Freitag, 17. Juni 2011

Behold the Epicness: Neuer - und vermutlich finaler - Trailer für "Harry Potter 7.2"


Bisher hab ich mich zur "Harry Potter"-Serie ja sehr bedeckt gehalten, aber das Ende naht und gestern wurde den Fans nochmal ein richtiger Knallertrailer zu "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2" um die Ohren gehauen.

SPOILER-WARNUNG! Es soll ja Menschen geben, die nicht wissen, was hier so passiert, und dieser Trailer spoilert in einer Szene doch ziemlich. Auf eigene Gefahr klicken - andererseits kriegt man diesen Trailer im Zweifelsfall auch im Kino vorgesetzt, also was solls. *g*








Ja, was soll ich sagen. Ich weiß, was passiert. Ich kann die Szenen wunderbar einordnen. Ich bin froh, dass das 7. Buch in zwei Teile gesplittet wurde; eigentlich muss nämlich noch eine ganze verdammte Menge erklärt werden, worum man sich bisher nicht allzu sehr geschert hat. Der finale Kampf wird, so wie es aussieht, großartig werden. Ich erwarte unendliches Drama! Ich erwarte Heldentum (von Charakteren, denen man es zu Beginn niemals zugetraut hätte). Ich erwarte zu heulen wie ein Baby, oh ja, denn beim Lesen des Buches habe ich das auch getan (und oh Gott, ein kleines Stück aus genau der Szene kam ebenfalls vor! Wahhhh!). Ich erwarte perfekte Inszenierung gewisser Szenen, weil sie grandios sind und Rowling es wohl kaum zugelassen hat, bei diesen Szenen zu schlampen.

Tja, und dann ist dieses Kapitel Filmgeschichte ebenfalls beendet. So ziemlich alle britischen Schauspieler, die Rang und Namen haben, waren irgendwann einmal in dieser Filmreihe zu sehen oder blieben ihr durch alle Teile erhalten. Wir haben den Hauptdarstellern sozusagen beim Aufwachsen zugesehen - und alle haben vielversprechende Karrieren vor sich.
Ein wenig traurig bin ich ja dann doch, mich von diesen Filmen verabschieden zu müssen. Seltsam, dabei habe ich den hype lange, oh lange Zeit boykottiert. Aber wie könnte ich Schauspielern wie Alan Rickman, Gary Oldman, Maggie Smith oder Jason Isaac widerstehen? ;)

Nun denn, Deutschland trifft sich am 14.07.2011 zur Endschlacht im Doublefeature.

Bring it. :)


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Mittwoch, 15. Juni 2011

David Garrett: "Rock Symphonies" Tour 2011


Letzten Samstagabend verbrachte ich der ausverkauften Kölner Lanxess-Arena, um mir das Geigenwunderkind David Garret anzuschauen. Garrett ist gebürtiger Aachener, ein wenig hört man das Rheinische doch immer wieder durchschimmern. *g*

Ich konnte mir nicht allzu viel unter diesem Konzert vorstellen, so im Vorhinein. Ich hatte zwar einige Clips angeschaut, um zu wissen, dass mir sein Stil gefällt, aber zu sehr mit irgendwelchen Erwartungen belasten wollte ich mich nicht. Bei den "Rock Symphonies" präsentiert Garrett eine faszinierende Mischung aus Rock und Klassik - er spielt bekannte Stücke klassischer Komponisten, bei denen er von seine Rockband begleitet wird, oder er nimmt sich Rocksongs und nähert sie durch sein Geigenspiel und mit unterstützung des Frankfurter Symphonie-Orchesters der Klassik an.

Ganz einfach: Wer klassische Geigenmusik mag und dazu auf Rock steht, wird bei diesem Konzert vollkommen auf seine Kosten kommen!

Meine Freundin und ich hatten einen Platz im Unterrang, was ganz gut war - Dank der Bildschirme und Projektionen bekamen wir auch Details mit, aber gleichzeitig konnten wir die schöne Lichtshow ausgiebig bewundern - die diversen pyrotechnischen Effekte kamen so auch besser zur Geltung als wenn wir direkt davor gesessen hätten (und es war auch längst nicht so warm *g*).

Trotz der technischen Spielereien steht natürlich die Musik im Vordergrund - und davon bot Garrett eine ganze Menge. Er spielte inkl. halbstündiger Pause drei Stunden und bot einige seiner bekanntesten (und besten) Stücke, wobei er die Stücke fast immer mit einer kleinen Anekdote aus seinem Touralltag einleitete. Zur Interaktion mit dem Publikum ist er wohl nicht geboren, er kam aber zumindest ganz locker rüber und wir waren ja auch nicht gekommen, um ihm bei Reden zuzuhören. *g*

Was hat der gute Mann denn nun gespielt, fragt ihr euch? Begonnen hat er mit "Smells like teen spirit" von Nirvana, was natürlich eine sehr gute Eröffnungsnummer ist ("Here we are now, entertain us!"). Und einen auch gleich in genau die richtige Stimmung für de Abend versetzte - das wird laut und gleichzeitig virtuos, juhu!
Gleich zu Anfang kamen wir auch in den Genuss von zwei besonders schönen klassischen Stücken, die zu meinen absoluten Lieblingen gehören: Beethovens grandiose 5. Symphonie, und den 3. Satz aus dem "Sommer" aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten".

Einige Balladen hatte er auch zu bieten: "So close" aus Disneys "Verwünscht", "You raise me up", wobei er im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geht, de Bussys wunderschönes "Clair de lune" oder auch "Musica e".

Die meiste Zeit ging es aber eher richtig rockig zu. In der ersten Hälfte gab es außerdem noch so großartige Stücke wie "Live and let die", den "Sirtaki", weil das Publium ja gerne mitklatscht, und natürlich das Ende von Ravels "Bolero":






Aber auch die zweite Hälfte von Garretts Programm hielt ein paar absolute Abräumer bereit.

So gab es ein Michael Jackson Medley (Billy Jean, I'll be there, Smooth Criminal), das von mir besonders sehnsüchtig erwartete "He's a pirate" aus "Fluch der Karibik *g*, der Solo-Auftritt seiner Rockband mit AC/DCs "Whole lotta Rosie", "Rocking all over the world", "Master of puppets", "Walk this way"... natürlich das wunderbare "Vivaldi vs Vertigo":






Garretts vorletztes Stück war der "Czardas", an sich ja sowieso ein großartige Stück, um mit den charmanten Spielereien gleich doppelt so gut. Und verabschiedet hat er uns mit "Hey Jude" von den Beatles, bei dem auch alle brav mitgesungen haben (soweit wir denn den Text konnten, aber mit "nanana" und "lalala" kommt man auch gut parat *g*).

Nächstes Jahr werde ich wahrscheinlich auch wieder eins seiner Konzerte besuchen; abhängig davon, welche Tour er dann macht - die Crossover-Tour ist sicherlich auch gut.

Erwähnen muss ich noch einen goldigen Moment ganz zu Beginn - das Orchester hatte die Plätze eingenommen, das Licht war auf "Jetzt gehts los!" gestellt und ... es herrschte Stille. Und in diese Stille hörte man plötzlich von einem Mädchen ein.. hm, Quieken? Einen Freudenschrei? Es klang wirklich so, als könnte sie ihre Freude ob des jede Sekunde beginnenden Konzertes nicht länger unterdrücken. *g* Wir haben sehr gelacht - und dann ging's los.
Schön war auch zu sehen, welche Stücke besonders bekannt waren und welche nicht so sehr. Immer bereits abzulesen am Applaus bei der Titelankündigung. *g*

Wer also mit den verlinkten Clips musikalisch was anfangen kann, sollte sich die "Rock Symphonies" bei der nächsten Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen!

Montag, 6. Juni 2011

Köln und Kino - das ist so eine Sache...

Da melde ich mich nach beinahe zweiwöchiger Abwesenheit zurück und dann mit einem Mecker-Post. Aber es muss ja einfach mal gesagt werden und da ich nun aus eigener Erfahrung sprechen kann und mich nicht mehr nur auf Erfahrungsberichte verlassen muss, außerdem gerade in besonders ausgelassener Meckerstimmung bin (meine Laune ist bestens, ich fühl mich nur gerade mitteilungsbedürftig), nun, da kann ich doch einfach mal ein bisschen drauflosschreiben.

In Köln gibt es nach der Schließung des Cinestar eigentlich nur noch den Cinedom als große Anlaufstelle für aktuelle Spielfilme. Das Rex am Ring ist auch noch eine Möglichkeit, ist aber vor allem dafür bekannt, ältere bzw. in anderen Kinos bereits aus dem Spielpan gestrichene Filme zu zeigen. Und dann gibt es natürlich noch Nischenkinos wie das auf Originalfassungen spezialisierte Metropolis. Das Masse geht in den Cinedom.
Und sieht ja auch ganz schnike aus, so von außen. Innen auch recht beeindruckend, gerade wenn man wie ich nicht aus der Großstadt kommt und es etwas moderater gewöhnt ist. *g* 14 Säle auf 2 Etagen, das ist schon eine Hausnummer. Zwei 3D-Säle, einer davon wohl erst vor Kurzem hinzugefügt und hoffentlich mit besserer Technik ausgestattet, als es im ersten 3D-Saal der Fall ist (wie ich hörte; ich selbst gehe nur in zwei bestimmten Kinos in 3D-Filme, da weiß ich, dass das Bild auch wirklich gut ist). Edit: Wie mir Sir Donnerbold vom Nachbarblog mitteilte, konnte er bisher nicht im geringsten über das 3D im Cinedom klagen. Wahrscheinlich war er im neuen Saal. *g* Na, wenn die Technik da aber so gut ist, wie er sagt (ich glaub es jetzt mal ungesehen *g*), scheint der Cinedom nicht ganz verloren...

Zu so einem ersten Eindruck müssen ja auch die Preise passen, und die sind schon ordentlich - klar, wir sind in einer Großstadt, aber am Wochenede für Nachmittags- und Abendvorstellungen regulär 9,50 € zu verlangen und dazu dann nochmal den 3D-Aufschlag (und vermutlich auch Überlängenaufschlag)... schon happig. Oder sagen wir so: Wenn man auch einen entsprechenden Gegenwert geboten bekommt, dann lässt sich das ja akzeptieren. Aber wenn nicht?

Ich war also am Wochenende in eben diesem Cinedom, um mir mit Oellig "Fremde Gezeiten" anzuschauen. Aufgrund der unglaublich "tollen" Zugverbindung und der Tatsache, dass Vorstellungen am frühen Nachmittag mit 7,50 € vergleichweise billig ausfallen, haben wir uns die 14-Uhr-Vorstellung in 2D angeschaut. Gut besuchter Saal. Normale Werbung ohne Ton. Auch nett, gucken wir uns eben die bunten Bilder an. Bei Trailerbeginn gab's dann sogar Ton, was mit Jubel begrüßt wurde. Nette Trailer, hätten gerne mehr sein dürfen. Andererseits will ich mich auch nicht beschweren, dass es keine halbe Stunde Werbung gab, wie es sonst in Großstädten häufig obligatorisch ist.

Ganz ehrlich? So ein schlechtes Bild habe ich schon lange nicht mehr gesehen. "Fremde Gezeiten" hat nun mal leider viele Szenen, die im Dunkeln spielen, und da ist es enorm wichtig, ein gutes Bild zu haben, um überhaupt alles erkennen zu können. Was in der besuchten Vorstellung absolut nicht der Fall war. Und der Cinedom kann sich auch nicht damit herausreden, dass es eben in dem Film so ist - ich habe "Fremde Gezeiten" bereits in zwei anderen Kinos gesehen. Das eine Kino zeigte ihn in 3D und wie wir wissen, nimmt 3D immer auch etwas Helligkeit weg - dennoch konnte man selbst in den teilweise sehr dunklen Unterwasserszenen noch ausmachen, was gerade passiert. Das andere Kino ist ein leicht ... verwohntes Studentenkino mit ganz eigenem Charme, wo man wirklich nicht die tollste Projektion erwartet. Es war eine 2D-Fassung und man konnte alles erkennen. Scharfes, helles Bild, sehr angenehm.

Ich weiß nicht, warum das Bild im Cinedom so extrem dunkel war, dafür kenne ich mich mit der Technik einfach viel zu wenig aus. Vielleicht ein altersschwacher Projektor, der das Bild eben nicht mehr mit voller Kraft projizieren kann. Vielleicht falsche Einstellung. Vielleicht auch eine nicht mehr ganz so gute Kopie (manchmal hakte der Ton auch ein wenig). Aber Leute, wenn ihr für so eine miese Projektion, bei der man in manchen Szenen nicht mal erahnen konnte, was gerade abging (Meerjungfrauenangriff; auch der Schwertkampf in der Kneipe war grenzwertig), in den Abendvorstellungen 9,50 € verlangt... dann ist das richtig unverschämt. Da muss man sich als Kinobetreiber auch nicht mehr wundern, wenn Besucher wegbleiben - wenn das Bild immer so schlecht ist, würde ich mir das auch gewaltig überlegen, ob ich mir das antun will.

Zum Glück gibt es in meiner Umgebung mehrere gute Kinos, bei denen ich was das Bild angeht noch nie Grund zur Klage hatte. Dass ich nach Köln ins Kino fahre, ist ja sowieso die große Ausnahme, zum Glück bin ich darauf nicht angewiesen.

Der Film war natürlich nach wie vor toll *g*, und beim Umsteigen konnte ich auch nette Leute kennenlernen, die ebenso wie ich im Niemandsland gestrandet waren, weil aufgrund von Bauarbeiten mal wieder alle möglichen Züge ausfielen. Und die Züge, die fuhren, kamen zu spät. Ach, ich verschwende gern eine Stunde meines Lebens damit, an einem Kleinstadtbahnhof auf einen Zug zu warten. :)

Dienstag, 24. Mai 2011

Auf den "Fremden Gezeiten" segel ich gern jederzeit wieder!


Bevor ich ein zweites Mal die Fremden Gezeiten besuche, kommt hier also meine längere Kritik. Oder Meinung. Was auch immer. *g*

Ein kurzer Blick auf die Handlung: Captain Jack Sparrow (Johnny Depp), nach wie vor sans Schiff aber dennoch guter Dinge, trifft in London auf seine alte Flamme Angelica (Penelope Cruz), die ihn überreden will, mit ihr nach der Quelle der Ewigen Jugend zu suchen (denn Jack weiß doch wo sie ist, oder?). Jack will nicht, landet aber trotzdem auf Angelicas Schiff – oder eher gesagt, Blackbeards Schiff, der Queen Anne’s Revenge. Blackbeard (Ian McShane) will unbedingt die Quelle finden und Jack soll ihm dabei helfen. Auch Jacks früherer Erzfeind Hector Barbossa (Geoffrey Rush), mittlerweile als Freibeuter im Auftrag der britischen Krone unterwegs, macht sich auf den Weg zur Quelle – genau wie eine spanische Abordnung.
Hinzu kommen der Missionar Philip (Sam Clafin) und eine Meerjungfrau (Àstrid Bérgès-Frisbey), die für das Ritual an der Quelle gebraucht werden...

Es dürfte kein Geheimnis sein, dass ich ein großer Fan des „Pirates of the Caribbean“-Franchises bin. *g* Ich liebe diese Filme, mit all ihren Fehlern, fantastischen Kreaturen, und überzogenen Actionszenen. Ich liebe die Charaktere ganz besonders. Es ist mir egal, dass die Filme Fehler haben – wie langweilig wäre es doch, wenn sie perfekt wären. Worüber soll man denn dann meckern? *g*

Und wenn auch ihr Fan irgendeines Franchises seid, dann versteht ihr sicher was ich meine, wenn ich sage, dass ich vor dem „Fremde Gezeiten“ Angst hatte. Im Grunde konnte man ja nur zwischen zwei Extremen wählen; „Juhuuuu, sie machen noch einen Teil! Wheeeee!“ oder „Oh mein Gott, hoffentlich verbocken sie das nicht! *panik*“. Ich wurde panisch. Ein bisschen zumindest. Ich meine, falls mir dieser Teil nicht gefiele, könnte ich es ja so machen wie all die „Star Wars“-Fans und einfach leugnen, dass es einen weiteren Teil gibt. Aber dennoch wüsste ich ja tief drinnen, dass da ein vierter Teil existiert, der mich absolut enttäuscht hat. Manche Dinge, die ich hörte, schürten meine Sorgen nur noch mehr.

Aber als ich aus dem Kino kam, war ich... erleichtert. Glücklich. Ich liebe diesen Film! Ich verehre das Ende, es ist genau so wie es sein sollte. Meiner Meinung nach hat man es geschafft, den Charakteren und ihrer vorangegangenen Entwicklung gerecht zu werden, und außerdem noch etwas Neues zur verrückten PotC-Welt hinzuzufügen.


Ich verstehe nicht, warum einige Kritiker wieder meckern, der Film wäre zu verwirrend. Wie leicht soll eine Handlung noch sein? Nur weil es ein Sommerblockbuster ist, heißt das nicht, dass ihr euer Gehirn zu Hause lassen sollt! Ich glaube, dass viele Kritiker ganz einfach motzig sind, weil dies nun der vierte PotC-Teil ist und sie keinen Bock mehr darauf haben. So lesen sich viele der negativen Kritiken nämlich: „Wäh, noch einer davon! Die hätten nach dem ersten aufhören sollen, das ist doch alles langweilig!“
Wie man’s macht, macht man’s falsch. Die Drehbuchautoren Ted Elliot und Terry Rossio hätte sicherlich gerne mehr Komplexität reingebracht, aber man wollte ja den ganzen Meckerfritzen nach Teil 3 entgegenkommen. Ich denke, etwas mehr Komplexität hätte dem Film nicht geschadet. Aber sei’s drum. Sie können sich ja in Teil 5 austoben. *g*

Von einer genaueren Ausarbeitung hätte auf jeden Fall der Handlungsfaden von Syrena und Philip profitiert. Ihre Beziehung kommt doch etwas zu kurz, da hätte sich deutlich mehr draus machen lassen. Clafin als Philip bleibt ziemlich blass, aber Bérgès-Frisbey schafft es sehr gut, der Meerjungfrau Syrena Leben einzuhauchen.
Auch die Voodoo-Thematik rund um Blackbeard hätte man so mehr Gewicht verleihen können; das lief ein bisschen so nebenher. Da gäbe es deutlich mehr Potential, aber man hat sich da ja durchaus eine kleine Brücke zu Teil 5 gebaut. Die Zombies waren ziemlich verschenkt; das hatte was von „Eine übernatürliche Crew pro Film muss schon sein“. Leider waren die Zombies im Roman sehr viel unheimlicher. Da sie aber auch nicht gestört haben, nehme ich es einfach so hin.

Blackbeard war toll umgesetzt (Ian McShane hat einfach das richtige Gesicht dafür *g*), wenn ich mir auch ein wenig mehr Subtilität gewünscht hätte. Er muss sich allerdings auch mit Barbossa und Davy Jones vergleichen lassen; an die ranzukommen ist auch wirklich nicht leicht. Ich fand ihn auf jeden Fall in seiner Bösartigkeit überzeugend, er hatte auch ein paar augenzwinkernde Momente und hat mir alles in allem gut gefallen.


Schön, dass Kevin McNally als Joshamee Gibbs dieses Mal richtig was zu tun bekommt. Er hat sich schnell zum Fanliebling gemausert und es ist schön, dass die Drehbuchautoren ihn in „Fremde Gezeiten“ so würdigen.
Auch Barbossa ist grandios. Der alte Seebär sieht in seiner Navyuniform ganz wunderbar verkleidet aus und hat einige herrliche Szenen mit Jack. Geoffrey Rush geht in dieser Rolle sichtbar auf, es ist eine Freude, ihm zuzuschauen.

Penelope Cruz hat es geschafft, mich als Angelica zu überzeugen. Die Chemie zwischen ihr und Depp stimmt, sodass auch die Beziehung (welcher Art auch immer) zwischen den beiden glaubhaft wird. Das gefällt mir sowieso ausnehmend gut: Dass es sich hierbei nicht, wie ich zu Anfang fürchtete, um eine kitschige Liebesgeschichte handelt, sondern dass die beiden sich keinen Zentimeter weit über den Weg trauen, aber irgendwie doch irgendwas füreinander empfinden. Oder so. Ist etwas schwierig. Angelica ist wunderbar doppelbödig; welches Ziel sie so genau verfolgt, erschließt sich nicht direkt – und das Lügen hat sie definitiv von Jack gelernt. *g*

Tja, und Captain Jack Sparrow. Er ist immer noch er selbst, wenn auch leicht verändert nach den Geschehnissen in Teil 3. Er ist immer noch ein Schurke, ein Pirat, ein Schwerenöter – aber er hat akzeptiert, dass er eben auch ein guter Mann ist und dass es nicht schlimm ist, auch mal selbstlos zu handeln. Jack trägt fast den gesamten Film, er ist in nahezu jeder Szene. Mich freut das sehr, weil ich ihn als Charakter nach wie vor sehr interessant und faszinierend finde, aber ich kann mir vorstellen, dass es auch für manche zu viel Jack sein könnte. Daher hoffe ich, ganz einfach um die Figur nicht vollkommen zu überreizen, dass er in Teil 5 wieder etwas verschnaufen darf.
Er hat ein paar herrlich lustige, aber auch ernste Szenen mit Barbossa und Gibbs, und es ist immer wieder eine Freude, Depp mit Rush und McNally zusammen zu sehen. Die mögen sich offensichtlich sehr, da kommt immer großartige Arbeit bei raus. Sei es die Szene in Palm Tree Cove oder v. a. das Ende. Dazu sage ich nichts weiter, außer dass eben jeder da endet, wo es für ihn richtig ist. Und dass es den Charakteren treu bleibt. Was für mich das Wichtigste war.


Ja, was gibt es noch zu sagen? Ich hätte mir etwas mehr Schwertkämpfe gewünscht, aber es war auch so gut dosiert. Die Effekte sind wie immer toll, die Sets ebenso, die Kameraarbeit ist ebenfalls sehr gut. Unterhaltsame, teilweise hysterisch-lustige Cameos! Großartige Meerjungfrauen-Szene. Wie zu erwarten sehr gute Musik von Hans Zimmer, wenn ich mir nach dem ersten Mal auch ein ikonischeres neues Thema gewünscht hätte. Da hatte gerade Teil 3 sehr viel zu bieten. Die Synchronisation ist gelungen – es war nie eine Frage, ob Nathan gute Arbeit abliefern würde; falls er damals den Film ebenso eingesprochen hat, verstehe ich nicht, warum er ausgetauscht wurde. Dennoch ist es aus Kontinuitätsgründen sehr schade – und weil Off dem Charakter irgendwie den letzten Kick gab. Es hätte jedoch auch schlimmer kommen können. ;) 3 D ist unnötig; es bringt zwar Tiefenwirkung und hin und wieder sticht was aus dem Bild heraus, aber man braucht es wirklich nicht, um den Film zu genießen.

Fazit: „Fremde Gezeiten“ ist ein würdiger vierter Eintrag ins Pirates-Universum. Die alten, liebgewonnen Charaktere sind so, wie sie sein sollen; die neuen Charaktere fügen sich gut ein. Nach dem teilweise etwas verworrenen Teil 3 hat man die Handlung deutlich vereinfacht, was den Zugang zwar erleichtert, aber wodurch auch einige interessante Ansätze nicht komplett ausgearbeitet werden konnten. Dennoch wirklich unterhaltsames Sommerkino – ich warte gespannt auf Teil 5!



Siehe auch:

Donnerstag, 19. Mai 2011

Erster Eindruck von den "Fremden Gezeiten"

Und zwar in absoluter Kurzfassung, denn eigentlich bin ich hundemüde, bin aber noch zu aufgekratzt, um schlafen zu gehen.

Ich fand den Film großartig! Vor allem das Ende hat mich unsagbar glücklich gemacht, da es genau so ausgegangen ist, wie ich es mir gewünscht habe. Jeder bekommt, was er (oder sie) verdient hat, und es bleiben genug interessante Möglichkeiten für einen 5. Teil (bleibt nach dem Abspann noch sitzen!).

Jack Sparrow war genau so wie er sein sollte (leider jedoch den Großteil des Films ohne Hut!) - clever, leicht verpeilt, mit einer unerhörten Portion Glück und nach wie vor doch irgendwie ein guter Mann. Acuh wenn seine ehemalige Flamme Angelica das komplett anders sieht. *g* Die kann ein ganz schönes Miststück sein und sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Gefiel mir auch sehr gut.

Und oh, Barbossa! Was lieb ich ihn! Großes Kino! Der gute, alte Gibbs bekommt auch viel zu tun dieses Mal und hat ein paar der besten Szenen abbekommen.

Syrena, die Meerjungfrau, gefiel mir sehr gut. Aus Philip hätte man deutlich mehr rausholen können, aber wir wollen die armen Zuschauer ja nicht mit zu viel Handlung überfordern! *seufz* Man merkt, dass Ted und Terry dieses Mal die Handlung vereinfachen wollte, nach all dem Gemecker nach AWE. Und was passiert? SCHON WIEDER meckern divers eFilmkritiker, dass der Film viiieeel zu kompliziert sei. *kopfschüttel*
Ich war mit vier Freundinnen in dem Film; eine ist Fan der Reihe, eine mag die Filme sehr gern, die anderen beiden gingen aus Unterhaltungsgründen mit und weil Johnny Depp immer gut ist (eine hat Teil 2 und 3 sicher seit Jahren nicht mehr gesehen). und sie ALLE haben die Handlung ohne die kleinsten Schwierigkeiten verstanden! Muss sich ein Blockbuster jetzt tatsächlich dafür entschuldigen, wenn er vom Zuschauer wenigstens ein Minimum an eigenständigem Denken verlangt?

Jedenfalls, ich war begeistert. Eine Sache hat mich absolut schockiert, darauf war ich nicht vorbereitet (und ich hab einige Sekunden entgeistert die Leinwand angestarrt), aber das ging meinen Freunden überhaupt nicht so und hat sicherlich etwas mit meinem Rumtreiben im Fandom zu tun. Trotzdem: NEEEEEEEIIIIIINNNN, wie KONNTET ihr nur?!

Bis auf das war es ein absolut toller Film, ich geh auf jeden Fall noch mehrmals rein. :)

Eine sinnvolle und verständliche Kritik kommt dann hoffentlich am Wochenende...




Siehe auch: