Samstag, 13. Mai 2017

Urlaubsbericht Andalusien 2016



Im Jahr 2016 verschlug es mich und meine beste Freundin Ende September/Anfang Oktober ins wunderschöne Andalusien. Die Reisezeit ist für diese Gegend im Süden Spaniens eigentlich perfekt, da es zwar immer noch sehr warm ist (wir hatten immer zwischen 26°C und 31°C), aber die Sonne nicht mehr ganz so unbarmherzig brennt wie im Sommer. Perfekt für einen einwöchigen Aufenthalt, der die wichtigsten Städte Andalusiens (Sevilla, Málaga, Granada) umfassen sollte.

Tag 1 – Ankunft & Málaga 

Unser Flug mit RyanAir ging beinahe pünktlich um kurz vor 7.00 Uhr in Köln los, allerdings waren wir deutlich kürzer unterwegs als die üblichen knapp drei Stunden. Unser Pilot muss gerast sein oder eine tolle Abkürzung kennen. *g*
So waren wir um halb 10 in Málaga und nahmen den Zug C1 zur Station Centro Alemada. Unser Hotel Eurostars Astoria liegt vielleicht 5 min Fußweg von der Station entfernt (wenn es überhaupt so „weit“ war). Mit dem Hotel waren wir zufrieden; Service sehr freundlich, Zimmer okay, um die Ecke ein größerer Supermarkt und gute Verkehrsanbindung.

Nachdem die Koffer auf dem Zimmer deponiert waren, ging’s zur großen Hauptstraße Alameda Principal, auf der so ziemlich alle Buslinien fahren und es auch viele Restaurants und kleinere Geschäfte gibt. Mit der Linie 35 fuhren wir hoch auf den Gibralfaro, um die Festung zu erkunden. Es war „Tag des Tourismus“, überall freier Eintritt! Aber gut, die ca. € 6,- für Festung und darunter liegende Alcazaba hätten wir auch noch bezahlt. *g* Man kann auf der Festungsmauer komplett um das Areal herumlaufen. Es bietet sich eine großartige Aussicht auf Málaga, v. a. auf den Hafen, die Stierkampfarena und die Kathedrale. Hier waren wir aber durchaus auch dankbar für den ein oder anderen schattigen Flecken, denn die Sonne knallte ganz schön.


Außen entlang der Festung verläuft ein sehr steiler Fußweg; diesen haben wir uns hinuntergekämpft bis zum Eingang der Alcazaba (den wir erstmal suchen mussten, denn so richtig beschildert war das Ganze nicht). Die Alcazaba ist eine hübsche alte Burganlage mit nett angelegten Gärten zwischendurch, allerdings auch mit teilweise recht steilen Anstiegen. Auch interessant, wie wenig man sich um die Sicherheit kümmerte – gefährliche Stellen erhielten evtl. mal ein Schild oder auch das nette rot-weiße Flatterband. Ansonsten kann man wirklich überall herumklettern, Absperrgitter oder Ähnliches gab es so gut wie nie (zumindest nicht, um Leute von den Mauern fernzuhalten).


Oben bei den beiden recht bekannten Wasserbecken haben wir dann auch den Fahrstuhl entdeckt, mit dem wir wieder nach unten gefahren sind. Im Anschluss haben wir die Kathedrale gesucht. Die ist zwar sehr groß und mächtig, aber durch die enge Bebauung sieht man sie nicht gut. Ein Besuch lohnt sich aber – ein schönes Gebäude mit beeindruckendem Inneren.




Danach stießen wir auf das kleine Museum von Revello de Toro, einem Maler aus Málaga. Die Ausstellung ist klein, bietet aber einige schöne, eher realistische Gemälde (beinahe ausschließlich von Frauen) und ist durchaus einen Besuch wert.
 Die anschließende Suche nach einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels, das schon um 18 Uhr geöffnet hatte, stellte sich als Ding der Unmöglichkeit heraus. Wir sind also wieder zurück in die nähere Umgebung der Kathedrale und der touristischen Einkaufsstraßen, wo wir dann im Amigos gegessen haben (eine Kette mit mexikanischen und indischen Speisen). Preise vielleicht etwas höher als normal (Touristenpreise eben), aber das Essen war lecker, der Service sehr freundlich, und es war offen. *g*


Tag 2 – Caminito del Rey 

Der eigentliche Grund, warum ich so gern nach Andalusien wollte: Ich wollte den 2015 wiedereröffneten Caminito del Rey entlangwandern. Einst einer der gefährlichsten Wanderwege der Welt (da komplett verfallen, es gibt noch einige  nette Videos auf YouTube dazu), wurde er komplett und aufwendig restauriert und ist nun eines der Haupttouristenziele Andalusiens. Tickets haben wir im Vorfeld aus Deutschland gebucht (s. meine ausführliche Bewertung auf Holidaycheck).
Wir hatten bei Thrifty am Flughafen ein Auto gebucht, welches wir an dem Morgen erstmal abholen mussten. Wir sind sehr früh los, was gut war, denn der Autoverleih ist außen am Flughafen nicht ausgeschildert – wir mussten uns durchfragen. Im Grunde läuft man einmal komplett am Flughafen vorbei bis zum ersten offenen Parkhaus; in den Untergeschossen sind die diversen Autoverleiher. Das Auto war in einem sehr guten Zustand (bis auf die üblichen Kratzer, die man aber natürlich vorher protokollieren sollte!) und hat uns im Übrigen für die ganze Strecke grad mal € 10,- an Sprit gekostet. Das Navi war wohl länger ohne Update ausgekommen und kannte die neuen Zubringerstraßen am Flughafen nicht, sodass wir erstmal grob nach Schildern gefahren sind (ich hatte mir die Richtung vorher auf der Karte angeschaut).

Irgendwann machte dann aber auch das Navi mit; wir hatten ein bisschen Stau am Industriegebiet Málagas und waren irgendwann auf der A357 hoch nach Ardales. Auf dieser Straße war die Fahrt recht entspannt und man konnte sogar ein bisschen die typische Olivenbaum-Landschaft betrachten. Die Landstraße nach El Chorro ist jedoch extrem kurvig, Leitplanken sind Mangelware, und man muss schon aufpassen beim Fahren. Die Beschilderung ist gut und wir kamen nach knapp einer Stunde Fahrt auf dem großen Besucherparkplatz hinter dem Restaurant „El Mirador“ an. Unsere Einlasszeit auf dem Ticket war 10.30 Uhr (konnte man bei der Ticketbestellung wählen), wir hatten nun etwas weniger als eine Stunde, um zum Eingangsbereich zu laufen. Wir gingen in Richtung des Restaurants „El Kiosko“ die Straße hoch in Richtung des offiziellen Zubringerwegs, aber auf dem Weg dorthin kommt man an einem Tunnel vorbei, der eine Abkürzung ist. So läuft man auf der Zufahrtsstraße oberhalb des Stausees und braucht ca. 30 Minuten bis zum Eingang. Wir konnten also ganz gemütlich laufen. :)


Im Eingangsbereich bekommt man Helme ausgeteilt, es folgt eine kurze Sicherheitseinweisung in Spanisch oder Englisch, und dann wird man in seiner Gruppe (immer höchstens 50 Personen) auf den Weg gelassen. Die Gruppe zerstreut sich irgendwann, aber man muss damit rechnen, dass es recht voll sein kann, da manchmal auch ganze Busladungen auf einmal auf den Weg gelassen werden und diese in der Gruppe immer zusammen bleiben. Wir konnten so ein Grüppchen zum Glück überholen. *g*
Der erste Bohlenweg entlang der Schlucht ist schon richtig toll; man hat tolle Aussichten und es macht Spaß, den Weg entlangzulaufen!



Im Anschluss kam dann ein längeres Stück Waldweg, wo man auch immer wieder Schatten hatte und gut Pausen einlegen konnte. Danach kommt der zweite Bohlenweg, der wohl auch der bekanntere ist. Sehr spektakulär läuft man hier in ca. 100 m Höhe entlang der Gaitanes-Schlucht. Unter dem neuen Weg sieht man noch Reste des früheren Weges, den tatsächlich vor zwei Jahren noch Menschen entlanggeklettert sind. Hier kommt nun auch das Stück, für das man schwindelfrei sein muss (oder dass einen wirklich Überwindung kostet, wenn man es nicht ist): eine Hängebrücke in 100 m Höhe, die einen über den Fluss führt. Der Boden der Brücke ist nur ein Gitter und durch den Wind schwankt es auch ganz schön. Bei zu starkem Wind/Sturm wird der Weg deswegen manchmal geschlossen, da man dann die Brücke nicht überqueren kann.





Am Ende haut der Weg nochmal richtig einen raus und quält die Besucher mit einer Vielzahl schmaler, steiler Stufen, bis man wieder auf dem Zubringerweg Richtung Ausgang angekommen ist. Auf diesem Weg stehen dann immer mal wieder Schilder, dass es nur noch 300 m bis zum Ausgang oder zum Bus sind; die Spanier haben eine sehr interessante Auffassung, was 300 m sind... Von der Helmabgabe muss man immer geradeaus der Straße folgen, dann kommt man an die Busstation, von wo einen der Bus wieder bis zum El Kiosko bringt. Dort kann man sich Getränke kaufen, was essen, oder einige Stufen runter bis zum wunderschönen Stausee mit Sandstrand und türkisblauem Wasser laufen, um sich zu erholen. *g*
Wir haben für den Weg ca. 2,5 Stunden gebraucht, wobei wir zügig gegangen sind und viele kurze Pausen und Fotostopps gemacht haben. Eigentlich wollten wir danach noch zum Naturschutzpark El Torcal fahren, wir waren dann aber doch so platt, dass wir die Wanderung dort gestrichen haben. Ist dann was für den nächsten Besuch.

Es ging also zurück nach Málaga, Auto abgeben, Ausruhen im Hotel. Um ca. 17 Uhr ging’s wieder los, denn wir wollten das Glasmuseum (Museo del Vidrio y Crystal) besuchen. Auf dem Weg haben wir eine Post besucht, wo man leider kein Englisch sprach. Dennoch haben wir irgendwie Briefmarken für Europa bekommen...
Das Glasmuseum ist in Privatbesitz und liegt etwas versteckt. Die drei Besitzer, zwei Spanier und ein Brite, haben ihre Sammlung durch Erbstücke, Schenkungen und gekaufte Stücke aufgebaut und führen selbst durch die Ausstellung. Uns führte Prof. Ian Phillips durch das Haus; da es so spät am Tag war, waren wir zunächst allein, aber später kam noch eine gut aufgelegte Australierin dazu. Prof. Phillips nahm sich viel Zeit und ging v. a. auf Stücke ein, die mit unseren Herkunftsländern zu tun hatten. Wir konnten auch immer wieder nach bestimmten Sachen fragen und er hat uns mit Freude über die Geschichte so manches Erbstückes erzählt.


Er war sogar so im Thema und es war alles so interessant (obwohl wir an sich von Glaskunst ja keine Ahnung haben, es sieht eben einfach schön aus *g*), dass das Personal ihn um 19 Uhr darauf hinweisen musste, dass doch jetzt geschlossen wird. *g* Ein echter Geheimtipp! Meine ausführliche Bewertung findet ihr hier.  Danach haben wir im Cafe Central Málaga gegessen; es war okay, aber nichts Besonderes. Im Amigos war es besser.


Tag 3 – Granada 

Wir waren sehr „clever“ und haben uns immer so viel vorgenommen, dass wir fast keinen Tag ausschlafen konnten. So auch an Tag 3, an dem wir um 9.00 Uhr an der ALSA-Busstation sein mussten, denn dann fuhr unser Bus nach Granada ab. Die ALSA-Busse fahren im Innenhof der Station ab, so als Tipp... Die Fahrt war für zwei Stunden angesetzt, wir fuhren aber etwas weniger.

In Granada angekommen, nahmen wir die Buslinie SN1 bis zur Kathedrale. Von dort sind wir erst einmal zum Touristenbüro gelaufen (ca. 10 min), um unsere Granada-Card zu holen. Nach Granada fährt man ja hauptsächlich, um die Alhambra zu besuchen. Wir hatten vorher aber leider verpennt die Tickets für die Alhambra zu reservieren, hatten aber die Bustickets schon fix (jaja, ich weiß...). Über die offizielle Seite gingen nur noch geführte Gruppentickets, aber mit 50 Leuten zusammen über das Gelände ziehen zu müssen (und das auch noch zu einem ziemlich hohen Preis), darauf hatten wir keine Lust. Eher durch Zufall haben wir auf einer Seite die Granada-Card entdeckt, die für ca. € 30,- den Eintritt für viele Sehenswürdigkeiten der Stadt (u. a. die Alhambra und die Kathedrale) enthält sowie als Ticket für die Busse benutzt werden kann. So kamen wir dann doch noch günstiger an unser Alhambra-Ticket. *g*

Zunächst besuchten wir aber die Kathedrale. Diese hat uns richtig gut gefallen, ein wahrer Prachtbau! Es war sehr schön, dass diese Kathedrale innen weiß gestrichen ist, so wirkte sie sehr hell und imposant, und es machte das Fotografieren natürlich leichter.



Danach sind wir mit der Kleinbuslinie C1 hoch ins Viertel Albaycin gefahren, um vom Aussichtspunkt an der St. Nicolas-Kirche die Alhambra zu betrachten. Leider wurde an der kleinen Kirche selbst gebaut, aber der Blick auf die Alhambra ist wirklich sehr gut.


Da es uns zu warm zum Laufen war (bis in die Stadtmitte ist es vom Albaycin schon ein gutes Stück), sind wir mit dem gleichen Bus wieder nach unten gefahren und haben auf dem Plaza de Bib-Rambla an der Kathedrale im Birias gegessen. Essen war so naja. Mittlerweile waren es ca. 14.30 Uhr und wir wollten uns auf den Weg zur Alhambra machen. Mit der Buslinie C3 ging es hoch bis an den Haupteingang, wo um die Zeit so gut wie nichts los war, wir konnten einfach durchgehen.

Direkt am Haupteingang befindet sich der Generalife, eine sehr schöne maurische Gartenlage mit kleinen Brunnen und dem dazugehörigen Palacio mit seinen berühmten Wasserbecken. Hier sammelten sich auch die Besuchermassen (v. a. natürlich Reisegruppen), sodass Fotos nicht immer so einfach waren. Lustigerweise drohten am Himmel sehr dunkle Wolken, die für dramatische Bilder sorgten – Regen gab es jedoch nie.


Vom Generalife schlenderten wir langsam an den Ruinen der Medina und einer netten kleinen Kirche vorbei zum Palast von Carlos V., der stark an eine Stierkampfarena erinnert: ein wuchtiger Rundbau mit einem großen Platz in der Mitte. In den Räumlichkeiten befinden sich das kleine Museum der Schönen Künste, welches wir nicht so spannend fanden, und das Alhambra-Museum. Dieses bietet einige schöne Stücke früher maurischer und islamischer Kunst; Fotografieren ist jedoch verboten.
Langsam näherten wir uns unserer Einlasszeit zu den berühmten Nesriden-Palästen (17.30 Uhr), die bei Buchung von Tickets bzw. der Granada-Card immer ausgewählt werden muss und auf den Tickets vermerkt wird. An die Zeit muss man sich halten – wer deutlich zu spät kommt, wird nicht mehr rein gelassen (zumindest nicht solange es noch sehr voll ist).


Die Paläste sind dann auch wirklich so grandios wie überall beschrieben! Irgendwann leidet man als Besucher an Reizüberflutung, weil es überall so viel Schönes zu entdecken gibt – kreativ-bunte Mosaike, herrlich filigran gestaltete Wände, Säulen, Decken... teilweise sind ganze Räume komplett mit feinster Steinmetzkunst ausgearbeitet. Es klingt immer so blöd, aber das muss man wirklich gesehen haben; eine Beschreibung oder Fotos werden dem Ganzen nicht wirklich gerecht.




Es war natürlich sehr voll, aber man kam noch ganz gut durch und etwas zerlief sich die Gruppe mit der Zeit auch. Leider war einer der schönen Innenhöfe teilweise wegen Restaurationsarbeiten abgedeckt, aber auf den Fotos konnte man das gut vertuschen. *g*
Nachdem wir über eine Stunde durch die Nesriden-Paläste gelaufen waren, sind wir noch zur Alcazaba, der teilweise zerfallenen Festungsanlage, gegangen. Die Gebäude des Innenhofs sind nicht mehr erhalten, aber die komplette Außenmauer und die Wehrtürme sind noch da und können betreten werden. Von dort, v. a. vom Torre de la Vela (dem höchsten Turm), bietet sich eine fantastische Aussicht auf die Stadt und die Sierra Nevada!




Danach machten wir uns langsam auf den Weg zum Ausgang, da wir uns dem Ende der Öffnungszeit näherten. Mit dem Kleinbus C3 ging es wieder runter in die Nähe der Kathedrale; wir haben noch ein paar kleine Souvenirs gekauft und sind dann wieder mit der Linie SN1 zur Busstation gefahren, wo unser ALSA-Bus recht pünktlich um 21 Uhr Richtung Málaga abfuhr.


Tag 4 – Sevilla 

Heute stand der Hotelwechsel an – es ging für die nächsten Tage nach Sevilla als neuem Ausgangsort. Wir sind das kurze Stück mit dem Zug bis zum Hauptbahnhof Maria Zambrano gefahren (man kann auch ca. 15 min dorthin laufen), wo um 9.15 unser Zug (AVANT, sowas wie der ICE bei uns) abfuhr. Faszinierend waren die ziemlich hohen Sicherheitsvorkehrungen am Bahnhof: mehrmalige Ticketkontrolle plus Durchleuchtung des Gepäcks, bevor man auf den Bahnsteig durfte.
Wir fuhren knapp zwei Stunden. Am Hauptbahnhof in Sevilla nahmen wir die Buslinie 32, die uns auf den Plaza del Duque und somit beinahe direkt vor die Tür unseres Hotels America brachte. Unser Zimmer war noch nicht fertig, daher stellten wir die Koffer ab und machten uns auf den Weg zur Kathedrale durch die Fußgängerzone, wo uns eine Demonstrantengruppe voller Jugendlicher entgegenkam. Aha.

Ein Seitentor...

Für die Kathedrale mussten wir ca. zehn Minuten anstehen. Was wir schade fanden und was uns auch unangenehm auffiel: Selbst in der Kathedrale standen Verkäufer für Bustouren (!) und es wirkte alles sehr touristisch ausgelegte mit vielen geführten Touren und Hinweise auf den Shop etc. So kennen wir das aus Kirchen eigentlich nicht und das hat unseren Eindruck doch sehr getrübt. Die Kathedrale ist natürlich sehr beeindruckend und riesig, aber da gerade eine Kunstausstellung zu christlichen Bildern stattfand, konnte man das ganze Ausmaß teilweise nicht so gut wahrnehmen, weil die Flächen zugestellt waren. Hat im Endeffekt alles dazu beigetragen, dass wir die Kathedrale in Granada deutlich schöner fanden.



Die Giralda, den hohen Glockenturm, mussten wir dann aber doch noch hochkraxeln. Das bedeutete 35 Rampen und 17 Stufen zu erklimmen, was echt in die Beine ging... Immerhin wurde man mit einer tollen Aussicht belohnt, allerdings war es aber auch sehr voll auf dem Turm.



Durch den Orangengarten haben wir die Kathedrale dann verlassen und uns auf die Suche nach einem Restaurant zum Mittagessen begeben. Die Preise sind wirklich sehr gesalzen; wir sind schließlich im Robles in einer der Seitenstraßen gelandet. Das Essen ging so; meins war ganz okay, das von meiner Freundin sah eher unappetitlich aus, war dann wohl aber doch in Ordnung. Für den Preis aber eher nicht zufriedenstellend.

Nach dem Essen sind wir zurück ins Hotel und haben uns erst einmal im Zimmer eingerichtet. Das Zimmer war schön groß und sauber. Nach einer kleinen Pause ging es dann um 17 Uhr wieder los, um die Casa de Pilatos zu besuchen. Auf dem Weg kamen wir am Metropol Parasol vorbei, einer riesigen Holzkonstruktion, die ein wenig aussieht wie ein Pilz. Von oben soll man eine gute Aussicht haben und es gibt dort auch ein Café, wir haben uns das Kunstwerk aber nur von unten angeschaut. Die Casa de Pilatos war leider an dem Tag teilweise wegen einer Feier gesperrt – man hätte die Gärten nicht betreten können, aber „durfte“ dennoch den vollen Eintritt zahlen. Das war uns dann zu teuer und wir haben den Besuch auf den nächsten Tag verschoben.
Also marschierten wir den doch recht langen Weg bis zur Brücke Isabelle II., von der aus man schöne Fotos vom Canal de Alfonso XIII. machen konnte, v. a. auch vom Torre del Oro und den Alcazares. Im Anschluss ging es zum Museum der Schönen Künste, was nicht allzu weit von der Brücke entfernt liegt. Der Bau ist von außen sehr prächtig in hellem Rot gehalten; innen gab es die üblichen kirchlichen Gemälde und Skulpturen, wobei ein Raum mit hoher Kuppel sehr beeindruckend war.


Dort haben wir uns auch längere Zeit aufgehalten und die Größe des Raums und der Gemälde auf uns wirken lassen. Für EU-Bürger war der Eintritt übrigens umsonst. So haben wir den ersten Tag in Sevilla beendet und uns komplett K.O. zum Hotel „zurückgeschleppt“. *g* Auf dem Weg haben wir uns im Supermarkt noch ein Eis gegönnt, bei der Hitze musste das mal sein.


Tag 5 – Sevilla 

Heute ging es schon früh zum Real Alcázar und trotzdem haben wir ca. 20 Minuten Schlange gestanden. Wie zu erwarten war es drinnen dann auch ziemlich voll, aber man konnte dennoch die schöne Palastanlage genießen. Auch hier finden sich die maurischen Stilelemente überall, aufwendige Wand- und Bögenverzierungen, bunte Kacheln an den Wänden... Es gibt viele kleine Innenhöfe und Brunnen und der Besuch von jedem Raum lohnt sich.




Auch die große Gartenanlage ist wunderschön angelegt mit vielen Sitzgelegenheiten und unterschiedlichen Stilen – teilweise sehr akkurat gezogene Hecken und Blumenbeete, dann wieder freier Baumbestand, der eher nach einem normalen Park oder lichten Wald aussah. Die frei herumlaufende Pfaue waren beliebte Fotomotive. *g*


Im Anschluss gingen wir ins Barrio Cruz, einem Stadtviertel mit vielen kleinen, engen Gässchen, die teilweise hübsch mit Blumenkästen behangen sind. Dort gibt es viele nette Läden, die nicht nur auf Touristen schielen (obwohl es die natürlich auch zu Genüge gibt). Eben darum gab es aber immerhin eine gute Auswahl an offenen Restaurants, und wir haben im Belmonte gegessen, was in Ordnung war (auch preislich).
Danach haben wir uns langsam auf den Weg zum Plaza de España gemacht. Die Sonne knallte mittlerweile richtig vom Himmel und man folgt der großen Straße Av. de Menéndez Pelayo – allein die Lautstärke dort schlauchte ganz schön. Im dem Plaza de España vorgelagerten Park Prado de San Sebastián fand eine große Veranstaltung statt. Ich glaube es war eine Art „Fest der Nationen“ – Stände aus aller Herren Länder boten alles Mögliche an: Schmuck, Kleidung, Süßigkeiten etc. Beim Schmuck wurden wir natürlich wieder schwach. *g*
Beim Plaza de España angekommen, waren wir leider einfach zu geschafft von der Hitze um tatsächlich über den Platz zu gehen (der in der prallen Sonne lag). So haben wir nur von „außen“ Fotos von diesem extrem beeindruckenden, riesigen Platz gemacht. Sehr hübsch, dass man mit Bötchen über den kleinen Kanal fahren kann, was einige Leute auch getan haben. Allein um diesen Platz ausgiebig zu bewundern, würde ich schon gerne nochmal irgendwann nach Sevilla.


Von dort ging es dann am Torre del Oro vorbei zurück zum Hotel. Mittlerweile war es früher Nachmittag und wir ruhten uns ein wenig aus, genossen die handvoll deutschen TV-Sender und machten uns dann am Abend wieder auf in Richtung Casa de Pilatos. Es handelt sich dabei um ein wirklich schönes Herrenhaus mit den mittlerweile bekannten arabischen Einflüssen, schönen Innenhöfen und kleinen Gärten.




Wieder hatten wir einen Tag hinter uns und es hieß früh ins Bett zu gehen, denn am nächsten Tag stand Córdoba auf dem Plan!


Tag 6 – Córdoba 

Heute ging es für uns nach Córdoba. Unser Zug fuhr pünktlich um 8.45 Uhr vom Bahnhof Santa Justa und kam wie geplant um ca. 9.30 Uhr an. Wir standen dann zunächst vor den sehr unübersichtlichen Busfahrplänen an der Busstation und ärgerten uns ein wenig, dass wir uns die Verbindung zu Hause nicht rausgesucht hatten... Wir haben dann etwas herumgefragt; eine nette spanische Dame hat dann sogar mit ihrem Sohn telefoniert, da sie kein Englisch konnte und wir so gut wie kein Spanisch, und so kamen wir auf Linie 5 bis zur Station Gta. Media Luna. Dann befindet man sich im Grunde fast direkt außerhalb der Synagoge auf dem großen Paseo de la Victoria. Wir statteten dem Händlermarkt Zoco Municipal einen kleinen Besuch ab, wo aber an einem Sonntagmorgen um halb 11 noch nichts los war.

Also ging es gleich weiter zum alten Schloss, dem Alcázar de los Reyes Cristianos. Das Schloss an sich ist nicht so interessant und viel besichtigen kann man auch nicht. Aber die angrenzenden Gärten mit ihren langen Wasserbecken und Springbrunnen sind dafür toll! Sehr hübsch angelegt, und für den recht günstigen Eintritt von € 4,50 kann man auch nicht meckern.




Danach gingen wir zur Puente Romano, der römischen Brücke, die sich direkt hinter der Mezquita befindet. Von der Brücke hat man einen schönen Blick auf die alten Wassermühlen, während man auf den Torre de la Calahorra zuläuft. Ein ganz schöner Klotz, den wir nur von außen bewundert haben.

Blick auf die Mezquita

Da auf der Brücke die Sonne richtig knallte, wollten wir uns von der Hitze etwas erholen und haben uns auf die Suche nach einem Restaurant fürs Mittagessen gemacht. Im Judería-Viertel sind wir dann etwas länger durch die schmalen Gassen gelaufen, umgeben von einer Menge typischer Touristenläden und zum Glück auch einiger „normaler“ Shops, bis wir uns für das Los Califas entschieden haben. Wir waren zufrieden mit dem Essen.
Im Anschluss sind wir losgezogen um Schmuck zu kaufen, denn Córdoba ist berühmt für seine Silberschmiedekunst. Ich habe im Zoco Municipal, wo jetzt richtig was los war, eine Ring gekauft. Auf dem Weg zur Mezquita haben wir dann im sehr schönen Shop Art-Joy in der Calle Deanes Ketten gekauft, die wunderschön filigran gearbeitet sind.

Nun war es Zeit für die Mezquita. Für die Tickets musste man bereits anstehen. Die Mezquita selbst öffnete um 15 Uhr wieder und bis dahin hatte sich eine riesige Schlange auf dem gesamten Innenhof gebildet. Der Einlass ging dann aber recht zügig. Im Inneren wird man gleich vom schieren Ausmaß dieses Bauwerkes umgehauen. Die Mezquita ist einfach grandios! Ein wunderbarer Mix aus Moschee (als die sie lange Zeit genutzt wurde) und christlicher Kirche; man sieht zunächst nur ein Meer aus Säulen und Bögen, die in den diversen Erweiterungsbauten der Mauren zur ursprünglichen Moschee hinzugefügt wurden. Dadurch wirken die Hallen unendlich.



In Seitenschiffen finden sich noch immer viele arabische Einflüsse, Mosaike, arabische Schriftzeichen etc. Im krassen Kontrast dazu stehen die christlichen verschnörkelten Stuckarbeiten und verzierten Decken sowie der riesige Hochaltar und die Orgeln.



Alles wahnsinnig beeindruckend und eigentlich gar nicht richtig zu beschreiben. Wer sich für diese Art von Geschichte interessiert, kann hier locker einen ganzen Tag verbringen, denn überall gibt es irgendetwas Interessantes zu entdecken. Wir waren jedenfalls hin und weg!

Danach ging es für uns zum Plaza Corredera, der als Ausgangspunkt für die Shoppingmeilen gilt. Dummerweise hatten wir nicht bedacht, dass wir ja Sonntag hatten und die Geschäfte natürlich geschlossen waren. Also sind wir langsam bis zum Plaza Tendillas gegangen und haben uns dort im Schatten ein großes Eis gegönnt. Schließlich sind wir zurück ins Judería und haben dort tatsächlich in einem der Touristenshops noch schöne Tassen als Andenken gefunden. Unser Zug ging leider erst kurz vor 21 Uhr zurück, sodass wir nun etwas Zeit totschlagen mussten. Also haben wir uns zunächst noch etwas ausgeruht und sind dann bis zum Bahnhof gelaufen, anstatt einen Bus zurück zu nehmen. Das dauerte ungefähr eine halbe Stunde, wobei wir jetzt auch nicht gerade schnell liefen. *g* Unser Zug war wieder pünktlich und so kamen wir um 22 Uhr kaputt nach einem erfolgreichen Tag wieder im Hotel an.


Tag 7 – Málaga 

Wir ließen es langsam angehen und fuhren am Mittag zur Bahnstation Santa Justa, wo um 12.50 Uhr unser Zug nach Málaga abfuhr. Eine Nacht würden wir wieder im Eurostars Astoria verbringen, wo wir vom Bahnhof Mara Zambrano die zehn Minuten hingelaufen sind. Bis 17 Uhr haben wir Pause gemacht und die schlimmste Hitze Hitze sein lassen, dann sind wir wieder losgezogen und zum Hafen gelaufen. Ein bisschen Schiffe gucken und dann weiter zum Strand, wo wir ein wenig die Sonne genossen haben. Der Strand war nicht besonders überfüllt, sodass Sonnenanbeter hier sicher auch auf ihre Kosten kommen.


Schließlich haben wir uns wieder ins Stadtzentrum begeben, wo wir zuerst in der Cómedias in dem netten kleinen Schmuckladen Dinamic Artis ein paar Armbänder gekauft haben, und dann wieder im Amigos zu Abend gegessen haben.

Am nächsten Tag war unser Abflug, was für uns etwas stressig war. Wir waren recht spät und mussten zum Check-In komplett an die andere Seite des Flughafens, wo sie unseren Flug dann separat als „Last Minute“ aufriefen, weil alles bei Ryan Air sehr langsam ging (und man das System des Schlangestehens dort nicht verstand). Dann wieder quer zurück durch den Laden zur Sicherheitskontrolle; als wir durch die durch waren, wurde unser Flug bereits als „Boarding“ angezeigt. Yay... An unserem Gate hatte das Boarding dann zwar noch nicht begonnen, dauerte aber auch nicht mehr lange. Ein bisschen viel Stress für den letzten Tag, andererseits haben wir so nicht ewig warten müssen. Diese möglicherweise langen Wege also am besten einplanen, v. a. auch weil Ryan Air (und noch eine andere Fluggesellschaft) keine einzelne Schlange hatte, von der man an den nächsten freien Schalter vorrückte, sondern sich Schlangen an allen offenen Schaltern bildeten.

Es war auf jeden Fall ein toller Urlaub, bei dem wir sehr viel gesehen haben. Andalusien ist eine wunderschöne Gegend und ich würde gern in ein paar Jahren nochmal dorthin.


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Sonntag, 3. Januar 2016

Mein Kinojahr 2015

Und schon ist wieder ein Jahr rum und wir haben 2016! In diesem Jahr werde ich hoffentlich zuverlässiger posten als noch in 2015, zumindest hab ich es mir fest vorgenommen... *g* Meine Schreibfaulheit bedeutete aber nicht, dass ich nicht ins Kino gegangen wäre - eher im Gegenteil, wenn ich mir meine Statistik so ansehe.
2015 habe ich in 54 Kinobesuchen (Quartalsverteilung 14 / 10 / 14 / 16) 51 unterschiedliche Filme gesehen; drei Filme haben mich zwei Mal ins Kino bekommen. Neun Filme davon waren in 3D, wobei dieses zwar gut war, aber für mich bei so gut wie keinem Film einen wirklichen Mehrwert darstellte. Mein Heimatkino wurde von der Pole Position abgelöst; 20 meiner Besuche gingen nämlich zur "Konkurrenz" in die Kreisstadt (was soll ich sagen, bessere Atmosphäre + Bonuskartensystem, außerdem: Sneak!).

Jaha, überhaupt, die Sneak. Ich habe mich früher nie getraut, eine Sneak-Preview zu besuchen, da ich nicht von Horrorfilmen oder überbrutalen Ballerfilmen überrascht werden will. Da man aber im besagten Kino so nett ist, Horrorabgeneigte vorzuwarnen, gehe ich gerne das Risiko des unbekannten Films ein. Und Leute, das führt doch zu einer ganz anderen Verteilung beim "schlechtesten Film"....


Der beste Film
Dieses Mal gab es tatsächlich drei Filme, die bei mir die Höchstwertung bekamen, aber der großartigste Film des Jahres war für mich "Mad Max Fury Road". George Miller entfacht ein wahres Feuerwerk an grandioser Action, cleverem Worldbuildung, und perfekten Charakteren, mit Tom Hardy und Charlize Theron als ständig Gas gebendem Hauptdarsteller-Duo. Von vorne bis hinten ein Erlebnis.
Auf Platz 2 findet sich PIXARs diesjähriger Geniestreich "Alles steht Kopf", ein wunderbarer Trip in die Gedankenwelt eines zwölfjährigen Mädchens, deren Leben das erste Mal komplett aus der Bahn gerät. Der Film vereint all das, wofür wir PIXAR lieben: eine ans Herz gehenden, intelligenten Story mit viel Humor, liebenswerte Charaktere, und eine im Überfluss kreative Optik. Platz 3 geht an den kleinen, aber extrem feinen "Ex Machina", einen kammerspielartigen, sich langsam zuspitzenden Thriller über künstliche Intelligenz und ab wann ein Roboter vielleicht doch eher ein Mensch ist. Die Thematik ist nicht neu, aber was Regisseur Alex Garland mit Atmosphäre und einem perfekt aufspielenden Hauptdarsteller-Trio (Oscar Isaac, Alicia Vikander, Domhnall Gleeson) zustande bringt, hat mich wirklich sehr begeistert.
Ehrennennungen für die überaus gelungene Buchadaption "Der Marsianer" mit Matt Damon, Sir Ian McKellans anrührend-mitreißendes Porträt des bekanntesten Detektives der Literaturgeschichte in "Mr. Holmes", und den größten Film des Jahres schlechthin, "Star Wars VII - Das Erwachen der Macht", denn der ist tatsächlich auch richtig gut!


Der schlechteste  Film
Diese Kategorie war lange, lange Zeit gesetzt und ich sah keine Änderung mehr kommen. Tja, und dann war da die letzte Sneak des Jahres, die noch einmal alles umgeschmissen hat, denn: Sie sorgte für den neuen Spitzenreiter in dieser Kategorie! Glückwunsch an "Die dunkle Seite des Mondes" mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle, einem Film, der so gern tiefgründig und mysteriös sein würde, mich aber den Großteil der Zeit einfach furchtbar gelangweilt hat mit seiner Pseudo-Symbolik. Wären es doch nur tatsächlich Werwölfe gewesen, schlimmer hätte es den Film sicher nicht gemacht. Absolute Nullnummer für mich, und offensichtlich auch für andere, denn einige verließen vorzeitig den Saal.
Der ewige Spitzenreiter "Fifty Shades of Grey" wurde somit im allerletzten Moment von der Nummer 1 gestoßen. Dabei hatte dieser Film wirklich alles getan, um der mieseste Film des Jahres zu werden, v.a. war er gähnend langweilig. Aber käme es drauf an, würde ich diesen Film lieber noch einmal anschauen als "Die dunkle Seite des Mondes", denn es gibt wenisgtens brauchbare Musik und zwischendurch auch mal was zu lachen. Platz 3 geht an "The Gunman", einen so dermaßen durchschnittlichen Actioner mit Sean Penn, dass eigentlich jede Erwähnung irgendwo schon zu viel Aufmerksamkeit ist. Knapp vom Siegertreppchen geflogen ist "The D-Train", ein seltsamer Film mit Jack Black, der einen guten Ansatz hat, aber an einer unglaublich unsympathischen Hauptfigur krankt.


Der lustigste Film
Da habe ich dieses Jahr gar nicht viele Filme - es gab zwar einige Filme, die gute lustige Momente hatten, aber wirklich durchgängig lachen konnte man bei ihnen nicht (waren aber auch keine reinen Komödien *g*). Daher ist der Gewinner in dieser Kategorie "Spy - Susan Cooper Undercover", in dem Melissa McCarthy endlich mal wieder zeigen durfte, dass sie mehr kann als nur die prollige Dicke zu sein. Neben ihrer wirklich guten Leistung bleibt v. a. Jason Statham in Erinnerung, der sich und seine Filme genüsslich selbst parodiert; und Rose Byrne hat offensichtlich auch eine riesige Freude daran, die ganz ganz Böse zu spielen.
Ebenfalls sehr witzig, wenn auch auf eine deutlich bösere Art, war "Mama gegen Papa - Wer hier verliert, gewinnt", eine franko-belgische Co-Produktion über einen etwas anderen Scheidungskrieg. Denn wann setzen Elternteile schon einmal alles daran, nicht das Sorgerecht zu erhalten?


Der emotionalste Film
Hier habe ich ebenfalls zwei Kandidaten, und nein, dieses Mal ist es nicht PIXAR. *g*
Zunächst hat mich ganz zu Anfang des Jahres "The Imitation Game" doch mehr mitgenommen als gedacht. Da habe ich schon ziemlich mitgelitten. Und dann war da noch "Er ist wieder da", der auf eine ganz andere Art emotional war, denn das Lachen blieb dem Zuschauer sehr schnell im Hals stecken aufgrund des beängstigenden Realismus und der Aktualität, die der Film an den Tag legte.


Die positivste Überraschung
An der Spitze der größten Überraschungen steht ganz klar "Magic Mike XXL". Teil 1 war ein durchaus unterhaltsamer Film mit betont ernsten Nebenplots, die den Film aber eher ausbremsten, als dass sie ihn bereicherten. Beim Sequel dachten sich dann Channing Tatum & Co. wohl, "Scheiß drauf, wir haben jetzt einfach Spaß!" und machten einen herrlich schrägen Road Trip mit einer Unmenge an - scheinbar in der Schwerelosigkeit gedrehten - Stripszenen, wobei der Stopp an der Tankstelle sowie die große Endnummer sicherlich zu den denkwürdigsten Szenen des Jahres gehören dürften.
Ebenfalls erfreulich, v.a. nach dem eher uninteressant wirkenden Trailer, war die britische Romanitikkomödie "Es ist kompliziert" mit Lake Bell und Simon Pegg. Hier wurden einige Klischees elegant umschifft, die Charaktere machen Spaß, und der Film ist herrlich kurzweilig. Und dann war da noch "Mortdecai", eine schräge Gangsterposse mit Johnny Depp. Der Film war zwar nicht denkwürdig, aber dann doch deutlich besser, als seine ersten 15 min befürchten lassen.


Die größte Enttäuschung
Relativ einfach dieses Jahr: James Bond hat mich leider hängen lassen. "SPECTRE" hatte es erwartungsgemäß schwer nach dem wirklich guten "Skyfall", aber dass man so eine lasche Story vorgesetzt bekommt, das Talent von Christoph Waltz geradezu verschwendet, die Actionenszenen müde vor sich hinplätschern, und jegliche romantischen Szenen wie mit dem Holzhammer reingeprügelt wirkten, konnte man wirklich nicht erwarten. Positiv waren einzig die sehr gelungene Eröffnungssequenz, Daniel Craigs süffisanter "Mir ist eh alles egal und ich hab hiernach endlich Ruhe"-Gesichtsausdruck, und Ben Whishaws Pullunder-tragender Lichtblick Q.
Ebenfalls eher enttäuschend, gemessen am Vorgänger, war "Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste". Die Actionszenen waren durchaus gelungen, die Optik toll, aber man hat sich leider so gar nicht bemüht, die Charaktere zu vertiefen; einzig Dylan O'Brien als Thomas bekommt ein wenig mehr Profil, vermutlich aber ganz einfach, weil er nun mal in jeder Szene ist. Ich hoffe, Regisseur Wes Ball nimmt sich die Kritik für den letzten Teil dieses Jahr zu Herzen.


Interlude: Guilty Pleasure
Der Film ist absolut bescheuert, die Handlung wurde vermutlich aus den Teenie-Fanfiction-Ergüssen der Autorin zusammengesetzt ("Ich hatte mal so eine 'Werwölfe im Weltall'-Phase, und Inline-Skating fand ich auch voll cool!"), die Optik ist Hochglanz, die Schauspieler schlafwandeln oder betreiben grandioses Overacting - aber irgendwie war das doch alles ... charmant. "Jupiter Ascending" wird vermutlich zum Kultfilm werden. Es könnte schlimmere Filme treffen.


Der beste Blockbuster
Der größte Blockbuster des Jahres hat als Helden ein Mädchen, einen Schwarzen, und einen Latino. Der Böse ist ein weinerlicher Weißer mit Opa-Anbetungskomplex und Allmachtsfantasien. Wer damit nicht klar kommt: Pech gehabt. Ihr armen, unterrepräsentierten weißen MRA-Männer könnt ja auf den nächsten Michael Bay-Film warten. Und wir anderen erfreuen uns an einem richtig unterhaltsamen SciFi-Epos, das es sich storytechnisch zwar etwas zu leicht macht, dafür aber coole Action, sympathische Helden, und einen supergoldigen Fußball mit Kopf zu bieten hat. Möge die Macht mit "Star Wars VII - Das Erwachen der Macht" sein, sodass der "Avatar"-Rekord auch noch geknackt wird.


Der beste Agenten-Film
Gefühlt gab es in 2015 eine unglaubliche Menge an Filmen mit Agenten/Spionage-Thematik. Und der beste davon war "Mission Impossible: Rogue Nation". Die Action war fantastisch, Rebecca Ferguson  stiehlt Tom Cruise ziemlich die Show, und Simon Pegg macht verdammt viel Spaß in einer aufgewerteten Rolle. Pures Actionkino vom Feinsten.
Ebenfalls sehr gelungen war Guy Richies "Codename U.N.C.L.E.". In stylischem Retrolook lässt er Armie Hammer sich mit Henry Cavill kloppen während Alicia Vikander im Hintergrund ihr eigenes Ding macht. Das Ganze wurde mit einem herrlich trockenen Humor versehen. Ich hätte gegen eine Fortsetzung nichts einzuwenden. Und schließlich gab es recht früh im Jahr den vom Stil her an "Kick-Ass" erinnernden "Kingsman" mit Colin Firth in einer für ihn ein wenig überraschenden aber sehr stilvollen Rolle. Taron Egerton machte in der Hauptrolle mit Nachdruck auf sich aufmerksam und wird sicherlich auch im Sequel überzeugen.


Gutes und schlechtes Publikum
Ein richtig gutes Publikum gab's beim Besuch von "Magic Mike XXL" in einem sehr gut gefüllten Saal - bis auf einen Mann (freiwillig dort und mit Begeisterung dabei *g*) nur Frauen, die alle offensichtlich einen Heidenspaß hatten.
Auch bei "Frau Müller muss weg" herrschte wirklich gute Stimmung in einem unterhaltsamen Film.
Positiv in Erinnerung blieb mir auch der sehr volle Saal in "Der große Trip - Wild". Sicherlich irgendwie als gut einzuschätzen, wenn man den Film bedenkt, war die Erfahrung in "Fifty Shades of Grey", wo selbst Fans an den unpassendsten Stellen lachen mussten und der arme Kerl neben mir, der offensichtlich seine Freundin begleiten musste, immer tiefer in seinen Sitz rutschte (möglicherweise zwischendurch auch wegdöste) und bei Abspannbeginn gequält sagte, "Können wir jetzt endlich gehen?".
Ein freundliches Winken für den einen Mann ein paar Reihen hinter uns in "Mad Max Fury Road", der während des Abspanns zu seinem Begleiter sagte, "Was für ein geiler Film." Wo er Recht hat... Süß die Kinder vor uns in "Alles steht Kopf" - die befürchtete Hampelei des kleinsten Kindes blieb aus, und der ältere Junge fand den Film "voll krass". *g*

Schlechtes Publikum gab es leider auch. Wo "Magic Mike XXL" das beste Publikum stellte, gab's beim zweiten Besuch dieses Films leider das insgesamt schlechteste Publikum. Keinerlei Stimmung; die Teenie-Mädels in unserer Reihe verbrachten mehr Zeit damit, auf dem Handy Fotos von Channing Tatum anzuschauen und zu chatten, als auf die Leinwand zu gucken.
In "Er ist wieder da" gab es in der Reihe vor uns eine größere Gruppe Niederländer, die ziemlich viel quatschten und ständig rumgiggelten, gerne an den unpassendsten Stellen. Ganz schlimm auch zwei Jungs in "Steve Jobs", die offensichtlich einen ganz anderen Film erwartet hatten, entsprechend blöde Kommenatre gab es dann immer wieder für sicher 40 min, bis sie beschlossen zu gehen. Hätte man sich mal vorher über das informiert, was man da guckt...


Das beste 3D-Erlebnis
"The Walk" war für mich der einzige Film in 2015, bei dem sich das 3D wirklich gelohnt hat. Der Film lässt sich zwar langsam an, aber die letzten 40 min sind grandios und der Balanceakt auf dem Seil lässt einen die Luft anhalten. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Film in Kino schauen konnte - auf einer großen Leinwand war es wirklich ein Erlebnis!


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