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Montag, 6. Februar 2012

Wir sind doch nicht bei James Bond: "Dame, König, As, Spion"


Bevor ich auf den (guten!) Film eingehe, möchte ich noch ein paar Worte über ein sehr sinnvolles, einigen Menschen anscheinend jedoch vollkommen fremdes, Konzept verlieren: Das der Informationsbeschaffung. Bevor man Geld für etwas ausgibt.
Manchmal frage ich mich wirklich, ob manche Leuten ihren Verstand auch benutzen, oder ihn einfach zu dekorativen Zwecken haben. Seltsam wie ich bin, informiere ich mich vor einem Kinobesuch über den Film - und damit meine ich: Ich lese auch mal eine komplette Kritik, und nicht nur das Fazit am Ende. Das kann durchaus dabei helfen, um um Filme, die mir vielleicht nicht so zusagen, einen Bogen zu machen, anstatt nachher enttäuscht im Kinosaal zu sitzen und (viel) Geld für etwas ausgegeben zu habe, was mir gar nicht gefällt.

Also, vorneweg: "Dame, König, As, Spion" handelt zwar von Spionage im Kalten Krieg der 70er Jahre, hat aber nichts, ich wiederhole: nichts!, mit "James Bond" oder der "Bourne"-Trilogie zu tun. Wer Explosionen sehen will, voll krasse Verfolgungsjagden (per Auto, Jet, zu Fuß) und große Kampf- und Prügelszenen, der ist in diesem Film absolut falsch. Wirklich, glaubt es mir.

Denn: Dieser Film nimmt sich Zeit. Zeit für Routine, für Eindrücke, für Mimik und Gestik. Wer die Geduld dafür nicht hat, kann im Grunde nach der ersten Viertelstunde gehen.

"Dame, König, As, Spion" basiert auf dem gleichnamigen Roman von John Le Carré. Dieser Roman ist sicherlich einer der bekanntesten Le Carrés, der seinen Durchbruch mit "Der Spion, der aus der Kälte kam" hatte, und spielt im Milieu des britischen Geheimdienstes MI6, von seinen Mitgliedern Circus genannt.

Hauptcharakter ist George Smiley (Gary Oldman), dessen ehemaliger Vorgesetzter Control (John Hurt) kurz vor seinem Rauswurf die Vermutung in den Raum stellt, dass einer seiner Spitzenleute ein Maulwurf des russischen KGB ist. Eine von Control heimlich in die Wege geleitetet Mission des britischen Agenten Jim Prideaux (Mark Strong), bei der man den Decknamen des Verräters herausfinden wollte, ist bereits dramatisch gescheitert.
Smiley wird beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen. Der machthungrige Percy Alleline (Toby Jones), der übergelaufene Toby Esterhase (David Dencik), der forsche Roy Bland (Ciarán Hinds) oder der selbstgefällige Bill Haydon (Colin Firth) - einer von ihnen muss der Maulwurf sein. Mit Hilfe seines Assistenten Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) und dessen Kontaktmann Ricki Tarr (Tom Hardy) macht Smiley sich an die Arbeit.


Man muss schon sagen, Regisseur Tomas Alfredson ("So finster die Nacht") hat eine ansehnliche Schauspielerriege um sich versammelt.
Gary Oldman ist absolut zu Recht für einen Oscar nominiert. Sein George Smiley ist ein desillusionierter Charakter, sehr in sich gekehrt, der nur sehr wenig mit Worten, aber dafür um so mehr mit Mimik und Gestik spricht.
Toby Jones, Ciarán Hinds, David Dencik und Colin Firth geben ihren Spitzengeheimdienstlern interessante Facetten - jeder von ihnen könnte der Verräter sein, und keiner von ihnen sit wirklich sympathisch.
Benedict Cumberbatch spielt Smileys Assistenten charmant, aber auch durchsetzungsfähig genug, um absolut glaubwürdig zu sein. Eine Szene blieb mir besonders im Gedächtnis, da sie seinem Charakter noch einmal eine eher unerwartete Wendung gibt (und mir beinahe etwas zu nah ging, da es doch gewisse Parallelen zum Ende der zweiten "Sherlock"-Staffel gab…).
Mark Strong und Tom Hardy sind ebenfalls großartig als verbitterter (Ex)-Agent bzw. wandelndes Pulverfass; aber auch alle anderen Schauspieler passen sehr gut auf ihre Rollen und liefern tolle Leistungen ab.

Der Film besticht durch eine unterschwellige Anspannung und eine oft leicht beklemmende Atmosphäre; Paradebeispiele dafür sind das Treffen Jim Prideauxs mit dem möglichen Informanten, Peter Guillams heimliche Aktenbeschaffung im Circus, oder ein Gespräch auf einer Rollbahn während einer Flugzeuglandung.
Die Handlung springt zwischen Gegenwart (1973) und Vergangenheit hin und her, aber es gibt immer genug Hinweise, um dem Ganzen folgen zu können. Ich fand es jedenfalls längst nicht so kompliziert, wie manche Kritiken einen glauben machen wollten.

Wie gesagt nimmt Alfredson sich viel Zeit und das einzig Negative, was ich über diesen Film sagen kann, ist, dass die ein oder andere Szene tatsächlich nur zur Unterstreichung der Routine da war und ruhig hätte herausgenommen werden können. Dennoch habe ich mich nie gelangweilt, ganz einfach weil der Film meiner Meinung nach die Spannung trotz dieser Wiederholungen gut aufrecht erhält, und gerade zum Ende deutlich zulegt.

Fazit: "Dame, König, As, Spion" ist ein feiner Schauspielerfilm mit sehr gut ausgearbeiteter Atmosphäre und einem gemächlichen Erzähltempo. Wer krachende Action sucht, ist hier fehl am Platz, aber wer ein schönes Spionage-Schachduell sehen will, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Dienstag, 16. August 2011

Stephenie Meyer: "Bis(s) zum Morgengrauen"


Ich habe das erste Buch der "Twilight"-Reihe gelesen. Es hat mir nicht gefallen. Natürlich war mir aufgrund der Filme bewusst, dass ich nicht allzu viel erwarten durfte - aber ist ein Buch nicht normalerweise besser als dessen Verfilmung? Und diese riesige Fanmasse - irgendwoher musste die doch kommen! So wurde meine investigative Seite geweckt und ich musste dieses Phänomen komplett erforschen, musste an die Quelle gehen.

Für die wenigen Leute, die es bisher irgendwie geschafft haben, dem "Twilight"-Hype komplett zu entgehen (Glückwunsch!... Wie habt ihr das geschafft? Die letzten Jahre in einer Höhle im Dschungel verbracht?!), hier kurz zur Handlung (ich benutze diese Bezeichnung im weitesten Sinne): Bella Swan zieht vom sonnigen Phoenix zu ihrem Vater ins grau-regnerische Forks. Sie findet das ziemlich blöd, aber selbstlos wie sie ist, lässt sie sich es kaum anmerken. In der Schule wird sie auf Edward Cullen aufmerksam, der wunderschön und unnahbar ist. Sie ist von ihm fasziniert, er von ihr, nur ist er dummerweise ein Vampir. Komplikationen treten auf, dauern an, werden überwunden.

Stephenie Meyer ist es irgendwie gelungen, mit diesem Buch einen Nerv zu treffen, und zwar v. a. bei jugendlichen Mädchen und Frauen über 40 (ja, ich weiß auch nicht, wieso! Es gehört zum Phänomen dazu und ist irgendwie beängstigend.). Bei vierzehnjährigen Mädchen kann ich mir auch vorstellen, dass es ganz gut ankommt - es lädt zum schmachten ein und bietet viel Identifikationspotential. Außerdem weiß der Großteil der Mädchen in diesem Alter vermutlich nichtmal, wie wirklich gute Literatur aussieht. Frauen über 40 haben keine Entschuldigung. Keine!

Es folgen Spoiler. Nicht, dass ich irgendwelche bahnbrechenden Handlungswendungen spoilern könnte...

Was ist gut?
Nicht besonders viel. Hin und wieder hat Meyer ein paar lichte Momente und findet lustige Formulierungen oder einen ironischen Kommentar. Das passiert leider viel zu selten, aber ab einem gewissen Punkt war ich dankbar für jeden winzigen Strohhalm, den ich kriegen konnte.

Interessant fand ich den Hintergrund der Familie Cullen bzw. das bisschen, was man darüber erfährt. Meyer hat die Tendenz, damit ganz gut anzufangen und dann die Szene schnell wieder zu wechseln. Dabei war all das wesentlich interessanter als die Hauptgeschichte, aber dazu später. Anhand der Film erahne ich, dass Meyer dem Leser diese Informationen nur häppchenweise serviert; ärgerlich, irgendwo ist da nämlich tatsächlich ein gutes Buch versteckt.
Als Charaktere mochte ich, genau wie schon im Film, alle Cullens bis auf Edward. *g* Auch Jacob war ganz in Ordnung, in den wenigen Momenten, die er hat.

Die Sprache ist sehr einfach und damit leicht zu lesen. Ist man geneigt, dann kann man das Buch in wenigen Stunden auslesen. Nervig sind einige Wiederholungen - Meyer hat anscheinend Lieblingsphrasen, die sie immer wieder einsetzt, besonders wenn es darum geht, Edwards Perfektion zu beschreiben. *seufz*


Was ist schlecht?
Alles andere? Ach, ihr wollt es etwas ausführlicher? Nun denn, dann mal schön der Reihe nach.

Bella. Problem: Ich kann sie absolut nicht ausstehen! Was ungünstig ist, da sie die verdammte Protagonistin und noch dazu Ich-Erzählerin ist! Quält euch mal durch über 500 Seiten Ich-Perspektive von einer egoistischen, langweiligen, pubertären Göre, die erste Verliebtheit mit ewiglich inniger, einzig wahrer Liebe verwechselt! Nach den ersten fünf Seiten hatte ich das Weib sowas von über! Sie meckert darüber, dass sie ins eklig-nasse Forks ziehen muss zu ihrem Vater, den sie kaum kennt, weil ihre Eltern sich vor Ewigkeiten trennten (und viel zu jung heirateten und überhaupt). Und sie will da nicht hin und es ist einfach alles doof! In Forks spielt sie brav Hausmütterchen für ihren Vater, der sich die letzten 16 Jahre ja nicht allein versorgen konnte. Und ich frage mich: 1. Warum ziehst sie nach Forks, wenn sie gar nicht hin will und ihre Mutter sagt, sie könne bei ihr bleiben?! Ach, weil der Leser drei Kapitel später erfährt, dass sie das aus purer Selbstlosigkeit macht, damit ihre Mutter mit ihrem neuen Macker durch die USA ziehen kann. Alles klar. 2. Warum bleibt sie dann nicht allein in Phoenix und versorgt sich selbst, kochen und putzen kann sie ja anscheinend?! 3. Was ist soooo unglaublich schlimm an Forks, außer dass es häufig regnet?
Bella will natürlich auch bloß nicht auffallen, war auch schon immer jemand, der mit Gleichaltrigen nicht wirklich auskam, und ist dazu noch total einsilbig, als in der Schule gleich alle nett zu ihr sind! Echt mal, wie können diese Dörfler es wagen, ihr den Weg zeigen zu wollen oder ihr ihre Namen zu nennen, oder sie mit sich am Tisch sitzen zu lassen! Ehrlich, sowas Unverschämtes! Ganz abgesehen davon, dass sie sofort von Verehrern umschwärmt wird, obwohl sie nicht einmal besonders gut aussieht. *seufz*
Dazu ist sie unglaublich tollpatschig. Wäre es nur ein Stolpern hin und wieder, okay. Aber sie schafft es nicht, zwei Meter zu laufen, ohne sich auf die Nase zu legen. Sie passt beim Aufstehen immer extragründlich auf, damit sie nicht hinfällt! Kann es solch schlimme Bewegungslegastheniker überhaupt geben?! Irgendwann nervt es nur noch, wenn zum hundersten Mal erwähnt wird, dass Edward sie festhalten musste, damit sie nicht über die bösen Farnsträucher fällt.
Hobbies hat sie auch kaum welche. Ich habe extra drauf geachtet, weil sie in den Filmen gar keine hat (nein, das suizidiale Motorradfahren zählt nicht!). Sie liest gerne, v. a. Klassiker. Sie hört ganz gern Musik. Hm... tja... sie verbringt am liebsten Zeit mit Edward.


Edward. Da ist mein zweites Problem! Der ist ja noch mehr leere Hülle als Bella. Er hat eine große Musiksammlung und komponiert auch selbst. Er spielt gern Vampirbaseball (as you do). Er rennt gern durch den Wald. Und hat eine Lieblingswiese. Ansonsten ist er einfach nur ein wirklich unheimlicher Stalker. Denn seht ihr, er ist ein Vampir und für ihn riecht Bella so unglaublich gut, dass er nur noch sie im Kopf hat. Und deshalb beobachtet er sie ständig, rettet ihr hin und wieder das Leben, lässt sie nichts alleine machen (sie darf nicht mal mehr ihren eigenen Wagen fahren, denn sie könnte ja einen Unfall haben), sieht ihr beim Schlafen zu, ohne dass sie es weiß - und sie findet es romantisch. Hallo?! Ihr kennt euch seit wenigen Wochen!
Ich vergaß zu erwähnen, dass Edward gut aussieht. Wie gut? Er ist ein Engel, eine griechische Statue, ein Adonis, so wunderschön, dass Bella kaum atmen kann, wenn sie ihn anschaut, so schön ist er. Er ist wirklich sehr schön. Wirklich. Wie ein Engel. Ein ganz wunderschöner.
Mir gingen Edwards Stimmungsschwankungen sehr schnell sehr stark auf die Nerven. Der Typ ändert seine Laune innerhalb eines Satzes! Von fröhlichem Kichern zu wütendem Knurren in einem Wimpernschlag! Aber das ist natürlich nur sein Beschützerinstinkt.

Die "Liebe" zwischen Edward und Bella. Was ist das? Die beiden haben so gut wie nichts gemeinsam! Sie liebt ihn, weil... er heiß aussieht, schätze ich mal, und sie von ihm fasziniert ist, er ist schließlich ein mysteriöser Vampir und so. Da Bellas Überlebensinstinkt nicht-existent ist, ist das wohl okay so. Und er liebt sie, weil... sie gut riecht. Und er ihre Gedanken nicht lesen kann, was sie für ihn wohl leidlich interessant macht.
Es ist ja ganz nett, dass Meyer versucht, Bella sozusagen als Edwards Rettung zu etablieren, da er, im Gegensatz zu seinen "Geschwistern" , seit hundert Jahren alleine vor sich hin schmollt und keine Partnerin hat. Nur möchte ich als Leser ein paar Gründe mehr dafür haben, dass das zwischen Bella und Edward die wirklich große Liebe ist. So, wie es ist, schreit es mir förmlich ins Gesicht: "Das ist Liebe, weil ich es sage!" Show, my dear, don't tell!
Ganz abgesehen davon, dass die Beziehung nicht gerade eine gesunde ist: Er ist ein Stalker, sie kann nicht ohne ihn leben (sie denkt nur an ihn, macht ihr Glück von ihm abhängig usw.). Meyer versucht zwar, uns Bella als modernes Mädchen zu präsentieren, scheitert aber immer wieder kläglich. Bella will zum Vampir werden, um ewig mit Edward zusammen bleiben zu können und ihm ebenbürtig zu sein. Kurz darauf kommen dann wieder Sätze wie "Er ignorierte, was ich sagte". Und das passiert ständig! Andauernd sagt Bella ihre Meinung zu irgendetwas und Edward beachtet es gar nicht, denn er weiß ja am besten, was gut für sie ist und was sie wirklich will! ... Hallo?!

Handlung. Wenn man das so nennen kann. Zirka 400 Seiten lang passiert nichts! Alles tritt auf der Stelle, Bella und Edward haben zum x-ten Mal ihre Unterhaltung darüber, dass er nicht gut für sie ist und sie umbringen könnte, wenn er die Kontrolle verliert, während ihr das egal ist und sie nur mit ihm zusammensein will. Und plötzlich, so als ob Meyer einfiel, dass langsam doch mal etwas passieren sollte oder, nun ja, ein richtiger Konflikt auch mal ganz nett wäre, tauchen drei andere Vampire auf, von denen einer es auf Bella abgesehen hat. Ein leicht konfuser Plan soll Bella retten, aber sie schafft es natürlich trotzdem, wieder beinahe draufzugehen.
Leider viel zu spät, Meyer. Aber es ist ja der Gedanke, der zählt, nicht wahr?

Action. Es gibt keine. Ich meine, da hätten sich ein paar Szenen durchaus für interessante und spannende Action angeboten, wäre Meyer eine flexiblere Autorin - das Baseballspiel hätte man deutlich rasanter schildern können, und die letzte Konfrontation im Ballettsaal? Das war peinlich. Da hat man schon mal einen Kampf, und da lässt Meyer die blöde Bella wieder mal in Ohnmacht fallen, sodass dem Leser selbst dieser Hauch an Spannung vorenthalten wird! Unglaublich!

Klischees. Gibt's auch. Von der ach-so-konfliktbeladenen Liebesgeschichte einmal abgesehen, nervt es, dass Bella sofort von allen Mitschülern umschwärmt wird. Sie muss ständig gerettet werden, da sie alleine ja nicht einmal geradeaus laufen kann - natürlich gibt es dabei die beinahe schon obligatorische Beinahevergewaltigung, wovor sie der strahlende Held (im Volvo der Gerechtigkeit) gerade noch rechtzeitig retten kann. Von der Sprache mit ihren ständigen "Engel"- und "Statuen"-Vergleichen einmal abgesehen. Das "starke Arme"-Klischee wird hier auch sehr überreizt, da Edward anscheinend kalt und hart wie Stein ist. Ich weiß zwar nicht, wie Bella das angenehm finden kann, aber egal.

Und dann noch alle möglichen anderen Kleinigkeiten, die sich einfach summieren. Fehler innerhalb der Welt, wenn Meyer einmal sagt, dass Vampire nicht atmen, schlafen oder einen Herzschlag haben, nur damit Bella ständig ganz schwindelig von Edwards wunderbarem Atem wird. Ja, was denn nun? Atmet der Typ jetzt oder nicht?! Und wie das später mit dem Baby funktionieren soll, will sich mir aufgrund dessen auch nicht erschließen, aber egal!

Ach, was soll's. Die Fortsetzungen werde ich aus morbider Faszination wohl auch noch lesen. Es ist schrecklich, aber ich kann nicht weggucken.


Erklärungsversuch
Warum kommt dieser Kram denn dann so gut an? Wisst ihr, ich glaube, ich bin für diese Bücher einfach zu alt. Bella als Protagonistin ist absolut flach, sodass sie unglaublich viel Platz für den Leser bietet, sich an ihrer Stelle zu sehen. Und Edward steht natürlich stellvertretend für den starken Traumprinzen, der einen immer beschützt und tugendhaft ist. Vampire sind ja gemeinhin immer Sinnbild von Erotik, Leidenschaft und Versuchung. Warum Meyer ihnen aber genau diese Eigenschaften beinahe vollständig raubt, will mir nicht so ganz einleuchten. So ist das ntaürlich alles ganz sicher und brav und rein... aber das ist nicht Sinn einer Vampirgeschichte, verdammt!

Vielleicht war die Zeit einfach da für ein Buch mit Vampiren, egal welche Qualität es denn hat, und Meyer war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Geschichte hat ja auch durchaus Potential, irgendwo tief versteckt in diesem Schnulzenbrei. Ich sag auch nichts gegen die Änderung der üblichen Vampireigenschaften - dann glitzern Meyers Vampire eben, haben irgendwelche besonderen Fähigkeiten wie Gedankenlesen oder Weissagung. Und die Mädchen möchten einfach ein bisschen von diesem tollen Vampir träumen, der sich in eine durchschnittliche Sterbliche verliebt und nun gegen seinen Instinkt ankämpft.

Irgendwie sowas wird es wohl sein. Das Marketingelement der Vampirgeschichte, ein nettes gothicmäßiges Buchcover, Wunscherfüllung durch die Protagonisten... Warum das vierzigjährige Frauen toll finden, weiß ich aber immer noch nicht! Aber immerhin hat man auch für diese Altersgruppe Merchandise-Angebote (wenn wohl auch nicht offziell lizensiert *g*).

Fazit: Langweilige Handlung, uninteressante bis unsympathische Protagonisten und nur hin und wieder ein kleiner erzählerischer Lichtblick - ich kann den Hype absolut nicht nachvollziehen.


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Freitag, 15. Juli 2011

Petrificus Totalus!! (oder auch: Kampf dem (Ge)*knurpsel*...)






Petrificus Totalus! Diesen Zauberspruch hätte ich heute im Kino (beim Film HP 7.2) gut gebrauchen können. Warum? Um ihn in die Reihen hinter mich zu schleudern. Und gleich noch den Silencio-Zauber hinterher, um alle Eventualitäten auszuschließen.


...*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*
...*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*
...*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*


....und das  DEN.  GANZEN.  VERDAMMTEN.  FILM.  HINDURCH.


Und nicht nur aus einer Ecke, sondern gleich aus mehreren (gleichzeitig!). Den. ganzen. Film. hindurch. permanent. und. unaufhörlich. bis. zum. Ende. Und ganz besonders in den ruhigen und sehr emotionalen Momenten war dies schier UNERTRÄGLICH.


Ich hasse das. Ich hasse solche Kinobesucher. Ich hasse die Rücksichtslosigkeit mancher Leute. Wieso verdammt noch mal muss man den ganzen Film hindurch fressen? Wieso immer dieses Knurpselzeug? (Chips, Nachos, Popcorn…ja, selbst das hörte man da raus!) Wieso kann man sich nicht VORHER sättigen? Und wieso können manche Leute Filme offensichtlich nur genießen, indem sie sich ständig mit irgendwas vollstopfen, knistern, rascheln…und eben knurpseln^^.

Ich fang’ ja auch nicht einfach während der Vorstellung an zu rauchen, weil ich mich dann besser entspannen (und genießen) kann. Und bei den Handys weisen die Kinobetreiber ja meist auch immer daraufhin, dass das während der Filmvorstellung gefälligst auszubleiben hat. Warum kann man dasselbe nicht mit dem Knister- und Raschelgeräusch, Knurpsel- und Mundkrachgeräusch verursachenden Snacks machen? Oder generell Snacks während der Vorstellung verbieten? Oder nur Snacks anbieten, die eben nicht knurpseln.

Man müsste echt das Kleingeld haben, um sich so einen Kinosaal ganz für sich allein zu mieten. Diese verfressenen Idioten! Stümper! Banausen! Egoisten! Blödians! (Und das Wort mit dem "A" am Anfang und dem "Nichts mit etwas drumherum" am Ende schlucke ich jetzt an dieser Stelle mal tapfer runter. Wir sind hier schließlich ein anständiger Blog. Und bleiben sauber. Naja....wir versuchen es zumindestens.*g*)

So.

Boah, ne.....ich hab’ mich so übelst derb heute aufgeregt. Arglnhhhhh!


Am liebsten wäre ich in die hinteren Reihen geklettert und hätte diesen vermaledeiten, rücksichtslosen, permanenten "Geräuscheverursachern" ihre Chipstüten, Nachoschälchen und ihre Popcorn-Eimer so tief in den Rachen gerammt, dass ihnen das Zeug wieder an den Ohren herauskommt oder dass es ihnen denselben so verstopft, dass ihnen die Lust und die Möglichkeit am weiteren Geknackse vergeht. Stinksauer war ich und bin es noch. Und da ich grad kein passendes Ohr zur Verfügung habe, was ich volljammern kann, muss jetzt eben die Mecker-Ecke herhalten. Dafür ist 'se ja schließlich da, gell? Und der Druck muss raus, alles andere ist schließlich ungesund für’s eigene Gemüt.*g*

Ja, so einen Lähmungs- oder Erstarrungszauber anzuwenden wäre heute im Kino wirklich außerordentlich praktisch gewesen. Und eine Genugtuung. Und eine Wohltat dazu.

Tja, aber leider leben wir nicht in der Zauberwelt eines Harry Potter & Co., sondern eben doch nur in der schnöden Welt der Muggel. Schade eigentlich.



P.S.
Nu' geht's mir besser. ;-)

Freitag, 1. Juli 2011

Also, da hört sich doch alles auf.....!





Nun ist es passiert. Jetzt muss ich mecker-technisch auch mal etwas vermelden. (Premiere!)

Ich bin altersmäßig betrachtet ja zugegebenermaßen nicht mehr ganz so frisch. Das "Gebälk" hat schon etwas Rost angesetzt und beginnt auch hier und da schon mal ein Ächzen und Stöhnen von sich zu geben. Auch Falten haben mittlerweile bereits die Stirn, sich auf dieser zu zeigen, um es mal mit den Worten des hochverehrten Heinz Erhardt zu sagen. Wenn auch nur im Ansatz! Man könnte mich also durchaus schon als etwas "angemodert" bezeichnen, zumal ich mich von der liebreizenden Nachkommenschaft respektloserweise auch schon mit dem Begriff "Gammelfleisch" verunglimpfen lassen musste. *hmpf*

Aber SOOOOOOO unendlich uralt und vergreist bin ich ja nun in der Tat noch nicht, das muss dann doch noch mal angemerkt und hier klargestellt werden!

Immerhin kann ich einen PC bedienen, was man nicht von jedem Menschen der älteren Generationen behaupten kann und ich möchte sagen, ich kann ihn gut bedienen....jedenfalls für mein Alter. ;-) Und des Weiteren habe ich noch keine grauen Haare. Oben nicht...und unten auch nicht. *g* Nicht, weil ich sie etwa färben würde, oh nein, mitnichten. Ich habe tatsächlich noch keine, erst kürzlich bestätigt von meiner Frisörin, die ich anlässlich des routinemäßig anfallenden Haarschnitts aufsuchen musste und die ja nun von oben auf mein Haupt blicken kann und deshalb eben auch einen umfassenden Ein- wie Überblick auf dasselbe hat. Sie war äußerst erstaunt, dort eben etwas zu erblicken, was sie nicht vermutet hätte: nämlich noch kein einziges graues Haar! Dies erstaunte sie auch nicht zuletzt deshalb so sehr, weil sie derselbe Jahrgang wie ich ist und sich schon eine ganze Zeit mit dieser Art der Haarveränderung herumschlagen muss, weshalb sie sich die Haare auch färbt, denn für die naturgemäße Ergrauung, die jeden ja früher oder später mal ereilt, fühlt sie sich dann doch noch etwas zu jung. Jedenfalls beweist dies, dass das, womit ich beim üblichen, normalen Erhaltungsprozess leider nun mal nachweislich nicht punkten kann, mir wenigstens bei meinen Haaren mitgegeben wurde: nämlich gute Gene. So etwas nennt sich ausgleichende Gerechtigkeit. *g* Aber ich schweife ab.


Folgende Karte bekam ich zu meinem vergangenen alljährlichen Wiegenfeste gesendet. Wann, wie, wo und das wievielte soll jetzt mal keine Rolle spielen, schließlich sprechen Damen meines Alters nicht über ihr Alter, das ziemt sich nicht. Also legen wir über solche unwichtigen Nebensächlichkeiten mal den Mantel des Schweigens. *hüstel* Jedenfalls möchte ich den unendlichen Weiten des Inter-"Netzes" diese doch keinesfalls vorenthalten, nicht zuletzt um deutlich zu machen mit welch’ überaus "charmanter" Briefkastenbefüllung man sich zwar-als-etwas-reiferes-aber-dennoch-junggebliebenes-und-noch-nicht-so-betagtes weibliches Wesen heutzutage so rumschlagen muss.


Vorderseite (außen):

Da dachte ich noch, oooch wie lieb, wie putzig und wenn ich jetzt die Karte aufklappe, kommt bestimmt was Nettes, Freundliches, Liebevolles (ähem ja, das dachte ich wirklich...)



Ja, und dann klappte ich die Karte auf und was mussten da meine tränenverschleierten Augen lesen und sich zu Gemüte führen?

Innenseiten (aufgeklappt):




Pfffffft! Ja, gibbet denn so wat?! Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg!


Das kann ich natürlich nicht kommentarlos hinnehmen, das versteht sich ja von selbst:

  1. Natürlich habe ich immer interessante Geschichten auf Lager! Ich habe ja schließlich auch eine ungemein interessante Persönlichkeit. :D
  2. Als ich geboren wurde, gab es selbstverständlich schon Strassenbeleuchtung. Und man glaubt es ja kaum, es handelte sich tatsächlich um elektrisches Licht.
  3. Wieso mein Auto? Ich besitze keines. Aber würde ich eines mein eigen nennen, nein…die Kurbel zum Starten des fahrbaren Untersatzes hätte auch ich nicht kennengelernt. Die hat es lange VOR meiner Zeit gegeben. Und zwar sehr lange. Sehr sehr sehr seeeeeeeeehr lange. So!
  4. Also, SO dick waren die Fernseher nun wirklich nicht. Pöh.
  5. Okay, das mit den Handys stimmt.......(und das war ausgesprochen erholsam!)
  6. .....das mit den Frisuren leider auch. *g*

      Nun, was lernen wird daraus?

      Manche Menschen haben einfach keine andere Möglichkeit auszudrücken, wie sehr sie einen wertschätzen und mögen, ja ich möchte fast sagen bewundern (*kicher*)....vor allem natürlich für den Umgang und die Würde, mit der man/frau dem bevorstehenden oder schon erreichten Alter begegnet und dafür, innerlich so jung und frisch und wach geblieben zu sein *g*.....und dass sie einen ja in Wirklichkeit für eine "überaus sympathische Persönlichkeit" halten. ;-) Nein, sie können es nicht anders zum Ausdruck bringen als auf die Art, es hinter Zeilen zu verstecken, die scheinbar das Gegenteil auszudrücken scheinen.

      Was für ein unglaubliches Glück, dass ich aufgrund meines überaus reichen Erfahrungsschatzes, den ich im Laufe meines Daseins bis heute ansammeln durfte und den ich mir in....jawohl, laaaangen Lebensjahren hart erarbeitet habe (ebenso wie meine Falten!) in der Lage bin, zwischen den Zeilen zu lesen und zu erkennen, was der Verfasser/die Verfasserin mir gegenüber tatsächlich mit dieser Karte zum Ausdruck bringen will. :P

      So, das musste doch mal gesagt werden. Ha, jetzt geht’s mir besser. *g*

      In diesem Sinne....

      schönes Weekend allerseits!



      P.S.
      1. Muahahahaha! *g*
      2. Die Karte ist genial, so klasse und ich habe mich sehr darüber amüsiert. Aber das würde ich dem Versender/der Versenderin niemals sagen. Nieeeemals nicht. Nie. Nie. Nie. Am Ende bildet sich diese Person noch etwas darauf ein. Und das wollen wir natürlich nicht, nicht wahr? :D
      3. Freches Biest! ;-)

      Montag, 6. Juni 2011

      Köln und Kino - das ist so eine Sache...

      Da melde ich mich nach beinahe zweiwöchiger Abwesenheit zurück und dann mit einem Mecker-Post. Aber es muss ja einfach mal gesagt werden und da ich nun aus eigener Erfahrung sprechen kann und mich nicht mehr nur auf Erfahrungsberichte verlassen muss, außerdem gerade in besonders ausgelassener Meckerstimmung bin (meine Laune ist bestens, ich fühl mich nur gerade mitteilungsbedürftig), nun, da kann ich doch einfach mal ein bisschen drauflosschreiben.

      In Köln gibt es nach der Schließung des Cinestar eigentlich nur noch den Cinedom als große Anlaufstelle für aktuelle Spielfilme. Das Rex am Ring ist auch noch eine Möglichkeit, ist aber vor allem dafür bekannt, ältere bzw. in anderen Kinos bereits aus dem Spielpan gestrichene Filme zu zeigen. Und dann gibt es natürlich noch Nischenkinos wie das auf Originalfassungen spezialisierte Metropolis. Das Masse geht in den Cinedom.
      Und sieht ja auch ganz schnike aus, so von außen. Innen auch recht beeindruckend, gerade wenn man wie ich nicht aus der Großstadt kommt und es etwas moderater gewöhnt ist. *g* 14 Säle auf 2 Etagen, das ist schon eine Hausnummer. Zwei 3D-Säle, einer davon wohl erst vor Kurzem hinzugefügt und hoffentlich mit besserer Technik ausgestattet, als es im ersten 3D-Saal der Fall ist (wie ich hörte; ich selbst gehe nur in zwei bestimmten Kinos in 3D-Filme, da weiß ich, dass das Bild auch wirklich gut ist). Edit: Wie mir Sir Donnerbold vom Nachbarblog mitteilte, konnte er bisher nicht im geringsten über das 3D im Cinedom klagen. Wahrscheinlich war er im neuen Saal. *g* Na, wenn die Technik da aber so gut ist, wie er sagt (ich glaub es jetzt mal ungesehen *g*), scheint der Cinedom nicht ganz verloren...

      Zu so einem ersten Eindruck müssen ja auch die Preise passen, und die sind schon ordentlich - klar, wir sind in einer Großstadt, aber am Wochenede für Nachmittags- und Abendvorstellungen regulär 9,50 € zu verlangen und dazu dann nochmal den 3D-Aufschlag (und vermutlich auch Überlängenaufschlag)... schon happig. Oder sagen wir so: Wenn man auch einen entsprechenden Gegenwert geboten bekommt, dann lässt sich das ja akzeptieren. Aber wenn nicht?

      Ich war also am Wochenende in eben diesem Cinedom, um mir mit Oellig "Fremde Gezeiten" anzuschauen. Aufgrund der unglaublich "tollen" Zugverbindung und der Tatsache, dass Vorstellungen am frühen Nachmittag mit 7,50 € vergleichweise billig ausfallen, haben wir uns die 14-Uhr-Vorstellung in 2D angeschaut. Gut besuchter Saal. Normale Werbung ohne Ton. Auch nett, gucken wir uns eben die bunten Bilder an. Bei Trailerbeginn gab's dann sogar Ton, was mit Jubel begrüßt wurde. Nette Trailer, hätten gerne mehr sein dürfen. Andererseits will ich mich auch nicht beschweren, dass es keine halbe Stunde Werbung gab, wie es sonst in Großstädten häufig obligatorisch ist.

      Ganz ehrlich? So ein schlechtes Bild habe ich schon lange nicht mehr gesehen. "Fremde Gezeiten" hat nun mal leider viele Szenen, die im Dunkeln spielen, und da ist es enorm wichtig, ein gutes Bild zu haben, um überhaupt alles erkennen zu können. Was in der besuchten Vorstellung absolut nicht der Fall war. Und der Cinedom kann sich auch nicht damit herausreden, dass es eben in dem Film so ist - ich habe "Fremde Gezeiten" bereits in zwei anderen Kinos gesehen. Das eine Kino zeigte ihn in 3D und wie wir wissen, nimmt 3D immer auch etwas Helligkeit weg - dennoch konnte man selbst in den teilweise sehr dunklen Unterwasserszenen noch ausmachen, was gerade passiert. Das andere Kino ist ein leicht ... verwohntes Studentenkino mit ganz eigenem Charme, wo man wirklich nicht die tollste Projektion erwartet. Es war eine 2D-Fassung und man konnte alles erkennen. Scharfes, helles Bild, sehr angenehm.

      Ich weiß nicht, warum das Bild im Cinedom so extrem dunkel war, dafür kenne ich mich mit der Technik einfach viel zu wenig aus. Vielleicht ein altersschwacher Projektor, der das Bild eben nicht mehr mit voller Kraft projizieren kann. Vielleicht falsche Einstellung. Vielleicht auch eine nicht mehr ganz so gute Kopie (manchmal hakte der Ton auch ein wenig). Aber Leute, wenn ihr für so eine miese Projektion, bei der man in manchen Szenen nicht mal erahnen konnte, was gerade abging (Meerjungfrauenangriff; auch der Schwertkampf in der Kneipe war grenzwertig), in den Abendvorstellungen 9,50 € verlangt... dann ist das richtig unverschämt. Da muss man sich als Kinobetreiber auch nicht mehr wundern, wenn Besucher wegbleiben - wenn das Bild immer so schlecht ist, würde ich mir das auch gewaltig überlegen, ob ich mir das antun will.

      Zum Glück gibt es in meiner Umgebung mehrere gute Kinos, bei denen ich was das Bild angeht noch nie Grund zur Klage hatte. Dass ich nach Köln ins Kino fahre, ist ja sowieso die große Ausnahme, zum Glück bin ich darauf nicht angewiesen.

      Der Film war natürlich nach wie vor toll *g*, und beim Umsteigen konnte ich auch nette Leute kennenlernen, die ebenso wie ich im Niemandsland gestrandet waren, weil aufgrund von Bauarbeiten mal wieder alle möglichen Züge ausfielen. Und die Züge, die fuhren, kamen zu spät. Ach, ich verschwende gern eine Stunde meines Lebens damit, an einem Kleinstadtbahnhof auf einen Zug zu warten. :)

      Montag, 20. Dezember 2010

      Von Stimmen und Piraten

      "Das ist jetzt nicht euer Ernst, oder...?"

      Beinahe so habe ich geschaut (vielleicht war auch etwas mehr Schock drin), als ich das Gerücht (?) gelesen habe, dass in "On Stranger Tides" nun David Nathan unseren Captain sprechen soll und nicht mehr Marcus Off. Das kann nicht deren Ernst sein. Okay, im Trailer war es ja bereits so, ABER das hatten wir davor ja auch schon oft genug, daher hab ich mir nichts weiter dabei gedacht. Und dann diese Nachricht.

      Mir ist bewusst, dass dieser Blog nur ein winzigwinzig-kleines Lichtlein am Bloggerhimmel ist und das von den Verantwortlichen (sei es das Synchronstudio, oder Disney oder von mir aus auch einer der betroffenen Sprecher) wohl eh nie einer lesen wird - aber ich muss das einfach mal schön gesammelt an einer Stelle loswerden, anstatt es häppchenweise auf diversen Seiten zu verteilen.

      Manch einer wird sich wundern, warum mich das aufregt - ist doch nur ein Sprecherwechsel, und Nathan ist doch eh der reguläre Sprecher von Johnny Depp. Nun, wer hier schon mal öfter reingeschaut hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass ich die "Fluch der Karibik"-Reihe und v. a. den bekloppten Piratencaptain sehr gern mag. Habe das hin und wieder, mal hier, mal da erwähnt. Ich bin Fan. Ich habe alle Teile mehrmals im Kino gesehen, habe diverses Merchandise (und damit meine ich durchaus auch kostenintensivere Sachen...) und fieberte Teil 4 entgegen. Der englische Trailer hat mir sehr gut gefallen.

      Tja, und dann? Dann hieß es, es gäbe einen Sprecherwechsel. Und damit war meine Vorfreude im Grunde wie weggeblasen. Denn das ist einfach... ich kann es mir nicht vorstellen. Marcus Off ist mittlerweile stark mit der Figur des Jack Sparrow verbunden. Leute reagieren in anderen Filmen, in denen er synchronisiert, mit einem "Das ist ja Jack!" (gerade erst in "The Tourist" passiert). Er wird als Sprecher für Sonderwerbung bei Pro7 eingesetzt - explizit als Jack Sparrow, um die Ausstrahlung der Filme anzukündigen. Off ist für mich einfach der deutsche Jack - und wenn ich mich so im Bekanntenkreis umhöre oder in die Foren gucke, geht es sehr vielen anderen ebenso.
      Natürlich möchte ich nicht leugnen, dass es auch erfreute Stimmen gibt. Manche finden Offs Stimme zu "tuntig" und begrüßen deshalb einen Wechsel zu Nathan. Andere interessieren Synchronsprecher prinzipiell nicht besonders, sie achten nicht drauf. Und dann gibt es natürlich noch die Minderheit der Leute, die eh nur Originalfassungen gucken. Die würde es aber auch nicht stören, wenn alles beim Alten bliebe. Über Jacks "tuntigen" Einschlag muss man nun wirklich nicht diskutieren - absolut total hundertprozentig hetero ist er nicht (von Depp ja selbst bestätigt), und viele, die ich kenne, finden Offs Stimme einfach sehr passend.

      Das alles ist überhaupt kein Angriff auf David Nathan. Den finde ich als Sprecher wirklich sehr gut (meine Güte, ich hab mir mal ein Hörbuch gekauft, nur weil er es spricht). Hätte er von Anfang an Jack gesprochen und man wollte jetzt plötzlich zu Marcus Off wechseln, dann würde ich genauso verständnislos und verärgert reagieren.
      Denn es geht ja nicht nur darum, dass man sich an die Stimme gewöhnt hat - sondern auch um die Kontinuität innerhalb der Reihe. Alle vier Teile am Stück anschauen (wie ich es geplant hatte, sollte es in den Kinos solche Vorstellungen geben) ist ja dann richtig unangenehm. Aber stimmt, das machen ja nur die Hardcore-Fans, eine verschwindend geringe Anzahl ( Sir Donnerbold könnte da jetzt möglicherweise etwas über die Besucherzahlen des Triple-Features sagen). Aber wenn selbst kleinen Kindern auffällt, dass Woody auf einmal in "Toy Story 3" eine andere Stimme hat und dadurch kurz Unruhe ausbricht, wie wird man denn dann in "On Stranger Tides" reagieren? Für den Wechsel in "Toy Story 3" gab es ja einen durchaus nachvollziehbaren Grund, auch wenn man sicher jemanden hätte finden können, dessen Stimme Peer Augustinskis mehr ähnelt.
      Man hat nun einmal damals, aus was für Gründen auch immer, Marcus Off als Sprecher ausgewählt, und dann sollte man jetzt auch einfach dazu stehen. Diese Stimme gehört in Deutschland einfach zum Bild von Jack Sparrow dazu - man kann die Augen schließen und weiß sofort, "Aha, das ist Jack!". Ist man bisher denn nicht gut damit gefahren? Ich denke doch.

      Und ich denke, dass dem Kinopublikum solche Veränderungen auffallen - und dass es darauf reagiert. So abgestumpft ist der durchschnittliche Kinogänger nämlich längst nicht, wie man vielleicht in so manchen Studios denkt. Wie war das noch mit der Neusynchronisation von "Arielle"? Ich erinnere mich auch noch gut daran, wie wir mit der Klasse "Troja" schauten, und eine Mitschülerin neben mir, die nicht sonderlich viel mit Filmen im Allgemeinen und Synchronisation im Besonderen zu tun hat, nach Brad Pitts erstem Satz ganz verwirrt sagte: "Aber das ist ja die falsche Stimme!" Als ich ihr sagte, dass das bewusst so gemacht wurde, kam von ihr nur: "Ist doch Mist, das passt doch überhaupt nicht." Dass der "Troja"-Sprecher eigentlich näher an Pitts Originalstimme dran ist als dessen Stammsprecher tat da gar nichts zur Sache - sie hatte eine bestimmte Stimme erwartet, die kam nicht, und sie bekam schlechte Laune.

      Wie weiter oben gesagt, ich habe alle "Fluch der Karibik"-Teile mehrmals im Kino gesehen. Ich habe gutes Geld dafür bezahlt. Teil 1 sah ich zwei Mal, Teil 2 drei Mal und Teil 3 sechs Mal im Kino. Und ich bin jemand, der dann für jeden weiteren Kinobesuch Freunde mobilisiert und diese ebenfalls in den Film schleppt. Diese vielleicht sogar auch mehrmals, wenn der Film gut genug gefällt (so geschehen bei Teil 3). Und ganz ehrlich - ich überlege stark, ob ich mir Teil 4 so oft anschauen werde. Ich werde den Film mit der "falschen" Stimme ganz einfach nicht genießen können. Das ist kein stimmiges Bild. Natürlich weiß ich, dass Nathan sich so viel Mühe wie nur möglich geben würde, und er wäre sicherlich nicht schlecht in der Rolle - aber er ist es einfach nicht. Er ist nicht Jack. So wird es wohl darauf hinauslaufen dass ich den Film einmal auf Deutsch schauen und dann eine lange Fahrt in Kauf nehmen werde, um die Originalfassung zu sehen.
      Und ich weiß, dass werden einige andere ebenso machen - oder sie gehen gar nicht erst ins Kino, sondern warten auf die DVD.

      Das alles tut mir unglaublich Leid. Ich will diesen Film wirklich lieben so wie die anderen Teile davor - aber sollte es wirklich dazu kommen, dass der Sprecher gewechselt wird; nun, dann weiß ich, dass ich nicht alleine bin, wenn ich sage: "Danke, damit habt ihr mir den Film verdorben."

      Ganz ehrlich: Ich glaube nicht an diesen Kram mit den Gehaltsdiskussionen oder was auch immer das war. Sollte es nicht einfach möglich sein, Kontinuität zu bewahren und Kompromisse einzugehen, ganz einfach um des Endergebnisses Willen? Das sind doch alles erwachsene Leute in den Studios. Mir ist auch egal, wer da jetzt was gesagt/getan oder sonstwas hat, wer der Böse ist. Ich wünsche mir einfach, dass man das auf die Reihe kriegt und sich besinnt.

      Und wer weiß schon, ob die Synchro bei "Toy Story 3" möglicherweise eine Rolle bei den schlechten Besucherzahlen hier in Deutschland spielte - die anderen beiden Teile liefen doch um einiges besser, wenn ich mich recht erinnere. Es ist ein potentieller Grund von vielen. Ich weiß nur, dass man Fans nicht unterschätzen sollte. Und Mundpropaganda. Wenn auch nur die Hälfte der Fans (denn die sind es, die solche Filme groß machen; die Leute, die mehrmals ins Kino gehen und ihren Freunden davon erzählen) so denkt wie ich, wie viele in meinem Bekanntenkreis, dann könnte sich das stark auf das Einspielergebnis auswirken. Und da hilft dann auch kein 3D mehr.

      Aber wie gesagt, dass interessiert die Verantwortlichen nicht. Es geht ums Geld und irgendwer will da Machtspielchen oder dergleichen treiben. Und dies macht man ja gern auf dem Rücken der Fans. Vielleicht klingt das jetzt verbittert, aber das beschäftigt mich einfach schon seit Tagen. Ich kann mich nicht mehr auf "On Stranger Tides" freuen - und das ist das Traurigste an der ganzen Sache. Vielleicht ist diese ganze Aufregung umsonst und es bleibt alles beim Alten. Ein kleiner Funke Hoffnung ist noch da...

      Dienstag, 7. Dezember 2010

      WAAAAAAAHHHH!

      Nein, keine schockierende Meldung oder sonstwas - zumindest habe ich keine gefunden.

      Ich kann nur grad nicht hysterisch hier rumschreien, also mache ich es virtuell.

      WAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH!!!!!!


      Danke.

      Ich muss aufräumen, ich werd hier sonst bekloppt.

      Mittwoch, 24. November 2010

      Iny Lorentz: "Die Wanderhure"


      Dieses Buch habe ich deswegen gelesen, weil es in letzter Zeit (v. a. durch den TV-Film mit Alexandra Neldel) in aller Munde war und noch dazu ein Bestseller ist. Mit mehreren Fortsetzungen. Außerdem ist es noch nicht lange her, dass ich ein sehr interessantes Sachbuch über das Leben im mitelalterlichen England gelesen habe. Einen Versuch war es also wert.

      Kurz zum Inhalt, bevor ich mich über selbigen auslasse: Die 17-jährige tugendhafte Kaufmannstochter Marie solle den Anwalt Ruppertus heiraten. Dieser entpuppt sich jedoch als hinterhältiger und skrupelloser Mitgiftjäger. Am Abend vor der Hochzeit wird sie von gekauften Zeugen der Hurerei beschuldigt, schließlich vom Gericht für schuldig befunden und aus der Stadt verbannt. Halbtot wird sie von der Wanderhure Hedwig aufgelesen und entscheidet sich widerwillig ebenfalls für ein solches Leben. Ihr einziges Ziel ist nun die Rache an den Männern, die an ihrem Unglück Schuld sind.

      Es ist nun schon ein bisschen her, seit ich diesen Roman gelesen habe und je mehr Zeit verstreicht, desto genervter werde ich. Das liegt vor allen Dingen daran, dass bestimmte Dinge so viel besser hätten gehändelt werden können - ganz ehrlich, ich habe kein sonderliches Talent für Geschichten, aber wenn selbst ich beim Lesen denke, "Das wäre so aber viel plausibler!"... naja, dann gehört das Buch sicherlich nicht zu den besten, die ich bisher gelesen habe.

      Warum Ruppertus sich am Anfang so eine unglaubliche Mühe macht und auf einen Plan zurückgreift, bei dem es auf das Schweigen von viel zu vielen Leuten ankommt, will sich mir nicht erschließen - nun, vielleicht mag er das Risiko. Nach wie vor verstehe ich auch nicht, warum er als Bastardsohn eines Grafen, der ihn lange Zeit sogar ignoriert hat, als ach-so-tolle Partie gilt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Maries Vater ein gut situierter Kaufmann ist, der sicherlich nicht die geringsten Probleme hätte, seine Tochter mit einem ebensolchen zu verheiraten.

      Dann Marie selbst - ich kann mit diesem Charakter überhaupt nichts anfangen. Am Anfang ist sie ein naives, behütet aufgewachsenes Mädchen und nach fünf Jahren als Wanderhure... eine naive, auf Rache sinnende Frau. Okay, sie will Rache. Alles klar, ist auch absolut verständlich. Nur - ist das alles? Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Autoren nichts aus ihr rausholen. Marie als Charakter hat mich kalt gelassen. Natürlich tat sie mir am Anfang sehr leid, aber später hat sich mich oft einfach nur frustriert. Sie trifft dumme Entscheidungen, macht es sich teilweise selbst schwerer als nötig (v. a. im Bezug auf ihren Jugendfreund Michel) - und hat dann oft einfach unverschämtes Glück. So viele Zufälle, meine Güte. Glückliche Fügungen, Deus ex Machina, lazy writing - es gibt viele Bezeichnungen dafür. Und am Ende wird einfach wieder über ihren Kopf hinweg entschieden und sie... sagt nichts dazu. Wo sie sich vorher noch gegen die Großen und Mächtigen behauptet hat. Ist klar. Dieses Ende ist z. B. auch etwas, das man ganz leicht besser hätte lösen können. Aber was soll's.

      Das Männerbild ist auch sehr einseitig. Dass es ein paar Mistkerle in einem Buch über eine Wanderhure geben muss, ist klar, wo bliebe denn sonst das Drama. Aber jeder? Jeder? Bis auf vielleicht drei oder vier Männer ist eigentlich jeder ein Schwein. Sobald Marie irgendwo auftaucht, verlieren die Männer offensichtlich die Fähigkeit, mit dem Gehirn zu denken. Ständig wird sie lüstern angestarrt oder mit Blicken ausgezogen. Ganz besonders böse sind offensichtlich Mönche - oder generell Geistliche (darunter findet sich aber immerhin eine Ausnahme). Das ist wohl ein Thema des Buches: Die Geistlichen im Mittelalter waren alle total versaut und haben sich einen Dreck um ihre Gelübde geschert. Sicherlich gab es auch schwarze Schafe, aber alle?! Echt jetzt? For real?!

      Zu diesen größeren Kritikpunkten kommen dann noch viele kleine hinzu, die mich beim Lesen aber teilweise sogar noch mehr genervt haben. Als Leser wird man z. B. ständig darann erinnert, dass Marie wunderschön ist. Engelsgleich. Hat ein Madonnengesicht usw. Und das selbst noch nach fünf (5!) Jahren als Wanderhure. Im Mittelalter. Jaaa, ich weiß, dass sie eine brave Hure ist, die sich schön sauber hält - aber trotzdem. Wir sind im Mittelater. Fünf Jahre als Wanderhure wird man ihr ansehen. Damals 20 ist ungefähr das heutige 40, aber ohne ausgewogene Ernährung, Schönheits-OPs, Zahnpflege und Fitnesspläne.

      Egal. Hin und wieder schleichen sich auch moderne Ansichten hinein (ja, Marie, du hast einen schönen flachen Bauch und wirst niemals so dick werden wie die Berta, denn dick ist gleich hässlich), der Schreibstil ist sehr einfach und arbeitet oft mit Wiederholungen. Das merkt man irgendwann. Ich habe mich später ertappt, wie ich bei ständig wiederkehrenden Phrasen genervt mit den Augen rollte. Die mittelalterliche Welt wird meist nur recht vage beschrieben - wer sich gerade für solche Dinge interessiert, sollte wohl doch zu anderen Autoren greifen.

      Wenn man die Geschichte runterbricht, handelt es sich bei "Die Wanderhure" eigentlich um ein Märchen: Hübsches, unschuldiges Mädchen wird Opfer von Intrigen, muss viel Leid erdulden, aber am Ende wird alles gut und die Bösen werden bestraft.

      Ich denke, dass die Geschichte durchaus Potential hat, nur hätte man sie besser umsetzen können. Das Buch liest sich jedoch sehr schnell runter und ist im Grunde leichte Unterhaltung für Zwischendurch. Wen die Handlung anspricht, sollte mal reinlesen, ob es zusagt. Ich werde mir die Folgebände wohl jedoch schenken. Meine Nerven brauchen Erholung.

      Donnerstag, 14. Oktober 2010

      Möp

      Dummerweise darf ich nicht über das posten, was mir grad unter den Nägeln brennt (immer noch Ansage von oben), also sage ich nur: WAAAHHH! Neeeiiin! Nicht noch eine Woche! *aufreg*brodel*wahnsinnig werd*

      Danke.

      Besänftigung mit folgenden Gedanken:

      Vor ein paar Tagen habe ich einen Ausverkauf wegen Ladenauflösung gestürmt (eigentlich wollte ich nur Socken kaufen), und kam mit 4 CDs wieder raus. Richtige Alben.

      Darauf aufmerksam wurde ich, weil der "Public Enemies" Soundtrack oben drauf lag.*g*

      Unerklärliche Anziehungskraft ging auf einmal von diesem Grabbelkorb aus - und prompt hab ich noch drei weitere nette Sachen gefunden.

      So muss das sein.


      Desweiteren ist heute mein vor mehreren Wochen bestelltes Blingbling angekommen, was wirklich ganz supertoll ist!

      Dann wurde mir auf der Arbeit von meiner Chefin ein Buch in die Hand gedrückt, das wir als Prüfexemplar erhalten hatten. Nicht ihr Fall, ich hatte es auf der Liste, wunderbar. :)

      Uuund außerdem kam heute endlich mein "The Art of PotC" Riesenbuch an.
      In einem überdimensionalen Karton, sodass ich erstmal von meiner Mutter einen bösen Blick erntete (okay, das änderte sich nicht sonderlich, als es sich als Buch! zu PotC!! herausstellte...). Egal. So schööööööön. Und es war runtergesetzt. Pah, wer braucht schon Schuhe!

      Ein wenig besänftigt. Aber es bleibt ein dumpfer Schmerz zurück und v.a. das Grauen nächste Woche. *überleg* Vielleicht stell ich einfach den Ton aus.

      Ich wünsche noch einen schönen Abend. Ich geh jetzt Müll gucken. ;)

      Sonntag, 10. Oktober 2010

      And now for something completely different!

      Die Idee für diesen Post habe ich schon länger. Eigentlich, seitdem dieser Blog besteht. Es hat absolut nichts mit den sonstigen Themen hier zu tun, und doch kann ich nicht länger schweigen. Es verfolgt mich seit meiner Schulzeit auf dem Gymnasium. Seit der Oberstufe, um genauer zu sein. Es hat sich so sehr in mein Gedächtnis eingebrannt, dass auch jetzt, noch Jahre danach, es mich immer noch leicht verwirrt und staunend zurücklässt. Und genervt. Ein bisschen zumindest.

      Ich kann es immer noch herunterbeten. Weil es damals uns alle, den gesamten Kurs, ein wenig, nun, sagen wir verblüfft hat. Am Ende fanden wir das Ganze doch etwas weit hergeholt, aber nun, mit der Möglichkeit der Internetrecherche, sehe ich, dass unsere Lehrerin offensichtlich nicht allein mit ihrer Interpretation dasteht. Bis zu einem gewissen Grad kann ich diese – im Gesamtzusammenhang des Themas – durchaus auch nachvollziehen, nur scheint sie mir zum Ende hin doch ein wenig zu enthusiastisch zu werden. *g*

      Was rede ich hier eigentlich, fragt ihr euch sicher. Man muss in der Schule ja viel Verrücktes über sich ergehen lassen, aber einige Dinge prägen sich ein. Die vergisst man nie mehr. Sie werden zum Running Gag der Stufe. Leidensgenossen können sich auch Jahre später noch die exakten Details schildern. Es ist unheimlich.

      Wie passend!

      Es geht nämlich im weitesten Sinne um VANITAS. Ja, dieses Wort verdient es, extra hervorgehoben zu werden. Irgendwann mach ich mir mal ein T-Shirt mit diesem Wort drauf, schwarz mit roter, nach Möglichkeit extrem gotisch anmutender Schrift.

      Im engeren Sinne geht es natürlich um

      Michelangelo Caravaggios Gemälde „Der Früchtekorb“ von 1595/96.


      Wie Wikipedia mir mitteilt, ist dieses Werk eines der frühesten italienischen Stillleben und gleichzeitig sein einziges autonomes Stillleben. Boah. 

      Dieses Bild „durften“ wir also im Kunstunterricht der Oberstufe analysieren. Denn dort wird in der Oberstufe ja nicht mehr nur gemalt – wie langweilig – nein, man analysiert auch mit Begeisterung die Werke aller möglichen Künstler aus den unterschiedlichsten Perioden. Macht Sinn. Und manche Bilder, wie die von Toulouse Lautrec oder William Turner (ich denke, es ist klar, dass ich diese Analyse recht gern gemacht habe. *g* ) waren auch wirklich interessant. Matisse ging mir aber schon auf die Nerven mit seinen expressionistischen Verzerrungen, Formauflösungen etc. pp. blablabla.

      Und dann kam das Thema schlechthin. Vanitas.

      Die Vergänglichkeit/Nichtigkeit des Lebens. Gerade im Barock haben sich die Maler fast überschlagen mit ihren dramatisch-deprimierenden Gemälden. Jedes blöde Detail hatte irgendeine tiefschürfende Bedeutung (Wikipedia bietet da eine nette Übersicht), und als es dann hieß, die Walnüsse stünden für die Wiedergeburt Christi, da war’s bei mir vorbei. Klar, wofür sollten die auch sonst stehen?! Nachdem wir eine Fülle von typischen Vanitas-Gemälden analysiert hatten (mit Totenkopf, zerbrochenem Kelch, Zitrone etc.), wurde uns Caravaggios „Früchtekorb“ vorgesetzt.

      Und nun werde ich euch dieses Bild analysieren. Aus meiner Erinnerung. Ich behaupte nicht, dass dies hier eine absolut korrekte Analyse ist. Da wird man sicherlich Besseres im Web finden. Aber ich möchte mich jetzt einfach einmal über dieses Bild auslassen. Es war damals einfach zu schön. /Ironie

      Ähem.

      *Professorenbrille aufsetz*

      Wenn wir uns Michelangelo Caravaggios Stillleben „Der Früchtekorb“ ansehen, dann kann man zuerst den Eindruck gewinnen, dass ein wunderbarer Obstkorb abgebildet ist. Die Darstellung ist sehr wirklichkeitsgetreu, das Obst wirkt auf den ersten Blick sehr ansprechend. 

      Aber halt! Was ist das? Der Apfel hat ganz offensichtlich ein Wurmloch. Und auch bei den Trauben erscheinen einige nicht mehr ganz frisch. Ein oder zwei sind sogar faulig. Und wenn wir nun einen Blick auf die Blätter werfen, ist ganz deutlich zu erkennen, dass diese gerade auf der rechten Bildseite doch schon sehr welk aussehen. Betrachten wir nun den Obstkorb von links nach rechts, dann erkennen wir, dass zwar links sowohl die Früchte als auch die Blätter noch recht ansprechend aussehen, aber je weiter wir nach rechts kommen, ebendiese immer unansehnlicher werden – welk, faulig, das Blatt ganz rechts so gut wie tot.

      Ganz offensichtlich will Caravaggio mit dieser durchdachten Bildkomposition eine ganz bestimmte Aussage machen. Und es fällt nicht schwer zu erkennen, dass es ihm um den Zerfallprozess des Lebens geht, um die Vergänglichkeit. 

      Die linke Seite des Obstkorbes: Die Blätter wirken frisch, die Trauben und die Zitrone ebenso. Reif und perfekt genießbar. Das Leben an seinem Höhepunkt. Stärke, Vitalität, Frische. Doch geht man auch nur ein wenig weiter nach rechts, lässt man die Zeit, den Lebenskreislauf, etwas voranschreiten – oh, dann sieht man bereits erste Verfallerscheinungen. Ein Wurmloch im Apfel, leicht gilbe Blätter, manche schon etwas welk. Das Leben rennt voran, die Frische lässt nach. 

      Die rechte Seite des Obstkorbes: Je weiter wir nach rechts gehen, je weiter die Zeit voranschreitet, desto dramatischer ist der Zerfall. Fleckige Früchte, verfaulte Trauben und erst die Blätter! Ja, wie kann es anders sein, der Lebensabend ist fast erreicht. Das Leben ist so unglaublich vergänglich und wie grandios bildet Caravaggio dies mit so einfachen Mitteln ab!

      Und dann, das Blatt ganz rechts – es ist nur noch ein Schatten seiner selbst; wenn man es berührte, würde es zerfallen. Der Lebensabend ist erreicht.Ziehen wir nun noch in Betracht, dass der Obstkorb an sich rund ist – nun, dann wird besonders deutlich, was Caravaggio uns mitteilen wollte: Nicht nur ist das Leben vergänglich, nein, es ist ein Kreislauf. Auch das Zerfallene ist am Ende wieder nützlich, um neues Leben entstehen zu lassen – neue Früchte, an denen sich der Betrachter erfreuen kann. 

      Der ewige Kreislauf des Lebens, die Vergänglichkeit allen Seins. 

      *bedächtige Pause*

      Und die Klasse saß da, starrte und dachte: „Oder er wollte einfach nur einen blöden Obstkorb malen.“

      Und mit einer winzig-kleinen Anekdote entlasse ich euch, liebe Leser, in den Sonntagabend: Selber Kurs. Als Konsequenz des unglaublich lang anhaltenden Themas „Stillleben“ mussten wir armen Schüler ebenfalls eins malen (zum Glück waren wir nicht zum Realismus gezwungen). Jeder drapierte also seine ausgewählten Gegenstände und machte ein Foto mit der Kamera der Lehrerin. Eine Freundin hatte aus Mangel an Ideen – und weil das blöde Bild ein Thema haben sollte – nur Gegenstände mit kirchlichem Bezug mitgebracht: Ein Gebetsbuch, einen Kelch (vielleicht war's auch ein Kreuz), einen Rosenkranz. Die Fotos wurden dann per Beamer an die Wand geworfen, um noch mal kurz drüberzugucken. Das Bild meiner Freundin hatte die „666“.

      `Nuff said.

      Schönes Restwochenende! ;)

      Dienstag, 20. Oktober 2009

      Ich bin schockiert und verzweifelt, so'n bisschen zumindest

      Urlaub zu haben ist was Feines. Man kann ausschlafen (wenn man denn dazu in der Lage ist und einem die innere Uhr nicht einen Strich durch die Rechnung macht...), rumgammeln, sich des schönen Wetters erfreuen usw.

      Da meine innere Uhr dummerweise ziemlich gut funktioniert, und mich der pünktlich einsetzende Muskelkater vom gestrigen Sand- und Dreckschippen sowieso nicht richtig schlafen ließ, habe ich mich heute morgen mit Begeisterung auf Scrubs gestürzt. Ich habe die Serie bisher noch nie bewusst gesehen (wenn sie abends einmal lief und ich zufällig den Fernseher laufen hatte, war meine Aufmerksamkeit meistens entweder von unglaublich spannenden Hausaufgaben, oder von sehr wichtigen Telefonaten beansprucht, sodass ich also mindestens die Hälfte der Folge verpasste) und mich wunderbar amüsiert! Naja, bis dann eben die Werbung kam. Okay, wäre es Werbung gewesen, hätte ich ja nix gesagt. Aber haha, reingefallen: Es war eine "Quizbreak"! Bitte was?! Könnte ich hier Icons wechseln, wäre dies der Moment für das WTF-Icon. Da wird man also aus der Serie gerissen um sich nicht mehr oder weniger gute Werbespots anzuschauen, sondern von diesen typischen Telefonquiz- "Sendungen" hysterisch dazu aufgefordert zu werden, doch jetzt SOFORT anzurufen, "denn, meine Damen und Herren, hier geht es um ein voll cooles Notebook mit WLAN und hey hey hey, man kann damit sogar skypen! Und ganz viele andere tolle Funktionen hat es auch! Glauben Sie mir einfach! Rufen Sie jetzt an und Sie bekommen nicht 150, NEIN, sondern 250 € dazu!!!!"

      WAAAHHHH! Ist man vor dieser Scheiße wirklich nirgends sicher?! Und ich habe immer das Problem, dass ich einfach hinschauen muss. Blinkende Lichter, ein verzweifelter ähm, "Moderator", diese nervige drängelnde Soundkulisse, die einem, natürlich gaaanz unauffällig, suggeriert, dass ein Anruf jetzt sofort erfolgen muss, denn sonst könnte ja ein anderer das tolle Notebook gewinnen... Da lob ich mir bis heute diesen einen jungen Herrn, der den ganzen ach-so-klugen Typen hinter den Kulissen dieser Shows so dermaßen einen reingewürgt hat, als er bei "Tiere mit S" den Stirnlappenbasilisken nannte. Und richtig lag. Nehmt das, ihr Mistkerle! HA-HA!

      Dennoch, Scrubs war sehr cool. Zach Braff ist einfach ne sympathische Type und ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt. Für die bescheuerte "Quizbreak" kann die Serie ja nix.

      Ein bisschen Verzweiflung macht sich bei mir dann aber doch breit: Ich würde unglaublich gern Away we go im Kino sehen, aber - Surprise, surprise! - der läuft ja nirgends. Okay, "nirgends" ist natürlich das falsche Wort, aber er läuft nicht in meiner Nähe, und damit meine ich "in einem Kino, dass ich in 30 min Fahrt mit Auto oder Zug erreichen kann, ohne ewig nach einem Parkplatz suchen zu müssen".

      Noch nicht mal der UFA in Düsseldorf zeigt den! Hallo? Die Kritiken machen einem den Mund wässerig, und dann sowas. Schön und gut, dass er im Metropolis in Köln läuft (OmU versteht sich) und das ist auch ein echt hübsches Kino und Sweeney Todd dort zu sehen, war wunderbar, aber diesen Film würde ich gern genießen, ohne mich mit Untertiteln beschäftigen zu müssen. Und eine knappe Stunde Anfahrt zu benötigen. Naja und gegen die Innenstadt von Aachen hatte ich irgendwie schon immer eine leichte Abneigung. Immerhin kann man sich nicht so richtig verfahren, schließlich besteht Aachen fast nur aus Straßen, die im Ring verlaufen. Man kommt nur immer so schwer wieder raus, wenn man einmal drin ist (ich glaub, Aachen will ganz einfach nicht, dass man jemals wieder raus kommt).

      Okay okay, der Film läuft im Bambi in Düsseldorf. Aber mich allein durch D'dorf und das Straßenbahnsystem zu kämpfen spricht mich nicht wirklich an. Vielleicht bin ich einfach kein Großstadtkind. Genug rumgeheult. Das hat man eben davon, wenn man in der Provinz lebt. ;)

      Mittwoch, 14. Oktober 2009

      Man sollte immer versuchen, in lästigen Aufgaben noch etwas Spaß für sich zu finden...

      Manchmal geht mir mein Studium ja doch sehr auf die Nerven. Noch nicht mal an den Freitagabenden oder samstags, wenn ich in der Hochschule sitze und versuche, mit interessiertem Blick dem Dozenten zu folgen. Nein nein, von diesen furchtbaren Zeiten wusste ich ja schon vorher, also darf ich mich auch nicht beschweren.

      Es sind eher Sachen wie der Lernaufwand, der leider bei einigen Fächern ziemlich unverhältnismäßig zur Relevanz desselbigen ausfällt. Englisch zum Beispiel. Ich mag Englisch. Seit der 8. Klasse war es immer eins meiner Lieblingsfächer und ich hab mich selbst durch den nicht besonders guten Leistungskurs-Lehrer nicht in meiner Liebe für die englische Sprache beirren lassen (obwohl er sich wirklich alle Mühe gegeben hat!).

      Nun sitze ich also im 2. Semester Englisch ("Vertiefung", wie es nun heißt). Das vorige Semester ging für mich ja höchst erfreulich zuende, aber auch dort war der Arbeitsaufwand sehr hoch... massig Grammatik- und Vokabelaufgaben bearbeiten, Texte lesen und dazu Fragen beantworten, Internetrecherche und das allseits beliebte "Learning Diary". Mir ging es einfach nur auf die Nerven, aber ich habe wenigstens keine Probleme mit dem Verständnis der Texte. Ein richtig hohes Pensum war das alles aber für diejenigen, die Englisch schon vielleicht seit 20 Jahren nicht mehr hatten... die Freude war riesig. Und nebenbei gab es ja auch noch 3 andere Module, für die gelernt werden wollte.

      Und nun ist das übergreifende Thema "Präsentationen". An sich ja ganz schön, aber nun muss ich doch ein bisschen jammern: Ich kann Präsentationen nicht leiden! *jammer* Auf Englisch. Mit PowerPoint und so. Und auch noch über irgendein wirtschaftliches Thema, das sich doch bitte irgendwie auf unseren Betrieb, in dem wir arbeiten, beziehen soll. Na danke.  Ich drücke mir bereits fleißig die Daumen, dass ich zu dem Thema etwas vortragen darf, welches ich mir ausgesucht habe.

      Wie dem auch sei: Da unsere Dozenten ja doch alle ganz lieb sind, müssen wir auch jeder nur eine größere (will heißen ca. achtminütige) Präsentation halten. Und natürlich wieder fleißig Vokabel- und Grammatikaufgaben lösen. Zählt ja alles für die Endnote.

      Aber um schon mal ein wenig zu üben, "darf" jeder eine Mini-Präsentation in der ersten Stunde halten. "Mini" bedeutet: Worüber rede ich heute hier?, wie ist mein Thema aufgebaut?, netter kleiner "Icebreaker" wie z.B. ein Bild. Und fertig. Aber selbst darauf hatte ich nicht wirklich Lust. Ich muss schließlich immer noch vor versammelter Truppe stehen und mit PowerPoint klarkommen, womit ich noch nie wirklich gearbeitet habe.

      Wie mache ich also das Beste aus dieser Situation? Nun, das Thema ist frei wählbar, es kann ein Hobby sein, irgendwelche News etc. Natürlich muss ich diese Situation schamlos ausnutzen; die Gelegenheit  kommt so schnell nicht wieder!  Also habe ich beschlossen, über Fluch der Karibik zu reden.  Da soll mal einer nachher behaupten, ich hätte nicht enthusiastich gewirkt! *g* Das Blöde an der ganzen Sache ist nun sogar: Ich könnte denen von mir aus auch einen halbstündigen Vortrag darüber halten... Aber hey, so hab ich zumindest einen Anreiz, mich an die Präsentation zu setzen.  Und wenn eine Studentin über ihren Handtaschentick reden darf, dann darf ich über Piraten reden. So!

      Sonntag, 4. Oktober 2009

      Manchmal muss man auch meckern dürfen...

      Oben ist ein Film, der mit jedem Mal Anschauen besser wird. Der Film ist sogar so "unkaputtbar", dass er sich gegen alle Hindernisse, die seinen wohlwollenden Zuschauern in den Weg gelegt werden, behaupten kann. Bestes Beispiel dafür: Die von meinen Freundinnen und mir am Freitagabend besuchte Vorstellung.

      Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit ihnen diesen Film anzusehen. Aber irgendeine unbekannte Macht wollte anscheinend nicht, dass wir Oben ungestört genießen können. Zuerst einmal wurden wir in unserem Stammkino in den Mini-Kino"saal" abgeschoben. Da passen ja immerhin 50 - 60 Leute rein, reicht also für so einen lächerlichen Animationsfilme locker aus, schließlich laufen ja ansonsten Meilensteine der Filmkunst wie Gangs... Hey, aller Bitterkeit zum Trotz ist der vielleicht sogar ganz unterhaltsam, und wenn ich nochmal 14 wäre, würde ich ihn mir vielleicht sogar ansehen. So war ich einfach nur ein wenig, ähm, enttäuscht, dass wir in diesen kleinen Raum mussten. Da wird es nämlich spätestens ab der Hälfte des Films immer unglaublich warm drin, zumindest wenn viele Plätze besetzt sind. Wie Freitag.

      Okay, gut, mit dem Saal kann man ja leben.  Nicht super, aber auch da hab ich schon nette Vorstellungen erlebt.  Hat ja doch eine recht heimelige Atmosphäre, wenn man genug Vorstellungskraft besitzt.

      Das Ganze steht und fällt jedoch mit den anderen Zuschauern, die sich noch so in der Vorstellung einfinden. Oh, es waren ein paar ganz vernünftige Leute da, die den Film auch offensichtlich sehen wollten. Dumm nur, dass der Großteil des Publikums aus nervigen Gören (anders kann ich sie leider nicht nennen) aus der gefährlichen Altersgruppe ca. 8 -12 bestand. Hinzu kam noch ein Grüppchen obercooler Teenies, dessen männlicher Anteil wohl eigentlich viel zu cool für Oben war. Was man doch nicht alles tut für die Flamme aus der Parallelklasse.

      Die Gören gingen uns schon vor Filmbeginn auf die Nerven mit ständigem Rumgehampel zwei Reihen hinter uns und lautem Gequatsche, meist mit ungeduldigen "Wann fängt das endlich an?!"-Fragen. Also wirklich, wie können es die Kinobetreiber nur wagen, mit der Vorschau Punkt 8 zu beginnen! Tzz. Während Teilweise wolkig war zum Glück Ruhe - aber dann ging es gleich nach der berühmten Anfangssequenz aus Oben weiter. Aus der Görengruppe ein paar Reihen vor uns, vielleicht auch aus der Teenie-Ecke, kam dann nämlich prompt mehrmals die kluge Frage (und zwar laut, obwohl offensichtlich nicht für den ganzen Saal gedacht) "Ist die jetzt tot?!" Hmmm. Das ist ja auch wirklich eine berechtigte Frage. Immerhin hat niemand gesagt, dass Ellie tot ist. Oder ein Schild hochgehalten, auf dem in großen Lettern "Für all die begriffsstutzigen Gören, die nicht 1 und 1 zusammenzählen können: Ellie ist jetzt tot!!!" stand. Da kann diese Szene also durchaus zu Unklarheiten führen...

      Okay, gut, danach kam ja erstmal etwas Action, das Haus fliegt los und so. Darauf konnten sie ihre Aufmerksamkeit anscheinend konzentrieren. Einen der bewegendsten Momente des gesamten Films hatten sie zwar schon zerstört, aber hey! - ist doch nur ein Kinderfilm, ne?  Auch die Auftritte des Riesenvogels und des sprechenden Hundes waren anscheinend interessant genug für sie, um die Klappe zu halten, bis auf gelegentliches Handypiepsen, vermutlich aus der Teenieecke. Man muss ja wissen, wie viele Minuten man im Kino bereits durchgestanden hat.

      Nur kamen ja dann leider später die Szenen, in denen Carl mit dem kleinen Russell über dessen Vater spricht. In diesen Szenen passiert leider nichts Dramatisches, und wer interessiert sich schon für Charakterentwicklung. Sofort ging das Gequatsche wieder los, gefolgt von einem lauten "Wieviel Uhr ists eigentlich?". Ja, wirklich, grad ist's auch furchtbar langweilig, da passiert ja gar nix, was ist das denn für ein bescheuerter Film?! Von der Szene, als Carl Ellies altes Buch wieder in die Hand nimmt, fang ich am besten gar nicht erst an...

      Natürlich sprangen sie auch alle sofort auf, als der Abspann begann. Da hatte ich aber auch nichts anderes erwartet. Gegen diese Banausen war der verschobene Ton in einer Szene ja gar nichts. Außerdem gehört dieses Problem irgendwie zu diesem Saal dazu. Wenn es kein Tonproblem gibt, fragt man sich schon, ob da irgendwas nicht in Ordnung ist... So schlimm wie vor Jahren in Moulin Rouge, als der Film drei mal angehalten werden musste, weil Ton und Bild dermaßen unpassend waren, habe ich es zumindest aber nicht mehr erlebt.

      Tja, was macht man also mit solchen Blagen, die offensichtlich ein erhebliches Aufmerksamkeitsproblem haben (hab gehört, dafür gibt es Tabletten...)? Hätte ich Popcorn gehabt, ich hätte es geworfen. Allerdings hätten die vermutlich zurückgeworfen... Es zeigt auf jeden Fall, dass sich unsere heutige Konsumgesellschaft mit ihrem Drang nach "Schneller, Besser, Billiger" gerade auf Kinder immer negativer auswirkt. Klar, das ist schon länger bekannt, aber es wird immer einfacher, Beispiele dafür zu finden. Ich hatte in letzter Zeit viel Glück mit dem Publikum in den Filmvorstellungen, die ich besucht habe. Gerade wenn man denkt, alles würde sich langsam bessern, dann hat man so ein Erlebnis und verliert wieder die Hoffnung. "Ach, hat sich doch nix geändert; ich hab bisher einfach nur richtig Schwein gehabt." Für jedes total begeisterte 12-jährige Kind in At World's End gibt es fünf nervige Blagen aus Oben.

      Damit sich solche Leute nicht mehr in die falschen Filme verwirren,  sollte man vielleicht Hinweise im Kino anbringen: „In diesem Film gibt es Dialoge, bei denen weder etwas explodiert, noch eine Verfolgungsjagd stattfindet, noch lustige Sachen passieren.“ Dann würden sich sicherlich einige nochmal überlegen, ob sie so einen Film wirklich sehen wollen. Oder nicht doch lieber Transformers 2 anschauen.

      Meinen Freunden hat der Film übrigens dennoch sehr gut gefallen, und ja, es flossen auch ein paar Tränchen. Nur diesmal nicht bei mir. Dafür war ich zu wütend. Naja, bleibt ja immer noch die DVD.