Sonntag, 30. Mai 2010

Wir haben es geschafft! Der Bann ist gebrochen!

Wer hätte das gedacht?! Von den ganz Optimistischen mal abgesehen, hat wohl keiner damit gerechnet, dass Unser Star für Oslo Lena Meyer-Landrut mit ihrem Lied "Satellite" ganz Europa überzeugen könnte und damit endlich, endlich wieder den Sieg beim Eurovision Song Contest nach Deutschland holen würde. Und doch ist genau das gestern Abend passiert.

Im Vorfeld des ESC hab ich Lena definitiv unter den besten 10 gesehen, wenn alles super liefe, dann auch durchaus unter den Top 5. Aber der Sieg?! Nein, dafür ist der ESC einfach zu unberechenbar (wie war das mit den Olsen Brothers?^^) und insgesamt war es dieses Jahr auch ein starkes Teilnehmerfeld.



Aber als dann alle Sänger aufgetreten waren... jaaa, da hab ich gehofft. Denn Lenas Auftritt war großartig! Ich hab sie noch nie so super erlebt, das war locker, charmant, augenzwinkernd - und es kam an! Während ihres Auftritts gab's aus der Halle immer wieder "Szenenapplaus", da kam eine super Stimmung rüber!

Und dann die Punktevergabe... und auf einmal waren wir auf dem 1. Platz. Ewig her, dass wir das erleben durften, und Kommentator Peter Urban merkte man die Euphorie deutlich an ("Hach, macht das Spaß, endlich mal wieder solche Punkte zu verkünden!") - ein Wechselspiel aus "Juhu, wir gewinnen!" und "Neee, vorsichtig sein, hier kann noch soviel passieren!" - großartige Unterhaltung! Da verzeih ich ihm auch, dass er den 1 Punkt aus Aserbaidschan übersehen hat. ;)

Ein Küsschen an den Ansager aus Lettland, der Lena ein *Heart* schickte. Awwww. Und Hape war goldig. :)

Insgesamt gab's, wenn ich's richtig in Erinnerung hab, ganze neun Mal 12 Punkte, und das aus allen Teilen Europas! Die drei, vier Länder, die uns gar keine Punkte gegeben haben... nun gut, man kann nicht überall geliebt werden. :) Aber es ist einfach ein tolles Gefühl, allein mit der Wahl Lenas offensichtlich goldrichtig gelegen zu haben, und dann mit ihrem Lied - gestern passte einfach alles perfekt zusammen.

Besonders schön waren dann auch die Einbledungen aus dem Green Room, in denen man immer wieder eine vollkommen sprachlose Lena und einen immer fassungsloser werdenden Stefan Raab erleben konnte. So schön!

Ich hab mich dann auch, ganz ehrlich, geärgert, nicht irgendwo mit Freunden das Ganze angeschaut, oder mich irgendwo beim Rudelgucken angeschlossen zu haben... das wäre eine Atmosphäre gewesen. *seufz* Nun denn, vielleicht im nächsten Jahr. :)

Insgesamt fand ich, dass es ein sehr niveauvoller ESC war. Gut, mir hat längst nicht jedes Lied gefallen, wie das beim ESC eben ist. So war der Kitsch aus Weißrussland kaum zu ertragen; der arme Sänger aus England hat sich wirklich bemüht, hatte aber gegen dieses belanglose Lied nicht den Hauch einer Chance; die Stimme der ukrainischen Sängerin hat mir einfach überhaupt nicht gefallen und auch Russland war, öhm, nicht mein Geschmack. Aber dennoch fand ich nichts wirklich peinlich. Ein paar schräge Sachen gehören dazu, aber man konnte sich alles anhören, ohne dass die Ohren bluteten, und manche Lieder konnten mich tatsächlich überzeugen.

Zu letzteren gehört definitiv der Beitrag aus Belgien. Einfach schön und schlicht, im Vertrauen auf die Stimme und das Lied. "Me and my guitar" kann ich mir auch so jederzeit anhören. Platz 6, auch wenn ich ihn gern noch etwas höher platziert gesehen hätte.

Auch der Rocksong der türkischen Gruppe maNga gefiel mir wirklich gut, auch wenn ich die Sprechgesangeinlagen als etwas störend empfand. Der Refrain ging jedoch ins Ohr, und Platz 2 war durchaus verdient.

Auch Spanien konnte mich überzeugen. Soviel Professionalität muss einfach honoriert werden - nicht jeder wäre wohl so ruhig geblieben, wenn da plötzlich ein Fan auf die Bühne gestürmt wäre. Trotzdem fand ichs fair, dass Spanien nocheimal auftreten durfte - so konnte ich das Lied nochmal hören.*g* Leider nur Platz 15.

Und ebenfalls im Gedächtnis blieb mir Rumänien (Platz 3). Ein flottes Lied, ein Refrain mit Ohrwurmcharakter und souverän rübergebracht.

Tja, und warum haben ausgerechnet wir gewonnen? Wie immer recht schwierig zu sagen, außer dass wir anscheinend europaweit den Nerv getroffen habe. *g* Aber einer der Gründe ist sicherlich, dass das Lied als Komposition herausstach. Es gab sehr viele dramatische Balladen mit Powerstimmen, vom Aufbau alle sehr ähnlich, manchmal aufgrund des Lospechs sogar direkt hintereinander. Da verschwimmen die einzelnen Beiträge sehr schnell zu einer großen Masse. Hinzu kamen recht viele stereotype Dance-Nummern, die für sich gesehen nett bis gut waren, aber eben auch in der Masse untergingen. Tja, und wie gesagt, bei Lenas Auftritt stimmte einfach alles. Auffälliges und gutes Lied (dank etwas anderer Musikrichtung), Lenas natürlich-charmante Ausstrahlung, die offensichtlich nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa verzaubert, und gute Promotion im Vorfeld - so macht man das!

Also, lieber Stefan Raab, dann such nächstes Jahr bitte wieder Unseren Star für Wo-immer-das-in-Deutschland-stattfindet! Vielen vielen Dank für eine tolle Castingshow und einen wunderbaren ESC-Triumph!

Montag, 24. Mai 2010

Wicked - Die Hexen von Oz

Was lange währt, wird endlich gut, so sagt man ja. Seitdem „Wicked“ in Deutschland Premiere hatte (15.11.2007 in Stuttgart), wollte ich dieses Musical sehen, dass zur Zeit das erfolgreichste Musical am Broadway ist. Der lange Anfahrtsweg und die damit verbundenen Kosten haben mich jedoch immer abgehalten. Seit März diesen Jahres ist „Wicked“ nun im Metronom Theater in Oberhausen zu sehen, und die Gelegenheit konnte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Und Mensch, hat sich das gelohnt!

Das Pfingstwochenende bot sich geradezu für einen Besuch an, und so haben zwei Freundinnen und ich uns auf den Weg gemacht. Ganz besonders hatte ich darauf gehofft, Willemijn Verkaik in der Hauptrolle der Elphaba zu sehen, die sie bereits in Stuttgart gespielt hatte, da die Rezensionen gerade was sie angingen immer außerordentlich positiv waren. Und ja, sie hat gespielt! Aber dazu später. ;)

Wir hatten sehr gute Plätze im Parkett (Preisklasse 2, aber da der Saal nicht übermäßig groß ist, ist selbst PK 4 noch gut), sehr nah an der Bühne, sodass wir viele Details der Kostüme oder des Bühnenbilds gut erkennen konnten. Die Vorstellung war fast ausverkauft und alle Altersklassen waren vertreten. Auch interessant war zu sehen, wie manche Leute sich richtig herausgeputzt hatten (Anzug + Krawatte und das bei 25 °C) während andere, nun ja, anscheinend gerade vom Einkaufen kamen... 

„Wicked“ basiert auf Gregory Maguires gleichnamigen Roman, der die Geschichte „Der Zauberer von Oz“ (besonders bekannt durch die Verfilmung mit Judy Garland) aus der Sicht der „bösen Hexe des Westens“ Elphaba erzählt. Denn so böse war sie eigentlich gar nicht – und mit der „Guten Hexe“ Glinda verstand sie sich eigentlich recht gut...
Am wichtigsten bei einem Musical ist natürlich die Musik, und Stephen Schwartz hat wunderbare Melodien geschrieben. Schwartz ist ein alter Hase, seine Musicals „Godspell“ und „Pippin“ sind große Erfolge, er schrieb u.a. die Liedtexte für die Disney-Filme „Der Glöckner von Notre Dame“ und „Pocahontas“, sowie die Musik für „Der Prinz von Ägypten“ und wurde mit mehreren Grammys und Oscars ausgezeichnet.
Für „Wicked“ schrieb er große dramatische Stücke wie die Hitsingle „Frei und schwerelos“ („Defying gravity“) oder „Gutes tun“ („No good deed“), lustig-lockere Charakterstücke wie „Was fühl ich in mir?“ („What is this feeling“) oder Glindas „Heißgeliebt“ („Popular“) sowie schöne große Ensemble-Nummern wie das Eröffnungsstück „Keiner weint um Hexen“ („No one mourns the wicked“) oder „Nur ein Tag“ („One short day“) für Elphabas und Glindas Besuch in der Smaragdstadt. Zwei, drei Nummern zünden nicht ganz so sehr (v.a. die beiden Lieder des Zauberers sind ziemlich belanglos), aber das fällt aufgrund der hohen Dichte guten Materials nicht ins Gewicht.
Sowohl die Castaufnahme vom Broadway als auch die Stuttgarter Aufnahme beinhalten alle Lieder und warten beide mit sehr guten Besetzungen auf. Während mir auf der Braodway-Aufnahme v. a. Kristin Chenoweth als Glinda besonders gut gefällt, ist das Highlight der Stuttgarter Aufnahme ohne Zweifel Willemijn Verkaik als Elphaba.

Und somit wären wir bei der Besetzung. Verkaik als Elphaba ist tatsächlich so grandios wie man überall hört. Sie hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz, singt selbst die schwierigsten Titel mit Leichtigkeit und hat dazu auch noch ein gutes Gefühl für Timing, was in den eher lustigen Szenen für große Lacher sorgte. Man kauft ihr die Rolle absolut ab, und es ist kein Wunder, dass sie als eine der derzeit besten Darstellerinnen gehandelt wird.
Andere Rollen können da Gefahr laufen, zu verblassen, v.a. da Elphaba die Rolle mit den einprägsamsten und beeindruckendsten Liedern ist (z. B. „Frei und schwerelos“ oder „Gutes tun“). Joana Fee Würz als Glinda schlug sich da aber sehr gut und wird von uns sicherlich nicht vergessen! Als unglaublich verzogenes Töchterchen aus hohem Hause ist sie zu Beginn richtig schön zuckrig-tussig-nervig und sorgt für viele Lacher. Die Wandlung Glindas im Laufe des Stückes zu einer eigenständigen Person mit Gewissen nimmt man Würz absolut ab, und sie macht ihr Solostück „Heißgeliebt“ zu einem komödiantischen Meisterstück. Im pinken Tutu. 

Auch die anderen Darsteller überzeugen. In der männlichen Hauptrolle Fiyero (dem Love Interest für Glinda und Elphaba) hatten wir die Zweitbesetzung, Bero Antunovic, der in der Rolle aber sehr überzeugend war. Er ist eben der dümmliche Schönling, dem irgendwann sein Fehlverhalten bewusst wird. Gut gespielt und gut gesungen.
Auch Barbara Raunegger als Madame Akaber, Carlo Lauber als Zauberer, Janine Tippl als Elphabas Schwester Nessarose, Thomas Wissmann als Dr. Dillamond und Ben Darmanin als Moq waren überzeugend in ihren Rollen. Ein Lob auch an das Ensemble, dass in den Tanz- und Chorszenen ebenfalls sehr gute Arbeit leistete.

Bei „Wicked“ gibt’s für das Geld auch einiges fürs Auge. Die Kostüme sind ein Traum, besonders Glindas immer glitzriger werdenden Prinzessinnenkleider oder die phantasievollen Roben für die Einwohner der Smaragdstadt sind einfach wunderschön.
Das Bühnenbild ist liebevoll gestaltet und bietet viele schöne Details, ohne überladen zu sein. Die Szenenwechsel gingen absolut reibungslos über die Bühne, da arbeitet die Bühnentechnik wirklich sehr gut!
Das Lichtdesign war stimmungsvoll und mit Kunstnebel wurde nicht gegeizt.

Die überaus gelungene Vorstellung haben wir natürlich alle mit Standing Ovations honoriert. :) Es wurde gejubelt, was das Zeug hielt und gerade die beiden Hauptdarstellerinnen wurden zu Recht gefeiert.

Auch meine beiden Freundinnen waren hellauf begeistert. Eine hatte außer den 30-Sekunden-Werbespots bisher noch nichts von „Wicked“ gesehen und wusste nicht, was sie erwartet.

Ich kann „Wicked“ uneingeschränkt weiterempfehlen! Ein sehr gutes Ensemble in Oberhausen, dann die wunderbare Musik und Ausstattung – für sein Geld bekommt man richtig was geboten. Definitiv eine - oder zwei oder drei – Reisen wert.


Montag, 10. Mai 2010

3 kleine Reviews...

Jaja, die Zeit fliegt nur so dahin... Daher hier in relativer Kürze Reviews zu drei aktuellen Blockbustern.


Iron Man 2
Der zweite coole, laute Spaß-Sommer-Superhelden-Blockbuster in kurzer Zeit, und hier kann man es sich einfach machen: Wem Teil 1 gefallen hat, der wird auf keinen Fall enttäuscht.
Nach seinem Superhelden-Outing wird Tony Stark vom amerikanischen Militär belagert, doch gefälligst die von ihm kreierte Waffe, Iron Man, der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Außerdem nervt ihn sein langjähriger schleimiger Konkurrent Justin Hammer, der bereits fleißig an eigenen Iron Men arbeitet. Und dann ist da noch der gerade aus dem Gefängnis entlassene Russe Ivan Vanko, der mit Tony noch eine Rechnung zu begleichen hat.

John Favreau holt aus dieser Handlung eine Menge an Action und Spaß heraus, und Marvel-Fans werden sich sicherlich über Samuel L. Jacksons diesmal längeren Auftritt als S.H.I.E.L.D.-Boss Nick Fury freuen.
Die Schauspieler sind durch die Bank weg super, die „alten Hasen“ wie Robert Downey Jr. und Gwyneth Paltrow (obwohl sie ruhig etwas mehr Szenen hätte haben können) genauso wie die ganzen Neuzugänge; v.a. Mickey Rourke ist toll als Ivan Vanko, genauso wie Sam Rockwell als Justin Hammer, aber sogar Scarlett Johannson fügt sich nahtlos ein und kann den schwarzen Catsuit definitiv tragen.

„Iron Man 2“ ist pures Popcorn-Kino: Laut, bunt und mit hohem Spaßfaktor.



Kick Ass
Was hatte Matthew Vaughns Film doch für Anlaufschwierigkeiten: Kein Studio traute sich, diesen anarchischen Superhelden-Film zu produzieren, sodass Vaughn privat auf Geldgebersuche ging und somit einen Superhelden-Film mit Mini-Budget auf die Beine stellte.
Und Mensch, hat sich das gelohnt! Allein die Grundidee ist wunderbar: Der absolut durchschnittliche Teenager Dave fragt sich, warum bisher nie jemand in der realen Welt versucht hat, ein Superheld zu sein. Logisch: Weil er fertig gekillt würde. Aber Dave versucht es trotzdem, landet erstmal auf der Intensivstation, gibt aber nicht auf. Dadurch zieht er die Aufmerksamkeit von zwei echten, abgebrühten Superhelden auf sich, Big Daddy und Hit Girl. Und auch dem superreichen „Geschäftsmann“ Frank D’Amico bleibt „Kick Ass“ nicht lange verborgen – und er will ihn beseitigen.

Ein erfrischend anderer Superhelden-Film, der sich fragt „Was wäre, wenn es wirklich Superhelden gäbe?“ und dabei nicht nur auf diverse bekannte Superhelden anspielt, sondern gleich im Vorbeigehen auch Missstände in unserer Gesellschaft kommentiert.
Die Schauspieler geben ihr Bestes; Aaron Johnson ist sympathisch als Normalo Dave, Mark Strong ist wie immer ein toller Bösewicht, Nicholas Cage darf endlich mal einen Superhelden spielen und macht das auch noch richtig gut... aber Chloe Moretz als Hit Girl stiehlt ihnen allen die Schau. Sie ist großartig!

Mit „Kick Ass“ kommt richtig frischer Wind ins Superhelden-Genre – tolle Action-Szenen, treffsicherer Humor und eine Priese Wahrheit machen den Film zu einem großen Kinoerlebnis.



Kampf der Titanen
Ja, das 3D ist wirklich schlecht und zeigt, dass man nicht jeden Film auf Teufel komm raus mit 3D ausstatten sollte.
Ansonsten ist der Film ganz nett. Die Handlung nimmt sich einige, ähm, Freiheiten gegenüber der Mythologie heraus, was leider die Motivation der Figuren teilweise total verändert.

Die Menschen haben es geschafft, Zeus gegen sich aufzubringen. Der lässt Hades nun mehr oder weniger freie Hand beim Unheil verbreiten, wobei die Zieheltern von Perseus getötet werden. Dieser will sich nun an Hades rächen. Als Hades in Argos verkündet, dass die Prinzessin Andromeda geopfert werden solle, ansonsten werde er den Kraken auf die Stadt loslassen, bietet sich Perseus eine Chance. Er zieht mit ein paar Soldaten los, um einen Weg zu finden, den Kraken zu besiegen und damit auch Hades einen ordentlichen Dämpfer zu verpassen.

Leider konnten die Charaktere nicht besonders überzeugen; sie haben mich einfach nicht gepackt. Eigentlich zog Perseus los, um Andromeda zu retten, aber da die beiden absolut keine Chemie haben und diese Motivation im Film sowieso wegfällt, hat sich das erledigt. Sam Worthington war eben der stille Rächer. Gemma Arterton machte ihre Sache als Io gut; auch wenn es eigentlich keinen Grund dafür gab, sie überhaupt dabei zu haben. Die anderen Soldaten waren so was von stereotyp, dass ich sie so gut wie alle wieder vergessen habe, außer Ixas, der von Hans Matheson gespielt wurde – und der blieb mir im Gedächtnis, weil er ein, zwei lustige Szenen hatte und außerdem Lord Coward in „Sherlock Holmes“ spielte.

Ansonsten war der Film hin und wieder unfreiwillig komisch (v.a. die Götterszenen auf dem Olymp haben es mir angetan). Aber so was gehört zu einem Sandalenepos ja dazu. Die digitalen Effekte waren recht ordentlich, wenn man sie auch nicht wirklich wertschätzen konnte, da das 3D doch einiges verwaschen hat. Manchmal kam mir der Film auch ziemlich lang vor; nie ein gutes Zeichen.

Alles in allem ein akzeptabler Film, aus dem man viel mehr hätte rausholen können.

Sonntag, 18. April 2010

A Single Man

Eigentlich hat mich "A Single Man" aus zwei Gründen gereizt: Colin Firth spielt mit und wurde sogar für den Oscar nominiert, und Tom Ford, früherer Kreativdirektor bei Gucci und mittlerweile Chef seines eigenen Modelabels, führte Regie. Wie soll das bitteschön aussehen?

Nun, um den Film überhaupt sehen zu können, musste ich erst einmal ein paar Nischenkinos abklappern, wurde so aber immerhin auf ein sehr charmantes Kino aufmerksam, dass sich auf etwas mainstream-abseitigere Filme spezialisiert hat.Und mich überkam gleich die Nostalgie, als es als Kinokarte tatsächlich noch die bunten kleinen „Schnipsel“ gab, auf denen noch nicht einmal der Filmtitel vermerkt ist. Das letzte Mal Ende der 90er gesehen. Hach.

Nach ein paar Trailern zu erwartungsgemäß unkommerziellen Filmen (die aber dennoch recht vielversprechend aussahen, wie „Sin Hombre“ und „Vertraute Fremde“) begann der Film.

Wir lernen George Falconer (Colin Firth) kennen, Universitäts-Professor in Los Angeles der 60er Jahre, der vor kurzem seinen Lebensgefährten Jim (Matthew Goode) bei einem Autounfall verloren hat. Da Homosexualität ein absolutes Tabu ist, kann er sich gerade einmal seiner Jugendfreundin Charlotte (Julianne Moore) anvertrauen. Nach Jims Tod kann George seinem Leben im Grunde nichts mehr abgewinnen, jeder Tag zieht im gleichen Grau an ihm vorbei. Und so beschließt er am 30. November 1962, sich umzubringen. Wir begleiten ihn durch diesen Tag, an dem eine Unterhaltung mit einem seiner Studenten (Nicholas Hoult) ihn aus seiner Lethargie reißt, er noch einmal einen Abend mit Charlotte verbringt und sich an die Zeit mit Jim zurückerinnert. Aber sein Entschluss steht...

Tom Ford erzählt sein Filmdebüt, welches auf dem Roman „Der Einzelgänger“ von Christopher Isherwood basiert, in exquisiten, stilisierten Bildern. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, und ein wenig daran gewöhnen muss man sich schon, da Ford häufig mit extremen Nahaufnahmen, Farbwechseln, Zeitlupe und Schneeeffekt arbeitet, aber hat man sich einmal darauf eingelassen, lässt einen der Film so schnell nicht mehr los.

Die Handlung schreitet in gutem Fluss voran; immer wieder wird man als Zuschauer (u.a. durch das permanente Ticken von Uhren) daran erinnert, dass dies der letzte Tag in Georges Leben ist. Hin und wieder wird die Beziehung zwischen George und Jim in kurzen Rückblenden gezeigt – ausgewählte, wichtige Momente aus ihrem gemeinsamen Leben, die dem Zuschauer helfen, Georges Entscheidung nachzuvollziehen.

Die großartigen Schauspieler tragen natürlich ebenfalls beträchtlich zum Gelingen des Films bei.Colin Firth wurde absolut zu recht für den Oscar nominiert. Er vermittelt Georges innere Leere sehr glaubwürdig – ein Mann, der die Liebe seines Lebens verloren hat und noch nicht einmal öffentlich trauern kann, sondern einfach weiter funktioniert und sich verschließt.Auch Julianne Moore liefert eine tolle Vorstellung als in Selbstmitleid zerfließende Charlotte, die den neuen Tag gleich mit einer Flasche Gin begrüßt und den ganzen Tag damit verbringt, sich für den Abend ausgehfertig zu machen. Auch die übrigen Schauspieler, seien es Nicholas Hout, Matthew Goode oder auch Jon Kortajarena als James Dean-Verschnitt Carlos sind überzeugend und bleiben im Gedächtnis.

Überrascht hat mich an „A Single Man“, dass der Film nicht durchgängig in Drama und übler Vorahnung ertrinkt, sondern dass es durchaus leichte und humorvolle Momente gibt. Wenn George ausprobiert, wie er sich am besten erschießt, um eine Sauerei im Haus zu vermeiden, ist das zugleich makaber und sehr lustig.

Ich muss zugeben, dass ich direkt nach dem Film unschlüssig war, wie gut er mit gefallen hat. Ich stelle jedoch fest, dass der Film zumindest für mich einen großen Nachwirkungseffekt hat und es mich sehr reizt, ihn noch einmal zu sehen.

Alles in allem ein großartiges Filmdebüt von Tom Ford mit überzeugenden Darstellern in einer ergreifenden Geschichte. Ford darf gerne noch mehr Filme machen.

Montag, 29. März 2010

Film-Stöckchen: Die 100 finanziell erfolgreichsten Filme


Wenn ich schon zu faul zum Kritiken schreiben bin (ich gebs ja immerhin zu), dann kann ich mich zumindest zu einem Stöckchen hinreißen lassen. Gefunden bei Gilly.  Welche der 100 finanziell erfolgreichsten Filme hab ich gesehen? Die sollen schön fett markiert werden. Kein Problem!

001. Avatar – Aufbruch nach Pandora, 2009, James Cameron
002. Titanic, 1997, James Cameron
003. Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs, 2003, Peter Jackson
004. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2, 2006, Gore Verbinski
005. The Dark Knight, 2008, Christopher Nolan
006. Harry Potter und der Stein der Weisen, 2001, Chris Columbus
007. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt, 2007, Gore Verbinski
008. Harry Potter und der Orden des Phönix, 2007, David Yates
009. Harry Potter und der Halbblutprinz, 2009, David Yates
010. Der Herr der Ringe – Die zwei Türme, 2002, Peter Jackson
011. Star Wars Episode 1 – Die dunkle Bedrohung, 1999, George Lucas
012. Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück, 2004, Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon
013. Jurassic Park, 1993, Steven Spielberg
014. Harry Potter und der Feuerkelch, 2005, Mike Newell
015. Spider-Man 3, 2007, Sam Raimi
016. Ice Age 3, 2009, Carlos Saldanha, Mike Thurmeier
017. Harry Potter und die Kammer des Schreckens, 2002, Chris Columbus
018. Der Herr der Ringe – Die Gefährten, 2001, Peter Jackson
019. Findet Nemo, 2003, Andrew Stanton
020. Star Wars Episode 3 – Die Rache der Sith, 2005, George Lucas
021. Transformers – Die Rache, 2009, Michael Bay
022. Spider-Man, 2002, Sam Raimi
023. Independence Day, 1996, Roland Emmerich

024. Shrek der Dritte, 2007, Chris Miller
025. Krieg der Sterne, 1977, George Lucas
026. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, 2004, Alfonso Cuaron
027. E.T. – Der Außerirdische, 1982, Steven Spielberg
028. Der König der Löwen, 1994, Roger Allers, Rob Minkoff
029. Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, 2008, Steven Spielberg
030. Spider-Man 2, 2004, Sam Raimi
031. 2012, 2009, Roland Emmerich
032. The Da Vinci Code – Sakrileg, 2006, Ron Howard
033. Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia, 2005, Andrew Adamson
034. Matrix Reloaded, 2003, Andy & Larry Wachowski
035. Oben, 2009, Pete Docter, Bob Peterson
036. Transformers, 2007, Michael Bay
037. New Moon – Biss zur Mittagsstunde, 2009, Chris Weitz
038. Forrest Gump, 1994, Robert Zemeckis
039. The Sixth Sense, 1999, M. Night Shyamalan
040. Fluch der Karibik, 2003, Gore Verbinski
041. Ice Age 2, 2006, Carlos Saldanha
042. Star Wars Episode 2 – Angriff der Klonkrieger, 2002, George Lucas
043. Kung Fu Panda, 2008, Mark Osborne, John Stevenson
044. Die Unglaublichen, 2004, Brad Bird
045. Hancock, 2008, Peter Berg
046. Ratatouille, 2007, Brad Bird
047. Vergessene Welt – Jurassic Park, 1997, Steven Spielberg
048. Die Passion Christi, 2004, Mel Gibson
049. Mamma Mia!, 2008, Phyllida Lloyd
050. Madagascar 2, 2008, Eric Darnell, Tom McGrath
051. 007 – Casino Royale, 2006, Martin Campbell
052. Krieg der Welten, 2005, Steven Spielberg
053. Men in Black, 1997, Barry Sonnenfeld
054. 007 – Ein Quantum Trost, 2008, Marc Forster
055. I Am Legend, 2007, Francis Lawrence
056. Iron Man, 2008, Jon Favreau
057. Nachts im Museum, 2006, Shawn Levy
058. Mission: Impossible 2, 2000, John Woo
059. Armageddon, 1998, Michael Bay
060. King Kong, 2005, Peter Jackson
061. The Day After Tomorrow, 2004, Roland Emmerich
062. Das Imperium schlägt zurück, 1980, Irvin Kershner
063. Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf, 2008, Andrew Stanton
064. Kevin – Allein zu Haus, 1990, Chris Columbus
065. Madagascar, 2005, Eric Darnell, Tom McGrath
066. Die Monster AG, 2001, Pete Docter
067. Die Simpsons, 2007, David Silverman
068. Terminator 2 – Tag der Abrechnung, 1991, James Cameron
069. Ghost – Nachricht von Sam, 1990, Jerry Zucker
070. Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich, 2004, Jay Roach
071. Aladdin, 1992, John Musker, Ron Clements
072. Troja, 2004, Wolfgang Petersen
073. Twister, 1996, Jan De Bont
074. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, 1989, Steven Spielberg
075. Illuminati, 2009, Ron Howard
076. Toy Story 2, 1999, John Lasseter
077. Bruce Allmächtig, 2003, Tom Shadyac
078. Shrek – Der tollkühne Held, 2001, Andrew Adamson, Vicky Jenson
079. Der Soldat James Ryan, 1998, Steven Spielberg
080. Mr. & Mrs. Smith, 2005, Doug Liman
081. Die Rückkehr der Jedi-Ritter, 1983, Richard Marquand
082. Charlie und die Schokoladenfabrik, 2005, Tim Burton
083. Gladiator, 2000, Ridley Scott
084. Der weiße Hai, 1975, Steven Spielberg
085. Hangover, 2009, Todd Phillips
086. Mission: Impossible, 1996, Brian De Palma
087. Pretty Woman, 1990, Garry Marshall
088. Cars, 2006, John Lasseter
089. Matrix, 1999, Andy & Larry Wachowski
090. X-Men – Der letzte Widerstand, 2006, Brett Ratner
091. Das Vermächtnis des geheimen Buches, 2007, Jon Turteltaub
092. Last Samurai, 2003, Edward Zwick
093. Tarzan, 1999, Kevin Lima, Chris Buck
094. 300, 2007, Zack Snyder
095. Ocean’s Eleven, 2001, Steven Soderbergh
096. Pearl Harbor, 2001, Michael Bay
097. Men in Black II, 2002, Barry Sonnenfeld
098. Sherlock Holmes, 2009, Guy Ritchie
099. Das Bourne Ultimatum, 2007, Paul Greengrass
100. Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen, 1993, Chris Columbus

Och, so schlecht ist die Ausbeute gar nicht. Und ich kann immerhin gleich dazusagen, dass diverse der noch fehlenden Filme bereits in meinem Besitz sind - ich bin nur noch nicht dazu gekommen, sie anzuschauen. *g*

Wer will, kann sich das Stöckchen natürlich gern mitnehmen.