Montag, 10. Januar 2011

Yann Martels "Schiffbruch mit Tiger"


Ich bin gerade in der passenden Stimmung, also folgt mal wieder eine Buchrezension. "Schiffbruch mit Tiger" wurde 2002 mit dem Booker-Preis, dem wichtigsten britischen Buchpreis, ausgezeichnet und was für ein erfrischend anderes Buch man zur Abwechslung gewählt hat!

Die Hauptfigur des Buches ist der indische Junge Piscine Molitor Patel, kurz Pi genannt. Als Sohn eines Zoobesitzers in Pondicherry aufgewachsen, wurde ihm die Faszination für alle möglichen Wildtiere sozusagen in die Wiege gelegt. Als Jugendlicher fängt er dann an, sich für Glaube und Religion zu interessieren - ein wenig seltsam, sind doch seine Eltern nicht gerade religiös. Pi jedoch ist so fasziniert, dass er zu seinem Hindu-Glauben auch noch den des Islam und des Christentums annimmt. Aufgrund schwieriger politischer Verhältnisse beschließt sein Vater, mit der Familie und diversen Zootieren nach Kanada auszuwandern. Unglücklicherweise sinkt das Schiff nach nicht allzu langer Fahrt mitten im Pazifik - einziger menschlicher Überlebender ist der mittlerweile sechzehnjährige Pi. Vollkommen allein ist er jedoch nicht - das Rettungsboot muss er sich mit einem ausgewachsenen bengalischen Tiger teilen.

Klingt alles irgendwie reichlich abgedreht. Ein Teenie, der gleich drei Religionen angehört, sitzt mit einem Tiger in einem Rettungsboot mitten im Pazifik. Und doch funktioniert es. Ich hatte nicht erwartet, dass das Buch mich so sehr fesseln könnte wie es das dann letztendlich tat.

"Schiffbruch mit Tiger" ist in drei ungleiche Abschnitte unterteilt. Der erste beschreibt Pis Jugend in Pondicherry; man erfährt, welche Menschen ihn beeinflusst haben, wie es dazu kam, dass er gleich drei Religionen annahm, was er durch die Zootiere alles über Wildtiere im Allgemeinen lernte. Gerade der religiöse Aspekt des Buches hatte mich im Vorhinein abgeschreckt. Solche Themen kommen ja gern mit erhobenem Zeigefinger. Aber Martel stellt keine Religion als die "bessere" heraus und ein Streitgespräch zwischen Predigern der drei großen Weltreligionen führt die uralten Vorurteile sogar wunderbar vor.
Dieser Abschnitt erscheint manchen Leuten wohl etwas langatmig (wenn man nach diversen Kritiken geht) - ich fand ihn jedoch sehr angenehm zu lesen. Außerdem sind viele Informationen für spätere Ereignisse wichtig; manche Kleingkeit ergibt sogar erst am Ende vollkommen Sinn.

Abschnitt zwei ist der längste und behandelt Pis Zeit als Schiffbrüchiger. Man möchte meinen, dass gerade dieser Abschnitt nicht besonders spannend sein kann - Pi treibt in einem Boot auf dem Meer, um ihn rum nichts als Wasser, über ihm der unendliche Himmel, und mit im Boot ein Tiger. Aber Martel schafft es, dass gerade dieser Abschnitt besonders interessant und spannend wird. Pis tiefes Innenleben wird nicht offengelegt, und doch hat man das Gefühl, bei ihm zu sitzen unter der sengenden Sonne, ausgemergelt und fast verdurstet. Die Verzweiflungs Pis wird greifbar, wie der Überlebenswille ihn dazu zwingt, sich immer wieder selbst zu überwinden.

Der letzte Abschnitt ist nur sehr kurz und spielt nach Pis Rückkehr in die Zivilisation (damit verrate ich nicht zu viel, der Ausgang der Handlung ist von Anfang an kein Geheimnis - und gerade deshalb ist es umso erstaundlicher, dass Martel die Spannung im Mittelteil halten kann). Und was für eine überraschende Wendung eben in diesem Kapitel noch auf den Leser wartet - sehr gut! Das Ende regt zum Nachdenken an - und ich hätte die Frage nicht anders beantwortet. *g*

Ein gewisser Wille muss beim Leser vorhanden sein, sich auf dieses Buch einzulassen. Es ist kein Krimi, keine Romanze, kein Actionreißer. Es ist ein kleiner Exot, aber genau deswegen gibt es Bücher - um ein klein wenig Magie zu versprühen, den Leser in eine andere Welt zu entführen. "Schiffbruch mit Tiger" ist stellenweise richtig lustig, es ist dramatisch, traurig, eklig, grausam, versöhnlich, hoffnungsvoll. Martel schreibt meist sehr klar und leicht, manchmal auch sehr detailliert. Ein Vorwort des Autors gibt Einblick darin, wie er überhaupt dazu kam, dieses Buch zu schreiben. Die Kapitel sind im ersten Abschnitt hin und wieder von Eindrücken Martels, der sich mit Pi trifft, unterbrochen und teilweise auch sehr kurz - warum es so viele sind, wird im Buch ebenfalls erklärt. :)

Alles in allem ein wirklich empfehlenwertes Buch - ein bisschen anders als die anderen Bücher da draußen, aber gerade deshalb sehr liebenswert und dazu noch intelligent und zum Nachdenken anregend. Für mich ein grandioser Start ins Lesejahr 2011.


Ähnliche Artikel:

Samstag, 1. Januar 2011

Mein Kinojahr 2010

Ein frohes neues Jahr euch allen!

Weil ich letztes Jahr soviel Spaß bei der „Auswertung“ hatte, habe ich auch dieses Jahr meine Kinobesuche Revue passieren lassen. Wieder werfe ich einen Blick auf meine Top-Filme des Jahres; auf die größten Enttäuschungen, auf gutes und schlechtes Publikum.

Es hat sich ganz schön was getan: 2010 hat es mich 47 Mal ins Kino gezogen (2009: 19 Mal), wovon allein 23 Besuche auf mein Stammkino entfielen. Drei Mal fand ich mich sogar in eher obskuren, kleinen Kinos in Aachen, Köln und Düsseldorf wieder. 13 Besuche fielen ins 1. Quartal, ins 2. 10. Im 3. Quartal war ich eher faul mit gerade mal 5 Besuchen, nur um dann im 4. Quartal mit 19 Besuchen noch mal ordentlich Gas zu geben. Man soll das Jahr schließlich gut ausklingen lassen. *g*

Unter den ganzen Kinobesuchen finden sich 8 Filme, die ich jeweils zwei Mal gesehen habe, und sogar zwei Filme, die mich je vier Mal ins Kino zogen (letztere sind „Alice im Wunderland“ und „Rapunzel“).

Der beste Film


Das war dieses Jahr etwas schwieriger zu entscheiden als im letzten. Ich fand einige Filme auf unterschiedlicher Ebene ganz einfach großartig, aber wenn ich alles zusammen nehme und überlege, welcher Film nicht einen einzigen unpassenden Moment hat, oder auch nur einen einzigen störenden Charakter, nun, dann ist es „Toy Story 3“. Da passt einfach alles: Handlung, Charaktere, Humor, Drama, Emotion. Man erwartet so was ja von Pixar, aber dieser Film ist so vollkommen rund, die Zeit flog nur so dahin und am Ende hab ich wieder geheult. :) Ich habe den Film noch einmal angeschaut, und wieder geheult., *g* Und mich erneut sehr darüber gefreut, dass es eine Totoro-Plüschfigur im Film gibt! Pixar, I ♥ you!
Mal schauen, ob Pixar diesen Platz auch im nächsten Jahr verteidigen kann...
Ehrenhalber möchte ich hier aber auch auf jeden Fall „Inception“, „The Social Network“ und „A Single Man“ erwähnen.

Der schlechteste Film

Von den ganz üblen Ausrutschern dieses Kinojahres habe ich zum Glück keinen gesehen (stellvertretend sei „Kindsköpfe“ genannt). Aber einen Film habe ich mir angetan, obwohl ich wusste, dass ich den Film nur überstehen würde, wenn ich zwischendurch blöde Kommentare abgebe. Bot sich ja auch einfach an. Die Rede ist natürlich von „Kampf der Titanen“. Das war irgendwie sehr trashig (v. a. die Götter im Olymp, oh Gott!), und zumeist einfach nur langweilig und „Dank“ des miesen 3Ds noch nicht mal gut anzuschauen. Gemma Arterton kommt halbwegs gut weg, sie hat zwar nichts zu tun, sieht aber immerhin schön aus. Das Pferd war gut. Und Hans Matheson, dem ich ewig dankbar sein werde für seine zwei witzigen Szenen.
Ansonsten ist eigentlich das einzig wirklich Positive, was ich über diesen Film sagen, dass ich als Gefallen für eine Freundin reinging und sie dadurch zwingen konnte, mit mir in „Kick-Ass“ zu gehen.

Der lustigste Film

Hm. Da können sich jetzt auch mehrere Filme um die Krone streiten, aber keine sticht so heraus wie im letzten Jahr „Zombieland“ oder auch „Brüno“. Ich würde es als ein Unentschieden zwischen „Männer, die auf Ziegen starren“ und „Die etwas anderen Cops“ bezeichnen.
„Ziegen“ hat mein Humorzentrum besser getroffen als das vieler anderer Besucher, glaube ich, aber der Film baut zum Ende hin leider etwas ab. Dennoch, ich hab mich köstlich amüsiert.
„Cops“ hingegen hat auch am Ende noch gute Momente zu bieten, hat zwischendurch jedoch kleinere Durchhänger. Dafür bietet dieser Film die lauteren, offensichtlicheren Brüller („Peil das Gebüsch an!“, „Ich bin ein Pfau, lasst mich fliegen!“) – und ich finde Will Ferrell einfach aus Prinzip lustig. *g*

Der emotionalste Film

Eigentlich könnte man meinen, dass ich nun auch hier „Toy Story 3“ als den Gewinner bekannt gebe – schließlich hat mich der Film wieder so richtig zum Weinen gebracht. Und auch viel lachen lassen.
ABER, emotional aufwühlender war ein anderer Film, der mich danach noch lange beschäftigte: „A Single Man“. Ein einfach nur wunderschön-trauriger Film mit großartigen Darstellern, der mich wirklich tief berührt hat.


Die größte positive Überraschung


Das ist definitiv „Drachenzähmen leicht gemacht“. Aufgrund der Trailer und der Tatsache, dass Dreamworks das dahinterstehende Studio ist, hatte ich keine besonders hohen Erwartungen an den Film. Schließlich hatte man kurz vorher den vierten „Shrek“-Film auf die Menschheit losgelassen. Und dann wurde ich verzaubert. Eine gute Handlung, liebenswürdige Charaktere, und vor allem Herz – so ist’s fein, Dreamworks, das ist der richtige Weg! Dazu einer der besten Filmsoundtracks 2010 (die Trommeln!), sehr schön realisiertes 3D, besonders in den Flugszenen – ein wirklich empfehlenswerter Film. Und dazu auch noch eine überraschende Wendung am Ende.


Die größte Enttäuschung

So richtig schlimm enttäuscht hat mich dieses Jahr eigentlich kein Film. Selbst den doch sehr von den Kritikern verrissenen „The Tourist“ fand ich gar nicht so übel. Einen Film gibt es allerdings, von dem ich mir mehr versprochen hatte – und aus dem man mehr hätte machen können: das Remake von „Fame“. Also wirklich, der war lasch. Da wär mehr drin gewesen, v. a. haben mich als Zuschauer die Charaktere, bis vielleicht auf ein oder zwei, total kalt gelassen. Unpraktisch, wenn man dabei mitfühlen soll, wie Träume wahr werden oder eben auch zerplatzen.

Das beste Publikum

Am positivsten in Erinnerung blieb mir das Publikum bei meinem ersten „Inception“-Besuch. Ab ungefähr der Hälfte des Films gingen alle super mit und ich habe schon ewig nicht mehr ein ganzes Kino am Ende auf der vordersten Kante des Sitzes gesehen, alle laut flehend und intensiv auf die Leinwand starrend. Das Ende ist aber auch gemein. *g*
Der zweite Platz geht an das Publikum beim zweiten Besuch von „Die etwas anderen Cops“. Ich hatte schon Sorge, weil es so viele Kinder im Saal gab, aber die Stimmung war wirklich gut.
Gut waren auch die Besucher in „Das Kabinett des Doktor Parnassus“, v. a. weil der Großteil (u. a. meine mich begleitende Freundin) nicht wussten und/oder vergessen hatte, dass Johnny Depp und Co. mitspielten. Da ging ein Raunen durch den Saal... *g*

Das schlechteste Publikum

Ich habe hier leider einige Nennungen „ehrenhalber“ für unglaublich nervige Einzelpersonen, aber das allgemein schlechteste Publikum musste ich in „Einfach zu haben“ ertragen. Meine Güte, da gab es ja überhaupt keine Reaktion! So ein langweilig-uninteressiertes Publikum hatte ich schon ewig nicht mehr. Ja sorry, kann der Film doch nix dafür, dass „Harry Potter“ ausverkauft war!

Tja, und nun zu den Spezialisten, die konsequent versucht haben, mir andere Filme zu vermiesen.
Da wären zuerst die zwei nervig-giggelnden Weiber in der Reihe hinter uns in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“. Nicht nur, dass sie – häufig an den unpassendsten Stellen – laut kicherten oder störende Kommentare abgeben (es gibt Leute, die haben einen Sensor für ruhige Szenen, die aufgrund der Stille wirken sollen – die plappern genau dann los), NEIN, sie standen auch abwechselnd drei Mal während dieses 2,5-Stunden-Films auf um, Achtung!, Bier zu holen. Es war irgendwie surreal. Da war der Typ vor uns, der nach ca. einer Stunde eine rauchen ging und entsprechend riechend wieder zurückkam, ja gar nix gegen.

Auch wunderbar waren die ca. zwölfjährigen Jungs in „Up in the Air“, bei denen ich mir sicher war, dass sie sich verlaufen hatten. Nee, hatten sie leider nicht. Einer von ihnen war offensichtlich an dem Film interessiert, die anderen zwei nicht. Lautes Gequatsche, Tütengeraschel und Rumgehampel folgte, bis sie dann nach ca. einer halben Stunde den Saal verließen. *puh*
Erwähnen muss ich auch einfach das seltsame Pärchen, dass in „Nine“ landete. Die gingen nach 10 Minuten. Da war noch gar nicht gesungen worden – oder hatte es bereits ein Lied gegeben? Bin nicht mehr sicher. Das war irgendwie ein sehr seltsamer Moment.

Und dann natürlich noch die elenden Blagen (okay, so siebzehn werden sie gewesen sein), die wir im zweiten Besuch von „Alice im Wunderland“ erdulden mussten. Die Mädels wollten den Film sehen, ihre männlichen Begleiter anscheinend nicht, was sie ca. eine halbe Stunde vor Ende auch anfingen, deutlich zu machen. Laute Kommentare wie „Maaaannn, ist das langweilig!“ etc., Treten gegen den Vordersitz, Gequatsche, bis die Mädels keine Lust mehr darauf hatten. Zirka fünfzehn Minuten vor Filmende verließ das Grüppchen den Saal. Meine Güte, wie blöd kann man sein. Schlaft doch, wenn ihr den Film scheiße findet! Haben viele der männlichen Begleiter damals bei „Twilight“ auch gemacht...

Das erinnert mich an....

Wieder wurde ich im ein oder anderen Film von Déjà Vus heimgesucht.
Gleich zwei hatte ich in „Sherlock Holmes“. So kommt darin ein geruchs- und geschmackloses Pulver vor, und das Einzige, woran ich denken konnte, war „Tihi, Jokanpulver!“ Wer „Die Braut des Prinzen“ gesehen hat, weiß Bescheid. *g* Außerdem erinnerte mich eine Szene gegen Ende stark an eine ähnliche in „Das Kabinett des Doktor Parnassus“, den ich kurz zuvor gesehen hatte: Jemand baumelt erhängt unter einer Brücke. *schüttel* Das war ein leicht makabrer Zufall.
„Prince of Persia“ hatte ebenfalls einen „Die Braut des Prinzen“-Moment zu bieten: Dastan wird von seinem Bruder und ein paar Soldaten verfolgt, die offensichtlich super im Spurenlesen sind, und das Einzige, was mir dazu einfällt, ist, „Er kann an einem bewölkten Tag einen Falken verfolgen, er wird Euch finden!“ *g* Von den ganzen an „Fluch der Karibik“ erinnernden Momenten fang ich am besten gar nicht erst an...

Besondere Momente

Der Besuch vom Chaplin-Film „Moderne Zeiten“, bei dem ein großes Orchester die Musik live zum Film spielte, war wunderbar. Eine ganz besondere Atmosphäre, und der Film an sich ist ja eh nicht schlecht.
Außerdem das laute Gekicher, als bei „The Tourist“ am Ende doch tatsächlich Marcus Off (Jack Sparrows deutsche Stimme) zu hören ist und er da so offensichtlich Sparrow ist, dass das dem Publikum nicht verborgen bleibt. *g*

Desweiteren gab es da noch diesen einen männlichen Besucher, den ich einfach erwähnen muss, weil er in „The Twilight Saga: Eclipse“ für einen der besten Kino-Momente ever sorgte. In der von den „Twilight“-Fans herbeigesehnten Bella/Edward-Bettszene will Bella endlich zur Sache kommen, Edward hält sie davon ab (denn er ist NOBEL), Bella guckt unglaublich bedröppelt – und genau im stillsten Moment dieser Szene, es ist grad unglaublich intensiv und emotional (blabla), sagt der Besucher, total trocken und matter-of-fact: „Idiot.“ Es war EPIC.

Und schließlich muss meine beste Freundin auch erwähnt werden, die unbedingt noch mit mir „Rapunzel“ schauen wollte. Der Film neigt sich dem Ende, es wird dramatisch, geht aber natürlich gut aus, und auf einmal hör ich neben mir ein leises Schniefen.
Ich: „Hast du wieder Allergie?“ (denn sie weint ja nicht im Kino)
Sie: *verstohlen schnief* „Nein.“
Ich: „Weinst du wegen dem Film?“ *freu*
Sie: „Ja, Mensch, ich steh auf so Kitsch!“ :D

Und was für eine wunderbare Überleitung...


Der „Oh Mein Gott! Ab Sofort Ein All-Time-Classic, Den ich Immer Und Immer Wieder Anschauen Werde, Weil Er Soooo Toll Ist *Auf Rosa Nostalgie-Wolken Schweb*“-Film


Ich hätte es ja vorher nicht gedacht (auch wenn ich es gehofft habe), aber „Rapunzel“ hat mich absolut begeistert. Vier Mal gesehen und ich könnte immer wieder reingehen, einfach so schön ist er. Der Film erinnert mich so sehr an Disneys Renaissance mit den „Fab Four“, es kommt dieselbe Stimmung rüber, der Spaß, das Märchenhafte... hach. *seufz* Einfach schööööööön.


Tja, das war mein Kinojahr 2010 im Schnelldurchlauf. Mal schauen, was 2011 so bringt!

Verwandte Artikel:

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Das beklopptste und seltsamste Weihnachtsgeschenk, dass ich je bekommen habe

Ich bin jemand, der immer brav Wunschlisten erstellt, sodass meine Familie und Freunde nicht so sehr in Verlegenheit kommen, was sie mir denn schenken könnten. Mit Büchern oder DVDs liegt man bei mir immer goldrichtig (allerdings wirklich nur die von der Liste, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich andere bereits habe, ist recht hoch).

Nun ist es aber so, dass ich ein paar Brieffreunde habe und irgendwann haben wir angefangen, uns auch die ein oder andere Kleinigkeit zu schenken. Schlüsselanhänger, Tassen, Notizbücher etc. Sachen, die man immer irgendwie brauchen kann. Oder die hübschen Groh-Geschenkbücher, die auch nie verkehrt sind.

Ich habe eine Brieffreundin, mit der ich seit einiger Zeit nur noch sporadisch schreibe (was nicht an mir liegt, jawoll!), aber ganz aufhören geht nun wirklich nicht, dafür sind die Briefe immer viel zu unterhaltsam und außerdem geht das schon viel zu lange. Da hört man nicht einfach auf.

Und dann bekam ich dieses Jahr einen großes Päckchen von ihr. Darin war etwas großes Weiches, in hübsches Geschenkpapier eingepackt. Und eine Nachricht von ihr ungefähr mit diesen Worten: "Ich weiß nicht, ob ich es furchtbar hässlich oder furchtbar süß finden soll, aber ich wusste, ich muss es irgendwem schenken. Und das bist jetzt du geworden!" *g*

Das machte mir dann doch ein wenig Angst. Ich hatte bereits die Ahnung, dass es ein Kissen oder sowas sein könnte.


Gespannt öffnet ich das Geschenkpapier und fand.....




© Sunshine, 2010
www.ansichtsachenwilderwesten.blogspot.com



:D :D :D Ich finde es v. a. saukomisch! Und irgendwie süß. Und auch ein wenig hässlich. Was macht ihr draus? *g*

Dienstag, 28. Dezember 2010

The Tourist



Ein Oscar-prämierter Regisseur, zwei der größten Stars, die Hollywood derzeit zu bieten hat, ein malerischer Handlungsort - das muss doch gut werden, oder?

Naja. Florian Henckel von Donnersmarck meldet sich nach seinem Triumph mit "Das Leben der anderen" nun mit "The Tourist" zurück. Hierfür konnte er Angelina Jolie und Johnny Depp gewinnen und ich komme nach zweimaligem Anschauen nicht drum herum zu denken, dass die beiden einfach nur ein bisschen Urlaub mit ihren Familien in Venedig machen wollten und der Film grad ganz gut zu diesen Plänen passte.

Depp spielt den Mathelehrer Frank, der auf seiner Zugfahrt nach Venedig von Elise (Jolie) angesprochen wird - einer offensichtlich ziemlich feinen Dame, von der er gleich hin und weg ist. Dumm nur, dass Elise von Scotland Yard - auffällig unauffällig - beschattet wird, denn sie ist die Geliebte eines in mehreren Ländern gesuchten Millionenbetrügers. Unter anderem will ein fieser Gangsterboss, der sich gern mit russischen Klischee-Schlägern umgibt, sein Geld wiederhaben. Und dieser Typ hält Dank Elises Bemühungen nun Frank für eben jenen Gesuchten...

Der Film erinnert von seiner Stilistik eher an die charmanten Gangsterfilme der 50er und 60er Jahre - er lässt sich Zeit beim Erzählen, Actionszenen werden sparsam eingesetzt und v. a. wird viel Wert auf die Inszenierung der weiblichen Hauptdarstellerin gelegt. Wer Angelina Jolie schon immer einmal dabei zuschauen wollte, wie sie elegant über die Straße läuft, hat hier reichlich Gelegenheit dazu. Auch ihr (viel zu starkes) Make Up lässt sich ausgiebig bewundern. Leider lässt ihre Ausdrucksfähigkeit zu wünschen übrig. Schon klar, sie ist die Unnahbar-Kühle (mal wieder), aber ein bisschen mehr Emotion hätte es schon sein dürfen.

Johnny Depp spielt den netten Trottel von nebenan und man kommt nicht drum rum zu vermuten, dass viele der humorigen Szenen ihm zu verdanken sind. Blöd aus der Wäsche gucken kann er jedenfalls sehr gut, genau wie mit Dackelblick hinter der Jolie herschauen. Mehr wird ihm nicht abverlangt. Angelina Jolie wird auch nicht gerade überbeansprucht, und das ist schon schade, wenn man bedenkt, dass beide um einiges mehr können als sie hier zeigen.

Schade auch, dass der Film sich v. a. auf die Chemie zwischen den Hauptdarstellern verlässt und die ist leider so gut wie gar nicht vorhanden. Um die Handlung wirklich interessant zu machen, müssten hier die Funken sprühen, man muss als Zuschauer wollen, dass die beiden zusammenkommen, weil man sieht, dass sie füreinander bestimmt sind. Bei "The Tourist" ist die Reaktion eher ein Schulterzucken und ein freundliches, "Joa, wenn sie meinen, dann okay."

Okay. Das ist das Wort, was den ganzen Film eigentlich sehr gut beschreibt. Ich fand ihn längst nicht so mies, wie die ganzen Kritiker ihn machten (sonst wäre ich ganz sicher kein zweites Mal reingegangen, Johnny Depp hin oder her), aber er war so... unbedeutend. Nette Unterhaltung, gesehen, vergessen. Depp hat schon schlimmere Filme gemacht, die Jolie ebenso. Hoffen wir, dass sie uns beim nächsten Mal mit einem richtigen Knaller überraschen.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Der Film sieht sehr gut aus, Venedig wird gekonnt in Szene gesetzt und Angelina Jolie trägt ständig wunderschöne Kleider. Die anderen Darsteller sind soweit gut; ich freu mich einfach immer darüber, Paul Bettany zu sehen, auch wenn seine Rolle ebenfalls nicht viel hergibt. Timothy Dalton ist sogar auch dabei. Und Rufus Sewell ist es zu verdanken, dass der Film auch am Ende nochmal einen richtig guten Lacher zu bieten hat, und das v. a. Dank seiner Synchronstimme, die so offensichtlich Jack Sparrow ist, dass das sogar dem Otto-Normal-Kinogänger auffiel. Da soll nochmal einer sagen, in Deutschland würde der Durchschnittszuschauer nicht auf so etwas achten...

Fazit: Nette Unterhaltung, die nicht weh tut. Schöne Menschen in schöner Umgebung, aber leider nicht besonders erinnerungswürdig.

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Foto:  © Sunshine, 2010 
www.ansichtssachenwilderwesten.blogspot.com


Oellig und ich wünschen Euch allen ein wunderbares und besinnliches Weihnachtsfest im Kreis Eurer Lieben!

Solche Schneemassen zu Weihnachten gab es schon ewig nicht mehr hier im Westen Deutschlands und es ist faszinierend zu sehen, wie alles auf einmal langsamer und ruhiger abläuft, auch mit einer gewissen Ironie. Bei dem Schnee kommt man aus den Seitenstraßen gar nicht mehr raus, es sei denn, man hat einen Traktor. *g*

Wir wünschen Euch, dass ihr nicht zu sehr unter dem Schnee leidet, ihn vielleicht sogar genießen könnt. Feiert schön!