie mit Top-Besetzung geboten.  


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Sonntag, 11. Januar 2015

Mein Kinojahr 2014

Auch wenn es auf dem Blog leider zeitbedingt eher still war im letzten Jahr, habe ich mir den regelmäßigen Kinobesuch natürlich nicht nehmen lassen. 2014 bin ich 41 Mal ins Kino gegangen (Verteilung: 6 / 7 / 9 / 19), wovon 22 Besuche auf mein Heimatkino entfielen. Vier Filme habe ich je zwei Mal gesehen und es waren natürlich auch wieder einige 3D-Filme darunter. Dieses Jahr hat mir das 3D bei vielen Filmen jedoch besser gefallen als noch im letzten Jahr. Vielleicht lernen die Studios ja dazu.

Bester Film
 Wieder einmal streiten sich vier Filme um diesen Titel. Mit kleinem Vorsprung ist es für mich „12 Years A Slave“ geworden, den ich einfach in allen Bereichen großartig und bewegend fand. Gleich dahinter reiht sich David Finchers „Gone Girl“ ein, der sich v. a. wegen der herausragenden Rosamund Pike und der spannenden Handlung diesen Platz verdient hat. Da ich mich einfach nicht zwischen den beiden anderen Filmen entscheiden kann, wird es etwas eng auf dem Podium: „Dallas Buyers Club“ und „Im August in Osage County“ waren für mich Schauspielerfilme mit Sogwirkung und kleineren Schwächen.


Schlechtester Film
Da ich die heißesten Kandidaten in dieser Kategorie eh nie sehe (warum soll ich für einen Kinobesuch Geld ausgeben, wenn von vorneherein klar ist, dass der Film eine Katastrophe ist?), sind für mich die schlechtesten Filme natürlich immer die, die besonders anstrengend zu gucken waren, aus was für Gründen auch immer. Und das war dieses Jahr „Transcendence“. Der Film hatte eine sehr gute Besetzung und eine an sich interessante Idee, verbockt es aber leider total. Keiner der Schauspieler wirkt wirklich am Film interessiert, der Plot mäandert voller Lücken vor sich hin, und Spannung will auch so gar keine aufkommen.
Knapp dahinter reiht sich der hochgelobte „American Hustle“ ein, und er schafft es auch nur deshalb nicht auf den ersten Platz, weil die hier herrschende gepflegte Langeweile für mich eher nochmal zu ertragen wäre als der konfus-langweilige „Transcendence“. „American Hustle“ hat immerhin einen singenden Jeremy Renner und eine tolle Amy Adams. Tja, und an dritter Stelle findet sich hier dann noch „Kill the Boss 2“, ein inspirationsloses Sequel, das allein von Chris Pines wundervoll selbstironischer Darstellung und einer gelungenen Parodie auf Verfolgungsjagden vor einer höheren Platzierung bewahrt wurde.

Der lustigste Film
 Das war einfach: „22 Jump Street“. Der Zuschauer bekommt das, was er sehen will: Genau denselben Scheiß wie beim ersten Mal! Natürlich mit einem ganz großen Augenzwinkern und so viel Lust an selbstironischer Übertreibung, dass der Film von Anfang bis Ende zum Brüllen komisch ist. Heimst außerdem den Preis für die lustigste Szene des Jahres ein (Ice Cube vs. Jonah Hill, und Channing Tatum ist echt gar keine Hilfe!).

Knapp dahinter folgt der wunderbare „5 Zimmer, Küche, Sarg“, die clevere Vampir-Mockumentary aus Neuseeland, die in den Trailern vielleicht grade mal die ersten 15 Minuten anschneidet. Der Alltag in einer Vampir-WG kann ja sooo kompliziert sein. Ebenfalls erwähnen möchte ich das gelungene „Madagascar“-Spin off „Die Pinguine aus Madagascar“. Zwar ist die Handlung doch sehr vorhersehbar, die Gagdichte ist aber verdammt hoch, sodass der Zuschauer den ganzen Film gut unterhalten wird. Die Nebenfiguren waren sowieso immer das beste an Dreamworks Zootier-Sause.

Der emotionalste Film
Ganz klar „12 Years A Slave“ - ich habe nicht nur das ein oder andere Tränchen verdrückt, der Film hat mich auch sehr schockiert und unglaublich wütend gemacht.

Die größte positive Überraschung
 Schön, dieses Jahr einmal wirkliche Überraschungen zu haben, und nicht nur Filme, von denen ich verzweifelt hoffte, dass sie gut sind, bei denen es aber irgendwelche Bedenken gab.

Sehr gefreut hat mich, dass „The Maze Runner“ eine wirklich gelungene Jugendbuchverfilmung ist – viele überzeugende junge Darsteller in durchaus spannender Story. 
Richtig gut gefallen hat mir wider Erwarten auch die deutsche Produktion „Coming In“. Die Trailer ließen den Film leider wie die mieseste Aneinanderreihung von „Schwule haben nur noch nicht die richtige Frau gefunden“-Klischees aussehen, was zum Glück aber nicht zutrifft. Das Hauptdarsteller-Duo Kostja Ullmann und Aylin Tetzel ist goldig-charmant, und die meisten Gags sitzen. Trotz kleiner Schwächen meilenweit von dem Desaster entfernt, nach dem der Film zunächst aussah.

Die größte Enttäuschung
Ja, auch die gibt es leider jedes Jahr aufs Neue. Neben dem bereits erwähnten „Transcendence“, der aufgrund des versammelten Talents Potential für so viel mehr gehabt hätte, ließen mich noch zwei andere Filme eher enttäuscht zurück.
Einmal „The Lego Movie“, der besonders in den USA über den grünen Klee gelobt wurde. Und zugegeben, die Optik ist schon sehr unterhaltsam und „mal was anderes“, aber die Story war leider absolut 08/15 und konnte mich nicht überzeugen. Auch der Humor traf häufig nicht meinen Geschmack.
Tja, und der andere Film ist „The Amazing Spider-Man 2“, der so ziemlich all das falsch macht, was schon den dritten „Spider-Man“-Film mit Tobey Maguire zu Fall brachte: Viel zu viele Plotelemente, Probleme und Charaktere werden irgendwie in einen Film gequetscht, sodass am Ende für gar nichts davon mehr richtig Zeit bleibt und der Film somit zu einem unausgegorenen Mischmasch wird. Drei Bösewichte sind einfach viel zu viel – warum hat man sich nicht auf Electro konzentriert und nebenher mehr Zeit in das Wiedersehen zwischen Peter und Harry investiert, sodass Harrys Wandlung zum Green Goblin (inkl. aller Konsequenzen) mehr Gewicht erhält und der Fokus des dritten Teils ist? Da hat man schon so eine fantastische Besetzung und verbockt es dann wieder – ein verdammt frustrierender Film.

Interlude: Der Preis für das mieseste CGI geht an...
Maleficent“! Echt, Disney, das könnt ihr besser! Die Flugeffekte besonders zu Anfang waren grausam, die drei Feen kamen direkt aus Uncanny Valley und waren unerträglich-schmerzhaft für die Augen (und Ohren), der Drache war einfallslos. Generell scheint Disney in seinen Real-Fantasy-Streifen das Händchen für gute CGI-Effekte immer mehr zu verlieren – viele zu offensichtlich unechte Momente gab es schon in „Alice im Wunderland“ und „Die fantastische Welt von Oz“.

Bester Blockbuster
Es gab dieses Jahr einige große Filme, zwei davon („Mockingjay Pt.1“ und „Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere“) starteten erst zum Ende des Jahres. Ganz klar der beste Blockbuster 2014 war aber natürlich Marvels „Guardians of the Galaxy“. Was soll man sagen, das Studio schwimmt einfach derzeit auf der Erfolgswelle, aber so einen großen Erfolg (insges. über $ 772 Mio. eingespielt, in den USA mit fast $ 333 Mio. derzeit noch der erfolgreichste Film - „Mockingjay Pt.1“ wird aber vermutlich noch überholen) hatte man vermutlich dennoch nicht erwartet. Dafür galt das Weltraumabenteuer mit seiner kruden Protagonistentruppe einfach als zu abgedreht (ein sprechender Waschbär... und ein Baum?!). Aber „Guardians“ brachte dem Sommer-Blockbuster das zurück, was lange Zeit eher Mangelware war: Spaß! 
Und da Marvel im Moment so gut aufgelegt ist, kommt mein zweiter Lieblings-Blockbuster auch aus diesem Haus: „The Return of the First Avenger“ - oder für alle, die den deutschen Titel auch gerne ignorieren, „Captain America:The Winter Soldier“. Der Film rangiert im Moment an 3. Stelle im US-Boxoffice, und hat weltweit über $ 714 Mio. eingespielt – beinahe doppelt soviel wie der erste Film mit Chris Evans' Supersoldaten. Das sehr gute Einspielergebnis ist sicherlich einerseits dem durch die „Avengers“ stark gestiegenen Bekanntheits- und Beliebtsheitsgrad der Figur zu verdanken, aber ein weiterer Grund für den Erfolg ist, dass der Film einfach verdammt gut ist. Saucoole Actionszenen, eine spannende, politisch aktuelle Story, interessante neue Charaktere und genau die richtige Prise Humor machen den zweiten „Captain America“-Film einfach zu einem richtig starken Stück Entertainment.


Bester Feel-Good-Film
Ein Hoch auf die Filme, die einen einfach mit einem Lächeln oder guter Laune aus dem Kino entlassen!
Eine wirkliche Rangfolge habe ich bei meinen Lieblings-Gutelaune-Filme aus dem letzten Jahr auch nicht – alle sind auf ihre Weise sehr gelungene und vielleicht auch einfach ein wenig Geschmackssache. Für Musikfreunde hätten wir da „Can A Song Save Your Life?“ mit Mark Ruffalo als gefeuertem, seinen Frust in Alkohol ertränkenden Musikproduzenten und Keira Knightley als von der Liebe enttäuschtes Mädchen mit Gitarre. Die beiden beginnen auf ziemlich verrückte Weise ein Album zu produzieren und dabei auch gleichzeitig ihre Leben wieder in Ordnung zu bringen. Ein herzerwärmender Film über Freundschaft, Neuanfänge und den Mut, auch mal was zu wagen.
Aus der Sparte „Nach einer wahren Geschichte“ hätte ich „Pride“ anzubieten, der kaum bekannte Ereignisse aus dem britischen Minenarbeiterstreik in den 80ern beleuchtet. Aus Solidarität wurde nämlich damals in London die LGSM (Lesbians and Gays Support the Miners)-Gruppe gegründet, da Gruppengründer Mark in der Ausgrenzung der Minenarbeiter durch die Politik Parallelen zu der Diskriminierung der Homosexuellen sah. Ein kleines Dorf in Wales nimmt die Unterstützung tatsächlich an, wenn auch unter großen Vorbehalten. Der Film beleuchtet anhand unterschiedlicher Gruppenmitglieder die verschiedenen Probleme, mit denen Homosexuelle damals – als gerade AIDS Schlagzeilen machte – klarkommen mussten, und leider hat sich dahingehend ja noch nicht überall etwas geändert. Dennoch ist der Film v. a. ein Loblied auf Solidarität und den Abbau von Vorurteilen, der den Besucher mit einem schönen Finale entlässt.
 Und dann schlich sich zum Jahresende noch ein kleiner, britischer Film in mein Herz: „Ein Schotte macht noch keinen Sommer“. Okay, der Titel ist nicht gerade berauschend, der Film aber ein wahres Kleinod. Drei Kinder und ihre sich in Scheidung befindenden Eltern fahren zur Geburtstagsfeier des Großvaters nach Schottland. Um den (todkranken) Opa nicht aufzuregen, soll auf heile Familie gemacht werden, aber dieser erkennt schnell, dass etwas nicht stimmt und hat sowieso keine Lust auf Partyvorbereitungen. Zur Ablenkung fährt er mit den Kindern an den Strand. Was dann passiert soll auf keinen Fall vorweggenommen werden. *g* Die Kinderdarsteller sind allesamt goldig und stehlen den Erwachsenen die Schau. Trotz der ernsten Themen, die der Film behandelt (Scheidung, Krankheit, Tod), wird er nie rührselig, sondern bleibt stets leicht und witzig. Einfach ein richtig schöner Film.


Gutes und schlechtes Publikum
Wirklich gutes Publikum hatte ich in 2014 leider viel zu selten. Die meiste Zeit kann ich das Publikum wohl mit „unauffällig, nicht störend“ beschreiben. Ganz gut, weil voll „drin“ im Film war das Publikum in meinem ersten „22 Jump Street“-Besuch – da waren wir aber eh alle schon irgendwie etwas bescheuert drauf, weil die ersten 30 Sekunden des Films ohne Bild liefen. *g*
Lobend erwähnen möchte ich noch das Publikum in „Pride“, welches aus zwei Männern, einem älteren Paar, und mir bestand. Einer der Männer hatte unglaublich Spaß an dem Film (der andere wohl auch, nur hat er eine viele leisere Lache *g*), und es war allgemein ein unterhaltsamer Kinobesuch, da ich bis ca. 5 min vor Filmbeginn dachte ich bliebe allein im Saal.Entsprechend kamen dann auch Kommentare, als sich die anderen Zuschauer in den Saal verirrten.

Und das wars eigentlich auch mit gutem Publikum. Schlechtes Publikum hatte ich dagegen deutlich öfter, zum Glück aber meist nur aufgrund von ein paar störenden Individuen. Insgesamt wirklich schlecht war allerdings das Publikum in meinem zweiten „Der Hobbit – Die Schlacht der 5 Heere“-Besuch. So viel Rumgelaufe in einem Film habe ich noch nie erlebt – ständig (bereits nach 20 min!) standen Leute auf um neue Snacks oder Getränke zu holen, oder was man sonst noch außerhalb des Kinosaals so macht. Ganz schlimm waren drei Typen hinter uns, die dreimal geschlossen (!) rausgingen um neues Bier zu holen. Und die Flaschen dann schön im Weg rumstehen ließen, sodass beim Abspann die Leute aus derselben Reihe die Flaschen umstießen. Top Leistung.
Grauenvoll war auch der Vater, der mit seiner Tochter neben uns in „The Lego Movie“ saß und keinen Hehl daraus machte, wie furchtbar er den Film fand. Immer wieder kamen blöde Kommentare, von wegen „Boah, ist das ein Mist! Wie kannst du sowas gut finden, das ist doch überhaupt nicht lustig! Wann ist das endlich vorbei.“ Wow, was für ein guter Vater! Mein Vater hat sicher auch nicht jeden Film gut gefunden, den er neben mir ertragen musste („Däumeline“, „Ferngully“...), aber er hat mir wenigstens nicht den Film kaputt gemacht sondern still vor sich hin gelitten – wie ein vernünftiger Vater das eben macht!

Dann waren da noch zwei angeschickerte Frauen in „Mockingjay Pt.1“, die Prosecco süffelten und die ersten 20 min des Films ständig vor sich hin murmelten. Oder die Teenies in „Gone Girl“ hinter uns, die den Film so absolut gar nicht verstanden und ihre Verwunderung und Unverständnis immer wieder lautstark bekunden mussten. Immerhin hatte man bei ihnen das Gefühl, dass sie den Film verstehen wollten
Oh, und natürlich das hyperaktive Kind in meinem zweiten „Drachenzähmen leicht gemacht 2“-Besuch, das von der gesamten Familie (mehrere ältere Geschwister, Mutter, Vater, Oma?) begleitet wurde und offensichtlich der Star der Familie war. Sie saßen hinter uns und der Kleine babbelte in einer Tour durch als wäre er im Zuckerschock – da noch die Trailer liefen, haben wir es erstmal versucht zu ignorieren, aber sein lautes „OHNEZAHN!!!!“-Gekreische und Rumgehopse war zu penetrant. Und dann ging der Film los und er brabbelte immer noch weiter und weiter, sodass wir uns schließlich nach hinten gesetzt haben, da hörte man ihn nicht mehr so gut (und ja, er brabbelte während des Films immer wieder, manche Kommentare so laut, dass wir sie selbst in den hinteren Reihen noch gut verstehen konnten...). Ich hab ja nichts gegen aufgeregte Kinder, die vielleicht nur selten ins Kino kommen und das alles superspannend finden, aber als Eltern sollte man dann irgendwann mal auf die Bremse treten, schließlich sitzt man nicht allein im Saal...

Persönliche Bestenliste: Die 10 erinnerungswürdigsten Szenen
Mögliche Spoiler! ;D Keine wirkliche Reihenfolge bis auf die ersten beiden Szenen, aber bei denen ist auch noch nicht so viel Zeit vergangen, seit ich sie gesehen habe.
  1. „The Hanging Tree“ (Mockingjay Pt. 1)
  2. „Thorin, die Adler... die Adler sind da, siehst du?“ (Der Hobbit – Die Schlacht der 5 Heere)
  3. „Come and get your Love“ - Star Lord Tanz-Intro (Guardians of the Galaxy)
  4. Polizeibesuch in der WG (5 Zimmer, Küche, Sarg)
  5. Solomons Strafe: Auf Zehenspitzen als Gehenkter (12 Years a Slave)
  6. Amy und das Messer (Gone Girl)
  7. Dance Off im Parkhaus (Cuban Fury)
  8. Kampf im Fahrstuhl (The Return of the First Avenger)
  9. „Schmidt p**t die Tochter vom Caaaptaaain!“ (22 Jump Street)
  10. Thomas' Nacht im Labyrinth (The Maze Runner)

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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Urlaubsbericht Budapest 2014



Dieses Jahr stand wieder richtig klassischer Städteurlaub auf dem Programm und als Ziel hatten wir uns Budapest ausgesucht. Man hört ja immer wieder, dass es eine schöne Stadt ist - viele Prachtbauten, die Donau fließt hindurch - und nun wollten wir uns selbst ein Bild machen.



1. Tag

Sehr früh morgens ging es von Köln aus für anderthalb Stunden in die Luft. Der Flughafen Budapests liegt etwas außerhalb, ist aber sehr überschaubar. Für den Rückflug sollte man wissen, von welchem Terminal man fliegt - T1 und T2 liegen nämlich mehrere Kilometer voneinander entfernt. Am Flughafen wechselte ich auch die ersten Euro in ungarische Forint, wohlwissend dass der Kurs bei Interchange sehr schlecht ist. Aber etwas Forint brauchte ich nun mal für die Fahrt in die Stadt und in meiner Bank riet man mir ab schon in Deutschland zu wechseln (weil der Kurs noch schlechter ist).

Mit einer Unmenge Forint in der Tasche ging es zum Bus 200E und mit diesem bis zur Endhaltestelle Köbánya-Kispest, in der wir in die Metrolinie 3 umsteigen konnten. Alles recht einfach, trotz eines Schienenersatzverkehrs für die Metro, sodass wir mit dem Bus an unserer Haltestelle Kálvin tér ankamen. Von dort waren es dann vielleicht 5 min Fußweg bis zu unserem Hotel Three Corners Art in der Kiralyi Pál u. Das Hotel kann ich empfehlen, Lage ist super, Personal freundlich, Zimmer sauber und bieten ausreichend Platz.



Wir ließen die Koffer im Hotel und machten uns auf zur Fußgängerzone/Touristenmeile Váci utca, nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt. Dort habe ich dann auch genauestens die Kurse der diversen Wechselstuben studiert und schließlich bei Northline gewechselt - trotz Wechselgebühr bekam man mehr Forint raus als bei den Stuben ohne Gebühr.

Die Váci utca ist natürlich voll auf Touristen ausgelegt, wobei ich sie von den Läden her deutlich angenehmer empfand als z. B. die Ramblas in Barcelona. Natürlich massenweise Souvenirshops und Touristenfallen, aber auch einige nette Läden und große Ketten (gut, für H&M oder Mango braucht man nicht nach Budapest fahren). Anstrengend waren allerdings die ganzen "Abgreifer" der Restaurants, die besonders zu den üblichen Essenszeiten schon beinahe aufdringlich wurden und jeden anquatschen, der nur ansatzweise in ihre Richtung schaute. Die Karte wirklich in Ruhe anschauen kann man eigentlich nur, wenn man noch gar nichts essen will. Auf jeden Fall die Preise unter die Lupe nehmen – die Preise stehen häufig in Euro daneben und man rechnet teilweise schon sehr großzügig um.



 Nachdem wir die Váci utca einmal hoch bis zum Vörösmarty tér und wieder herunter gelaufen waren, konnten wir im Hotel unsere Zimmer beziehen. Für die Verpflegung ist übrigens auch gesorgt – in der ca. 10 Minuten entfernten Großen Markthalle gibt es im Kellergeschoss einen ALDI. *g* Nach Bezug des Zimmers ging es gleich wieder los, und zwar an die Donau (gleich an der Markthalle). Wir liefen das ganze Ostufer (die Pester Seite) entlang, hatten von dort einen tollen Blick auf den Gellértberg, und kamen an der eleganten Elisabethbrücke vorbei.


Direkt dahinter schwenkten wir auf die Donaupromenade. Hier wurde in früheren Zeiten ganz elegant flaniert, heute gibt es viele Restaurant und hässliche Hotels (wirklich, gerade die teuren Hotels haben unglaublich hässliche Fassaden), und man hat einen hervorragenden Blick auf die Budaer Burg. Über die Promenade kommt man schließlich bis an die berühmte Kettenbrücke, von der aus man dann auch die Matthiaskirche mit Fischerbastei recht gut sehen kann. Wir liefen die Kettenbrücke einmal hoch und runter, vom Budaer Ufer hat man auch einen schönen ersten Blick auf das Parlament (mehr dazu später).

 

 Von der Kettenbrücke aus ging es zur Sankt-Stephans-Basilika, einer sehr beeindruckenden Kirche aus dem 19. Jhd. und die größte Kirche Budapests. Es war ein Samstag und es wurden dort offensichtlich mehrere Hochzeiten gefeiert, sodass der Innenraum der Basilika nicht komplett besichtigt werden konnte. Aber selbst von außen ist die Basilika eine wuchtige, imponierende Erscheinung. Wir kauften ein Ticket für den Rundgang auf der Kuppel, von wo aus man einen sehr guten Blick auf ganz Budapest hat.

 
Nach dieser Besichtigung wurde es auch langsam Zeit fürs Abendessen, welches wir im Old Street Café auf der Váci utca fanden. Sehr große Portionen und im Vergleich zu vielen anderen Restaurants auf der Straße recht günstige Preise.

Im Hotel stellten wir dann fest, dass wir die nächsten Tage unsere Erwartungen an das TV-Programm stark herunterschrauben mussten: als deutsche Sender gab es nur Sat1 und Eurosport. Juhu....


 
Tag 2

Am zweiten Tag quälten wir uns, noch geschlaucht vom Anreisetage, aus den Betten um ein paar typische Touristenziele abzuklappern: die Budaer Burg, die Matthiaskirche und die Fischerbastei. Praktischerweise liegt das alles sehr nah beieinander, nämlich auf dem Burgberg im Burgviertel.
Mit Schienenersatzverkehr (da unsere Metrolinie auch heute noch teilweise gesperrt war) ging es zum Deák Ferenc tér, in dessen Nähe der Bus 16 hält, der das Burgviertel durchfährt. Bis zum Dísz tér fuhren wir mit, dieser liegt am Rand des Burgpalastes, sodass wir nicht weit bis dort laufen mussten.

Die Budaer Burg ist ein beeindruckender Bau und thront über der Donau. In ihr befinden sich die Ungarische Nationalgalerie, die Budapester Bibliothek und zwei Museen. Wir bewunderten ausgiebig die Aussicht und kamen dabei sehr nett mit einem älteren australischen Ehepaar ins Gespräch, die auf zweimonatiger Europareise waren. Von historischen Kriegsschauplätzen über Kängurus im Garten, Freunden in Donaueschingen bis hin zu inkompetenten australischen Reisebüros war alles dabei. *g*


In der Nationalgalerie fühlten wir uns freigiebig und bezahlten für den „Fotopass“, damit wir auch ja alle schönen Gemälde fotografieren durften. Das hat sich auch durchaus gelohnt, die Gallerie bietet einen guten Rundumschlag an Gemälden und Statuen aus allen Jahrhunderten. Auch die Ausstellungsräume sind teilweise beeindruckend – eine Burg aus dem 19. Jahrhundert eben -, aber manche Räume sind auch eher lieblos gestaltet.

Nachdem wir die Galerie ausgiebig erkundet hatten, marschierten wir Richtung Matthiaskirche die Tárnok utca entlang. Bevor wir jedoch an der Kirche ankamen, machten wir einen kleinen Bogen und besuchten das Labyrinth. Hierbei geht es steil in den Berg hinab und man läuft unterirdisch durch kalte, schummrig beleuchtet Gänge. Dabei kommt man immer wieder an einer Puppenausstellung zu einer Oper (ich weiß leider nicht mehr welche) vorbei, und in einem langen Seitengang gibt es die Gruft von Dracula zu entdecken. Wer möchte, kann auch durch einen komplett finsteren Teil des Labyrinths laufen.
Kalt ist es dort unten ganz schön, daher diente es uns auch ein wenig als Abkühlung an einem überraschend warmen Tag. Ist aber definitiv kein Muss während eines Urlaubs in Budapest.

Als die Oberwelt uns wieder hatte, machten wir uns gleich auf zur Matthiaskirche. Von außen wie von innen extrem beeindruckend, ist diese immer wieder umgebaute Kirche (ihr heutiges Aussehen stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jhd.) eines der Wahrzeichen Budapests. Wer reich verzierte Kirchen mag, ist hier genau richtig. Direkt daneben liegt die Fischerbastei, sehr überlaufen von Touristen und Häkeldeckenverkäuferinnen gleichermaßen. Wer ein bisschen Ruhe vom Trubel will, sollte an der Kasse ein Ticket für die Bastei kaufen, dann kann man auch auf dem Teil, der nicht von einem Café belegt ist, die Aussicht genießen und sich freuen, dass es dort oben keine Häkeldeckchen gibt.


 Im Anschluss ging es mit dem Bus wieder runter bis zum Clark Ádam tér, an dem übrigens auch die Seilbahn hoch zur Burg abfährt (die hoben wir uns für einen anderen Tag auf). Wir liefen die Fö utca. hinunter durch die sogenannte Wasserstadt. Wir besichtigten die recht hübsche Kirche Sankt Anna von außen und machten massenweise Fotos vom Parlament, das man auf Höhe des Batthyáni tér direkt von vorne bewundern kann. Großartig! Das im neugotischen Stil erbaute Parlament wurde um 1900 fertiggestellt und ist gigantisch: 268 m lang, 118 m breit, mit 691 Räumen. Vorbild war – recht offensichtlich – das Parlament in London.
 

Da es mittlerweile schon halb 6 waren, haben wir dann in den umliegenden Straßen nach einem ordentlichen Restaurant gesucht und uns für das Vigadó in der Markovits Iván utca entschieden.  Freundliches Personal, gute Preise, ordentliche Portionen, und lecker war das Essen auch noch. Wäre das Restaurant näher an unserem Hotel gewesen, wären wir sicher noch einmal hingegangen.


Auf der Rückfahrt haben wir die M2 bis Astoria genommen und sind die Muzéum körút entlanggegangen. Diese besteht interessanterweise fast nur aus antiquarischen Buchhandlungen.

 
Tag 3
Wir hatten Montag und unsere Metrolinie M3 vom Kálvin tér fuhr endlich wieder, sodass wir über sie und die Linie M2 bis zum Heldenplatz fahren konnten. Der Platz ist sehr weitläufig, an ihn grenzen sowohl das Museum der bildenden Künste als auch die Kunsthalle. In der Mitte befindet sich die 36 m hohe Siegessäule, umgeben von sieben Reiterstatuen magyarischer Stammesfürsten. Ein Halbrund mit weiteren Herrscherstatuen begrenzt den Platz. Hier trifft man sehr verlässlich auf größere Touristengruppen. 

 

Wir ließen den Platz recht schnell hinter uns – die Sonne knallte ordentlich und wir wollten in den 5 min entfernten Zoo. Ich war schon ewig nicht mehr im Zoo, daher war war ich doch sehr gespannt. Das Gelände ist gefühlt recht weitläufig (6 ha), aber bei rund 5000 Tieren aus 500 Arten wird der Platz doch leider recht knapp, was bei einigen Gehegen unangenehm auffiel (besonders in der Savannen-Ecke mit Giraffen, Nashörnern, Elefanten, und diversen Affenarten). Schön waren die Löwen, die Känguruhs, oder die australischen Flughunde und Faultiere (die sehr neugierig waren und ganz nah herankamen).
Der Zoo gewinnt übrigens den Preis für „unhygienischste Sanitäranlagen, die ich jemals gesehen habe“, die einzigen WCs, die hier auch nur in Ansätzen akzeptabel waren, waren die direkt am Eingang. Alles andere: *schauder*


Der Zoo gehört zum Stadtwäldchen, und durch einen Teil davon gingen wir auch nach dem Zoobesuch, bis zur Burg Vajdahunyad. Dieser Gebäudekomplex ging aus einem Wettbewerb zur Tausendjahrfeier der ungarischen Landnahme (1896) hervor; man wollte ein Gebäude im Stadtpark errichten, das alle ungarischen Baustile vereint. Hier befindet sich auch das Landwirtschaftsmuseum. Wir haben am Rande des Sees etwas Pause gemacht und uns auf die Andrássy út vorbereitet. Diese Prachtallee ist ca. 3 km lang und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jhd. Als repräsentative Straße des aufstrebenden Budapests gebaut. Wir waren leider zu dem Zeitpunkt schon viel zu müde, um die schöne Architektur der Straße zu bewundern. Vorbei am Haus des Terrors, dem Oktogon, bis hin zur Oper haben wir es aber immerhin geschafft. 

 
Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es auf „Futtersuche“ auf der Váci utca. Wir haben uns für das Salt & Pepper entschieden, Essen war dort aber im Vergleich zu den anderen beiden Restaurants nicht so gut und dazu auch teurer. Danach haben wir bei den Legenda Sightseeing Boats eine der Nachtfahrten auf der Donau für den nächsten Tag gebucht und sind dann am Westufer der Donau von der Kettenbrücke bis zur Elisabethbrücke entlanggewandert. Bei Nacht sind die ganzen Sehenswürdigkeiten in Donaunähe wunderbar beleuchtet, daher lohnt sich so ein Spaziergang auf alle Fälle. 



 
Tag 4
Dieser Tag hat uns fertig gemacht, ich muss es ehrlich sagen. Bei 30 °C hielten wir es für eine gute Idee, uns das lauf-intensivste Programm aufzuhalsen, aber laut Wetterbericht sollte es an den kommenden Tagen regnen und gewittern. Also los!

Wir starteten mit dem Aquincum, den Überresten einer römischen Bürgerstadt aus dem 2./3. Jhd. Dafür mussten wir mit der Vorortbahn ab Batthyány tér bis zur Haltestelle Aquincum fahren (geht noch mit dem normalen Metroticket). Wer nicht zufällig während der Fahrt rechts aus dem Fenster schaut, hat Pech gehabt, er weiß dann nämlich nicht, wo das Aquincum Museum ist. Wenn man an der Haltestelle aussteigt, gibt es keinerlei Hinweisschilder. Links sieht man die Überreste eines Amphitheaters, aber das eigentliche Museum mir Ruinenfeld befindet sich ca. 1 km Fußweg entlang einer viel befahrenen Straße – zurück in die Richtung, aus der man gekommen ist. Wenn man dann aber endlich am Eingang angekommen ist, kann man sich über ein großes Gelände mit vielen Ruinen und diversen Infotafeln freuen.


 Wir sind zunächst in das kleine Museum gegangen (da drinnen war keine Sonne) und haben uns die Fundstücke aus der Antike angeschaut (Keramiktöpfe, Schmuck, Waffen etc.). Danach ging es raus auf das Gelände. Man gewinnt zumindest einen kleinen Eindruck vom Aufbau und Ausmaß einer römischen Siedlung (sehr viele Badehäuser). Aquincum war eine typische römische Bürgerstadt, und das große Areal umfasst ca. ein Viertel des ursprünglichen Aquincum, inkl. der Ruinen vieler wichtiger Bauten im Stadtzentrum und mehrerer Dutzend Privathäuser.
Mit diversen Pausen unter schattenspenden Bäumen arbeiteten wir uns vor und gerade, als größere Reisegruppen um die Mittagszeit das Gelände stürmten, waren wir im Grunde durch. Mit einem nicht mehr wirklich brauchbaren Gefühl für Entfernungen gingen wir nicht zur Haltestelle zurück, sondern liefen weiter die Straße hinunter Richtung Innenstadt – denn sooo weit zurück lag doch die andere Haltestelle (Kaszásdülö) nicht? Ähm, doch. Nehmt die Aquincum-Haltestelle.

Im komplett überfüllten Zug ging es wieder zurück, und zum Glück brauchten wir nur kure Zeit dort aushalten, denn wir stiegen bei Szentlélek tér aus, an der Árpádbrücke, die im Norden an der Margareteninsel vorbeiführt. Auf diese wollten wir nämlich; das „grüne Herz Budapests“ anschauen. In der prallen Sonne über diese sehr hohe, sehr stark befahrene Brücke zu laufen gehört nicht gerade zu den besten Erlebnissen unseres Urlaubes, aber irgendwann kamen wir komplett KO auf der Insel an, suchten uns die nächstbeste Bank im Schatten und machten Pause. Herrlich! 




Wir folgten dann dem Fußweg, kamen an einem Hotel und Spa vorbei, einer Kirchenruine, und landeten schließlich am Wasserturm, der auch ein Freilichttheater beherbergt. Dort machten wir es uns gemütlich und genossen erstmal ein leckeres Eis. Wir fassten den spontanen Entschluss, am Nachmittag noch den Gellértberg in unser Programm einzuschließen, immer mit dem Blick auf das für den nächsten Tag angekündigte schlechte Wetter. Daher legten wir den Rest der Margareteninsel etwas schneller zurück als eigentlich geplant – noch ein Kirchenrest, viele scheue Eichhörnchen und faszinierend krumme Bäume, eine schöne Blumenanlage, der große Springbrunnen in der Nähe der Margaretenbrücke. Am Fuß der Margaretenbrücke (hohe vielbefahrene Brücken in gleißender Sonne sind nicht empfehlenswert) haben wir uns den richtigen Bus gesucht, der uns bis zur Haltestelle Rudas Gyógyfürdö direkt unterhalb des Gellért-Standbildes an der Elisabethbrücke brachte.



Nun folgte der Aufstieg auf den 130 m hohen Felsen, immerhin im Schatten, über steilen Wege und Treppen. Vielleicht wäre uns das Ganze leichter gefallen, wenn wir den Tag damit gestartet hätten, aber nach dem vielen Herumlaufen über die Aquincum-Ruinen und die Margareteninsel (plus die ganzen Wege von und zu den Bahnen und Bussen) waren wir einfach kaputt und haben uns doch sehr abgemüht. Das Gellért-Standbild muss offensichtlich für Graffiti-Anfänger herhalten, schade.

Oben auf dem Gellértberg angekommen hat man dann aber wirklich einen großartigen Blick über die Donau auf den Burgpalast, die diversen Brücken, die Pester Seite, die Margareteninsel. Natürlich gab es dort oben auch wieder massenhaft Touristen, besonders toll war die Deutsche, die uns ob unserer Erschöpfung tadelte („Ihr seid doch noch so jung, ihr müsst da doch ohne Probleme hochlaufen können!“), nur um dann flugs zu ihrer Mutter in den Reisebus zu verschwinden. Jaja große Reden schwingen ist leicht, wenn man überall hingekarrt wird. 

 

Auf dem Berg befindet sich die Zitadelle, die mittlerweile natürlich keine Festung mehr ist, sondern ein Hotel, einen Weinkeller, und ein Restaurant beherbergt. Um diese liefen wir herum bis zur Freiheitsstatue, die sich oberhalb des Gellértbades befindet. Der Abstieg war dann doch etwas leichter als der Aufstieg, aber auch nur etwas, denn v.a. die Stufen waren steil, und da zitterten die Beine dann doch ein wenig. Ich muss wirklich mal was an meiner Fitness tun. *g*


Im Hotel erholten wir uns dann erstmal von den Strapazen und gingen dann auf der Váci utca im Restaurant Verne essen. Das Essen war gut und preislich auch absolut okay. Danach ging es auf die Danube Night Tour, eine einstündige Tour über die Donau. Bei Nacht sind die ganzen Sehenswürdigkeiten wirklich so wunderbar beleuchtet und wir konnten auf der Tour alles gut anschauen, sind z. B. am Parlament auch sehr nah vorbeigefahren.


Tag 5

Da der vorherige Tag so anstrengend war, haben wir es an diesem Tag langsam angehen lassen. Wir wanderten die Váci utca entlang bis hin zur Kettenbrücke und von dort zur Sikló, der Seilbahn, am Clark Adam tér, mit der man auf den Burgberg fahren kann. Die Bahn wurde im 2. Weltkrieg vollkommen zerstört, 1984 dann endlich modernisiert wieder aufgebaut.


Nach einem kurzen Abstecher zur Matthiaskirche und der Fischerbastei (zu dieser früheren Uhrzeit noch nicht ganz so überlaufen wie am 2. Tag) gingen wir die Orszaghaz u. entlang und kamen dabei am Maria-Magdalena-Turm vorbei. Er ist alles, was von der einstigen Kirche nach dem 2. Weltkrieg noch übrig geblieben ist. Hinter dem Turm wandten wir uns nach rechts und bogen schließlich in die Fortuna u. ein, einer sehr hübschen Straße, die uns am Hilton Hotel vorbei (von vorne deutlich schöner als von hinten) zurück zur Matthiaskirche führte. Direkt gegenüber der Kirche gibt es die Szentháromság u., in der sich das Café Ruszwurm befindet. Dieses wird vermutlich in so ziemlich jedem Reiseführer genannt, allerdings auch zu Recht. Die Einrichtung ist „Bei Oma zu Hause“-Chic, die Kuchen sind ein Gedicht. 


Nach unserer mittäglichen Kakao-und-Kuchen-Pause machten wir uns auf zum Dísz tér zur Bushaltestelle. Von dem angekündigten schlechten Wetter war bisher außer einem winzigen bisschen Nieselregen nichts zu spüren (natürlich nicht). Mit Bus und Metro fuhren wir zum Heldenplatz, um ins Museum der bildenden Künste zu gehen (Szépmüvészeti Múzeum). Das Museum befindet sich in einem riesigen neuklassizistischen Bau, das v. a. in Fachkreisen für seine sehr gute Sammlung an klassischen Zeichnungen, Stichen und Grafiken geschätzt wird (u. a. von Rembrandt, Dürer, den Cranachs). Es gibt eine Galerie Alter Meister mit Werken von Raffael, Tizian, Tintoretto, dazu sehr viele spanische Gemälde, v. a. von El Greco, Goya, auch Ribera, oder Velázquez. Generell fand ich das Gebäude an sich jedoch beeindruckender als die dort versammelten Werke – für meinen Geschmack waren es dann doch zu viele Madonnen- und religiöse Bilder. 
 



Im Anschluss ging es zurück in die Váci utca, wo wir im Café Europa gegessen haben (war gut), und dann noch ein paar Souvenirs gekauft haben. Direkt neben unserem Hotel gab es einen ganz charmanten Schokoladen- und Pralinenladen; für etwas feinere Geschenke sollte man da auf jeden Fall mal einen Blick hineinwerfen.



Tag 6

Da unser Rückflug erst am Abend war, konnten wir unseren letzten Tag in Budapest ruhig angehen lassen. Wir konnten die Koffer zum Glück im Hotel lassen, und sind zur großen Markthalle gelaufen. Bis auf den ALDI im Untergeschoss hatten von dieser nämlich bisher noch nichts gesehen. Passte auch ganz gut, denn mittlerweile hatten wir auch „endlich“ das schlechte Wetter, das seit Tagen angekündigt worden war: grau und regnerisch. Die Halle war – wie erwartet – sehr voll und extrem auf Touristen ausgelegt (wer Paprika will, findet hier wohl tatsächlich die günstigsten Angebote), besonders das Obergeschoss bietet allerlei kitschige Figürchen, geklöppelte Spitzendeckchen und anderen Tand. An sich ist die Halle aber eine interessante Stahlkonstruktion und erinnert an alte Bahnhofshallen.



Zu Mittag haben wir dann wieder das Restaurant Verne aufgesucht. Der Innenhof des Restaurants ist offen, und durch den Regen stand er komplett unter Wasser – wir konnten aber im (leider etwas zugigen) Eingangsbereich sitzen, der überdacht ist.



Anschließend ging es zum Ungarischen Nationalmuseum gleich um die Ecke auf der Múzeum körut, erneut ein richtiger Prachtbau. Das Museum bietet viele interessante Ausstellungsstücke von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Im älteren Teil (bis ca. 18. Jhd.) gab es normalerweise auch englische Übersetzungen zu den ungarischen Beschriftungen, im folgenden Teil der Ausstellung jedoch nicht mehr (dort waren nur die allgemeinen Infotafeln zu den Räumen/Epochen in Englisch), was sehr schade war. Manchmal hätte man schon gern gewusst, was man sich da genau anschaut.



Danach haben wir uns langsam zurück auf den Weg ins Hotel gemacht, um die Koffer zu holen. Mit der M3 ging es zurück bis zur Endhaltestelle Köbanya-Kispest (dieses mal auch mit besserer Beschilderung als auf dem Hinweg), dann mit dem Bus 200E zum Flughafen Terminal 2. Wenn alles glatt geht, braucht man für diese Strecke vielleicht so 30 – 40 min. Wir hatten jedoch sehr großzügig geplant und waren somit viel zu früh (ca. halb 6) am Flughafen.


Unser Flug sollte um 20:50 starten, aber nach der Sicherheitskontrolle sahen wir auf der digitalen Anzeige gleich eines der schlimmsten Wörter, die einem Passagier unterkommen können: „Delayed“. Neuer Starttermin halb 10. Wir grummelten vor uns hin und setzten uns dann an unser Gate A1 (Gefängnischarme) und packten die Reiselektüren aus. Man ist ja vorbereitet. Irgendwann im Laufe der Wartezeit verschob dich der Start auf 22:15, was nun nicht mehr nur von uns, sondern auch einer handvoll Mitreisender mit tiefem Seufzen zur Kenntnis genommen wurde. Zirka eine halbe Stunde vor diesem Termin erschienen zwei Mitarbeiterinnen für das Boarding, aber außer hektischem Rumtippen am Computer und ständigen Diskussionen über Funkgeräte tat sich weiter nichts. Infos, warum sich der Abflug so sehr verzögerte, konnte man uns auch nicht geben. Wir tippten zunächst aufs Wetter (starker Regen, mittlerweile Gewitter), nur: andere Flieger starteten trotzdem.



Mit dem Boarding wurde dann um 22:15 angefangen, man knubbelte sich im Bus zusammen, und es hatte sich langsam eine Art Galgenhumor bemerkbar gemacht („Ach, so hat das damals schon mal bei uns angefangen, und dann brauchten wir 3 Tage nach Hause, weil wir mit dem Zug über Wien fahren mussten...“; „Wir könnten auch bis zum Flugzeug schwimmen, wenn der Busfahrer nicht mehr zurückkommt.“ etc.). Nach längerer Wartezeit tuckerte der Bus dann tatsächlich zum Flieger – zu einem deutlich kleineren, als wir gedacht hätten. Ganz einfache Erklärung für das Elend: Unser Flieger stand in Köln mit einem Defekt und konnte nicht starten, daher holte man ein Ersatzflugzeug, in das zumindest alle Passagiere reinpassten, und eine Crew aus der Bereitschaft, die dann erstmal bis nach Budapest mussten. Und dann dort mindestens zwei Stunden herumstanden, weil wegen des Gewitters das Flugzeug nicht betankt werden durfte. Irgendwann wurde es dem Piloten dann zu blöd und er ließ uns schon mal ins Flugzeug kommen, damit er dann nach dem – hoffentlich schnell stattfindenden – Tanken gleich losfliegen konnte. Um kurz nach Mitternacht befanden wir uns dann endlich in der Luft und kamen so um viertel vor 2 in der Nacht in Köln an. Da aber sonst nichts los war, ging es mit dem Gepäck wenigstens überraschend schnell.



Naja, bis auf diese Odyssee am Ende des Urlaubs war es eine tolle Zeit in Budapest. Wir haben unglaublich viel gesehen, und die Stadt bietet einige großartige Sehenswürdigkeiten. Definitiv eine Reise wert!


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Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!






Das Wetter lässt es zwar nicht vermuten, aber es ist tatsächlich schon wieder Weihnachten!

Wir wünschen unseren Lesern ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben und ein glückliches, tolles Jahr 2015! Auch allen, denen es dieses Weihnachten, aus was für Gründen auch immer, nicht so gut geht, wünschen wir nur das Beste und dass es im neuen Jahr bergauf geht!

Dieses Jahr war es leider etwas stiller auf unserem Blog; daran soll sich aber 2015 auf jeden Fall wieder etwas ändern. Auch für 2014 haben wir noch ein, zwei Kleinigkeiten in petto - wir wollen uns ja schließlich mit einem guten Eindruck aus 2014 verabschieden. ;)

Ein frohes Weihnachtsfest wünschen Euch
Sunshine & Oellig

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der erste Teil der geplanten "The Maze Runner"-Reihe überzeugt



Hollywood hat Jugendbuchverfilmungen seit dem großen Erfolg von „Twilight“ & Co. für sich entdeckt – schließlich lässt sich hier recht gut Geld scheffeln, da das Budget häufig niedrig gehalten werden kann und gute Umsätze durch die Fanbase beinahe garantiert sind (solange der Film auch den Erwartungen der Fanbase entspricht; s. "Ender's Game" als Negativbeispiel). James Dashners „The Maze Runner“-Trilogie ist nun die nächste Reihe, die sich anschickt, die Massen zu begeistern.

„Die Auserwählten im Labyrinth“ zieht eine gleich von beginn an in seinen bann: Wie sehen Thomas (Dylan O’Brien), der komplett desorientiert in einem Industrieaufzug aufwacht. Dieser bringt ihn auf eine Lichtung, wo er von ca. 20 Jungs (alle zwischen 12 und 20 Jahre alt) nicht gerade sanft in Empfang genommen wird. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass diese genau wie Thomas keine Ahnung haben, wer sie sind, woher sie kommen, oder warum sie in diesem Ort gelandet sind. Nach und nach erfährt Thomas von Anführer Alby (Aml Ameen), dass die hohen Mauern, die die Lichtung umgeben, zu einem riesigen Labyrinth gehören, und dass bisher noch kein Ausweg gefunden wurde. Das Labyrinth wird von tödlichen Kreaturen, sogenannten Grievern, bevölkert, die auch schon einige der Jungs auf dem Gewissen haben. Thomas will sich nicht einfach in sein Schicksal ergeben, sondern zu den Läufern gehören, die das Labyrinth erkunden. Doch seitdem Thomas angekommen ist, verändern sich die bisher geltenden Regeln des Labyrinths, was zu Spannungen in der Gruppe, v.a. angestachelt durch den forschen Wally (Will Poulter), führt. Mit der Ankunft von Teresa (Kaya Scodelario) wird Thomas endgültig klar, dass die Gruppe so schnell wie möglich aus dem Labyrinth entkommen muss, denn sie ist der letzte Neuzugang.


Mit einem recht geringen Budget von 34 Mio. Dollar hat Regisseur Wes Ball es in seinem ersten Film geschafft, einen spannenden und häufig unvorhersehbaren Film zu inszenieren. Ich kannte das Buch nicht, konnte der Handlung aber ohne Probleme folgen und hatte auch nicht das Gefühl, dass wichtige Dinge fehlten. Die Effekte sind gelungen, die Griever bedrohlich und eklig, das Labyrinth in seiner massiven Ausdehnung beeindruckend. Die Actionszenen sind spannend in Szene gesetzt. So bleibt v.a. Thomas erster, ungeplanter Gang ins Labyrinth sehr in Erinnerung; auch eine spätere Szene, in der Thomas und Minho (einer der Läufer, gespielt von Ki Hong Lee) aus dem sich schließenden Außenbezirk des Labyrinths fliehen müssen, ist packend.

Ein großes Plus dieses Films sind die tollen Jungschauspieler, die ihre Rollen glaubwürdig und mit dem nötigen Einsatz spielen. Der Film nimmt die Charaktere ernst und lässt uns den Konflikt, der sich in der Gruppe mit der Zeit entwickelt, nachvollziehen. Gerade Wally hätte einfach nur ein grober Unsympath sein können, aber Will Poulter schafft es, dass wir sein Verhalten doch irgendwie verstehen können.
Dylan O’Brien, bisher v. a. durch seine Rolle in der TV-Serie „Teen Wolf“ bekannt, muss als Thomas den ganzen Film tragen. Da er für den Zuschauer als Orientierungspunkt dient (wir lernen zusammen mit Thomas, wie die Welt im Labyrinth funktioniert), braucht es einen Schauspieler, der Thomas Verzweiflung und Bestimmtheit glaubwürdig verkörpern kann. O’Brien schafft das mit Bravour, bringt sich voll in die Rolle ein, und hat das benötigte Charisma.
Auch die anderen Schauspieler wie Thomas Brodie-Sangster, der den stellvertretenden Anführer Newt spielt, Aml Ameen als Alby, der eine glaubwürdige Führungskraft darstellt, oder Blake Cooper als jüngstes Gruppenmitglied Chuck sind überzeugend in ihren Rollen. Schade, dass die Rolle der Teresa erst recht spät in den Film kommt, aber wenn sie dann da ist, wird sie von Kaya Scodelario mit der passenden Durchsetzungskraft gespielt. Der Film kann zwar leider nicht mit vielen Frauenrollen aufwarten (zwei, um genau zu sein), er bietet dafür aber immerhin eine recht facettenreiche Besetzung bei den Jungs, mit mehreren farbigen Darstellern und dem Koreaner Lee in einer prominenten Rolle.


Die ein oder andere Logikfrage stellt sich schon im Laufe der Handlung (vielleicht werden bestimmte Dinge im Buch dann doch etwas ausführlicher behandelt) und generell ist das Szenario des Labyrinths auch interessanter, solange man nicht die Hintergründe kennt. Auch ist es schade, dass es gegen Ende doch alles etwas schnell geht und diverse Charaktere ohne große Worte gekillt werden. Der Film lebt von den Spannung und den Action-Momenten, tiefschürfende Charakterzeichung sollte man nicht erwarten, aber das ist auch nicht der Anspruch. "The Maze Runner" will unterhalten und das tut er.
Teil 1 macht  große Lust auf die Fortsetzungen, wovon die erste für September 2015 angekündigt ist. Da der Film auch recht erfolgreich läuft (bisher hat er über 250 Mio. Dollar eingespielt), ist die Fortsetzung zum Glück auch absolut sicher.

Fazit: „The Maze Runner“ ist eine gelungene Verfilmung des ersten Teils von James Dashners erfolgreicher Buchreihe. Überzeugende Schauspielleistungen, gelungene Effekte und eine spannende Handlung garantieren einen unterhaltsamen Kinoabend – wenn man nicht jeden Satz auf seine Logik überprüft.