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Sonntag, 18. November 2012

Guy Adams: "Sherlock:The Casebook"

"Don't buy this book. 
The author has transformed what should have been
 a series of lectures into a gross and tasteless entertainment."
- Sherlock Holmes, "The Casebook" 

BBC Books hat nun im November das von den Fans langersehnte "Casebook" zur Hit-Serie "Sherlock" herausgebracht und das Warten hat sich definitiv gelohnt. Bereits die Aufmachung gefällt: Ein handliches Hardcoverbuch mit Schutzumschlag und hochwertiger Papierqualität. Das Cover fällt mit seiner etwas ungewöhnlichen Gestaltung auf und im Innenteil des Schutzumschlages richten John und Sherlock höchstpersönlich ein paar Worte an die Leser (John gewohnt bescheiden, Sherlock gewohnt … charmant, s.o.).


Aber auch der Inhalt weiß zu gefallen. Mir kam es beim Lesen die meiste Zeit so vor, als hielte ich ein mit sehr viel Liebe und Herzblut gemachtes Fanbook in der Hand, denn so liest es sich. Locker und mit einem Augenzwinkern geschrieben, erfährt man selbst als sehr gut informierter Fan noch die ein oder andere Neuigkeit zur TV-Serie. Was meiner Meinung nach dieses Buch jedoch von ähnlichen seiner Sorte abhebt ist v. a. der geniale Einfall, die Fälle der Serie im Stile eines Sammelalbums zu präsentieren.
Alle sechs Folgen sind hier vertreten und werden genau beleuchtet – und zwar von Dr. John Watson höchstpersönlich. Er erklärt die Fälle anhand von Fotos, Notizen, Lageplänen, und (vermutlich gestohlenen) Polizeiberichten, und führt nebenher wunderbar verrückte Unterhaltungen mit Sherlock (und anderen) durch Post Its. Gerade Sherlocks häufig sarkastisch-giftigen Kommentare und Johns trockene Reaktionen darauf machen einfach richtig Spaß und bleiben der Serie jederzeit treu.


Die Abschnitte zwischen den Fällen sind unterhaltsam und informativ. Guy Adams beleuchtet die Anfänge der Serie - wie kamen Steven Moffat und Mark Gatiss überhaupt dazu, eine moderne Fassung von Arthur Conan Dolles beliebten Romanen zu realisieren? Und wie gingen sie später mit dem unerwarteten Erfolg um?

Außerdem erfahren wir mehr über die Konzeption der Charaktere Sherlock Holmes, John Watson und Jim Moriarty, wobei auch jedes Mal die Meinungen der jeweiligen Schauspieler eingebunden werden. Ein weiterer interessanter Abschnitt beschäftigt sich mit den verschiedenen "Sherlock Holmes"-Inkarnationen aus Film und Fernsehen mit besonderem Augenmerk auf die Rathbone- und Brett-Versionen, da diese die Macher deutlich beeinflussten. Fans der aktuellen Filme mit Robert Downey Jr. werden hier nicht fündig.


Nach jedem Fall wird außerdem auf kleine Anspielungen aus den Doyle-Romanen eingegangen; welche Dinge direkt übernommen wurden, was ein wenig verändert wurde, und welche weiteren Kleinigkeiten, die mit diesem Fall direkt nichts zu tun haben, eingefügt wurden.
Schließlich gibt es auch noch eine Bericht über Arthur Conan Doyle persönlich - über sein Leben mit besonderem Augenmerk auf sein Schaffen als Autor und wie er es nie schaffte, Sherlock Holmes loszuwerden, obwohl er doch nichts lieber getan hätte.


Fazit: "Sherlock: The Casebook" ist für Fans der Serie ein absolutes Muss. Aber auch alle anderen, die sich für Sherlock Holmes interessieren, liegen mit diesem unterhaltsamen Buch sicher richtig.


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Donnerstag, 5. April 2012

P. C. Cast & Kristin Cast: "House of Night 1 - Gezeichnet"


Nach dem unglaublich großen Erfolg der “Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer war abzusehen, dass ein neuer Trend für den Jugendbuchsektor gefunden wurde: Vampire. P. C. Cast und ihre Tochter Kristin haben sich diesen Trend mit ihrer „House of Night“-Reihe sehr klug zu Nutze gemacht. Sie griffen die vorhersehbar kommerzielle Idee ihrer Agentin auf und erfanden das Vampir-Internat „House of Night“ – die ultimative Mischung aus „Twilight“ und „Harry Potter“, sozusagen. Zu Zeit liegen neun Bände vor, die Reihe ist noch nicht abgeschlossen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 16-jährige Zoey, ein durchschnittlicher amerikanischer Teenie mit den üblichen Problemen (schwieriges Elternhaus, Schule, Freunde...). Ihr vergleichsweise normales Leben ändert sich jedoch eines Tages schlagartig, als sie von einem Vampyr (ja, tatsächlich mit y) „gezeichnet“ wird, d. h. in ihr wurde die genetische Veranlagung erkannt, zum Vampyr zu werden, was sich durch ein halbmondförmiges Mal auf ihrer Stirn ausdrückt. Sie muss so schnell wie möglich ins House of Night, die nächstgelegene Vampirschule. Dort angekommen findet sie recht schnell eine Freundin in ihrer Zimmergenossen Stevie Rae, eine Feindin in Obertussi Aphrodite, und eine Mentorin in Neferet, die gleichzeitig die Schule leitet und Hohepriesterin der Vampyr-Göttin Nyx ist.
Zoey sticht gleich dadurch heraus, dass sich ihr Mal auf der Stirn schon komplett eingefärbt hat, was sonst nur bei vollständig gewandelten Vampyren passiert. Zoey will nichts Besonderes sein, merkt aber schnell, dass Nyx anscheinend ihre schützende Hand über sie hält. Auch geht bei ihr die Wandlung zum erwachsenen Vampyr schneller voran als üblich. Diese Wandlung wird jedoch, wie Zoey bald herausfindet, nicht von allen Jungvampyren überlebt. Als wären das nicht schon Probleme genug, verliebt sie sich auch noch in Erik Night, den heißesten Jungen der Schule – nur hatte der früher eine Beziehung mit Aphrodite, und die lässt sich nicht so leicht zur Seite schubsen.


Ein Vergleich mit „Twilight“ bietet sich ja geradezu an. Und dabei kommt der erste Band der „House of Night“-Reihe immerhin etwas besser weg. Die Charaktere sind brauchbar, so ist mir die Protagonistin Zoey sympathischer als Bella, was allerdings auch nicht besonders schwer ist, und wirklich sympathisch ist sie auch nicht. Ihre Charakterzeichnung ist nicht gerade tiefgründig, aber immerhin pflegt sie durchaus Freundschaften und empfindet sie nicht als Bürde (so wie es mir bei Bella immer vorkam), liebt ihre Großmutter und sorgt sich um sie und macht ihren Lebenssinn nicht davon abhängig, ob der heiße Typ sie nun will oder nicht. Allerdings zeigt sie jetzt schon deutliche Ansätze, eine dieser überperfekt-besonderen Protagonistinnen zu werden, die einfach alles immer sofort können und immer im Mittelpunkt jeglichen Geschehens stehen und der natürlich auch alle Männer hinterherlaufen (zwischen denen sie sich noch weniger entscheiden kann als Bella).
Die anderen Charaktere sind absolute Stereotypen, gingen mir aber immerhin nicht auf die Nerven. So haben wir das lustig-süße Cowgirl als beste Freundin, den intellligenten Quotenschwulen, die blonde Obertussi (die ständig ihre weiblichen Reize einsetzt) nebst Tussi-Clique, die verständnisvolle indianische Großmutter, den oberheißen Traumtypen usw. Somit waren natürlich einige Entwicklungen vorhersehbar, aber prinzipiell könnte man da was draus machen.

„Gezeichnet“ liest sich sehr schnell und ist hin und wieder auch ganz lustig. Die Autorinnen haben sich auch einige Gedanken über die Vampir-Welt gemacht und das Ganze so aufgebaut, wie man sich vielleicht einen Hexenkult vorstellen würde, mit Dankeszeremonien für die Götten Nyx und Ähnlichem. Dem Zölibat haben sich diese Vampire auch nicht verschworen.

Kommen wir nun zu den negativen Aspekten, denn nur weil „Gezeichnet“ besser ist als „Twilight“, heißt das noch lange nicht, dass es wirklich gut ist.
Was gleich als erstes auffällt, ist die Sprache. Kristin Cast hat wohl über die Geschichte ihrer Mutter drübergelesen und sie „jugendlicher“ gemacht. Und meine Güte, hat mich das genervt. Im Laufe des Buches habe ich mich zwar daran gewöhnt, aber wie oft hier mit Ausdrücken wie „Schlampe“ und dergleichen um sich geworfen wird, das muss nun wirklich nicht sein. Manchmal riss mich das komplett aus der Szene, weil es so gar nicht passte. Nervig waren auch die vielen, zumeist vollkommen sinnlosen und unwichtigen, Anmerkungen Zoeys in Klammern. In Maßen kann das ein ganz unterhaltsames Stilmittel sein (ich benutze es ja selber gern *g*), aber hier war es einfach zu viel. Diese Anmerkungen bezogen sich oft auf irgendwelche Berühmtheiten wie z. B. Paris Hilton oder Ashton Kutcher, und ich frage mich, was die 1.) überhaupt hier zu suchen haben, und 2.) wie aktuell das in zehn Jahren wohl noch sein wird.

Dann wird auch hier wieder ein fragwürdiges Ideal propagiert. Zwar wird hier nicht wie in „Twilight“ die Botschaft vermittelt, dass die Frau brav immer auf ihren Mann hören muss, und dieser ruhig so kontrollierend sein darf wie er möchte, aber einiges stieß mir doch sauer auf. Denn: Vampire sind wunderschön. Immer. Überirdisch schön. Frauen haben lange Haare, sind schlank, aber mit Kurven an genau den richtigen Stellen und sind immer elegant und doch sexy gekleidet. Die Männer sehen ebenfalls aus wie Models und bedienen verschiedene Typen. Eigentlich handelt es sich bei der hier beschriebenen Vampirgesellschaft um ein Matriarchat, dennoch sabbern gerade die Mädchen immer irgendwelchen älteren Jungvampiren hinterher. *seufz* Naja, ist ja in der Realität auch oft nicht anders. Es nervt nur einfach, es angeblich so ganz anders zu machen, und dann doch wieder auf dieselben Klischees zu treffen, v. a. wenn dann der einzige Charakter, der aus dem Rahmen fällt, von allen offensichtlich gemobbt wird und selbst nichts auf die Reihe kriegt.
Vom immer wiederkehrenden erhobenen Zeigefinger fange ich am besten gar nicht erst an (Nehmt keine Drogen, trinkt keinen Alkohol! Und O-Sex ist so ziemlich das Schlimmste, was eine Frau tun kann!).


Sauer aufgestoßen ist mir auch der Elite-Gedanken in der hier beschriebenen Vampirgesellschaft. Einerseits haben wir auch hier wieder einen Teil der Vampire, der absolut gar nichts von den Menschen hält und sie am liebsten loswerden würde. Kennt man aus anderen Geschichten zu Genüge, und wird hier sicher auch zum ein oder anderen vorhersehbaren Konflikt führen.
Aber selbst unter den Vampiren geht es darum, machtvoll zu sein und perfekt. Wenn ein Jungvampir zu schwach ist, die Wandlung zu überstehen, stirbt er eben. Blöd gelaufen. Darüber wird dann natürlich auch nicht mehr geredet, die erwachsenen Vampire tun so, als wäre nichts passiert, schließlich kann es ja jeden treffen. Wer jedoch zum erwachsenen Vampir wird, ist einfach perfekt, super, Krone der Schöpfung.
Was diese Verstorbenen angeht, wird vermutlich noch etwas Dramatisches in den Folgebänden passieren, aber ehrlich gesagt bin ich von den negativen Aspekten zu angenervt, als dass ich mir weitere Bücher dieser Reihe durchlesen möchte. Eine Zusammenfassung auf Wikipedia tut’s sicherlich auch.

Die Handlung rast dahin; ich hatte das Gefühl, dass nicht mehr als 3 Tage vergangen sind, in denen Zoey gezeichnet wurde, in das Internat einzieht, Freunde und Feinde gewonnen hat, der Frauenschwarm der Schule sich in sie verliebt, sie immer mächtiger wird usw. Gleichzeitig gibt es jedoch ständige Wiederholungen, wie z. B. die Beschreibung des Rituals für die Göttin Nyx, die ich später einfach übersprungen habe. Da hätte man ruhig kürzen können.

Fazit: Naja. Mir hat „Gezeichnet“ zumindest besser gefallen als „Twilight“, aber es hat eine Menge Fehler und guten Gewissens empfehlen kann ich es wirklich nicht.


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Dienstag, 16. August 2011

Stephenie Meyer: "Bis(s) zum Morgengrauen"


Ich habe das erste Buch der "Twilight"-Reihe gelesen. Es hat mir nicht gefallen. Natürlich war mir aufgrund der Filme bewusst, dass ich nicht allzu viel erwarten durfte - aber ist ein Buch nicht normalerweise besser als dessen Verfilmung? Und diese riesige Fanmasse - irgendwoher musste die doch kommen! So wurde meine investigative Seite geweckt und ich musste dieses Phänomen komplett erforschen, musste an die Quelle gehen.

Für die wenigen Leute, die es bisher irgendwie geschafft haben, dem "Twilight"-Hype komplett zu entgehen (Glückwunsch!... Wie habt ihr das geschafft? Die letzten Jahre in einer Höhle im Dschungel verbracht?!), hier kurz zur Handlung (ich benutze diese Bezeichnung im weitesten Sinne): Bella Swan zieht vom sonnigen Phoenix zu ihrem Vater ins grau-regnerische Forks. Sie findet das ziemlich blöd, aber selbstlos wie sie ist, lässt sie sich es kaum anmerken. In der Schule wird sie auf Edward Cullen aufmerksam, der wunderschön und unnahbar ist. Sie ist von ihm fasziniert, er von ihr, nur ist er dummerweise ein Vampir. Komplikationen treten auf, dauern an, werden überwunden.

Stephenie Meyer ist es irgendwie gelungen, mit diesem Buch einen Nerv zu treffen, und zwar v. a. bei jugendlichen Mädchen und Frauen über 40 (ja, ich weiß auch nicht, wieso! Es gehört zum Phänomen dazu und ist irgendwie beängstigend.). Bei vierzehnjährigen Mädchen kann ich mir auch vorstellen, dass es ganz gut ankommt - es lädt zum schmachten ein und bietet viel Identifikationspotential. Außerdem weiß der Großteil der Mädchen in diesem Alter vermutlich nichtmal, wie wirklich gute Literatur aussieht. Frauen über 40 haben keine Entschuldigung. Keine!

Es folgen Spoiler. Nicht, dass ich irgendwelche bahnbrechenden Handlungswendungen spoilern könnte...

Was ist gut?
Nicht besonders viel. Hin und wieder hat Meyer ein paar lichte Momente und findet lustige Formulierungen oder einen ironischen Kommentar. Das passiert leider viel zu selten, aber ab einem gewissen Punkt war ich dankbar für jeden winzigen Strohhalm, den ich kriegen konnte.

Interessant fand ich den Hintergrund der Familie Cullen bzw. das bisschen, was man darüber erfährt. Meyer hat die Tendenz, damit ganz gut anzufangen und dann die Szene schnell wieder zu wechseln. Dabei war all das wesentlich interessanter als die Hauptgeschichte, aber dazu später. Anhand der Film erahne ich, dass Meyer dem Leser diese Informationen nur häppchenweise serviert; ärgerlich, irgendwo ist da nämlich tatsächlich ein gutes Buch versteckt.
Als Charaktere mochte ich, genau wie schon im Film, alle Cullens bis auf Edward. *g* Auch Jacob war ganz in Ordnung, in den wenigen Momenten, die er hat.

Die Sprache ist sehr einfach und damit leicht zu lesen. Ist man geneigt, dann kann man das Buch in wenigen Stunden auslesen. Nervig sind einige Wiederholungen - Meyer hat anscheinend Lieblingsphrasen, die sie immer wieder einsetzt, besonders wenn es darum geht, Edwards Perfektion zu beschreiben. *seufz*


Was ist schlecht?
Alles andere? Ach, ihr wollt es etwas ausführlicher? Nun denn, dann mal schön der Reihe nach.

Bella. Problem: Ich kann sie absolut nicht ausstehen! Was ungünstig ist, da sie die verdammte Protagonistin und noch dazu Ich-Erzählerin ist! Quält euch mal durch über 500 Seiten Ich-Perspektive von einer egoistischen, langweiligen, pubertären Göre, die erste Verliebtheit mit ewiglich inniger, einzig wahrer Liebe verwechselt! Nach den ersten fünf Seiten hatte ich das Weib sowas von über! Sie meckert darüber, dass sie ins eklig-nasse Forks ziehen muss zu ihrem Vater, den sie kaum kennt, weil ihre Eltern sich vor Ewigkeiten trennten (und viel zu jung heirateten und überhaupt). Und sie will da nicht hin und es ist einfach alles doof! In Forks spielt sie brav Hausmütterchen für ihren Vater, der sich die letzten 16 Jahre ja nicht allein versorgen konnte. Und ich frage mich: 1. Warum ziehst sie nach Forks, wenn sie gar nicht hin will und ihre Mutter sagt, sie könne bei ihr bleiben?! Ach, weil der Leser drei Kapitel später erfährt, dass sie das aus purer Selbstlosigkeit macht, damit ihre Mutter mit ihrem neuen Macker durch die USA ziehen kann. Alles klar. 2. Warum bleibt sie dann nicht allein in Phoenix und versorgt sich selbst, kochen und putzen kann sie ja anscheinend?! 3. Was ist soooo unglaublich schlimm an Forks, außer dass es häufig regnet?
Bella will natürlich auch bloß nicht auffallen, war auch schon immer jemand, der mit Gleichaltrigen nicht wirklich auskam, und ist dazu noch total einsilbig, als in der Schule gleich alle nett zu ihr sind! Echt mal, wie können diese Dörfler es wagen, ihr den Weg zeigen zu wollen oder ihr ihre Namen zu nennen, oder sie mit sich am Tisch sitzen zu lassen! Ehrlich, sowas Unverschämtes! Ganz abgesehen davon, dass sie sofort von Verehrern umschwärmt wird, obwohl sie nicht einmal besonders gut aussieht. *seufz*
Dazu ist sie unglaublich tollpatschig. Wäre es nur ein Stolpern hin und wieder, okay. Aber sie schafft es nicht, zwei Meter zu laufen, ohne sich auf die Nase zu legen. Sie passt beim Aufstehen immer extragründlich auf, damit sie nicht hinfällt! Kann es solch schlimme Bewegungslegastheniker überhaupt geben?! Irgendwann nervt es nur noch, wenn zum hundersten Mal erwähnt wird, dass Edward sie festhalten musste, damit sie nicht über die bösen Farnsträucher fällt.
Hobbies hat sie auch kaum welche. Ich habe extra drauf geachtet, weil sie in den Filmen gar keine hat (nein, das suizidiale Motorradfahren zählt nicht!). Sie liest gerne, v. a. Klassiker. Sie hört ganz gern Musik. Hm... tja... sie verbringt am liebsten Zeit mit Edward.


Edward. Da ist mein zweites Problem! Der ist ja noch mehr leere Hülle als Bella. Er hat eine große Musiksammlung und komponiert auch selbst. Er spielt gern Vampirbaseball (as you do). Er rennt gern durch den Wald. Und hat eine Lieblingswiese. Ansonsten ist er einfach nur ein wirklich unheimlicher Stalker. Denn seht ihr, er ist ein Vampir und für ihn riecht Bella so unglaublich gut, dass er nur noch sie im Kopf hat. Und deshalb beobachtet er sie ständig, rettet ihr hin und wieder das Leben, lässt sie nichts alleine machen (sie darf nicht mal mehr ihren eigenen Wagen fahren, denn sie könnte ja einen Unfall haben), sieht ihr beim Schlafen zu, ohne dass sie es weiß - und sie findet es romantisch. Hallo?! Ihr kennt euch seit wenigen Wochen!
Ich vergaß zu erwähnen, dass Edward gut aussieht. Wie gut? Er ist ein Engel, eine griechische Statue, ein Adonis, so wunderschön, dass Bella kaum atmen kann, wenn sie ihn anschaut, so schön ist er. Er ist wirklich sehr schön. Wirklich. Wie ein Engel. Ein ganz wunderschöner.
Mir gingen Edwards Stimmungsschwankungen sehr schnell sehr stark auf die Nerven. Der Typ ändert seine Laune innerhalb eines Satzes! Von fröhlichem Kichern zu wütendem Knurren in einem Wimpernschlag! Aber das ist natürlich nur sein Beschützerinstinkt.

Die "Liebe" zwischen Edward und Bella. Was ist das? Die beiden haben so gut wie nichts gemeinsam! Sie liebt ihn, weil... er heiß aussieht, schätze ich mal, und sie von ihm fasziniert ist, er ist schließlich ein mysteriöser Vampir und so. Da Bellas Überlebensinstinkt nicht-existent ist, ist das wohl okay so. Und er liebt sie, weil... sie gut riecht. Und er ihre Gedanken nicht lesen kann, was sie für ihn wohl leidlich interessant macht.
Es ist ja ganz nett, dass Meyer versucht, Bella sozusagen als Edwards Rettung zu etablieren, da er, im Gegensatz zu seinen "Geschwistern" , seit hundert Jahren alleine vor sich hin schmollt und keine Partnerin hat. Nur möchte ich als Leser ein paar Gründe mehr dafür haben, dass das zwischen Bella und Edward die wirklich große Liebe ist. So, wie es ist, schreit es mir förmlich ins Gesicht: "Das ist Liebe, weil ich es sage!" Show, my dear, don't tell!
Ganz abgesehen davon, dass die Beziehung nicht gerade eine gesunde ist: Er ist ein Stalker, sie kann nicht ohne ihn leben (sie denkt nur an ihn, macht ihr Glück von ihm abhängig usw.). Meyer versucht zwar, uns Bella als modernes Mädchen zu präsentieren, scheitert aber immer wieder kläglich. Bella will zum Vampir werden, um ewig mit Edward zusammen bleiben zu können und ihm ebenbürtig zu sein. Kurz darauf kommen dann wieder Sätze wie "Er ignorierte, was ich sagte". Und das passiert ständig! Andauernd sagt Bella ihre Meinung zu irgendetwas und Edward beachtet es gar nicht, denn er weiß ja am besten, was gut für sie ist und was sie wirklich will! ... Hallo?!

Handlung. Wenn man das so nennen kann. Zirka 400 Seiten lang passiert nichts! Alles tritt auf der Stelle, Bella und Edward haben zum x-ten Mal ihre Unterhaltung darüber, dass er nicht gut für sie ist und sie umbringen könnte, wenn er die Kontrolle verliert, während ihr das egal ist und sie nur mit ihm zusammensein will. Und plötzlich, so als ob Meyer einfiel, dass langsam doch mal etwas passieren sollte oder, nun ja, ein richtiger Konflikt auch mal ganz nett wäre, tauchen drei andere Vampire auf, von denen einer es auf Bella abgesehen hat. Ein leicht konfuser Plan soll Bella retten, aber sie schafft es natürlich trotzdem, wieder beinahe draufzugehen.
Leider viel zu spät, Meyer. Aber es ist ja der Gedanke, der zählt, nicht wahr?

Action. Es gibt keine. Ich meine, da hätten sich ein paar Szenen durchaus für interessante und spannende Action angeboten, wäre Meyer eine flexiblere Autorin - das Baseballspiel hätte man deutlich rasanter schildern können, und die letzte Konfrontation im Ballettsaal? Das war peinlich. Da hat man schon mal einen Kampf, und da lässt Meyer die blöde Bella wieder mal in Ohnmacht fallen, sodass dem Leser selbst dieser Hauch an Spannung vorenthalten wird! Unglaublich!

Klischees. Gibt's auch. Von der ach-so-konfliktbeladenen Liebesgeschichte einmal abgesehen, nervt es, dass Bella sofort von allen Mitschülern umschwärmt wird. Sie muss ständig gerettet werden, da sie alleine ja nicht einmal geradeaus laufen kann - natürlich gibt es dabei die beinahe schon obligatorische Beinahevergewaltigung, wovor sie der strahlende Held (im Volvo der Gerechtigkeit) gerade noch rechtzeitig retten kann. Von der Sprache mit ihren ständigen "Engel"- und "Statuen"-Vergleichen einmal abgesehen. Das "starke Arme"-Klischee wird hier auch sehr überreizt, da Edward anscheinend kalt und hart wie Stein ist. Ich weiß zwar nicht, wie Bella das angenehm finden kann, aber egal.

Und dann noch alle möglichen anderen Kleinigkeiten, die sich einfach summieren. Fehler innerhalb der Welt, wenn Meyer einmal sagt, dass Vampire nicht atmen, schlafen oder einen Herzschlag haben, nur damit Bella ständig ganz schwindelig von Edwards wunderbarem Atem wird. Ja, was denn nun? Atmet der Typ jetzt oder nicht?! Und wie das später mit dem Baby funktionieren soll, will sich mir aufgrund dessen auch nicht erschließen, aber egal!

Ach, was soll's. Die Fortsetzungen werde ich aus morbider Faszination wohl auch noch lesen. Es ist schrecklich, aber ich kann nicht weggucken.


Erklärungsversuch
Warum kommt dieser Kram denn dann so gut an? Wisst ihr, ich glaube, ich bin für diese Bücher einfach zu alt. Bella als Protagonistin ist absolut flach, sodass sie unglaublich viel Platz für den Leser bietet, sich an ihrer Stelle zu sehen. Und Edward steht natürlich stellvertretend für den starken Traumprinzen, der einen immer beschützt und tugendhaft ist. Vampire sind ja gemeinhin immer Sinnbild von Erotik, Leidenschaft und Versuchung. Warum Meyer ihnen aber genau diese Eigenschaften beinahe vollständig raubt, will mir nicht so ganz einleuchten. So ist das ntaürlich alles ganz sicher und brav und rein... aber das ist nicht Sinn einer Vampirgeschichte, verdammt!

Vielleicht war die Zeit einfach da für ein Buch mit Vampiren, egal welche Qualität es denn hat, und Meyer war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Geschichte hat ja auch durchaus Potential, irgendwo tief versteckt in diesem Schnulzenbrei. Ich sag auch nichts gegen die Änderung der üblichen Vampireigenschaften - dann glitzern Meyers Vampire eben, haben irgendwelche besonderen Fähigkeiten wie Gedankenlesen oder Weissagung. Und die Mädchen möchten einfach ein bisschen von diesem tollen Vampir träumen, der sich in eine durchschnittliche Sterbliche verliebt und nun gegen seinen Instinkt ankämpft.

Irgendwie sowas wird es wohl sein. Das Marketingelement der Vampirgeschichte, ein nettes gothicmäßiges Buchcover, Wunscherfüllung durch die Protagonisten... Warum das vierzigjährige Frauen toll finden, weiß ich aber immer noch nicht! Aber immerhin hat man auch für diese Altersgruppe Merchandise-Angebote (wenn wohl auch nicht offziell lizensiert *g*).

Fazit: Langweilige Handlung, uninteressante bis unsympathische Protagonisten und nur hin und wieder ein kleiner erzählerischer Lichtblick - ich kann den Hype absolut nicht nachvollziehen.


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Sonntag, 3. Juli 2011

M. M. Kaye: "Die gewöhnliche Prinzessin"


Dank Bookcrossing durfte ich in den Genuss dieses reizenden Märchens kommen und möchte dem Buch einen zumindest etwas größeren Bekanntheitsgrad verschaffen. Ich liebe Märchen und bin, wie es sich gehört, mit den ganzen Klassikern von Grimm und Andersen aufgewachsen.

"Die gewöhnliche Prinzessin" handelt von Amethyst, der siebten Tochter des Königs von Phantasmorania. Alle ihre Schwestern sind so, wie Prinzessinnen eben sind: Bildschön, mit langen goldenen Haaren, strahlend blauen Augen und zart-weicher Haut. Und Amethyst? Nun, sie wurde bei ihrer Taufe von einer Fee mit einem - für eine Königstochter - ganz besonderen Geschenk bedacht: Gewöhnlichkeit. Mausbraune Haare, graue Augen, Sommersprossen - nein, so sieht eine Prinzessin nicht aus. Immerhin ist Amy, wie sie von allen genannt wird, aber ein ganz patentes Mädchen und nimmt ihr Leben schließlich selbst in die Hand (die Idee mit dem Drachen ist aber auch wirklich viel zu bescheuert!).

Mary Margaret Kaye schrieb das Buch für ihre Enkelin, nachdem sie einige Zeit viele Märchen am Stück gelesen hatte und ihr aufgefallen war, dass die Prinzessinnen immer alle mehr oder weniger gleich aussahen, v. a. aber stets wunderschön und überhaupt perfekt waren. Und so fragte sie sich: "Wie würden denn die ganzen Prinzen reagieren, wenn die holde Prinzessin einfach ganz gewöhnlich aussähe? Sie würden sie nicht wollen." So schrieb sich die Geschichte quasi von allein.

Und was für eine schöne Geschichte es ist! Amy kommt ganz gut damit zurecht, dass sie nicht so großartig aussieht wie ihre Schwestern, denn sie verbringt ihre Zeit nicht mit langweiligen Ballspielen, sondern verdrückt sich gern in den naheliegenden Wald. Und sie hat durchaus ihren eignene Kopf; von den ganzen steifen Prinzen will sie nichts wissen - die haben ja noch nicht einmal Sinn für Humor. Und weil sie eine gewöhnliche Prinzessin ist, verbringt sie für einige Zeit sogar ein absolut gewöhnliches Leben - aber wie das im Märchen ist, geht die Geschichte natürlich für sie hervorragend aus und alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Nie schwingt Kaye die Moralkeule, Lektionen wie "Man muss sich selbst treu bleiben" oder "Wenn du einen guten Charakter hast, dann wird dir selbst Gewöhnlichsein nicht im Weg stehen" werden so nebenbei erteilt, aber eigentlich freut man sich einfach nur beim Lesen über die sich locker-leicht entfaltende Handlung, den leisen Humor, die kleinen Anspielungen auf andere Märchen und die schön gezeichneten Charaktere (durchaus wörtlich zu nehmen: Kaye hat das Buch nämlich auch illustriert).

Fazit: Wunderschönes Märchen, dass ich jedem ans Herz lege, der selbst gern Märchen liest oder Kindern eine schöne Gutenacht-Geschichte erzählen möchte! Uneingeschränkt zu empfehlen!

Donnerstag, 31. März 2011

What Kind of Book Are You?







Etwas zum Zeit vertreiben, für zwischendurch...just for fun. :)

Eigentlich finde ich diese Art von "Tests" oder Quizzes ziemlich sinnfrei und albern. Deshalb mache ich sie auch prinzipiell nicht, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel und deshalb mache ich einfach mal eine. Also, eine Ausnahme. Und auch, wenn die jeweiligen Ergebnisse natürlich nicht für bare Münze genommen werden sollten (das versteht sich ja von selbst^^), ich hab' da grad irgendwie Lust drauf. So. *g*

Außerdem passt's auch irgendwie ganz gut zu uns, denn sowohl Sunshine als auch ich nehmen ja durchaus gerne und öfter mal das ein oder andere lesenswerte Buch zur Hand (bzw. das, was wir als jeweils lesenswert erachten) und man glaubt es kaum........ja, wir lesen es dann auch! Und, weil wir uns -nicht nur aus diesem Grund, aber auch aus diesem- als aktive BookCrosser(innen) bezeichnen würden.

Den Test oder vielmehr das "Testchen" hab' ich von hier: blogthings.com

Gefragt ist, welche Art von Buch man wohl wäre, wenn man denn eines wäre.

Und mein Ergebnis?


Nun, das war dieses hier:



You Are Mystery



You are a natural problem solver. You like figuring out the best way to do something.

You are very intuitive. You are good at picking up on people's moods and predicting the future.

You can't help but being a bit of a detective and a snoop. You always want to know what's going on.

And while you may have the scoop on everyone you know, you're not a gossip. You're a pro at keeping secrets.

  




Öhm ja, das hätte jetzt auch unzutreffender enden können, aber damit kann ich leben......dat nehm' ich! *g*

Und? Welches Buch wärst denn Du?

Montag, 10. Januar 2011

Yann Martels "Schiffbruch mit Tiger"


Ich bin gerade in der passenden Stimmung, also folgt mal wieder eine Buchrezension. "Schiffbruch mit Tiger" wurde 2002 mit dem Booker-Preis, dem wichtigsten britischen Buchpreis, ausgezeichnet und was für ein erfrischend anderes Buch man zur Abwechslung gewählt hat!

Die Hauptfigur des Buches ist der indische Junge Piscine Molitor Patel, kurz Pi genannt. Als Sohn eines Zoobesitzers in Pondicherry aufgewachsen, wurde ihm die Faszination für alle möglichen Wildtiere sozusagen in die Wiege gelegt. Als Jugendlicher fängt er dann an, sich für Glaube und Religion zu interessieren - ein wenig seltsam, sind doch seine Eltern nicht gerade religiös. Pi jedoch ist so fasziniert, dass er zu seinem Hindu-Glauben auch noch den des Islam und des Christentums annimmt. Aufgrund schwieriger politischer Verhältnisse beschließt sein Vater, mit der Familie und diversen Zootieren nach Kanada auszuwandern. Unglücklicherweise sinkt das Schiff nach nicht allzu langer Fahrt mitten im Pazifik - einziger menschlicher Überlebender ist der mittlerweile sechzehnjährige Pi. Vollkommen allein ist er jedoch nicht - das Rettungsboot muss er sich mit einem ausgewachsenen bengalischen Tiger teilen.

Klingt alles irgendwie reichlich abgedreht. Ein Teenie, der gleich drei Religionen angehört, sitzt mit einem Tiger in einem Rettungsboot mitten im Pazifik. Und doch funktioniert es. Ich hatte nicht erwartet, dass das Buch mich so sehr fesseln könnte wie es das dann letztendlich tat.

"Schiffbruch mit Tiger" ist in drei ungleiche Abschnitte unterteilt. Der erste beschreibt Pis Jugend in Pondicherry; man erfährt, welche Menschen ihn beeinflusst haben, wie es dazu kam, dass er gleich drei Religionen annahm, was er durch die Zootiere alles über Wildtiere im Allgemeinen lernte. Gerade der religiöse Aspekt des Buches hatte mich im Vorhinein abgeschreckt. Solche Themen kommen ja gern mit erhobenem Zeigefinger. Aber Martel stellt keine Religion als die "bessere" heraus und ein Streitgespräch zwischen Predigern der drei großen Weltreligionen führt die uralten Vorurteile sogar wunderbar vor.
Dieser Abschnitt erscheint manchen Leuten wohl etwas langatmig (wenn man nach diversen Kritiken geht) - ich fand ihn jedoch sehr angenehm zu lesen. Außerdem sind viele Informationen für spätere Ereignisse wichtig; manche Kleingkeit ergibt sogar erst am Ende vollkommen Sinn.

Abschnitt zwei ist der längste und behandelt Pis Zeit als Schiffbrüchiger. Man möchte meinen, dass gerade dieser Abschnitt nicht besonders spannend sein kann - Pi treibt in einem Boot auf dem Meer, um ihn rum nichts als Wasser, über ihm der unendliche Himmel, und mit im Boot ein Tiger. Aber Martel schafft es, dass gerade dieser Abschnitt besonders interessant und spannend wird. Pis tiefes Innenleben wird nicht offengelegt, und doch hat man das Gefühl, bei ihm zu sitzen unter der sengenden Sonne, ausgemergelt und fast verdurstet. Die Verzweiflungs Pis wird greifbar, wie der Überlebenswille ihn dazu zwingt, sich immer wieder selbst zu überwinden.

Der letzte Abschnitt ist nur sehr kurz und spielt nach Pis Rückkehr in die Zivilisation (damit verrate ich nicht zu viel, der Ausgang der Handlung ist von Anfang an kein Geheimnis - und gerade deshalb ist es umso erstaundlicher, dass Martel die Spannung im Mittelteil halten kann). Und was für eine überraschende Wendung eben in diesem Kapitel noch auf den Leser wartet - sehr gut! Das Ende regt zum Nachdenken an - und ich hätte die Frage nicht anders beantwortet. *g*

Ein gewisser Wille muss beim Leser vorhanden sein, sich auf dieses Buch einzulassen. Es ist kein Krimi, keine Romanze, kein Actionreißer. Es ist ein kleiner Exot, aber genau deswegen gibt es Bücher - um ein klein wenig Magie zu versprühen, den Leser in eine andere Welt zu entführen. "Schiffbruch mit Tiger" ist stellenweise richtig lustig, es ist dramatisch, traurig, eklig, grausam, versöhnlich, hoffnungsvoll. Martel schreibt meist sehr klar und leicht, manchmal auch sehr detailliert. Ein Vorwort des Autors gibt Einblick darin, wie er überhaupt dazu kam, dieses Buch zu schreiben. Die Kapitel sind im ersten Abschnitt hin und wieder von Eindrücken Martels, der sich mit Pi trifft, unterbrochen und teilweise auch sehr kurz - warum es so viele sind, wird im Buch ebenfalls erklärt. :)

Alles in allem ein wirklich empfehlenwertes Buch - ein bisschen anders als die anderen Bücher da draußen, aber gerade deshalb sehr liebenswert und dazu noch intelligent und zum Nachdenken anregend. Für mich ein grandioser Start ins Lesejahr 2011.


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Samstag, 27. November 2010

Carlos Ruiz Zafón: "Der Schatten des Windes"

Ehrlich gesagt sollte an dieser Stelle endlich mal wieder eine Filmkritik stehen. Die kommt aber dann wohl doch eher morgen. Jetzt muss ich erst einmal meiner Begeisterung für "Der Schatten des Windes" Luft machen!

"Bücher sind Spiegel: Man sieht in ihnen nur, was man schon in sich hat."

Der junge Daniel lernt durch seinen Vater, einem Buchhändler im Barcelona der Nachkriegszeit, den "Friedhof der Vergessenen Bücher" kennen. In dieser riesigen Bibliothek darf er sich ein Buch aussuchen. Er entscheidet sich für "Der Schatten des Windes", welches ihn in seinen Bann zieht. In den folgenden Jahren macht er sich daran, etwas über den Autor Julián Carax herauszufinden, von dem aber niemand zu wissen scheint, ob er überhaupt noch lebt. Immer mehr gerät Daniels Leben zu einer Wiederholung vergangener Ereignisse und nur langsam wird ihm bewusst, welch schlafende Hunde er mit seinen Nachforschungen geweckt hat.

Ich bin hin und weg von diesem Roman. Gekauft habe ich ihn mir wegen der überaus positiven Kritiken und weil mich die Handlung ansprach. Hätte ich die letzten Wochen mehr Zeit gehabt, hätte ich ihn vermutlich an einem Tag ausgelesen, denn es handelt sich um eines dieser Bücher, das man nicht mehr aus der Hand legen will, wenn man erst einmal mit dem Lesen angefangen hat. Es lässt einen nicht mehr los.

Die Geschichte um das Mysterium Julián Carax ist großartig erzählt, mit vielen Rückblenden, durch die dem Leser immer deutlicher bewusst wird, wie die Parallelen zwischen Daniels und Juliáns Leben mehr und mehr zunehmen. Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, mit atmosphärischen Beschreibungen, aber auch häufig mit einem gewissen ironischen Unterton, der das Ganze noch einmal extra unterhaltsam macht.

Die Charaktere sind absolut greifbar und hervorragend ausgearbeitet. Daniel ist ein ausgezeichneter Protagonist, bei Weitem nicht perfekt, aber er macht eine deutliche Entwicklung durch und ist mir richtig ans Herz gewachsen. Noch mehr ans Herz gewachsen ist mir aber Fermín Romero de Torres, ein ehemaliger Spion und nach Ende des Bürgerkriegs in Ungnade gefallen, der Daniel in einer misslichen Lage hilft und von diesem zum Dank in der Buchhandlung angestellt wird. Er hilft Daniel tatkräftig bei seinen Nachforschungen, ist dazu ein kleiner Schwerenöter und nicht auf den Mund gefallen. Mit Beatrix Aguilar, Schwester von Daniels Freund Tomás, der Femme-Fatale-ähnlichen Nuria Montfort oder der bezaubernd schönen Penélope hat der Roman auch einige interessante Frauenfiguren zu bieten.
Am Rande des Ganzen droht der Schatten von Inspektor Javier Fumero, berüchtigt für seine Skrupellosigkeit und Gewaltbereitschaft, der auf der Suche nach Fermín ist. Eine wirklich hassenswerte Gestalt.

Ich fand es faszinierend zu sehen, wie sich die Puzzlestückchen um Caraxs Vergangenheit nach und nach zusammensetzten - häufig lief mir bei mancher Wendung oder Auflösung ein kalter Schauer über den Rücken. Wie Zafón die einzelnen Fäden miteinander verwebt, bis sie ein klares Ganzes ergeben, ist grandios und fesselnd bis zum Schluss.

Obwohl die Handlung hauptsächlich im Barcelona der 50er Jahre spielt und auch tatsächlich real sein könnte, habe ich beinahe das Gefühl, einen ausgeklügelten Fantasy-Roman gelesen zu haben. Ich kann nicht genau erklären, warum. Vermutlich liegt es an der Grundstimmung des Romans; voller Geheimnisse, mit vielen Charakteren, die etwas zu verbergen haben, und dann noch angesiedelt im fernen Barcelona vergangener Zeit.

Ich glaube, mit dem folgenden Absatz von S. 13 war es um mich geschehen:

"Einmal hörte ich einen Stammkunden in der Buchhandlung zu meinem Vater sagen, wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne. Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, die wir zurückgelassen glauben, begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast, zu dem wir früher oder später zurückkehren werden, egal, wie viele Bücher wir lesen, wie viele Welten wir entdecken, wieviel wir lernen oder vergessen. Für mich werden diese verzauberten Seiten immer diejenigen sein, die ich auf den Gängen des Friedhofs der Vergessenen Bücher fand."

"Der Schatten des Windes" ist eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Mehrmals. Vor Rührung, vor Trauer, vor Freude. Ich habe mir Zitate aus dem Buch geschrieben, was ich sonst nie tue. So muss wohl ein gutes Buch sein, denke ich.

Unbedingte Kaufempfehlung.

Mittwoch, 24. November 2010

Iny Lorentz: "Die Wanderhure"


Dieses Buch habe ich deswegen gelesen, weil es in letzter Zeit (v. a. durch den TV-Film mit Alexandra Neldel) in aller Munde war und noch dazu ein Bestseller ist. Mit mehreren Fortsetzungen. Außerdem ist es noch nicht lange her, dass ich ein sehr interessantes Sachbuch über das Leben im mitelalterlichen England gelesen habe. Einen Versuch war es also wert.

Kurz zum Inhalt, bevor ich mich über selbigen auslasse: Die 17-jährige tugendhafte Kaufmannstochter Marie solle den Anwalt Ruppertus heiraten. Dieser entpuppt sich jedoch als hinterhältiger und skrupelloser Mitgiftjäger. Am Abend vor der Hochzeit wird sie von gekauften Zeugen der Hurerei beschuldigt, schließlich vom Gericht für schuldig befunden und aus der Stadt verbannt. Halbtot wird sie von der Wanderhure Hedwig aufgelesen und entscheidet sich widerwillig ebenfalls für ein solches Leben. Ihr einziges Ziel ist nun die Rache an den Männern, die an ihrem Unglück Schuld sind.

Es ist nun schon ein bisschen her, seit ich diesen Roman gelesen habe und je mehr Zeit verstreicht, desto genervter werde ich. Das liegt vor allen Dingen daran, dass bestimmte Dinge so viel besser hätten gehändelt werden können - ganz ehrlich, ich habe kein sonderliches Talent für Geschichten, aber wenn selbst ich beim Lesen denke, "Das wäre so aber viel plausibler!"... naja, dann gehört das Buch sicherlich nicht zu den besten, die ich bisher gelesen habe.

Warum Ruppertus sich am Anfang so eine unglaubliche Mühe macht und auf einen Plan zurückgreift, bei dem es auf das Schweigen von viel zu vielen Leuten ankommt, will sich mir nicht erschließen - nun, vielleicht mag er das Risiko. Nach wie vor verstehe ich auch nicht, warum er als Bastardsohn eines Grafen, der ihn lange Zeit sogar ignoriert hat, als ach-so-tolle Partie gilt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Maries Vater ein gut situierter Kaufmann ist, der sicherlich nicht die geringsten Probleme hätte, seine Tochter mit einem ebensolchen zu verheiraten.

Dann Marie selbst - ich kann mit diesem Charakter überhaupt nichts anfangen. Am Anfang ist sie ein naives, behütet aufgewachsenes Mädchen und nach fünf Jahren als Wanderhure... eine naive, auf Rache sinnende Frau. Okay, sie will Rache. Alles klar, ist auch absolut verständlich. Nur - ist das alles? Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Autoren nichts aus ihr rausholen. Marie als Charakter hat mich kalt gelassen. Natürlich tat sie mir am Anfang sehr leid, aber später hat sich mich oft einfach nur frustriert. Sie trifft dumme Entscheidungen, macht es sich teilweise selbst schwerer als nötig (v. a. im Bezug auf ihren Jugendfreund Michel) - und hat dann oft einfach unverschämtes Glück. So viele Zufälle, meine Güte. Glückliche Fügungen, Deus ex Machina, lazy writing - es gibt viele Bezeichnungen dafür. Und am Ende wird einfach wieder über ihren Kopf hinweg entschieden und sie... sagt nichts dazu. Wo sie sich vorher noch gegen die Großen und Mächtigen behauptet hat. Ist klar. Dieses Ende ist z. B. auch etwas, das man ganz leicht besser hätte lösen können. Aber was soll's.

Das Männerbild ist auch sehr einseitig. Dass es ein paar Mistkerle in einem Buch über eine Wanderhure geben muss, ist klar, wo bliebe denn sonst das Drama. Aber jeder? Jeder? Bis auf vielleicht drei oder vier Männer ist eigentlich jeder ein Schwein. Sobald Marie irgendwo auftaucht, verlieren die Männer offensichtlich die Fähigkeit, mit dem Gehirn zu denken. Ständig wird sie lüstern angestarrt oder mit Blicken ausgezogen. Ganz besonders böse sind offensichtlich Mönche - oder generell Geistliche (darunter findet sich aber immerhin eine Ausnahme). Das ist wohl ein Thema des Buches: Die Geistlichen im Mittelalter waren alle total versaut und haben sich einen Dreck um ihre Gelübde geschert. Sicherlich gab es auch schwarze Schafe, aber alle?! Echt jetzt? For real?!

Zu diesen größeren Kritikpunkten kommen dann noch viele kleine hinzu, die mich beim Lesen aber teilweise sogar noch mehr genervt haben. Als Leser wird man z. B. ständig darann erinnert, dass Marie wunderschön ist. Engelsgleich. Hat ein Madonnengesicht usw. Und das selbst noch nach fünf (5!) Jahren als Wanderhure. Im Mittelalter. Jaaa, ich weiß, dass sie eine brave Hure ist, die sich schön sauber hält - aber trotzdem. Wir sind im Mittelater. Fünf Jahre als Wanderhure wird man ihr ansehen. Damals 20 ist ungefähr das heutige 40, aber ohne ausgewogene Ernährung, Schönheits-OPs, Zahnpflege und Fitnesspläne.

Egal. Hin und wieder schleichen sich auch moderne Ansichten hinein (ja, Marie, du hast einen schönen flachen Bauch und wirst niemals so dick werden wie die Berta, denn dick ist gleich hässlich), der Schreibstil ist sehr einfach und arbeitet oft mit Wiederholungen. Das merkt man irgendwann. Ich habe mich später ertappt, wie ich bei ständig wiederkehrenden Phrasen genervt mit den Augen rollte. Die mittelalterliche Welt wird meist nur recht vage beschrieben - wer sich gerade für solche Dinge interessiert, sollte wohl doch zu anderen Autoren greifen.

Wenn man die Geschichte runterbricht, handelt es sich bei "Die Wanderhure" eigentlich um ein Märchen: Hübsches, unschuldiges Mädchen wird Opfer von Intrigen, muss viel Leid erdulden, aber am Ende wird alles gut und die Bösen werden bestraft.

Ich denke, dass die Geschichte durchaus Potential hat, nur hätte man sie besser umsetzen können. Das Buch liest sich jedoch sehr schnell runter und ist im Grunde leichte Unterhaltung für Zwischendurch. Wen die Handlung anspricht, sollte mal reinlesen, ob es zusagt. Ich werde mir die Folgebände wohl jedoch schenken. Meine Nerven brauchen Erholung.

Sonntag, 21. November 2010

Bret Easton Ellis: "Unter Null"


Ein schwieriges Buch. Es ist jetzt ein paar Wochen her, dass ich es gelesen habe, und mir fällt es immer noch schwer es einzuschätzen oder zu bewerten.

„Unter Null“ (1985) ist Ellis’ erster Roman, aber er dürfte wohl v. a. als Autor von „American Psycho“ bekannt sein, welches 2000 mit Christian Bale in der Hauptrolle verfilmt wurde. Ich habe die Buchvorlage nicht gelesen, da mir von einer Freundin, die das Buch für die Uni lesen musste und mit mir über die Hauptfigur diskutierte, von einigen sehr derben Szenen erzählte, die – zum Glück! – nicht den Weg in den Film fanden.

Mit dem Wissen um den „American Psycho“-Roman fiel mir beim Lesen von „Unter Null“ sehr schnell auf, dass Ellis gerne immer wieder dieselben Themen verwendet: Entfremdung, Werteverfall, verrohte Spaßgesellschaft, Drogen/Gewalt/Sex-Exzesse, Reduzierung auf Äußerlichkeiten, Gefühllosigkeit, innere Leere. Dabei schreibt Ellis in einem sehr einfachen, direkten Stil – es wird nicht drum rum geredet oder beschönigt. Früher lag mir dieser Stil mehr als heute. Er passt aufgrund seiner Kälte natürlich hervorragend zur Handlung, aber er machte mir den Zugang zum Roman nicht unbedingt einfacher.

Kurz zur Handlung: Clay kommt in den Semesterferien vom College zurück in seine Heimatstadt Los Angeles und trifft dort seine alten Bekannten wieder. Er bewegt sich in der Upper Class, Drogen gehören zum Alltag, genauso wie möglichst viele Partys. Clay findet nicht wirklich Zugang zu seinen früheren Freunden, der Umgang ist oberflächlich, Unterhaltung drehen sich um die nächste Party oder wer mit wem geschlafen hat. Als er wahrnimmt, dass die Gewalt um ihn herum immer mehr zunimmt und dass es die anderen offensichtlich nicht zu stört bzw. sie daran noch Spaß haben, wird ihm bewusst, dass da etwas gewaltig schief läuft. Allerdings versucht er auch kaum bis gar nicht, etwas daran zu ändern.

Der Ich-Erzähler Clay ist in gewisser Weise ein frustrierender Protagonist. Er hat an nichts wirklich Interesse, ist ständig lustlos und fügt sich irgendwie in seine Umgebung ein. Selbst als sich die Gewaltexzesse immer mehr zuspitzen und es am Ende zu einer wirklich verstörenden Szene kommt (die aber im Grunde zu erwarten war...), ist er zwar schockiert, tut aber nichts, was helfen könnte, außer zaghaft Bedenken zu äußern und zu gehen.

Vermutlich wirkt der Roman deshalb ziemlich stark nach. Ellis’ greift Themen wie Verrohung der Gesellschaft, Fehlen von zwischenmenschlichen Beziehungen usw. immer wieder in seinen Romanen auf, und auch hier führt er es einem deutlich vor Augen. Direkt am Anfang bekommt Clay von einer Freundin zu hören, „Die Leute werden immer rücksichtsloser.“ und er selbst kommt ständig an einem Werbeplakat mit der Aufschrift „Verschwinde von hier“ vorbei. Ellis arbeitet viel mit diesen Wiederholungen, um die Thematik zu verstärken.

Es ist krass zu sehen, wie es Clays Bekannte (denn Freunde kann man sie wirklich nicht nennen) überhaupt nicht interessiert, dass Leute aus ihrer Umgebung an Drogen sterben, dass sich einer aus der Clique wegen Schulden und Heroinsucht prostituiert, dass Leichen in Hinterhöfen liegen (die geht man sich höchstens sensationsgeil anschauen). Und dass dieses Verhalten für alle normal zu sein scheint. Nur Clay und vielleicht noch seine Freundin Blair fühlen sich nicht wohl damit, aber keiner versucht, etwas zu ändern.

Wäre möglicherweise ein interessantes Buch für eine Schulanalyse, ist aber dafür sicherlich zu hart und explizit. Ich bin nach wie vor in einem Zwiespalt. Ich fand das Buch nicht gut in dem Sinne, dass es sich unterhaltsam las oder dass ich es gerne wieder lesen möchte. Aber die angesprochenen Themen und die schonungslose Darstellung wirken bei mir lange nach – zwar mag Ellis eine fiktive Welt in den 80ern nutzen, aber die Tatsache, dass ich mir sie ohne Weiteres als realistisch vorstellen kann, ist erschreckend.

Montag, 20. September 2010

30T BM: Tag 30 The End

Tag 30: Welches Buch liest du gerade?


Eine Empfehlung einer lieben Freundin von Livejournal. Ich bin noch nicht sooo weit, im Grunde kommt die Handlung gerade erst in Gang.

Der Roman spielt im London des Jahres 1660. Der Protagonist ist der Buchhändler Isaac Inchbold, ein echter Fachmann auf seinem Gebiet. Eines Tages erhält er von einer Lady den Auftrag, ein überaus wertvolles Buch, das einmal ihrem Vater gehörte, wiederzubeschaffen. Hätte Isaac gewusst, dass er sich als unfreiwilliger Detektiv gegen Spitzel, Spione, Alchimisten und dergleichen behaupten muss - er hätte wohl niemals seine beschauliche Buchhandlung verlassen, um das "Labyrinthus mundi" zu suchen.

Was mich an dem Roman schon einmal sehr anspricht, ist die Zeit, in der er spielt. Ich hab ein Faible für Geschichten aus vergangenen Epochen, besonders, wenn der Autor es versteht, seine Geschichte mit interessanten Details auszuschmücken. Und King ist darin wirklich verdammt gut. Er beschreibt Orte und Gegenstände sehr lebhaft und genau, sodass man als Leser zwar ein sehr gutes Bild davon bekommt, sich aber nicht von zu blumigen Ausführungen erschlagen fühlt. Da Isaac ein asboluter Büchernarr ist, werden immer wieder alle möglichen Arten von Büchern erwähnt, sei es "Sir Gawain und der grüne Ritter", Shakespeares Werke als kleine Quartausgaben, Übersetzungen Platons und Aristoteles' usw. Zwar - bisher - nur im Vorbeigehen, aber es gibt einem irgendwie das Gefühl, dass hier jemand wirklich drüber nachgedacht hat, was er schreibt.

Von der Haupthandlung um Isaac wird auch des öfteren zu anderen Charakteren an anderen Orten, prag zum Beispiel, gesprungen - und dann spielt die handlung einige Jahrzehnte früher. Ich bin noch nicht weit genug, um diese zeitsprünge zu beurteilen, aber ich vermute, sie werden Hintergründe zu der Haupthandlung bieten - anscheinend beschäftigen sie sich mit dem Vater der Lady.

Jedenfalls gefällt mir Kings Romans bisher sehr gut. Leider scheint die deutsche Ausgabe zur Zeit vergriffen zu sein. ich habe den Roman Second Hand gekauft.

Samstag, 18. September 2010

30T BM: Tag 29 Charaktertod

Tag 29: Traurigster und/oder bester Tod eines Charakters

Nun, offensichtlich gibt es in diesem Post SPOILER!



Spontan fällt mir eigentlich nur was zum traurigsten Tod oder auch zum schockierendsten ein. Traurig war es (obwohl ich wusste, was passiert!) in "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes". Da habe ich geflennt. Ich mein, in dem Buch sterben die Charaktere wie die Fliegen und ich denke, wenn man die Bücher von Anfang an verfolgt hat und dabei mitfieberte, was denn nun mit all den liebgewonnen Charakteren passiert - dann hat das Buch sicherlich viele Fans wirklich umgehauen.

Ich jedoch habe ja nicht um Mitternacht vor Buchläden gestanden, um den neuesten Band sofort verschlingen zu können. Ich habe das Ganze erst durchgearbeitet, als bereits Band 7 erschienen war, und hatte bereits vorher genug Berichte über die Reihe gelesen (davon ausgehend, dass ich die Bücher wohl eh nie lesen werde *g*), um so ziemlich auf alles vorbereitet zu sein.

Für die paar Leute, die zufällig auf diesem Blog landen und vielleicht die "Harry Potter"-Reihe noch nicht gelesen haben (und sich überraschen lassen wollen, was da so in Band 7 passiert): [SPOILER]Ich hing wirklich an Snape. Und ich wusste, dass er spätestens Band 7 nicht überleben würde. Das an sich war auch okay. Aber dann die gesamte Szene, seine Erinnerungen zu sehen und... *schnief* Mensch, das war so traurig. Der Typ war zwar ein totales Arschloch, aber... Menno, er tat mir leid. Alles nur für Lily.[/SPOILER]

Aber so traurig das auch war - ich wusste davon. Es konnte mich nicht schockieren, nicht unvorbereitet treffen. Daher war der Tod eines Charakters in "On Stranger Tides" schlimmer. Damit hatte ich in der Tat nicht gerechnet. Ich habe nicht geweint, dafür war es zu sehr BAM! vor den Kopf, aber... ich saß da und musste mich kurz sammeln.
[SPOILER] Ich hatte mit vielem gerechnet, dass einige sterben würden, und zwar nicht nur die Bösewichte... aber dass es Captain Davies erwischt, das war ein Schlag. Vor allem ist dessen Tod doppelt hart, weil man ihn zuerst aus dem Blickwinkel von Davies selbst sieht (wenn ich mich recht erinnere), der damit Jack Shandy das Leben rettet - und dann später aus Jacks Blickwinkel noch einmal an Davies' Tod erinnert wird. Jack hatte nämlich gar nicht mitbekommen, was passiert war, und bemerkt erst im Nachhinein, dass sein Freund tot ist. Das war... übel. [/SPOILER]



Der beste Tod... nun, das müsste ja eigentlich ein Bösewicht sein. Aber ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, jemals beim Lesen mit "JAAA, er ist tot! Nimm das!" oder Ähnlichem reagiert zu haben. War natürlich cool, als z. B. in "Der Herr der Ringe" das Böse endlich besiegt wird usw. - aber naja. Vielleicht, wenn ich so drüber nachdenke - ziemlich krass und gleichzeitg passend war der Tod des Antagonisten in "Die Lügen des Locke Lamora". Das hatte was, wenn auch sehr, öhm, drastisch dargestellt.

Freitag, 17. September 2010

30T BM: Tag 28 Erstes Lieblingsbuch

Tag 28: Erstes Lieblingsbuch oder Buchreihen-Besessenheit

Tja, mein erstes Lieblingsbuch, das ist nicht leicht. Ich glaube, es war ein Sammelband mit Märchen und Fabeln drin; meine Mutter hat mir die immer wieder vorgelesen und später hab ich das Buch selbst gern hervorgeholt um bestimmte Geschichten noch einmal zu lesen. Darin vor kamen auf jeden Fall "Des Kaisers neue Kleider", und "Der Fuchs und der Rabe", etwas mit einer Maus und einem Löwen; ich glaube auch "Die Prinzessin auf der Erbse".

Habe nirgends das entsprechende Buchcover finden können, daher werde ich ein Bild morgen nachreichen. Muss nämlich erst auf den Speicher klettern und den Karton mit meinen Kinderbüchern durchwühlen, und da habe ich jetzt keine Nerven mehr für (Spinnen *schüttel).

Ich hatte sowieso sehr viele Märchenbücher (z. B. ein sehr schönes mit den Märchen von H. C. Andersen). Da war auch noch ein anderes, sehr schönes Buch mit Kindergeschichten, großformatig, mit wunderschönen Zeichnungen. Das ist aber auch alles, was ich davon noch weiß. *g*
Außerdem hat mir meine Mutter oft aus "Die Kinder von Bullerbü" vorgelesen, aber so wirklich gepackt hat mich das Buch später nicht mehr. Ich bin wohl auch eines der wenigen Kinder, das weder "Jim Knopf" & Co., noch "Pippi Langstrumpf", noch "Die unendliche Geschichte" gelesen hat. Irgendwie ist da eine ganze Menge an üblicherweise als bedeutsam angesehene Kinder- und Jugendliteratur an mir vorbeigegangen.

Nicht, dass meine Eltern mich vom Lesen abgehalten hätten! Oh nein, ich hab ständig Bücher geschenkt bekommen, bevorzugt mit Pferdegeschichten, und ganz besonders mein Großvater hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mich immer mit Lesestoff zu versorgen. Dafür werde ich ihm auch auf ewig dankbar sein. :)





Ähm ja, nun, welche Buchreihe war denn die erste, die mich richtig gepackt hat? Nun, die erste wirkliche Reihe, will heißen mit denselben Charakteren, war definitiv die "Blitz"-Reihe. Da setzte bei mir der Sammeltrieb ein; ich musste jeden Band davon haben. Unbedingt!

Noch früher jedoch wurden meine Eltern geradezu dazu gezwungen, mir Disney-Bücher zu schenken. Damals gab es zu jedem Disney-Zeichentrickfilm vom Schneider-Verlag ein großformatiges Buch mit Bildern aus dem Film und dazu in Kurzform die Handlung. Die musste ich haben!


Das "Arielle"-Buch aus dieser Reihe ist das erste Buch, aus dem ich selbst etwas vorgelesen habe (zumindest das erste, an das ich mich erinnern kann) - vielleicht hatte meine Mutter es mir aber auch schon so oft vorgelesen, dass ich den Text auswendig konnte; ich weiß nicht genau. *g* Diese Bücher gibt es heute so natürlich nicht mehr (schließlich war das Anfang der 90er...), aber zu hohen Preisen kann man sie natürlich noch auf Amazon kaufen. Die hatten auch praktische Nummern, sodass man gleich sehen konnte, was noch fehlte... ;)



Außerdem habe ich alle Bände der "Dolly"-Reihe von Enid Blyton (bzw. den deutschen Autorinnen, die aufgrunder Beliebtheit dieser Reihe Fortsetzungen geschrieben haben) und fast alle der "Hanni und Nannin"-Reihe. Die "Sattelclub"-Bücher fand ich auch sehr schön und halte sie nach wie vor für sehr empfehlenswert.

Donnerstag, 16. September 2010

30T BM: Tag 27 Must-have

Tag 27: Ein Buch muss ______________ beinhalten, dann liest du es auf jeden fall (und ein Buch oder Bücher, in denen es vorkommt)

Okay, zugegeben, es müssen keine Piratenkatzen sein... ganz normale Piraten reichen auch! :) Oder ich kann das Ganze sogar noch weiter fassen: Wenn schöne alte Schiffe, Segeln, das Meer, Abenteuer drin vorkommen, dann bin ich dabei! Es ist nur meistens so, dass Piraten sich in solche Geschichten ganz wunderbar einfügen und irgendwie schon dazugehören. *g*

Ein paar Bücher dazu. Hm, also natürlich "On Stranger Tides". Dann noch Michael Crichtons "Gold - Pirate Latitudes", Richard Zacks "The Pirate Coast" und "The Pirate Hunter". Natürlich "Die Schatzinsel" und Marlon Brandos "Madame Lai".

Schande über mein Haupt, aber bis auf "On Stranger Tides" und "Die Schatzinsel" hab ich davon noch nichts gelesen. Aber irgendwann ist es soweit! Dann werde ich sie alle lesen, so wahr ich hier sitze! Muahahahahahaha!

Mittwoch, 15. September 2010

30T BM: Oh je, ich muss was nachholen...

Die Erkältung hat sich dann nachher nicht mehr angeschlichen, sondern mich voll angesprungen. Zwei Tage war nicht mehr drin außer zur Arbeit schleppen, Leute am Telefon ankrächzen (hab ich heute auch noch mit großer Begeisterung gemacht und dafür viel Mitleid bekommen^^) und nach dem Betreten des warmen Heims schnell ins Bett schmeißen.

Jetzt geht's mir aber wieder soweit ganz gut, zwar ist das mit dem Atmen noch etwas schwierig, aber das wird ja eh überbewertet. ;) Und ich wollte schon immer mal so klingen, als hätte ich zwei Nächte nur gesoffen und rumgeschrieen!

Tag 24: Bestes Buchzitat

Lasst mich ehrlich sein - keine Ahnung. Bei Filmzitaten habe ich immer einen ganzen Haufen und kann mich prinzipiell nur schwer entscheiden. Bücher.. nun ja, da schreib ich mir eigentlich nie was raus, sondern freu mich immer an schönen Stellen im Kontext.

Wenn's schon irgendwas sein muss, dann nehm ich einfach eine Stelle aus "Harold and Maude", da Maude doch einige kleine Weisheiten zu bieten hatte:

Well, try something new each day, that’s my motto.
After all, we’re given life to find it out. It doesn’t last for ever.

Gefällt mir gut, kann man gut nach leben. :)

Und außerdem, ich könnte auch ganz bescheuert sein und mir etwas aus dem "Fluch der Karibik"-Fanfiction-Bereich aussuchen. Abgesehen davon, dass es dort wunderbare Sachen gibt, die es sich zu zitieren lohnt, gibt es eben auch immer wieder furchtbar schlechte Sachen. Sei es Wills Ausrede, warum er sich 17 Jahre nicht bei Elizabeth gemeldet hat (frei und kurz übersetzt: "Wir sind da auf einer Insel gestrandet und die Eingeborenen waren sehr unfreundlich. Zwei Jahre waren wir da. Und die anderen 17 Jahre hatte ich kein Papier."), oder Jack, der Wills Probleme absolut versteht: "Du stirbst nicht, Liebes. Du bist schwanger!" Ja, ich weiß. Letzteres kenne ich auch nur in der lustig kommentierten Version. Es ist einer von diesen WTF-Momenten, den man gerne mal im Fandom hat.

Sowas könnte ich hier zitieren. Aber wir wollen ja ernst bleiben, ne?


Tag 25: 5 Bücher von deinem "Noch lesen"-Stapel

Da liegen natürlich viel mehr Bücher drauf als nur fünf...
  • "Sturm über roten Wassern" von Scott Lynch. Fortsetzung von "Die Lügen des Locke Lamora". Wie ihr wisst, fand ich Teil 1 super. Und ich möchte Teil 2 auch unbedingt lesen. Nur würde sich dadurch die Wartezeit zu Teil 3 noch mehr vergrößern...
  • "Der Graf von Sainte-Hermine" von Alexandre Dumas. Ein Über-1000-Seiten-Epos. Er steht in meinem Regal. Und irgendwann werde ich ihn lesen, denn er hört sich toll an.
  • Die "Master & Commander"-Reihe von Patrick O'Brian. Schiffe und so. Die ersten vier Bände hab ich sogar schon hier...
  • "North and South" von Elizabeth Gaskell. Warum ich das noch nicht gelesen habe? Es liegt keine deutsche Übersetzung vor. Und ich brauch immer etwas Überwindung, ein Buch auf Englisch anzufangen. Wenn ich dann angefangen habe, ist auch alles super, nur bis es soweit ist...
  • "Die Tore zu Anubis Reich" von Tim Powers. Mir hat ja "On Stranger Tides" schon wirklich gut gefallen. Da möchte ich natürlich wissen, was der gute Mr. Powers sonst noch so geschrieben hat. :)


Tag 26: OMG WTF? oder Das irritierendste/schlechteste/nervigste Buchende

Eine wirklich böse Überraschung, die mich minutenlang nur ungläubig auf die Seite starren ließ, habe ich bisher zum Glück noch nicht erlebt.
Was mir aber doch einen WTF-Moment bescherte, war die Auflösung in Akif Pirinccis "Das Duell", der vierte Teil seiner Katzenkrimi-Reihe um Kater Francis. In Teil 4 kommt noch Francis' Sohn dazu und wieder gilt es, einen mysteriösen Fall aufzuklären.

Aus den Vorgängerbänden war ich Handlunsgverläufe, die einen sehr, nun, nachsichtigen Leser verlangen, ja schon gewöhnt. "Felidae" hatte zwar bereits eine Auflösung, die man eben einfach akzeptieren musste, aber prinzipiell gefiel mir der Schreibstil und das Buch an sich sehr gut (die Zeichentrickverfilmung ebenfalls, nachdem ich über das ganze Blut hinweggekommen war...). Der Nachfolgeroman "Francis" war da schon etwas schwieriger zu akzeptieren, hatte aber einige sehr interessante Chakatere zu bieten und dafür war ich bereit, das alles mal so zu hinzunehmen. An Teil 3, "Cave Canem", kann ich mich ehrlich gesagt kaum mehr erinnern, das Buch hab ich nur einmal gelesen. So schlecht kann ich es nicht gefunden haben, sonst hätte ich Teil 4 ja nicht geholt.

Was hier aber am Ende als Auflösung der ganzen Verbrechen präsentiert wird, ist selbst mir dann doch zu weit hergeholt und an den Haaren herbeigezogen. Genetische Experimente (nicht zum ersten Mal in der Reihe...), die irgendwie schieflaufen.. okay, aber der Moment der Auflösung ließ mich doch ungläubig und blöd gucken. Ein kleines WTF, definitiv, wenn auch nicht so schlimm, dass ich das Buch an die Wand hätte werfen wollen.

Sicherlich hattet ihr schon Schlimmeres als Auflösung zu ertragen. Würd mich über Erfahrungsberichte freuen (schon allein, damit ich um die Bücher einen Bogen machen kann *g*).

Sonntag, 12. September 2010

30T BM: Tag 23 Nervensäge

Ich fühle, wie sich eine Erkältung an mich heranschleicht, also halte ich mich heute extra kurz... kann mich eh nicht wirklich konzentrieren.



Tag 23: Absolut nervigster Charakter

Naja, so viele nervige Charaktere sind mir eigentlich nicht untergekommen. Ich könnte höchstens jemand aus "Harry Potter" wählen. Da fand ich den Hauself Dobby besonders in "Die Kammer des Schreckens" sehr nervig. Er tat mir trotzdem leid, aber ich war immer froh, wenn ich ihn nicht ertragen musste.


Und dann natürlich Harry selbst in "Der Orden des Phönix". Meine Güte, dieses ätzende Gör! Für einen Großteil des Buches hätte ich ihm am liebsten eins übergezogen. Dieses ständige Rumgemeckere und Rumgeheule, denn alle sind ja blöd und verstehen ihn nicht und überhaupt und wääääääähhhhh! Mensch, halt einfach die Klappe!

Naja, er hat sich ja dann später wieder eingekriegt, war vermutlich ein pubertärer Anfall oder so.

Ansonsten fällt mir aber auch kein Charakter ein, den ich am liebsten aus dem Buch entfernt hätte.

Samstag, 11. September 2010

30T BM: Tag 22 Freundschaft

Tag 22: Liebste Freundschaftsbeziehung

Auf die Gefahr hin, dass ich hier langsam etwas langweilig werde, aber da habe ich zwei Favoriten, wobei das eine Buch hier schon mehr oder weniger zum Standard gehört und das andere allgemein so ein Klassiker ist...

Zuerst einmal die Freundschaft zwischen Locke und Jean in "Die Lügen des Locke Lamora". Dabei fing das nicht gerade als Freundschaft an, als die beiden mit ca. 13 Jahren mehr oder weniger gezwungen wurden, miteinander auszukommen. Aber man rauft sich ja zusammen udn daraus entwickelte sich dann eine richtig dicke Freundschaft. Die beiden sind absolut loyal zueinander, vertrauen einander vollkommen und würden auch für den anderen draufgehen. Sie können sich ehrlich die Meinung sagen, ohne es irgendwie krumm zu nehmen. 'Ne richtige Männerfreundschaft eben. :)

Und dann noch die Freundschaft zwischen Frodo und Sam in "Der Herr der Ringe". Sam kommt am Anfang recht unbedarft rüber, aber er begreift sehr schnell, welche Macht der Ring über Frodo gewinnt und versucht, ihn so gut es geht zu schützen. Er ist einfach ein grundehrlicher und loyaler Charakter, der Frodo mehrmals das Leben rettet und ihn selbst dann nicht im Stich lässt, als die Lage absolut ausweglos erscheint. Frodo hat "dank" des Rings ja nicht unbedingt viele helle Momente, aber man merkt doch, dass ihm immer deutlicher bewusst wird, was für einen wunderbaren Freund er in Sam, der ja eigentlich nur sein Gärtner war, gefunden hat. Und wenn er am Ende sagt, dass er es ohne Sam nicht weit geschafft hätte, dann kann man als Leser nur sagen: "Verdammt richtig! Bedank dich gefälligst!" *g*

Freitag, 10. September 2010

30T B: Tag 21

Tag 21: Schönste Liebesbeziehung

Seufz schmacht. Bei diesem Thema komme ich natürlich nicht um Jane Austen herum. Vielleicht wider Erwarten wähle ich jedoch nicht "Stolz & Vorurteil", sondern "Überredung".

Die Liebesgeschichte zwischen Anne Elliot und Captain Wentworth ist nämlich ein klein wenig tragischer als die zwischen Elizabeth Bennett und Mr. Darcy (denen eigentlich hauptsächlich der eigene Charakter im Weg steht). Anne jedoch hat Wentworth früher einmal aufgrund des gut gemeinten Rats einer Freundin abgewiesen, denn ob er es zu Wohlstand bringen würde, stand da noch in den Sternen. Sie hat dies jedoch immer bereut, und als er nun als hochdekorierter Captain zurückkommt, verliebt sie sich erneut in ihn. Er jedoch ist reserviert (natürlich *seufz*).
Selbstverständlich nimmt die Geschichte für die beiden nach einigen Verwicklungen ein gutes Ende, da verrate ich wohl kaum zuviel.

Was mir an dieser Romanze jedoch so gut gefällt ist die Zurückhaltung der beiden Hauptfiguren, das langsame Sich-wieder-annähern. Anne ist eine sehr vernünftige Frau, klug und bescheiden. Es wird ziemlich deutlich, dass Wentworth sie gerade wegen ihres Charakters schätzt. Er ist mir im Grunde auch etwas sympathischer als der universelle Austen-Held Mr. Darcy, da er weniger arrogant erscheint (jaja, das ist natürlich nur ein Schutzmechanismus bei Darcy, trotzdem!), ebenfalls sehr vernünftig und eher ruhig ist, aber immer wieder mit dem Aufblitzen eines guten Sinns für Humor.

Und außerdem sind die letzten Szenen sooo schön... Ja, genau. Seufz schmacht. ;)

Donnerstag, 9. September 2010

30T BM: Tag 20 Schullektüre

Tag 20: Beste Schullektüre

Da sowohl in Deutsch als auch in Englisch doch ein paar Bücher durchgekaut wurden, werde ich entsprechend aus jedem Fach eins wählen.


Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker" war Lektüre in der 10 Klasse. Krimis kommen bei mir generell ziemlich gut an und dieses Buch hat mir als Lektüre wirklich Spaß gemacht. Es wurde unglaublich viel herumanalysiert, was Personenkonstellationen, sprachliche Hinweise auf den Täter, Zufälle etc. etc. angeht, aber hier fand ich das doch sehr interessant. Auch, dass die Hauptfigur eine ziemlich gebrochene ist; dieser Fall sozusagen der letzte ist, den er noch vor sich hat... und selbst am Ende, als der Fall gelöst ist, kann es ihn nicht freuen. Dafür hat er dann doch zuviel verloren.

Ich muss das Buch auf jeden Fall nochmal lesen; war definitiv eine der besseren Lektüreentscheidungen im Deutschunterricht!


In Englisch geht nichts über Higgins' schwarzhumorigen Roman "Harold and Maude". Auch hier haben wir, wie in "Der Vorleser", eine Beziehung zwischen einer (sehr) alten Frau und einem gerade dem Teeniealter entwachsenen jungen Mann. Dieses Buch macht aber um Längen mehr Spaß als Schlinks Drama der Dramen, weil die Hauptfigur Harold einen sehr schwarzen Humor besitzt und auch Maude, im Herzen junggeblieben, für viele schöne Momente sorgt.

So ganz nebenbei lernt man auch ein klein wenig was über das Leben. War Lektüre in der 11. Klasse - ehrlich gesagt, kann ich mich an die Analyse gar nicht mehr wirklich erinnern; ich fand das Buch einfach an sich gut, ohne ruminterpretieren zu müssen.


Die meisten anderen Lektüren haben mir okay bis.. gar nicht gefallen. Die in der Unterstufe gelesenen Sachen "Vorstadtkrokodile", "Svenja hat's erwischt" und "Krieg der Knöpfe" waren schöne Bücher für dieses Alter; unterhaltsam und recht gut zu interpretieren.
Die Mittelstufe brachte mir neben Dürrenmatt noch "Jan, mein Freund" (überraschendes Ende) und Frischs "Andorra" (das sich mMn gut analysieren ließ, mir aber recht schnell auf die Nerven ging). Außerdem haben wir noch ein kleines Reclam-Heftchen gelesen.. "Das Schiff Esperanza" oder so.
Und dann die Oberstufe. In Englisch gab es neben "Harold and Maude" nur noch "Fahrenheit 451". Und "Macbeth". Eigentlich hatten wir noch eine Bücherliste bekommen und sollten davon mindesten 3 Bücher lesen... aber unser Lehrer hat sich nie die Mühe gemacht, das zu kontrollieren. Naja, dafür hat man uns in Deutsch mit Lektüre bombadiert. "Der Vorleser", "Homo faber" (auch so ein Buch, das ich irgendwann gern gegen die Wand geklatscht hätte), "Das Leben des Galilei" (gefiel mir), "Antigone" (hach ja, griechische Tragödien!) und "Mathilde Möhring" (ganz okay).

.. Hm. Also, Unter- und Mittelstufe bieten meist recht interessante Bücher, wenn man sich nur halbwegs drauf einlässt. In der Oberstufe wird man dann mit bedeutungsschweren Gesellschaftsromanen zugeschüttet, die alle unglaublich relevant sind und unglaublich wichtige Aussagen haben. Aha. In der 13. durften wir uns dann aus 5 Büchern was aussuchen udn darüber einen kleinen Vortrag halten am Ende des Jahres. Hatte Krachts "Faserland", jaja, moderne Gesellschaftskritik etc. Aber war ganz gut zu lesen.

Gibt's da mittlerweile bessere Sachen? Oder bin ich noch gut weggekommen?

Mittwoch, 8. September 2010

30T BM: Tag 19 Buchcover

Tag 19: Lieblingsbuchcover

Hier habe ich mich mal wieder nicht entscheiden können, also habe ich drei Cover ausgewählt. :)

Bei Pratchetts "Nation" (dt. "Eine Insel") gefällt mir allein die Farbgebung ausgesprochen gut. Dazu das leicht paradiesische Motiv mit Palmen, Meer, Delfin, bunten Vögeln. Die Pose des junge Mannes gefällt mir ebenfalls - als läge all das vor ihm, ein bisschen wie ein Einzelkämpfer (kommt ja hin). Einfach schön.

Diese Sonderausgabe von "Der Herr der Ringe" kam damals zur neuen Übersetzung (verflucht seist du!) heraus; praktischerweise zu dem Zeitpunkt, als der erste Film in die Kinos kam. Mir gefällt die Aufmachung, als wär es ein altes Buch (Buchrücken, Lasche). Außerdem glitzert die Schrift! Sie glitzert! Dazu kommt, dass die Inschrift des Rings sowie ein Stück des deutschen Gedichtes dazu ebenfalls passend eingebunden sind. Wenn es jetzt nur nicht die neue Übersetzung wär...

Und ein leicht sonderbarer Fall in meiner Lesekarriere. Ich habe das Buch nämlich damals nur gewünscht (da war ich... um die 12), weil mir das Cover so gut gefallen hat. *g* Katzen! Im Schnee! Und dann Sternenhimmel! Da wäre es schon von Vorteil gewesen, zumindest halbwegs zu wissen, was Hohlbeins meist für Bücher schreiben. *ähem* Müßig zu erwähnen, dass ich für das Buch eigentlich noch etwas zu jung war. Hab's danach lange nicht mehr angefasst. Irgendwann wollte ich es aber noch einmal lesen und dann hat es mir wirklich richtig gut gefallen. Außerdem sind da Katzen auf dem Cover. ;)

Dienstag, 7. September 2010

30T BM: Tag 18 Bester Anfang

Tag 18: Beste Anfangsszene

Hier hat mir einfach die trockene Art gefallen, sowie die Blickwinkelwechsel. Gegen Ende hat das Buch mich nicht mehr so gepackt, aber der Anfang war vielversprechend:

"Martin
Ob ich erklären kann, warum ich von einem Hochhaus springen wollte? Selbstverständlich kann ich erklären, warum ich von einem Hochhaus springen wollte. Ich bin ja kein Vollidiot. Ich kann es erklären, weil es nicht unerklärlich ist: Es war eine logische Entscheidung, das Ergebnis reiflichen Nachdenkens. Wenn auch wieder nicht allzu ernsthaften Nachdenkens. Damit meine ich nicht, dass es eine reine Schnapsidee war - das soll bloß heißen, es war nicht so schrecklich kompliziert, dass ich lange hin und her überlegen musste."

Japp.

Und dann gibt's nactürlich noch Douglas Admas' "Per Anhalter durch die Galaxis", das so herrlich sinnlos-chaotich ist und dabei doch so witzig. Adams ist sowieso ein Fundus and bescheuerten Zitaten...

"Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie kreist in einer Entfernung von ungefähr achtundneunzig Millionen Meilen ein absolut unbedeutender, kleiner blaugrüner Planet, dessen vom Affen stammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, daß sie Digitaluhren noch immer für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten.
Dieser Planet hat - oder besser gesagt, hatte - ein Problem: die meisten seiner Bewohner waren fast immer unglücklich. Zur Lösung dieses Problems wurden viele Vorschläge gemacht, aber die drehten sich meistens um das Hin und Her kleiner bedruckter Papierscheinchen, und das ist einfach drollig, weil es im großen und ganzen ja nicht die kleinen bedruckten Papierscheinchen waren, die sich unglücklich fühlten.
Und so blieb das Problem bestehen. Vielen Leuten ging es schlecht, den meisten sogar miserabel, selbst denen mit Digitaluhren.
Viele kamen allmählich zu der Überzeugung, einen großen Fehler gemacht zu haben, als sie von den Bäumen heruntergekommen waren. Und einige sagten, schon die Bäume seien ein Holzweg gewesen, die Ozeane hätte man niemals verlassen dürfen."


Und das war's eigentlich auch schon dazu. Was soll ich noch groß schreiben?
Außerdem suche ich grad verzweifelt Geschenkverpackungen, die ich so super verstaut habe, dass ich sie nun nicht mehr wiederfinde. *seufz* Bemitleidet mich.