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Samstag, 13. Mai 2017

Urlaubsbericht Andalusien 2016


Im Jahr 2016 verschlug es mich und meine beste Freundin Ende September/Anfang Oktober ins wunderschöne Andalusien. Die Reisezeit ist für diese Gegend im Süden Spaniens eigentlich perfekt, da es zwar immer noch sehr warm ist (wir hatten immer zwischen 26°C und 31°C), aber die Sonne nicht mehr ganz so unbarmherzig brennt wie im Sommer. Perfekt für einen einwöchigen Aufenthalt, der die wichtigsten Städte Andalusiens (Sevilla, Málaga, Granada) umfassen sollte.

Tag 1 – Ankunft & Málaga 

Unser Flug mit RyanAir ging beinahe pünktlich um kurz vor 7.00 Uhr in Köln los, allerdings waren wir deutlich kürzer unterwegs als die üblichen knapp drei Stunden. Unser Pilot muss gerast sein oder eine tolle Abkürzung kennen. *g*
So waren wir um halb 10 in Málaga und nahmen den Zug C1 zur Station Centro Alemada. Unser Hotel Eurostars Astoria liegt vielleicht 5 min Fußweg von der Station entfernt (wenn es überhaupt so „weit“ war). Mit dem Hotel waren wir zufrieden; Service sehr freundlich, Zimmer okay, um die Ecke ein größerer Supermarkt und gute Verkehrsanbindung.

Nachdem die Koffer auf dem Zimmer deponiert waren, ging’s zur großen Hauptstraße Alameda Principal, auf der so ziemlich alle Buslinien fahren und es auch viele Restaurants und kleinere Geschäfte gibt. Mit der Linie 35 fuhren wir hoch auf den Gibralfaro, um die Festung zu erkunden. Es war „Tag des Tourismus“, überall freier Eintritt! Aber gut, die ca. € 6,- für Festung und darunter liegende Alcazaba hätten wir auch noch bezahlt. *g* Man kann auf der Festungsmauer komplett um das Areal herumlaufen. Es bietet sich eine großartige Aussicht auf Málaga, v. a. auf den Hafen, die Stierkampfarena und die Kathedrale. Hier waren wir aber durchaus auch dankbar für den ein oder anderen schattigen Flecken, denn die Sonne knallte ganz schön.


Außen entlang der Festung verläuft ein sehr steiler Fußweg; diesen haben wir uns hinuntergekämpft bis zum Eingang der Alcazaba (den wir erstmal suchen mussten, denn so richtig beschildert war das Ganze nicht). Die Alcazaba ist eine hübsche alte Burganlage mit nett angelegten Gärten zwischendurch, allerdings auch mit teilweise recht steilen Anstiegen. Auch interessant, wie wenig man sich um die Sicherheit kümmerte – gefährliche Stellen erhielten evtl. mal ein Schild oder auch das nette rot-weiße Flatterband. Ansonsten kann man wirklich überall herumklettern, Absperrgitter oder Ähnliches gab es so gut wie nie (zumindest nicht, um Leute von den Mauern fernzuhalten).


Oben bei den beiden recht bekannten Wasserbecken haben wir dann auch den Fahrstuhl entdeckt, mit dem wir wieder nach unten gefahren sind. Im Anschluss haben wir die Kathedrale gesucht. Die ist zwar sehr groß und mächtig, aber durch die enge Bebauung sieht man sie nicht gut. Ein Besuch lohnt sich aber – ein schönes Gebäude mit beeindruckendem Inneren.



Danach stießen wir auf das kleine Museum von Revello de Toro, einem Maler aus Málaga. Die Ausstellung ist überschaubar, bietet aber einige schöne, eher realistische Gemälde (beinahe ausschließlich von Frauen) und ist durchaus einen Besuch wert.
Die anschließende Suche nach einem Restaurant in der Nähe unseres Hotels, das schon um 18 Uhr geöffnet hatte, stellte sich als Ding der Unmöglichkeit heraus. Wir sind also wieder zurück in die nähere Umgebung der Kathedrale und der touristischen Einkaufsstraßen, wo wir dann im Amigos gegessen haben (eine Kette mit mexikanischen und indischen Speisen). Preise vielleicht etwas höher als normal (Touristenpreise eben), aber das Essen war lecker, der Service sehr freundlich, und es war offen. *g*


Tag 2 – Caminito del Rey 

Der eigentliche Grund, warum ich so gern nach Andalusien wollte: Ich wollte den 2015 wiedereröffneten Caminito del Rey entlangwandern. Einst einer der gefährlichsten Wanderwege der Welt (da komplett verfallen, es gibt noch einige  nette Videos auf YouTube dazu), wurde er komplett und aufwendig restauriert und ist nun eines der Haupttouristenziele Andalusiens. Tickets haben wir im Vorfeld aus Deutschland gebucht (s. meine ausführliche Bewertung auf Holidaycheck).
Wir hatten bei Thrifty am Flughafen ein Auto gebucht, welches wir an dem Morgen erstmal abholen mussten. Wir sind sehr früh los, was gut war, denn der Autoverleih ist außen am Flughafen nicht ausgeschildert – wir mussten uns durchfragen. Im Grunde läuft man einmal komplett am Flughafen vorbei bis zum ersten offenen Parkhaus; in den Untergeschossen sind die diversen Autoverleiher. Das Auto war in einem sehr guten Zustand (bis auf die üblichen Kratzer, die man aber natürlich vorher protokollieren sollte!) und hat uns im Übrigen für die ganze Strecke grad mal € 10,- an Sprit gekostet. Das Navi war wohl länger ohne Update ausgekommen und kannte die neuen Zubringerstraßen am Flughafen nicht, sodass wir erstmal grob nach Schildern gefahren sind (ich hatte mir die Richtung vorher auf der Karte angeschaut).

Irgendwann machte dann aber auch das Navi mit; wir hatten ein bisschen Stau am Industriegebiet Málagas und waren irgendwann auf der A357 hoch nach Ardales. Auf dieser Straße war die Fahrt recht entspannt und man konnte sogar ein bisschen die typische Olivenbaum-Landschaft betrachten. Die Landstraße nach El Chorro ist jedoch extrem kurvig, Leitplanken sind Mangelware, und man muss schon aufpassen beim Fahren. Die Beschilderung ist gut und wir kamen nach knapp einer Stunde Fahrt auf dem großen Besucherparkplatz hinter dem Restaurant „El Mirador“ an. Unsere Einlasszeit auf dem Ticket war 10.30 Uhr (konnte man bei der Ticketbestellung wählen), wir hatten nun etwas weniger als eine Stunde, um zum Eingangsbereich zu laufen. Wir gingen in Richtung des Restaurants „El Kiosko“ die Straße hoch in Richtung des offiziellen Zubringerwegs, aber auf dem Weg dorthin kommt man an einem Tunnel vorbei, der eine Abkürzung ist. So läuft man auf der Zufahrtsstraße oberhalb des Stausees und braucht ca. 30 Minuten bis zum Eingang. Wir konnten also ganz gemütlich laufen. :)


Im Eingangsbereich bekommt man Helme ausgeteilt, es folgt eine kurze Sicherheitseinweisung in Spanisch oder Englisch, und dann wird man in seiner Gruppe (immer höchstens 50 Personen) auf den Weg gelassen. Die Gruppe zerstreut sich irgendwann, aber man muss damit rechnen, dass es recht voll sein kann, da manchmal auch ganze Busladungen auf einmal auf den Weg gelassen werden und diese in der Gruppe immer zusammen bleiben. Wir konnten so ein Grüppchen zum Glück überholen. *g*
Der erste Bohlenweg entlang der Schlucht ist schon richtig toll; man hat tolle Aussichten und es macht Spaß, den Weg entlangzulaufen!



Im Anschluss kam dann ein längeres Stück Waldweg, wo man auch immer wieder Schatten hatte und gut Pausen einlegen konnte. Danach kommt der zweite Bohlenweg, der wohl auch der bekanntere ist. Sehr spektakulär läuft man hier in ca. 100 m Höhe entlang der Gaitanes-Schlucht. Unter dem neuen Weg sieht man noch Reste des früheren Weges, den tatsächlich vor zwei Jahren noch Menschen entlanggeklettert sind. Hier kommt nun auch das Stück, für das man schwindelfrei sein muss (oder dass einen wirklich Überwindung kostet, wenn man es nicht ist): eine Hängebrücke in 100 m Höhe, die einen über den Fluss führt. Der Boden der Brücke ist nur ein Gitter und durch den Wind schwankt es auch ganz schön. Bei zu starkem Wind/Sturm wird der Weg deswegen manchmal geschlossen, da man dann die Brücke nicht überqueren kann.





Am Ende haut der Weg nochmal richtig einen raus und quält die Besucher mit einer Vielzahl schmaler, steiler Stufen, bis man wieder auf dem Zubringerweg Richtung Ausgang angekommen ist. Auf diesem Weg stehen dann immer mal wieder Schilder, dass es nur noch 300 m bis zum Ausgang oder zum Bus sind; die Spanier haben eine sehr interessante Auffassung, was 300 m sind... Von der Helmabgabe muss man immer geradeaus der Straße folgen, dann kommt man an die Busstation, von wo einen der Bus wieder bis zum El Kiosko bringt. Dort kann man sich Getränke kaufen, was essen, oder einige Stufen runter bis zum wunderschönen Stausee mit Sandstrand und türkisblauem Wasser laufen, um sich zu erholen. *g*
Wir haben für den Weg ca. 2,5 Stunden gebraucht, wobei wir zügig gegangen sind und viele kurze Pausen und Fotostopps gemacht haben. Eigentlich wollten wir danach noch zum Naturschutzpark El Torcal fahren, wir waren dann aber doch so platt, dass wir die Wanderung dort gestrichen haben. Ist dann was für den nächsten Besuch.

Es ging also zurück nach Málaga, Auto abgeben, Ausruhen im Hotel. Um ca. 17 Uhr ging’s wieder los, denn wir wollten das Glasmuseum (Museo del Vidrio y Crystal) besuchen. Auf dem Weg haben wir eine Post besucht, wo man leider kein Englisch sprach. Dennoch haben wir irgendwie Briefmarken für Europa bekommen...
Das Glasmuseum ist in Privatbesitz und liegt etwas versteckt. Die drei Besitzer, zwei Spanier und ein Brite, haben ihre Sammlung durch Erbstücke, Schenkungen und gekaufte Stücke aufgebaut und führen selbst durch die Ausstellung. Uns führte Prof. Ian Phillips durch das Haus; da es so spät am Tag war, waren wir zunächst allein, aber später kam noch eine gut aufgelegte Australierin dazu. Prof. Phillips nahm sich viel Zeit und ging v. a. auf Stücke ein, die mit unseren Herkunftsländern zu tun hatten. Wir konnten auch immer wieder nach bestimmten Sachen fragen und er hat uns mit Freude über die Geschichte so manches Erbstückes erzählt.


Er war sogar so im Thema und es war alles so interessant (obwohl wir an sich von Glaskunst ja keine Ahnung haben, es sieht eben einfach schön aus *g*), dass das Personal ihn um 19 Uhr darauf hinweisen musste, dass doch jetzt geschlossen wird. *g* Ein echter Geheimtipp! Meine ausführliche Bewertung findet ihr hier.  Danach haben wir im Cafe Central Málaga gegessen; es war okay, aber nichts Besonderes. Im Amigos war es besser.


Tag 3 – Granada 

Wir waren sehr „clever“ und haben uns immer so viel vorgenommen, dass wir fast keinen Tag ausschlafen konnten. So auch an Tag 3, an dem wir um 9.00 Uhr an der ALSA-Busstation sein mussten, denn dann fuhr unser Bus nach Granada ab. Die ALSA-Busse fahren im Innenhof der Station ab, so als Tipp... Die Fahrt war für zwei Stunden angesetzt, wir fuhren aber etwas weniger.

In Granada angekommen, nahmen wir die Buslinie SN1 bis zur Kathedrale. Von dort sind wir erst einmal zum Touristenbüro gelaufen (ca. 10 min), um unsere Granada-Card zu holen. Nach Granada fährt man ja hauptsächlich, um die Alhambra zu besuchen. Wir hatten vorher aber leider verpennt die Tickets für die Alhambra zu reservieren, hatten aber die Bustickets schon fix (jaja, ich weiß...). Über die offizielle Seite gingen nur noch geführte Gruppentickets, aber mit 50 Leuten zusammen über das Gelände ziehen zu müssen (und das auch noch zu einem ziemlich hohen Preis), darauf hatten wir keine Lust. Eher durch Zufall haben wir auf einer Seite die Granada-Card entdeckt, die für ca. € 30,- den Eintritt für viele Sehenswürdigkeiten der Stadt (u. a. die Alhambra und die Kathedrale) enthält sowie als Ticket für die Busse benutzt werden kann. So kamen wir dann doch noch günstiger an unser Alhambra-Ticket. *g*

Zunächst besuchten wir aber die Kathedrale. Diese hat uns richtig gut gefallen, ein wahrer Prachtbau! Es war sehr schön, dass diese Kathedrale innen weiß gestrichen ist, so wirkte sie sehr hell und imposant, und es machte das Fotografieren natürlich leichter.



Danach sind wir mit der Kleinbuslinie C1 hoch ins Viertel Albaycin gefahren, um vom Aussichtspunkt an der St. Nicolas-Kirche die Alhambra zu betrachten. Leider wurde an der kleinen Kirche selbst gebaut, aber der Blick auf die Alhambra ist wirklich sehr gut.


Da es uns zu warm zum Laufen war (bis in die Stadtmitte ist es vom Albaycin schon ein gutes Stück), sind wir mit dem gleichen Bus wieder nach unten gefahren und haben auf dem Plaza de Bib-Rambla an der Kathedrale im Birias gegessen. Essen war so naja. Mittlerweile waren es ca. 14.30 Uhr und wir wollten uns auf den Weg zur Alhambra machen. Mit der Buslinie C3 ging es hoch bis an den Haupteingang, wo um die Zeit so gut wie nichts los war, wir konnten einfach durchgehen.

Direkt am Haupteingang befindet sich der Generalife, eine sehr schöne maurische Gartenlage mit kleinen Brunnen und dem dazugehörigen Palacio mit seinen berühmten Wasserbecken. Hier sammelten sich auch die Besuchermassen (v. a. natürlich Reisegruppen), sodass Fotos nicht immer so einfach waren. Lustigerweise drohten am Himmel sehr dunkle Wolken, die für dramatische Bilder sorgten – Regen gab es jedoch nie.


Vom Generalife schlenderten wir langsam an den Ruinen der Medina und einer netten kleinen Kirche vorbei zum Palast von Carlos V., der stark an eine Stierkampfarena erinnert: ein wuchtiger Rundbau mit einem großen Platz in der Mitte. In den Räumlichkeiten befinden sich das kleine Museum der Schönen Künste, welches wir nicht so spannend fanden, und das Alhambra-Museum. Dieses bietet einige schöne Stücke früher maurischer und islamischer Kunst; Fotografieren ist jedoch verboten.
Langsam näherten wir uns unserer Einlasszeit zu den berühmten Nesriden-Palästen (17.30 Uhr), die bei Buchung von Tickets bzw. der Granada-Card immer ausgewählt werden muss und auf den Tickets vermerkt wird. An die Zeit muss man sich halten – wer deutlich zu spät kommt, wird nicht mehr rein gelassen (zumindest nicht solange es noch sehr voll ist).


Die Paläste sind dann auch wirklich so grandios wie überall beschrieben! Irgendwann leidet man als Besucher an Reizüberflutung, weil es überall so viel Schönes zu entdecken gibt – kreativ-bunte Mosaike, herrlich filigran gestaltete Wände, Säulen, Decken... teilweise sind ganze Räume komplett mit feinster Steinmetzkunst ausgearbeitet. Es klingt immer so blöd, aber das muss man wirklich gesehen haben; eine Beschreibung oder Fotos werden dem Ganzen nicht wirklich gerecht.




Es war natürlich sehr voll, aber man kam noch ganz gut durch und etwas zerlief sich die Gruppe mit der Zeit auch. Leider war einer der schönen Innenhöfe teilweise wegen Restaurationsarbeiten abgedeckt, aber auf den Fotos konnte man das gut vertuschen. *g*
Nachdem wir über eine Stunde durch die Nesriden-Paläste gelaufen waren, sind wir noch zur Alcazaba, der teilweise zerfallenen Festungsanlage, gegangen. Die Gebäude des Innenhofs sind nicht mehr erhalten, aber die komplette Außenmauer und die Wehrtürme sind noch da und können betreten werden. Von dort, v. a. vom Torre de la Vela (dem höchsten Turm), bietet sich eine fantastische Aussicht auf die Stadt und die Sierra Nevada!




Danach machten wir uns langsam auf den Weg zum Ausgang, da wir uns dem Ende der Öffnungszeit näherten. Mit dem Kleinbus C3 ging es wieder runter in die Nähe der Kathedrale; wir haben noch ein paar kleine Souvenirs gekauft und sind dann wieder mit der Linie SN1 zur Busstation gefahren, wo unser ALSA-Bus recht pünktlich um 21 Uhr Richtung Málaga abfuhr.


Tag 4 – Sevilla 

Heute stand der Hotelwechsel an – es ging für die nächsten Tage nach Sevilla als neuem Ausgangsort. Wir sind das kurze Stück mit dem Zug bis zum Hauptbahnhof Maria Zambrano gefahren (man kann auch ca. 15 min dorthin laufen), wo um 9.15 unser Zug (AVANT, sowas wie der ICE bei uns) abfuhr. Faszinierend waren die ziemlich hohen Sicherheitsvorkehrungen am Bahnhof: mehrmalige Ticketkontrolle plus Durchleuchtung des Gepäcks, bevor man auf den Bahnsteig durfte.
Wir fuhren knapp zwei Stunden. Am Hauptbahnhof in Sevilla nahmen wir die Buslinie 32, die uns auf den Plaza del Duque und somit beinahe direkt vor die Tür unseres Hotels America brachte. Unser Zimmer war noch nicht fertig, daher stellten wir die Koffer ab und machten uns auf den Weg zur Kathedrale durch die Fußgängerzone, wo uns eine Demonstrantengruppe voller Jugendlicher entgegenkam. Aha.

Ein Seitentor...

Für die Kathedrale mussten wir ca. zehn Minuten anstehen. Was wir schade fanden und was uns auch unangenehm auffiel: Selbst in der Kathedrale standen Verkäufer für Bustouren (!) und es wirkte alles sehr touristisch ausgelegte mit vielen geführten Touren und Hinweise auf den Shop etc. So kennen wir das aus Kirchen eigentlich nicht und das hat unseren Eindruck doch sehr getrübt. Die Kathedrale ist natürlich sehr beeindruckend und riesig, aber da gerade eine Kunstausstellung zu christlichen Bildern stattfand, konnte man das ganze Ausmaß teilweise nicht so gut wahrnehmen, weil die Flächen zugestellt waren. Hat im Endeffekt alles dazu beigetragen, dass wir die Kathedrale in Granada deutlich schöner fanden.



Die Giralda, den hohen Glockenturm, mussten wir dann aber doch noch hochkraxeln. Das bedeutete 35 Rampen und 17 Stufen zu erklimmen, was echt in die Beine ging... Immerhin wurde man mit einer tollen Aussicht belohnt, allerdings war es aber auch sehr voll auf dem Turm.



Durch den Orangengarten haben wir die Kathedrale dann verlassen und uns auf die Suche nach einem Restaurant zum Mittagessen begeben. Die Preise sind wirklich sehr gesalzen; wir sind schließlich im Robles in einer der Seitenstraßen gelandet. Das Essen ging so; meins war ganz okay, das von meiner Freundin sah eher unappetitlich aus, war dann wohl aber doch in Ordnung. Für den Preis aber eher nicht zufriedenstellend.

Nach dem Essen sind wir zurück ins Hotel und haben uns erst einmal im Zimmer eingerichtet. Das Zimmer war schön groß und sauber. Nach einer kleinen Pause ging es dann um 17 Uhr wieder los, um die Casa de Pilatos zu besuchen. Auf dem Weg kamen wir am Metropol Parasol vorbei, einer riesigen Holzkonstruktion, die ein wenig aussieht wie ein Pilz. Von oben soll man eine gute Aussicht haben und es gibt dort auch ein Café, wir haben uns das Kunstwerk aber nur von unten angeschaut. Die Casa de Pilatos war leider an dem Tag teilweise wegen einer Feier gesperrt – man hätte die Gärten nicht betreten können, aber „durfte“ dennoch den vollen Eintritt zahlen. Das war uns dann zu teuer und wir haben den Besuch auf den nächsten Tag verschoben.
Also marschierten wir den doch recht langen Weg bis zur Brücke Isabelle II., von der aus man schöne Fotos vom Canal de Alfonso XIII. machen konnte, v. a. auch vom Torre del Oro und den Alcazares. Im Anschluss ging es zum Museum der Schönen Künste, was nicht allzu weit von der Brücke entfernt liegt. Der Bau ist von außen sehr prächtig in hellem Rot gehalten; innen gab es die üblichen kirchlichen Gemälde und Skulpturen, wobei ein Raum mit hoher Kuppel sehr beeindruckend war.


Dort haben wir uns auch längere Zeit aufgehalten und die Größe des Raums und der Gemälde auf uns wirken lassen. Für EU-Bürger war der Eintritt übrigens umsonst. So haben wir den ersten Tag in Sevilla beendet und uns komplett K.O. zum Hotel „zurückgeschleppt“. *g* Auf dem Weg haben wir uns im Supermarkt noch ein Eis gegönnt, bei der Hitze musste das mal sein.


Tag 5 – Sevilla 

Heute ging es schon früh zum Real Alcázar und trotzdem haben wir ca. 20 Minuten Schlange gestanden. Wie zu erwarten war es drinnen dann auch ziemlich voll, aber man konnte dennoch die schöne Palastanlage genießen. Auch hier finden sich die maurischen Stilelemente überall, aufwendige Wand- und Bögenverzierungen, bunte Kacheln an den Wänden... Es gibt viele kleine Innenhöfe und Brunnen und der Besuch von jedem Raum lohnt sich.




Auch die große Gartenanlage ist wunderschön angelegt mit vielen Sitzgelegenheiten und unterschiedlichen Stilen – teilweise sehr akkurat gezogene Hecken und Blumenbeete, dann wieder freier Baumbestand, der eher nach einem normalen Park oder lichten Wald aussah. Die frei herumlaufende Pfaue waren beliebte Fotomotive. *g*


Im Anschluss gingen wir ins Barrio Cruz, einem Stadtviertel mit vielen kleinen, engen Gässchen, die teilweise hübsch mit Blumenkästen behangen sind. Dort gibt es viele nette Läden, die nicht nur auf Touristen schielen (obwohl es die natürlich auch zu Genüge gibt). Eben darum gab es aber immerhin eine gute Auswahl an offenen Restaurants, und wir haben im Belmonte gegessen, was in Ordnung war (auch preislich).
Danach haben wir uns langsam auf den Weg zum Plaza de España gemacht. Die Sonne knallte mittlerweile richtig vom Himmel und man folgt der großen Straße Av. de Menéndez Pelayo – allein die Lautstärke dort schlauchte ganz schön. Im dem Plaza de España vorgelagerten Park Prado de San Sebastián fand eine große Veranstaltung statt. Ich glaube es war eine Art „Fest der Nationen“ – Stände aus aller Herren Länder boten alles Mögliche an: Schmuck, Kleidung, Süßigkeiten etc. Beim Schmuck wurden wir natürlich wieder schwach. *g*
Beim Plaza de España angekommen, waren wir leider einfach zu geschafft von der Hitze um tatsächlich über den Platz zu gehen (der in der prallen Sonne lag). So haben wir nur von „außen“ Fotos von diesem extrem beeindruckenden, riesigen Platz gemacht. Sehr hübsch, dass man mit Bötchen über den kleinen Kanal fahren kann, was einige Leute auch getan haben. Allein um diesen Platz ausgiebig zu bewundern, würde ich schon gerne nochmal irgendwann nach Sevilla.


Von dort ging es dann am Torre del Oro vorbei zurück zum Hotel. Mittlerweile war es früher Nachmittag und wir ruhten uns ein wenig aus, genossen die handvoll deutschen TV-Sender und machten uns dann am Abend wieder auf in Richtung Casa de Pilatos. Es handelt sich dabei um ein wirklich schönes Herrenhaus mit den mittlerweile bekannten arabischen Einflüssen, schönen Innenhöfen und kleinen Gärten.




Wieder hatten wir einen Tag hinter uns und es hieß früh ins Bett zu gehen, denn am nächsten Tag stand Córdoba auf dem Plan!


Tag 6 – Córdoba 

Heute ging es für uns nach Córdoba. Unser Zug fuhr pünktlich um 8.45 Uhr vom Bahnhof Santa Justa und kam wie geplant um ca. 9.30 Uhr an. Wir standen dann zunächst vor den sehr unübersichtlichen Busfahrplänen an der Busstation und ärgerten uns ein wenig, dass wir uns die Verbindung zu Hause nicht rausgesucht hatten... Wir haben dann etwas herumgefragt; eine nette spanische Dame hat dann sogar mit ihrem Sohn telefoniert, da sie kein Englisch konnte und wir so gut wie kein Spanisch, und so kamen wir auf Linie 5 bis zur Station Gta. Media Luna. Dann befindet man sich im Grunde fast direkt außerhalb der Synagoge auf dem großen Paseo de la Victoria. Wir statteten dem Händlermarkt Zoco Municipal einen kleinen Besuch ab, wo aber an einem Sonntagmorgen um halb 11 noch nichts los war.

Also ging es gleich weiter zum alten Schloss, dem Alcázar de los Reyes Cristianos. Das Schloss an sich ist nicht so interessant und viel besichtigen kann man auch nicht. Aber die angrenzenden Gärten mit ihren langen Wasserbecken und Springbrunnen sind dafür toll! Sehr hübsch angelegt, und für den recht günstigen Eintritt von € 4,50 kann man auch nicht meckern.




Danach gingen wir zur Puente Romano, der römischen Brücke, die sich direkt hinter der Mezquita befindet. Von der Brücke hat man einen schönen Blick auf die alten Wassermühlen, während man auf den Torre de la Calahorra zuläuft. Ein ganz schöner Klotz, den wir nur von außen bewundert haben.

Blick auf die Mezquita

Da auf der Brücke die Sonne richtig knallte, wollten wir uns von der Hitze etwas erholen und haben uns auf die Suche nach einem Restaurant fürs Mittagessen gemacht. Im Judería-Viertel sind wir dann etwas länger durch die schmalen Gassen gelaufen, umgeben von einer Menge typischer Touristenläden und zum Glück auch einiger „normaler“ Shops, bis wir uns für das Los Califas entschieden haben. Wir waren zufrieden mit dem Essen.
Im Anschluss sind wir losgezogen um Schmuck zu kaufen, denn Córdoba ist berühmt für seine Silberschmiedekunst. Ich habe im Zoco Municipal, wo jetzt richtig was los war, eine Ring gekauft. Auf dem Weg zur Mezquita haben wir dann im sehr schönen Shop Art-Joy in der Calle Deanes Ketten gekauft, die wunderschön filigran gearbeitet sind.

Nun war es Zeit für die Mezquita. Für die Tickets musste man bereits anstehen. Die Mezquita selbst öffnete um 15 Uhr wieder und bis dahin hatte sich eine riesige Schlange auf dem gesamten Innenhof gebildet. Der Einlass ging dann aber recht zügig. Im Inneren wird man gleich vom schieren Ausmaß dieses Bauwerkes umgehauen. Die Mezquita ist einfach grandios! Ein wunderbarer Mix aus Moschee (als die sie lange Zeit genutzt wurde) und christlicher Kirche; man sieht zunächst nur ein Meer aus Säulen und Bögen, die in den diversen Erweiterungsbauten der Mauren zur ursprünglichen Moschee hinzugefügt wurden. Dadurch wirken die Hallen unendlich.



In Seitenschiffen finden sich noch immer viele arabische Einflüsse, Mosaike, arabische Schriftzeichen etc. Im krassen Kontrast dazu stehen die christlichen verschnörkelten Stuckarbeiten und verzierten Decken sowie der riesige Hochaltar und die Orgeln.



Alles wahnsinnig beeindruckend und eigentlich gar nicht richtig zu beschreiben. Wer sich für diese Art von Geschichte interessiert, kann hier locker einen ganzen Tag verbringen, denn überall gibt es irgendetwas Interessantes zu entdecken. Wir waren jedenfalls hin und weg!

Danach ging es für uns zum Plaza Corredera, der als Ausgangspunkt für die Shoppingmeilen gilt. Dummerweise hatten wir nicht bedacht, dass wir ja Sonntag hatten und die Geschäfte natürlich geschlossen waren. Also sind wir langsam bis zum Plaza Tendillas gegangen und haben uns dort im Schatten ein großes Eis gegönnt. Schließlich sind wir zurück ins Judería und haben dort tatsächlich in einem der Touristenshops noch schöne Tassen als Andenken gefunden. Unser Zug ging leider erst kurz vor 21 Uhr zurück, sodass wir nun etwas Zeit totschlagen mussten. Also haben wir uns zunächst noch etwas ausgeruht und sind dann bis zum Bahnhof gelaufen, anstatt einen Bus zurück zu nehmen. Das dauerte ungefähr eine halbe Stunde, wobei wir jetzt auch nicht gerade schnell liefen. *g* Unser Zug war wieder pünktlich und so kamen wir um 22 Uhr kaputt nach einem erfolgreichen Tag wieder im Hotel an.


Tag 7 – Málaga 

Wir ließen es langsam angehen und fuhren am Mittag zur Bahnstation Santa Justa, wo um 12.50 Uhr unser Zug nach Málaga abfuhr. Eine Nacht würden wir wieder im Eurostars Astoria verbringen, wo wir vom Bahnhof Mara Zambrano die zehn Minuten hingelaufen sind. Bis 17 Uhr haben wir Pause gemacht und die schlimmste Hitze Hitze sein lassen, dann sind wir wieder losgezogen und zum Hafen gelaufen. Ein bisschen Schiffe gucken und dann weiter zum Strand, wo wir ein wenig die Sonne genossen haben. Der Strand war nicht besonders überfüllt, sodass Sonnenanbeter hier sicher auch auf ihre Kosten kommen.


Schließlich haben wir uns wieder ins Stadtzentrum begeben, wo wir zuerst in der Cómedias in dem netten kleinen Schmuckladen Dinamic Artis ein paar Armbänder gekauft haben, und dann wieder im Amigos zu Abend gegessen haben.

Am nächsten Tag war unser Abflug, was für uns etwas stressig war. Wir waren recht spät und mussten zum Check-In komplett an die andere Seite des Flughafens, wo sie unseren Flug dann separat als „Last Minute“ aufriefen, weil alles bei Ryan Air sehr langsam ging (und man das System des Schlangestehens dort nicht verstand). Dann wieder quer zurück durch den Laden zur Sicherheitskontrolle; als wir durch die durch waren, wurde unser Flug bereits als „Boarding“ angezeigt. Yay... An unserem Gate hatte das Boarding dann zwar noch nicht begonnen, dauerte aber auch nicht mehr lange. Ein bisschen viel Stress für den letzten Tag, andererseits haben wir so nicht ewig warten müssen. Diese möglicherweise langen Wege also am besten einplanen, v. a. auch weil Ryan Air (und noch eine andere Fluggesellschaft) keine einzelne Schlange hatte, von der man an den nächsten freien Schalter vorrückte, sondern sich Schlangen an allen offenen Schaltern bildeten.

Es war auf jeden Fall ein toller Urlaub, bei dem wir sehr viel gesehen haben. Andalusien ist eine wunderschöne Gegend und ich würde gern in ein paar Jahren nochmal dorthin.


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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Urlaubsbericht Budapest 2014



Dieses Jahr stand wieder richtig klassischer Städteurlaub auf dem Programm und als Ziel hatten wir uns Budapest ausgesucht. Man hört ja immer wieder, dass es eine schöne Stadt ist - viele Prachtbauten, die Donau fließt hindurch - und nun wollten wir uns selbst ein Bild machen.



1. Tag

Sehr früh morgens ging es von Köln aus für anderthalb Stunden in die Luft. Der Flughafen Budapests liegt etwas außerhalb, ist aber sehr überschaubar. Für den Rückflug sollte man wissen, von welchem Terminal man fliegt - T1 und T2 liegen nämlich mehrere Kilometer voneinander entfernt. Am Flughafen wechselte ich auch die ersten Euro in ungarische Forint, wohlwissend dass der Kurs bei Interchange sehr schlecht ist. Aber etwas Forint brauchte ich nun mal für die Fahrt in die Stadt und in meiner Bank riet man mir ab schon in Deutschland zu wechseln (weil der Kurs noch schlechter ist).

Mit einer Unmenge Forint in der Tasche ging es zum Bus 200E und mit diesem bis zur Endhaltestelle Köbánya-Kispest, in der wir in die Metrolinie 3 umsteigen konnten. Alles recht einfach, trotz eines Schienenersatzverkehrs für die Metro, sodass wir mit dem Bus an unserer Haltestelle Kálvin tér ankamen. Von dort waren es dann vielleicht 5 min Fußweg bis zu unserem Hotel Three Corners Art in der Kiralyi Pál u. Das Hotel kann ich empfehlen, Lage ist super, Personal freundlich, Zimmer sauber und bieten ausreichend Platz.



Wir ließen die Koffer im Hotel und machten uns auf zur Fußgängerzone/Touristenmeile Váci utca, nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt. Dort habe ich dann auch genauestens die Kurse der diversen Wechselstuben studiert und schließlich bei Northline gewechselt - trotz Wechselgebühr bekam man mehr Forint raus als bei den Stuben ohne Gebühr.

Die Váci utca ist natürlich voll auf Touristen ausgelegt, wobei ich sie von den Läden her deutlich angenehmer empfand als z. B. die Ramblas in Barcelona. Natürlich massenweise Souvenirshops und Touristenfallen, aber auch einige nette Läden und große Ketten (gut, für H&M oder Mango braucht man nicht nach Budapest fahren). Anstrengend waren allerdings die ganzen "Abgreifer" der Restaurants, die besonders zu den üblichen Essenszeiten schon beinahe aufdringlich wurden und jeden anquatschen, der nur ansatzweise in ihre Richtung schaute. Die Karte wirklich in Ruhe anschauen kann man eigentlich nur, wenn man noch gar nichts essen will. Auf jeden Fall die Preise unter die Lupe nehmen – die Preise stehen häufig in Euro daneben und man rechnet teilweise schon sehr großzügig um.



 Nachdem wir die Váci utca einmal hoch bis zum Vörösmarty tér und wieder herunter gelaufen waren, konnten wir im Hotel unsere Zimmer beziehen. Für die Verpflegung ist übrigens auch gesorgt – in der ca. 10 Minuten entfernten Großen Markthalle gibt es im Kellergeschoss einen ALDI. *g* Nach Bezug des Zimmers ging es gleich wieder los, und zwar an die Donau (gleich an der Markthalle). Wir liefen das ganze Ostufer (die Pester Seite) entlang, hatten von dort einen tollen Blick auf den Gellértberg, und kamen an der eleganten Elisabethbrücke vorbei.


Direkt dahinter schwenkten wir auf die Donaupromenade. Hier wurde in früheren Zeiten ganz elegant flaniert, heute gibt es viele Restaurant und hässliche Hotels (wirklich, gerade die teuren Hotels haben unglaublich hässliche Fassaden), und man hat einen hervorragenden Blick auf die Budaer Burg. Über die Promenade kommt man schließlich bis an die berühmte Kettenbrücke, von der aus man dann auch die Matthiaskirche mit Fischerbastei recht gut sehen kann. Wir liefen die Kettenbrücke einmal hoch und runter, vom Budaer Ufer hat man auch einen schönen ersten Blick auf das Parlament (mehr dazu später).

 

 Von der Kettenbrücke aus ging es zur Sankt-Stephans-Basilika, einer sehr beeindruckenden Kirche aus dem 19. Jhd. und die größte Kirche Budapests. Es war ein Samstag und es wurden dort offensichtlich mehrere Hochzeiten gefeiert, sodass der Innenraum der Basilika nicht komplett besichtigt werden konnte. Aber selbst von außen ist die Basilika eine wuchtige, imponierende Erscheinung. Wir kauften ein Ticket für den Rundgang auf der Kuppel, von wo aus man einen sehr guten Blick auf ganz Budapest hat.

 
Nach dieser Besichtigung wurde es auch langsam Zeit fürs Abendessen, welches wir im Old Street Café auf der Váci utca fanden. Sehr große Portionen und im Vergleich zu vielen anderen Restaurants auf der Straße recht günstige Preise.

Im Hotel stellten wir dann fest, dass wir die nächsten Tage unsere Erwartungen an das TV-Programm stark herunterschrauben mussten: als deutsche Sender gab es nur Sat1 und Eurosport. Juhu....


 
Tag 2

Am zweiten Tag quälten wir uns, noch geschlaucht vom Anreisetage, aus den Betten um ein paar typische Touristenziele abzuklappern: die Budaer Burg, die Matthiaskirche und die Fischerbastei. Praktischerweise liegt das alles sehr nah beieinander, nämlich auf dem Burgberg im Burgviertel.
Mit Schienenersatzverkehr (da unsere Metrolinie auch heute noch teilweise gesperrt war) ging es zum Deák Ferenc tér, in dessen Nähe der Bus 16 hält, der das Burgviertel durchfährt. Bis zum Dísz tér fuhren wir mit, dieser liegt am Rand des Burgpalastes, sodass wir nicht weit bis dort laufen mussten.

Die Budaer Burg ist ein beeindruckender Bau und thront über der Donau. In ihr befinden sich die Ungarische Nationalgalerie, die Budapester Bibliothek und zwei Museen. Wir bewunderten ausgiebig die Aussicht und kamen dabei sehr nett mit einem älteren australischen Ehepaar ins Gespräch, die auf zweimonatiger Europareise waren. Von historischen Kriegsschauplätzen über Kängurus im Garten, Freunden in Donaueschingen bis hin zu inkompetenten australischen Reisebüros war alles dabei. *g*


In der Nationalgalerie fühlten wir uns freigiebig und bezahlten für den „Fotopass“, damit wir auch ja alle schönen Gemälde fotografieren durften. Das hat sich auch durchaus gelohnt, die Gallerie bietet einen guten Rundumschlag an Gemälden und Statuen aus allen Jahrhunderten. Auch die Ausstellungsräume sind teilweise beeindruckend – eine Burg aus dem 19. Jahrhundert eben -, aber manche Räume sind auch eher lieblos gestaltet.

Nachdem wir die Galerie ausgiebig erkundet hatten, marschierten wir Richtung Matthiaskirche die Tárnok utca entlang. Bevor wir jedoch an der Kirche ankamen, machten wir einen kleinen Bogen und besuchten das Labyrinth. Hierbei geht es steil in den Berg hinab und man läuft unterirdisch durch kalte, schummrig beleuchtet Gänge. Dabei kommt man immer wieder an einer Puppenausstellung zu einer Oper (ich weiß leider nicht mehr welche) vorbei, und in einem langen Seitengang gibt es die Gruft von Dracula zu entdecken. Wer möchte, kann auch durch einen komplett finsteren Teil des Labyrinths laufen.
Kalt ist es dort unten ganz schön, daher diente es uns auch ein wenig als Abkühlung an einem überraschend warmen Tag. Ist aber definitiv kein Muss während eines Urlaubs in Budapest.

Als die Oberwelt uns wieder hatte, machten wir uns gleich auf zur Matthiaskirche. Von außen wie von innen extrem beeindruckend, ist diese immer wieder umgebaute Kirche (ihr heutiges Aussehen stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jhd.) eines der Wahrzeichen Budapests. Wer reich verzierte Kirchen mag, ist hier genau richtig. Direkt daneben liegt die Fischerbastei, sehr überlaufen von Touristen und Häkeldeckenverkäuferinnen gleichermaßen. Wer ein bisschen Ruhe vom Trubel will, sollte an der Kasse ein Ticket für die Bastei kaufen, dann kann man auch auf dem Teil, der nicht von einem Café belegt ist, die Aussicht genießen und sich freuen, dass es dort oben keine Häkeldeckchen gibt.


 Im Anschluss ging es mit dem Bus wieder runter bis zum Clark Ádam tér, an dem übrigens auch die Seilbahn hoch zur Burg abfährt (die hoben wir uns für einen anderen Tag auf). Wir liefen die Fö utca. hinunter durch die sogenannte Wasserstadt. Wir besichtigten die recht hübsche Kirche Sankt Anna von außen und machten massenweise Fotos vom Parlament, das man auf Höhe des Batthyáni tér direkt von vorne bewundern kann. Großartig! Das im neugotischen Stil erbaute Parlament wurde um 1900 fertiggestellt und ist gigantisch: 268 m lang, 118 m breit, mit 691 Räumen. Vorbild war – recht offensichtlich – das Parlament in London.
 

Da es mittlerweile schon halb 6 waren, haben wir dann in den umliegenden Straßen nach einem ordentlichen Restaurant gesucht und uns für das Vigadó in der Markovits Iván utca entschieden.  Freundliches Personal, gute Preise, ordentliche Portionen, und lecker war das Essen auch noch. Wäre das Restaurant näher an unserem Hotel gewesen, wären wir sicher noch einmal hingegangen.


Auf der Rückfahrt haben wir die M2 bis Astoria genommen und sind die Muzéum körút entlanggegangen. Diese besteht interessanterweise fast nur aus antiquarischen Buchhandlungen.

 
Tag 3
Wir hatten Montag und unsere Metrolinie M3 vom Kálvin tér fuhr endlich wieder, sodass wir über sie und die Linie M2 bis zum Heldenplatz fahren konnten. Der Platz ist sehr weitläufig, an ihn grenzen sowohl das Museum der bildenden Künste als auch die Kunsthalle. In der Mitte befindet sich die 36 m hohe Siegessäule, umgeben von sieben Reiterstatuen magyarischer Stammesfürsten. Ein Halbrund mit weiteren Herrscherstatuen begrenzt den Platz. Hier trifft man sehr verlässlich auf größere Touristengruppen. 

 

Wir ließen den Platz recht schnell hinter uns – die Sonne knallte ordentlich und wir wollten in den 5 min entfernten Zoo. Ich war schon ewig nicht mehr im Zoo, daher war war ich doch sehr gespannt. Das Gelände ist gefühlt recht weitläufig (6 ha), aber bei rund 5000 Tieren aus 500 Arten wird der Platz doch leider recht knapp, was bei einigen Gehegen unangenehm auffiel (besonders in der Savannen-Ecke mit Giraffen, Nashörnern, Elefanten, und diversen Affenarten). Schön waren die Löwen, die Känguruhs, oder die australischen Flughunde und Faultiere (die sehr neugierig waren und ganz nah herankamen).
Der Zoo gewinnt übrigens den Preis für „unhygienischste Sanitäranlagen, die ich jemals gesehen habe“, die einzigen WCs, die hier auch nur in Ansätzen akzeptabel waren, waren die direkt am Eingang. Alles andere: *schauder*


Der Zoo gehört zum Stadtwäldchen, und durch einen Teil davon gingen wir auch nach dem Zoobesuch, bis zur Burg Vajdahunyad. Dieser Gebäudekomplex ging aus einem Wettbewerb zur Tausendjahrfeier der ungarischen Landnahme (1896) hervor; man wollte ein Gebäude im Stadtpark errichten, das alle ungarischen Baustile vereint. Hier befindet sich auch das Landwirtschaftsmuseum. Wir haben am Rande des Sees etwas Pause gemacht und uns auf die Andrássy út vorbereitet. Diese Prachtallee ist ca. 3 km lang und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jhd. Als repräsentative Straße des aufstrebenden Budapests gebaut. Wir waren leider zu dem Zeitpunkt schon viel zu müde, um die schöne Architektur der Straße zu bewundern. Vorbei am Haus des Terrors, dem Oktogon, bis hin zur Oper haben wir es aber immerhin geschafft. 

 
Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es auf „Futtersuche“ auf der Váci utca. Wir haben uns für das Salt & Pepper entschieden, Essen war dort aber im Vergleich zu den anderen beiden Restaurants nicht so gut und dazu auch teurer. Danach haben wir bei den Legenda Sightseeing Boats eine der Nachtfahrten auf der Donau für den nächsten Tag gebucht und sind dann am Westufer der Donau von der Kettenbrücke bis zur Elisabethbrücke entlanggewandert. Bei Nacht sind die ganzen Sehenswürdigkeiten in Donaunähe wunderbar beleuchtet, daher lohnt sich so ein Spaziergang auf alle Fälle. 



 
Tag 4
Dieser Tag hat uns fertig gemacht, ich muss es ehrlich sagen. Bei 30 °C hielten wir es für eine gute Idee, uns das lauf-intensivste Programm aufzuhalsen, aber laut Wetterbericht sollte es an den kommenden Tagen regnen und gewittern. Also los!

Wir starteten mit dem Aquincum, den Überresten einer römischen Bürgerstadt aus dem 2./3. Jhd. Dafür mussten wir mit der Vorortbahn ab Batthyány tér bis zur Haltestelle Aquincum fahren (geht noch mit dem normalen Metroticket). Wer nicht zufällig während der Fahrt rechts aus dem Fenster schaut, hat Pech gehabt, er weiß dann nämlich nicht, wo das Aquincum Museum ist. Wenn man an der Haltestelle aussteigt, gibt es keinerlei Hinweisschilder. Links sieht man die Überreste eines Amphitheaters, aber das eigentliche Museum mir Ruinenfeld befindet sich ca. 1 km Fußweg entlang einer viel befahrenen Straße – zurück in die Richtung, aus der man gekommen ist. Wenn man dann aber endlich am Eingang angekommen ist, kann man sich über ein großes Gelände mit vielen Ruinen und diversen Infotafeln freuen.


 Wir sind zunächst in das kleine Museum gegangen (da drinnen war keine Sonne) und haben uns die Fundstücke aus der Antike angeschaut (Keramiktöpfe, Schmuck, Waffen etc.). Danach ging es raus auf das Gelände. Man gewinnt zumindest einen kleinen Eindruck vom Aufbau und Ausmaß einer römischen Siedlung (sehr viele Badehäuser). Aquincum war eine typische römische Bürgerstadt, und das große Areal umfasst ca. ein Viertel des ursprünglichen Aquincum, inkl. der Ruinen vieler wichtiger Bauten im Stadtzentrum und mehrerer Dutzend Privathäuser.
Mit diversen Pausen unter schattenspenden Bäumen arbeiteten wir uns vor und gerade, als größere Reisegruppen um die Mittagszeit das Gelände stürmten, waren wir im Grunde durch. Mit einem nicht mehr wirklich brauchbaren Gefühl für Entfernungen gingen wir nicht zur Haltestelle zurück, sondern liefen weiter die Straße hinunter Richtung Innenstadt – denn sooo weit zurück lag doch die andere Haltestelle (Kaszásdülö) nicht? Ähm, doch. Nehmt die Aquincum-Haltestelle.

Im komplett überfüllten Zug ging es wieder zurück, und zum Glück brauchten wir nur kure Zeit dort aushalten, denn wir stiegen bei Szentlélek tér aus, an der Árpádbrücke, die im Norden an der Margareteninsel vorbeiführt. Auf diese wollten wir nämlich; das „grüne Herz Budapests“ anschauen. In der prallen Sonne über diese sehr hohe, sehr stark befahrene Brücke zu laufen gehört nicht gerade zu den besten Erlebnissen unseres Urlaubes, aber irgendwann kamen wir komplett KO auf der Insel an, suchten uns die nächstbeste Bank im Schatten und machten Pause. Herrlich! 




Wir folgten dann dem Fußweg, kamen an einem Hotel und Spa vorbei, einer Kirchenruine, und landeten schließlich am Wasserturm, der auch ein Freilichttheater beherbergt. Dort machten wir es uns gemütlich und genossen erstmal ein leckeres Eis. Wir fassten den spontanen Entschluss, am Nachmittag noch den Gellértberg in unser Programm einzuschließen, immer mit dem Blick auf das für den nächsten Tag angekündigte schlechte Wetter. Daher legten wir den Rest der Margareteninsel etwas schneller zurück als eigentlich geplant – noch ein Kirchenrest, viele scheue Eichhörnchen und faszinierend krumme Bäume, eine schöne Blumenanlage, der große Springbrunnen in der Nähe der Margaretenbrücke. Am Fuß der Margaretenbrücke (hohe vielbefahrene Brücken in gleißender Sonne sind nicht empfehlenswert) haben wir uns den richtigen Bus gesucht, der uns bis zur Haltestelle Rudas Gyógyfürdö direkt unterhalb des Gellért-Standbildes an der Elisabethbrücke brachte.



Nun folgte der Aufstieg auf den 130 m hohen Felsen, immerhin im Schatten, über steilen Wege und Treppen. Vielleicht wäre uns das Ganze leichter gefallen, wenn wir den Tag damit gestartet hätten, aber nach dem vielen Herumlaufen über die Aquincum-Ruinen und die Margareteninsel (plus die ganzen Wege von und zu den Bahnen und Bussen) waren wir einfach kaputt und haben uns doch sehr abgemüht. Das Gellért-Standbild muss offensichtlich für Graffiti-Anfänger herhalten, schade.

Oben auf dem Gellértberg angekommen hat man dann aber wirklich einen großartigen Blick über die Donau auf den Burgpalast, die diversen Brücken, die Pester Seite, die Margareteninsel. Natürlich gab es dort oben auch wieder massenhaft Touristen, besonders toll war die Deutsche, die uns ob unserer Erschöpfung tadelte („Ihr seid doch noch so jung, ihr müsst da doch ohne Probleme hochlaufen können!“), nur um dann flugs zu ihrer Mutter in den Reisebus zu verschwinden. Jaja große Reden schwingen ist leicht, wenn man überall hingekarrt wird. 

 

Auf dem Berg befindet sich die Zitadelle, die mittlerweile natürlich keine Festung mehr ist, sondern ein Hotel, einen Weinkeller, und ein Restaurant beherbergt. Um diese liefen wir herum bis zur Freiheitsstatue, die sich oberhalb des Gellértbades befindet. Der Abstieg war dann doch etwas leichter als der Aufstieg, aber auch nur etwas, denn v.a. die Stufen waren steil, und da zitterten die Beine dann doch ein wenig. Ich muss wirklich mal was an meiner Fitness tun. *g*


Im Hotel erholten wir uns dann erstmal von den Strapazen und gingen dann auf der Váci utca im Restaurant Verne essen. Das Essen war gut und preislich auch absolut okay. Danach ging es auf die Danube Night Tour, eine einstündige Tour über die Donau. Bei Nacht sind die ganzen Sehenswürdigkeiten wirklich so wunderbar beleuchtet und wir konnten auf der Tour alles gut anschauen, sind z. B. am Parlament auch sehr nah vorbeigefahren.


Tag 5

Da der vorherige Tag so anstrengend war, haben wir es an diesem Tag langsam angehen lassen. Wir wanderten die Váci utca entlang bis hin zur Kettenbrücke und von dort zur Sikló, der Seilbahn, am Clark Adam tér, mit der man auf den Burgberg fahren kann. Die Bahn wurde im 2. Weltkrieg vollkommen zerstört, 1984 dann endlich modernisiert wieder aufgebaut.


Nach einem kurzen Abstecher zur Matthiaskirche und der Fischerbastei (zu dieser früheren Uhrzeit noch nicht ganz so überlaufen wie am 2. Tag) gingen wir die Orszaghaz u. entlang und kamen dabei am Maria-Magdalena-Turm vorbei. Er ist alles, was von der einstigen Kirche nach dem 2. Weltkrieg noch übrig geblieben ist. Hinter dem Turm wandten wir uns nach rechts und bogen schließlich in die Fortuna u. ein, einer sehr hübschen Straße, die uns am Hilton Hotel vorbei (von vorne deutlich schöner als von hinten) zurück zur Matthiaskirche führte. Direkt gegenüber der Kirche gibt es die Szentháromság u., in der sich das Café Ruszwurm befindet. Dieses wird vermutlich in so ziemlich jedem Reiseführer genannt, allerdings auch zu Recht. Die Einrichtung ist „Bei Oma zu Hause“-Chic, die Kuchen sind ein Gedicht. 


Nach unserer mittäglichen Kakao-und-Kuchen-Pause machten wir uns auf zum Dísz tér zur Bushaltestelle. Von dem angekündigten schlechten Wetter war bisher außer einem winzigen bisschen Nieselregen nichts zu spüren (natürlich nicht). Mit Bus und Metro fuhren wir zum Heldenplatz, um ins Museum der bildenden Künste zu gehen (Szépmüvészeti Múzeum). Das Museum befindet sich in einem riesigen neuklassizistischen Bau, das v. a. in Fachkreisen für seine sehr gute Sammlung an klassischen Zeichnungen, Stichen und Grafiken geschätzt wird (u. a. von Rembrandt, Dürer, den Cranachs). Es gibt eine Galerie Alter Meister mit Werken von Raffael, Tizian, Tintoretto, dazu sehr viele spanische Gemälde, v. a. von El Greco, Goya, auch Ribera, oder Velázquez. Generell fand ich das Gebäude an sich jedoch beeindruckender als die dort versammelten Werke – für meinen Geschmack waren es dann doch zu viele Madonnen- und religiöse Bilder. 
 



Im Anschluss ging es zurück in die Váci utca, wo wir im Café Europa gegessen haben (war gut), und dann noch ein paar Souvenirs gekauft haben. Direkt neben unserem Hotel gab es einen ganz charmanten Schokoladen- und Pralinenladen; für etwas feinere Geschenke sollte man da auf jeden Fall mal einen Blick hineinwerfen.



Tag 6

Da unser Rückflug erst am Abend war, konnten wir unseren letzten Tag in Budapest ruhig angehen lassen. Wir konnten die Koffer zum Glück im Hotel lassen, und sind zur großen Markthalle gelaufen. Bis auf den ALDI im Untergeschoss hatten von dieser nämlich bisher noch nichts gesehen. Passte auch ganz gut, denn mittlerweile hatten wir auch „endlich“ das schlechte Wetter, das seit Tagen angekündigt worden war: grau und regnerisch. Die Halle war – wie erwartet – sehr voll und extrem auf Touristen ausgelegt (wer Paprika will, findet hier wohl tatsächlich die günstigsten Angebote), besonders das Obergeschoss bietet allerlei kitschige Figürchen, geklöppelte Spitzendeckchen und anderen Tand. An sich ist die Halle aber eine interessante Stahlkonstruktion und erinnert an alte Bahnhofshallen.



Zu Mittag haben wir dann wieder das Restaurant Verne aufgesucht. Der Innenhof des Restaurants ist offen, und durch den Regen stand er komplett unter Wasser – wir konnten aber im (leider etwas zugigen) Eingangsbereich sitzen, der überdacht ist.



Anschließend ging es zum Ungarischen Nationalmuseum gleich um die Ecke auf der Múzeum körut, erneut ein richtiger Prachtbau. Das Museum bietet viele interessante Ausstellungsstücke von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Im älteren Teil (bis ca. 18. Jhd.) gab es normalerweise auch englische Übersetzungen zu den ungarischen Beschriftungen, im folgenden Teil der Ausstellung jedoch nicht mehr (dort waren nur die allgemeinen Infotafeln zu den Räumen/Epochen in Englisch), was sehr schade war. Manchmal hätte man schon gern gewusst, was man sich da genau anschaut.



Danach haben wir uns langsam zurück auf den Weg ins Hotel gemacht, um die Koffer zu holen. Mit der M3 ging es zurück bis zur Endhaltestelle Köbanya-Kispest (dieses mal auch mit besserer Beschilderung als auf dem Hinweg), dann mit dem Bus 200E zum Flughafen Terminal 2. Wenn alles glatt geht, braucht man für diese Strecke vielleicht so 30 – 40 min. Wir hatten jedoch sehr großzügig geplant und waren somit viel zu früh (ca. halb 6) am Flughafen.


Unser Flug sollte um 20:50 starten, aber nach der Sicherheitskontrolle sahen wir auf der digitalen Anzeige gleich eines der schlimmsten Wörter, die einem Passagier unterkommen können: „Delayed“. Neuer Starttermin halb 10. Wir grummelten vor uns hin und setzten uns dann an unser Gate A1 (Gefängnischarme) und packten die Reiselektüren aus. Man ist ja vorbereitet. Irgendwann im Laufe der Wartezeit verschob dich der Start auf 22:15, was nun nicht mehr nur von uns, sondern auch einer handvoll Mitreisender mit tiefem Seufzen zur Kenntnis genommen wurde. Zirka eine halbe Stunde vor diesem Termin erschienen zwei Mitarbeiterinnen für das Boarding, aber außer hektischem Rumtippen am Computer und ständigen Diskussionen über Funkgeräte tat sich weiter nichts. Infos, warum sich der Abflug so sehr verzögerte, konnte man uns auch nicht geben. Wir tippten zunächst aufs Wetter (starker Regen, mittlerweile Gewitter), nur: andere Flieger starteten trotzdem.



Mit dem Boarding wurde dann um 22:15 angefangen, man knubbelte sich im Bus zusammen, und es hatte sich langsam eine Art Galgenhumor bemerkbar gemacht („Ach, so hat das damals schon mal bei uns angefangen, und dann brauchten wir 3 Tage nach Hause, weil wir mit dem Zug über Wien fahren mussten...“; „Wir könnten auch bis zum Flugzeug schwimmen, wenn der Busfahrer nicht mehr zurückkommt.“ etc.). Nach längerer Wartezeit tuckerte der Bus dann tatsächlich zum Flieger – zu einem deutlich kleineren, als wir gedacht hätten. Ganz einfache Erklärung für das Elend: Unser Flieger stand in Köln mit einem Defekt und konnte nicht starten, daher holte man ein Ersatzflugzeug, in das zumindest alle Passagiere reinpassten, und eine Crew aus der Bereitschaft, die dann erstmal bis nach Budapest mussten. Und dann dort mindestens zwei Stunden herumstanden, weil wegen des Gewitters das Flugzeug nicht betankt werden durfte. Irgendwann wurde es dem Piloten dann zu blöd und er ließ uns schon mal ins Flugzeug kommen, damit er dann nach dem – hoffentlich schnell stattfindenden – Tanken gleich losfliegen konnte. Um kurz nach Mitternacht befanden wir uns dann endlich in der Luft und kamen so um viertel vor 2 in der Nacht in Köln an. Da aber sonst nichts los war, ging es mit dem Gepäck wenigstens überraschend schnell.



Naja, bis auf diese Odyssee am Ende des Urlaubs war es eine tolle Zeit in Budapest. Wir haben unglaublich viel gesehen, und die Stadt bietet einige großartige Sehenswürdigkeiten. Definitiv eine Reise wert!


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