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Mittwoch, 1. Mai 2013

"Iron Man 3": Gelungener Start in die Super(helden)-Blockbuster-Saison


Jahaa, liebe Leute, mich gibt es noch und ich melde mich zurück mit neuem Namen und  mit meiner Meinung zum ersten großen Blockbuster des Jahres: "Iron Man 3". Und man kann ihn sicherlich zu Recht so ankündigen, denn der Film bricht bereits jetzt fröhlich Rekorde und hat nach dem ersten Startwochenende (u. a. in Südamerika, Asien, Spanien, Großbritannien) über $ 198 Mio. eingespielt und damit die "Avengers" übertrumpft. Mal sehen, wie sich das so entwickelt, denn in den USA, Deutschland und anderen größeren Märkten läuft der Film gerade erst an. Ich gönne "Iron Man 3"  es jedenfalls, falls er seinen Siegeszug fortsetzt, denn der Film ist einfach gut geworden.

Die Ereignisse rund um den Avengers-Einsatz in New York liegen ein wenig zurück, setzen Tony Stark (Genie, Philantrop, Milliardär, Playboy, Robert Downey Jr.) aber immer noch zu - Alpträume, Panikattacken, und seine Beziehung zu Pepper (Gwyneth Paltrow) leidet ebenfalls unter seiner ständigen Angespanntheit und Rumtüftelei an verbesserten "Iron Man"-Anzügen. Als wären das nicht schon genug Sorgen, taucht auf einmal ein neuer Terrorist namens "Der Mandarin" (Ben Kingsley)  auf und setzt den US-Präsidenten mit Bombenanschlägen unter Druck. Oh, und Tonys Vergangenheit holt ihn dann auch gleich noch ein in der Form von Aldrich Killian (Guy Pearce), den Tony 1999 ziemlich forsch abspeiste und der in all den Jahren nicht so wirklich darüber hinweggekommen ist.

Die Handlungszusammenhänge entfalten sich während der etwas über zwei Stunden Laufzeit in sich schlüssig und man kann als Zuschauer ebenfalls ein wenig spekulieren, wie denn nun was genau zusammenpasst. Sehr schön; ich mag es, wenn ein Film durchblicken lässt, dass die Macher den Zuschauer nicht für komplett verblödet halten. :) Auch hat mir hier die Entfaltung der Handlung besser gefallen als in Teil 2 und das Pacing, der Wechsel zwischen Action-Szenen und ruhigeren Passagen, war ebenfalls sehr gelungen.


Das größte Plus der "Iron Man"-Reihe war von Anfang an der Besetzungscoup mit Robert Downey Jr. in der Titelrolle. Die Wenigsten hatten es ihm zugetraut, ein Superhelden-Franchise zu stemmen; gerade auch zu einem Zeitpunkt, wo Superheldenfilme noch nicht so etabliert waren und die Qualität sehr schwankte. Nun, wie schon in den Vorgängerfilmen ist Downey Jr. einfach Tony Stark (so sehr, dass man bei der PR-Tour nicht wirklich weiß, ob er gerade er selbst ist oder Tony Stark) und bekommt in Teil 3 auch gut Gelegenheit, die unterschiedlichen Charakterzüge Tonys zu zeigen: Ob sprücheklopfender Superheld oder charmanter Playboy, ob von Zweifeln und Panikattacken geplagt oder im Nahkampf mit improvisierten Waffen aus dem Supermarkt - man nimmt es ihm jederzeit ab. Da macht das Warten auf den nächsten "Avengers"-Film gleich doppelt Spaß.

Aber auch die anderen Schauspieler sind entweder gewohnt gut oder eine passende Erweiterung des immer größer werdenden Marvel-Universums. Gwyneth Paltrow ist eine resignierte, gefasste Pepper Potts, die dieses Mal auf andere Weise unter Tonys Eigenarten zu leiden hat und nicht weiß wie sie ihm helfen soll. Interessant und überraschend ihre heroischeren Momente.
An Don Cheadle als Colonel "Rhodey" Rhodes hab ich mich mittlerweile auch gewöhnt und er hat ein paar gute Szenen mit Tony und als War Machine Iron Patriot ("Der Name hatte sehr gute Umfragewerte!"). Der vom Leibwächter zum Sicherheitschef beförderte Happy (John Favreau) ist auch wieder mit von der Partie, und die Zankereien zwischen Tony und JARVIS (im Original Paul Bettany, bei uns Frank Schaff) sind wie immer köstlich.

Neu dabei sind Ben Kingsley und Guy Pearce sowie Rebecca Hall als Biologin Maya Hansen.
Kingsley hat offensichtlich großen Spaß an der Rolle des Mandarin, der ganz klar an Osama Bin Laden angelehnt ist, inklusive wacklig-körniger Videobotschaften, Rauschebart und Posieren mit Großkaliber-Waffen. Noch besser wird es jedoch, wenn er in der zweiten Filmhälfte auf Tony trifft. Sagen wir so: Das Treffen verläuft überraschend.
Pearce spielt Aldrich Killian, der 1999 versuchte Tonys Unterstützung für seine Ideenschmiede AIM zu bekommen, und von diesem wie damals üblich arrogant abgespeist wurde. Nun, 12 Jahre später, hat er sein Aussehen vom ungepflegten Nerd zum erfolgreichen Geschäftsmann geändert, und bittet Stark Industries um Unterstützung bei seinem Projekt. Und naja, wenn er sie so nicht bekommt, hat er durchaus auch andere Wege, sein Ziel zu erreichen. Pearce schafft es tatsächlich, dass man einerseits Mitleid mit Killian und seiner Vergangeheit hat, ihn andererseits aber auch gerne verabscheut. Mit einem kleinen Augenzwickern und dem richtigen Maß an Aufschneiderei ist er ein überzeugender Gegenspieler.
Rebecca Hall  darf auch mehr sein als eine von Tonys hübschen, früheren Bettgefährtinnen, denn ihr Charakter hält die ein oder andere kleine Wendung bereit.


Neben der wunderbaren Besetzung hat der Film noch zwei weitere große Pluspunkte: die technische Seite und den Humor. Wir kommen für die Action, aber wir bleiben und haben Spaß, weil es ständig etwas zu lachen gibt. Und das Gute: Es passt zum Ton des Films. Es untergräbt nie die Ernsthaftigkeit mancher Szenen, sondern bringt eher das richtige Maß an Auflockerung. Jeder Gag sitzt, seien es Tonys blöde Sprüche in jeder Lage (und sei sie noch so ernst), die Fehler des neuesten "Iron Man"-Anzugs MK-42 (super Idee, aber manches ist dann doch überarbeitungswürdig), Tonys Umgang mit einem recht cleveren Jungen, oder Iron Patriots Einsätze in vermeintlichen Sendungsorten des Mandarin.
Hier muss man auch einfach mal den neuen Regisseur Shane Black loben, der bereits in "Kiss Kiss Bang Bang" mir Downey Jr. zusammengearbeitet hat, und bei "Iron Man 3" auch am Drehbuch mitwirkte. Wie er Ernsthaftigkeit, Action und Humor balanciert ist wirklich toll.

Und die Action, ja, da bekommt man, was man vom Marvel-Filmuniversum erwartet. Die Effekte sind spitze, die großen Actionsequenzen (z. B. recht zu Anfang der Angriff auf Tonys Villa, später ein Flugzeugabsturz und natürlich der Endkampf im Hafen) sind toll inszeniert: schnell genug geschnitten, dass sie spannend sind, aber doch so, dass man stets den Überblick behält. Das 3D ist ebenfalls sehr gelungen.

Übrigens: Wie bei jedem Marvel-Film gilt auch hier: Bleibt bis ganz zum Ende des Abspanns sitzen, sonst verpasst ihr einen wirklich netten Cameo. ;)

Fazit: "Iron Man 3" ist tolle Unterhaltung mit fantastischen Effekten, großartig aufgelegten Darstellern und genau der richtigen Dosis Humor. Reingehen!


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Sonntag, 20. Mai 2012

Was für eine Heldentruppe: "The Avengers"


Seien wir ehrlich: Nur wenige haben im Vorfeld gedacht, dass Marvels "The Avengers" gelingen könnte. Zwar waren die vorangegangenen Filme über die Superhelden aus dem Marvel-Universum ausreichend bis sehr erfolgreich (Iron Man 1 + 2, Thor, Captain America, The Incredible Hulk), aber all diese Charaktere (plus noch ein paar mehr!) in einem Film unterzubringen und ihnen gleichzeitig gerecht zu werden, das schien doch sehr gewagt.

Glücklicherweise sind all diese Ängste unbegründet. Ein gutes Drehbuch von Joss Whedon und Zak Penn, das die Charaktere und große Actionsequenzen gekonnt jongliert, dazu mit Joss Whedon ("Buffy", "Firefly") ein versierter Ensemblecast-Regisseur, und Schauspieler, die offensichtlich Spaß an dem Ganzen haben - so macht man einen richtig unterhaltsamen Superheldenfilm, der sowohl für eingeschworene Fans als auch den Durchschnittskinobesucher bestens geeignet ist.

Welcher Bösewicht will dieses Mal die Macht an sich reißen? Ein alter Bekannter aus "Thor" - Loki (Tom Hiddleston) ist zurück, unterstützt von ziemlich fiesen Aliens, und stiehlt den Tesserakt (einen blau leuchtenden Würfel, der eine unbegrenzte Energiequelle ist und dadurch auch Tore in andere Welten öffnen kann) direkt aus einem der SHIELD-Hauptquartiere. Mit diesem wäre es ihm ein Leichtes, die Aliens auf die Erde zu lassen und diese einzunehmen. Chef Nick Fury (Samuel L. Jackson) findet das gar nicht lustig und sieht nur einen Ausweg: Die "Avengers-Initiative" wiederzubeleben - ein Team von Superhelden, die Loki stoppen könnten. Nur… ein Großteil der anvisierten Teammitglieder wie Iron Man, Thor oder Hulk, ist nicht gerade für Teamfähigkeit bekannt.


Man kann Joss Whedon nur gratulieren. Er hat es geschafft, "The Avengers" zu großartigem Popcornkino zu machen, ohne dabei die Charaktere abzuflachen. Klar, hier knallt es ganz schön, es wimmelt nur so vor Effekten und die letzte Stunde ist praktisch Action nonstop. Aber dadurch, dass Whedon das Zusammenstellen des Teams gekonnt handhabt und immer wieder kleine Momente einbaut, in denen der Zuschauer eine Verbindung zu den Charakteren bekommt, verliert man als Zuschauer nicht das Interesse am Geschehen, sondern bleibt konstant involviert. Alle Teammitglieder der Avengers haben an irgendwelchen persönlichen Problemchen zu knabbern, und obwohl Whedon diese Probleme zumeist nur anschneidet, reicht das völlig aus, um die Charaktere "echt" zu machen. Hinzu kommt der stets mit perfektem Timing eingesetzte Humor und die ganzen coolen Sprüche, die stets in den Moment passen. Ganz tolle Leistung.

Apropos tolle Leistung: Alle, und ich meine wirklich alle, Darsteller liefern vollkommen ab. Es ist einfach die pure Freude dieser Besetzung dabei zuzusehen, wie sie die Charaktere formt, diese sich irgendwelche Sprüche an den Kopf werfen oder einfach nur saucool sind.
Dass Robert Downey Jr. als Iron Man nach wie vor "Genie, Multimillionär, Playboy und Philanthrop" ist und fröhlich Szenen stiehlt, konnte man sich im Vorfeld denken. Er ist einfach die perfekte Besetzung für Tony Stark. Dass Chris Evans als Captain Amerika seine sehr gute Leistung aufrechterhalten kann und immer subtil einfließen lässt, dass sein Charakter tatsächlich ein Soldat aus einer vergangenen Ära ist, dürfte auch niemanden überraschen. Genauso wenig überrascht, dass Chris Hemsworth als Thor immer noch der Heißsporn der Truppe ist (und seinem "Bruder" Loki gegenüber immer noch herrlich naiv), Scarlett Johannsen als Natasha Romanoff aka Black Widow nicht nur heiß sondern auch tödlich und gerissen ist, und Jeremy Renner als Super-Bogenschütze Clint "Hawkeye" Barton eine gewisse Ernsthaftigkeit mitbringt.

Was aber wohl sicherlich so ziemlich jeden überrascht haben mag, ist dass der Hulk absolut großartig in diesem Film funktioniert! Mark Ruffalo spielt Bruce Banner als einen Mann, der sich jederzeit bewusste ist, wie gefährlich er ist, und als grünes Monster ist er sehr effektiv.
Tom Hiddleston als Loki muss ich natürlich auch loben, denn er bringt eine große Spielfreude für seinen Super-Bösewicht mit, und dies merkt man ihm in jeder Szene an. Lustig darf er dazu auch noch sein!


Auch die Nebencharaktere machen Spaß: Samuel L. Jackson ist wie immer saucool als Nick Fury, Fanliebling Clark Gregg als Agent Coulson kriegt auch richtig was zu tun und Cobie Smulders als Agent Hill lässt in ihrer eher kleinen Rolle zumindest durchblicken, dass mit dieser Agentin nicht zu scherzen ist.

Auf der technischen Seite lässt "The Avengers" ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Die Musik von Alan Silvestri ist je nach Szene passend heroisch, dramatisch oder cool und die Spezialeffekte sind großartig umgesetzt und werden den Anforderungen an ordentliches Krach-Päng-Bumm-Actionkino mehr als gerecht.
Ich habe die 3D-Version leider nicht sehen können, aber wie man hört lohnen sich die zusätzlichen Kosten auf jeden Fall.

Kleiner Tipp: Verlasst bei den ersten Tönen der Abspannmusik nicht sofort fluchtartig den Saal, es kommt noch ein kleiner Teaser für eine Fortsetzung. Oh, und in manchen Kinos kommt ganz am Ende des Abspanns noch eine sehr nette Szene mit unseren Superhelden nach Feierabend. Oder so ähnlich.

Fazit: Joss Whedon ist es gelungen, in "The Avengers" allen Superhelden gerecht zu werden und wunderbares Popcornkino abzuliefern. Technisch top, mit unterhaltsamen und runden Charakteren sowie einer ordentlichen Portion Action und Humor ausgestattet, ist "The Avengers" das, was man von perfektem Sommerentertainment erwartet: Unterhaltung pur mit einer kleinen Prise Tiefgang. Unbedingt reingehen! 


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Montag, 2. Januar 2012

Sherlock Holmes: Spiel im Schatten

Ein frohes neues Jahr euch allen. Falls 2011 gut für euch gelaufen ist, hoffe ich doch, dass 2012 ebenso gut wird; falls das vergangene Jahr jedoch eher schlecht oder im besten Fall vergessenswert und uninteressant war, wünsche ich euch eine deutliche Steigerung im neuen Jahr.

Tja, wie das so ist, da schieben sich die Feiertage dazwischen und auf einmal ist es schon eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich den diesjährigen Weihnachts-Blockbuster gesehen habe: "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten", Guy Ritchies Fortsetzung seines sehr erfolgreichen "Sherlock Holmes"-Filmes von 2009.

Was sich im ersten Teil bereits andeutete, wird nun zur Realität: Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) macht endlich Bekannschaft mit seinem Erzfeind Prof. James Moriarty (Jared Harris). In letzter Zeit wird Europa nämlich durch eine Reihe von Bombenanschlägen erschüttert, ein Krieg scheint so gut wie sicher. Zwar werden diverse Rebellengruppen dafür verantwortlich gemacht, aber Holmes ist sich sicher, wer dahinter steckt: Moriarty, der sich mit ihm messen will. Eine wichtige Aufgabe in Moriartys Plan scheint der verschwundene Bruder der Zigeunerin Simza (Noomi Rapace) zu sein. Mit ihr und seinem Freund Dr. John Watson (Jude Law), welcher eigentlich in den Flitterwochen sein sollte..., setzt er alles daran, Moriartys Plan zu vereiteln.

Alle alten Bekannten aus Teil 1 sind wieder dabei: Neben den beiden Hauptdarstellern Downey jr. und Law sieht man auch Kelly Reilly als Watsons Frau Mary und Rachel McAdams als Irene Adler wieder. Geraldine James und Eddie Marsan als Mrs. Hudson bzw. Inspector Lestrade haben ebenfalls kurze Auftritte.
Die "Bromance" zwischen Holmes und Watson ist in Teil 2 noch deutlich stärker ausgeprägt als in Teil 1 und der Subtext führt zu einigen herrlich lustigen Momenten, v. a. in der auch gleichzeitig spannenden Angriffsszene auf den Zug, der eigentlich Watson und seine Mary in die Flitterwochen bringen soll. "Legen Sie sich zu mir, Watson!" in der Tat. *g* Die enge Freundschaft zwischen Holmes und Watson macht dann auch einige dramatischere Szenen in der letzten halben Stunde besonders überzeugend.

Robert Downey Jr.s Holmes hat nicht mehr allzu viel mit dem Original von Arthur Conan Doyle zu tun, was mich persönlich nicht so stört, da er dennoch sehr gut unterhält. Ansonsten macht Downey Jr. sein Ding und hat sichtlich Spaß an der Sache. Jude Law ist ein perfekter Gegenpart als Watson, und mir gefällt besonders, dass Watson wirklich was drauf hat und im Kampf seinen Mann stehen kann.

Noomi Rapace als Simza hat leider nicht allzu viel zu tun. Ich finde ihren Charakter sehr gelungen und auch die Einführung lässt auf mehr hoffen, doch Ritchie scheint sie zwischendrin aus den Augen zu verlieren. Da wäre sicherlich mehr möglich gewesen, aber sie ist sympathisch und darf gerne widerkommen.
Jared Harris als Holmes' großer Widersacher hat mir gut gefallen, auch wenn er gerne noch etwas diabolischer hätte sein dürfen. Da ich jedoch im Vorfeld recht skeptisch war, bin ich nun doch ganz zufrieden. Seine rechte Hand, Colonel Sebastian Moran (Paul Anderson), war schön kaltblütig.

Alle anderen Darsteller hatten eher kleine Rollen. Stephen Fry als Holmes' Bruder Mycroft, der eine unbedeutende Stelle in der britischen Regierung innehat, passte gut in den Film und brachte einiges an Humor mit, nur... nun ja, werde ich wohl mit dieser Version von Mycroft nicht warm werden. Er kann da auch nichts dafür, war auch wirklich lustig, aber mein Herz hängt doch an der BBC-Version.
Von Kelly Reilly (Mary Watson) hätte ich sehr gerne mehr gesehen. Die paar Sezenen, die sie hatte, waren aber sehr gelungen und zeigten gleichzeitig auch, warum sie die richtige Frau für Watson ist (lässt sich nicht durch Holmes verschrecken, fällt nicht bei Gefahr sofort in Ohmacht, ist hübsch).
Die Action-Szenen sind sehr gut gelungen. Gleich zu Beginn darf man Holmes dabei zusehen, wie er sich gegen ein paar Schläger zur Wehr setzt, dann die tolle Schießerei im Zug und eine sehr eindringliche und von den Effekten her beeindruckend gestaltete Verfolgungsjagd durch einen Wald. Es gibt noch einige Szenen mehr, aber diese stechen meiner Meinung nach deutlich heraus.
Die CGI-Effekte sind definitiv besser als im ersten Teil, und dennoch hatte ich ein, zwei Mal den Gedanken: "Das ist jetzt aber offensichtlich computergeneriert." Es ist nicht schlecht animiert, bloß nicht falsch verstehen, da gibt es viel schlimmere Filme, und gestört hat es mich auch nicht, aber das sind so Kleinigkeiten, wo ich mir danke: "Ja, wenn ds jetzt noch anders wäre, dann wäre das Ganze schon fast perfekt". Ein bisschen meckern muss ja sein. ;)

Zu Beginn hatte ich ein wenig das Gefühl, dass man etwas hätte kürzen können. Ich kann leider nicht genau beschreiben, warum es mir so ging, aber irgendwie kam es mir so vor, als bräuchte der Film etwas, um wirklich in die Gänge zu kommen. Das kann allerdings auch am Publikum in der besuchten Vorstellung gelegen haben, das sich mit Reaktionen sehr zurückhielt, was für diese Art Popcornkino nicht unbedingt ein Vorteil ist.

"Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" ist auf jeden Fall von der Atmosphäre her düsterer als sein Vorgänger, allerdings kommt auch der Humor (v. a. im Zusammenspiel Holmes und Watson) nicht zu kurz. Ritchie macht es dem Zuschauer außerdem möglich, ein klein wenig mitzuraten, und man kann durchaus einige der Hinweise darauf, in welche Richtung das Ganze gehen soll, schon recht früh erkennen.

Schließlich möchte ich auch Hans Zimmers Musik nicht unerwähnt lassen, die wieder sehr gelungen ist, alte liebgewonnene Themen zurückbringt und einige gute neue Stücke hinzufügt. Die Credits sind auch wieder richtig klasse gestaltet und diese Musik dazu macht mich einfach glücklich. :)

Fazit: Eine absolut gelungene, wenn nicht sogar bessere Fortsetzung. Ein paar Kleinigkeiten kann man bemängeln, aber im Großen und Ganzen ist "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" großartige Unterhaltung - tolle Actionszenen, super aufgelegte Darsteller und eine angemessene Portion Humor. Definitiv einen Kinobesuch wert!