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Mittwoch, 11. Januar 2012

Mein Kinojahr 2011

Ein bisschen spät dran bin ich ja dieses Jahr, aber irgendwas ist eben immer und im Moment muss ich zugeben, dass ich so gut wie meine gesamte Aufmerksamkeit auf meine Lieblingsserie konzentriere (wozu dann nach Ausstrahlung der letzten Folge auch eine Kritik folgen wird).

Nun, wie war denn meine Kinojahr 2011 so? Welche Filme fand ich gut, welche nicht so sehr, wie war das Publikum, gab es Überraschungen?
2011 habe ich 43 Mal das Kino aufgesucht (2010: 47), wobei sich die Besuche dieses Mal sehr schön auf die Quartale verteilen (10 / 11 / 12 / 10) und ich ehrlich gesagt am Ende nur aus Zeitgründen nicht auf mehr Besuche gekommen bin. Wie immer habe ich fleißig mein Heimatkino unterstützt (24 Besuche), auch zog es mich in die ein oder andere Großstadt (14 Besuche), davon allerdings nicht zwingend in die großen Kinos. *g* Einen totalen Ausreißer gibt es auch - als ich aus beruflichen Gründen in Hamburg war, verschlug es mich tatsächlich mit meiner Chefin ins Kino (das gerade umgebaut wurde, was allerdings die Vorstellung nicht störte).

Es gibt vier Filme, die ich zwei Mal im Kino sah, für "The King's Speech" ging ich drei Mal ins Kino und der vierte Teil der verfluchten Piraten brachte mich sogar fünf Mal dazu, Geld auszugeben.

Der beste Film


Und doch ist es nicht "Pirates of the Caribbean 4", der für mich der beste Film war, sondern "The King's Speech". Während "Pirates" doch ein paar Fehler hat, die mich tatsächlich auch stören, ärgert mich nichts an "The King's Speech". Colin Firth hat zu Recht einen Oscar für seine Leistung bekommen, aber auch alle anderen Schauspieler, allen voran Geoffrey Rush und Helena Bonham-Carter, sind absolut hervorragend und machen diesen Film zu ganz großem Kino. Er mag am Ende ein klein wenig pathetisch werden, aber bei der Thematik darf das auch mal sein. Und der Humor kommt ja zum Glück nicht zu kurz.
Neben "Pirates" finden sich in meiner absoluten Bestenliste außerdem noch "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" (hat sich noch schnell reingeschlichen), "Crazy Stupid Love" (wunderbare Liebesdramödie), "Super 8" und "Harry Potter 7.2".


Der schlechteste Film
Tja, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich fand keinen Film wirklich schlecht, denn wie immer habe ich ganz klug die offensichtlichen Katastrophen erfolgreich vermieden. Ich denke, hier passt aber "Anonymus" von Roland Emmerich ganz gut rein. Da wäre noch soviel mehr drin gewesen und irgendwie habe ich die Explosionen vermisst. Das Ganze plätscherte einfach so vor sich hin und haute nachher ein paar Wendungen raus, die doch sehr weit hergeholt schienen und nur um der Provokation Willen überhaupt vorkamen. Vergessenswert.

Der lustigste Film
Da schwanke ich doch sehr und belasse es bei einem Unentschieden zwischen "Der Gott des Gemetzels" und "Nichts zu verzollen". Beide waren auf ihre Art sehr lustig und wir haben fast die ganze Zeit nur gelacht. Auch gut war "Brautalarm", allerdings kam es hier doch ein paar Durchhänger.

Der emotionalste Film
Ich könnte jetzt sagen, dass war "True Grit", weil ich da zum Ende hin die Contenance doch sehr verloren habe. *ähem* Aber bis zu diesem Punkt hatte der Film mich nicht besonders aufgewühlt oder Ähnliches. Daher nenne ich hier "Black Swan". Ein wirklich toller Film, der mir doch sehr an die Nerven gegangen ist. Ich komme mit Psychothrillern nicht so gut klar, weswegen ich mir hier öfters ganz schön erschreckt und richtig mitgelitten habe. Nervenaufreibend und wir waren danach ziemliche Wracks *g*, aber ein richtig guter Film.

Die größte positive Überraschung
Ganz klar "The Green Hornet". Dieser Film sah irgendwie nach nix aus, aber er war überraschend unterhaltsam mit einem tollen Hauptdarsteller-Gespann und einem herrlich verrückten Christoph Waltz als Bösewicht. Der 3D-Effekt wurde ebenfalls sehr gut eingesetzt und von mir aus darf die grüne Hornisse gerne wiederkommen.


Da mich dieses Jahr kein Film enttäuscht hat (alle waren wie erwartet gut oder schlecht *g*), gibt es an dieser Stelle die
Honourable Horror Film Mention

"Fright Night"! Der Film ist toll! Das Timing war toll! Warum sind da nicht mehr Leute reingegangen? Wollt ihr wirklich alle nur noch Glitzervampire sehen? Dieser Film hier macht wenigstens Spaß, hat coole Darsteller und einen super Soundtrack. Alles Ignoranten...

Das beste Publikum
Sowohl in der Hamburger "The King's Speech"-Vorstellung als auch in "Nichts zu verzollen" hatte ich ein super Publikum! Voller Saal, richtig tolle Stimmung, viele Lacher, so muss das sein.
Ehrennennung für das Mädel hinter uns in der zweiten "Fright Night"-Vorstellung, die sich zuerst überrascht zeigte, wie gut ihr das Ganze gefiel und nachher über die weibliche Hauptfigur sagte, "Hey die mag ich, die ist wie ich!" *g*

Das schlechteste Publikum
Den Preis für das allgemein schlechteste Publikum können sich zwei Gruppen teilen, und zwar die in meinem ersten "Sherlock Holmes 2"-Besuch, und die in "Die drei Musketiere". So ein langweilig-reaktionsloses Publikum ist wirklich selten. Wie kann man ausgerechnet bei diesen beiden Filmen so dermaßen ruhig bleiben? Das ist eine Kunst.
Sondererwähnung für die ätzenden Blagen in "Immer Drama um Tamara", die relativ schnell merkten, dass das so gar nicht der Film aus dem Trailer ist: "Ey ich weiß auch nicht, Mann, im Trailer hat die mit voll vielen Typen rumgemacht!" Öhm jaaa... Es wurde noch einige Zeit diskutiert, aber verhältnismäßig ging es. Habe schon Schlimmeres erlebt.

Das erinnert mich an...
Natürlich weckte David Tennant in seinem Peter-Vincent-Aufzug aus "Fright Night" sofort Assoziationen zu Captain Jack Sparrow und er wird auch gern als der Jack Sparrow der Vampirjäger bezeichnet. Und was soll ich sagen: Er kann's tragen. *g*
In "Der gestiefelte Kater" kam in irgendeiner Szene ein Hamster vor, und woran wir sofot denken mussten war Krustelinchen aus "Der Gott des Gemetzels". Sowas bleibt eben hängen!
Und dann natürlich noch das verwendete Gift in "Sherlock Holmes 2". Das war nämlich Curare und ich saß da und erinnerte mich an eine Fanfiction zu "Fluch der Karibik", die ich vor Jahren las und in der eben dieses Gift vorkam. Hach, ist das schön, sowas zu wissen. *g*

Besondere Momente
Schön war es, "Pirates" in der Originalfassung zu sehen. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel ich tatsächlich verstehe.
Das "Harry Potter 7"-Double Feature war ebenfalls eine wirklich tolle Sache.
Und dann gab es noch die interessante Publikumsreaktion nach "Anonymus": "Öhm jaaa. Puh. Öhm...?" Man sah förmlich die Fragezeichen über den Köpfen. Kollektives Schulterzucken. *g*

Das Fan-Erlebnis

Photobucket

Wie, habt ihr wirklich geglaubt, ich würde das Jahr 2011 abhandeln, ohne "Fremde Gezeiten" separat zu erwähnen? Ich bitte euch! Ich habe wie alle anderen Fans auch lange auf den Film gewartet und wurde zum Glück nicht enttäuscht. Ja, es gab ein paar Sachen, die ich gerne anders gehabt hätte (kompliziertere Handlung, etwas mehr Jack-Tricksereien und v. a. kein Mord an einem meiner Lieblings-Nebencharatere!), aber dennoch war ich von dem Film wirklich begeistert und bin v. a. sehr glücklich über das sehr gut gelungene Ende. Teil 5 kann kommen. :)

Und das war mein Rückblich auf's Kinojahr 2011. Hoffe, es hat euch gefallen.

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Freitag, 15. Juli 2011

Petrificus Totalus!! (oder auch: Kampf dem (Ge)*knurpsel*...)






Petrificus Totalus! Diesen Zauberspruch hätte ich heute im Kino (beim Film HP 7.2) gut gebrauchen können. Warum? Um ihn in die Reihen hinter mich zu schleudern. Und gleich noch den Silencio-Zauber hinterher, um alle Eventualitäten auszuschließen.


...*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*
...*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*
...*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*…*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*...*knurpsel*


....und das  DEN.  GANZEN.  VERDAMMTEN.  FILM.  HINDURCH.


Und nicht nur aus einer Ecke, sondern gleich aus mehreren (gleichzeitig!). Den. ganzen. Film. hindurch. permanent. und. unaufhörlich. bis. zum. Ende. Und ganz besonders in den ruhigen und sehr emotionalen Momenten war dies schier UNERTRÄGLICH.


Ich hasse das. Ich hasse solche Kinobesucher. Ich hasse die Rücksichtslosigkeit mancher Leute. Wieso verdammt noch mal muss man den ganzen Film hindurch fressen? Wieso immer dieses Knurpselzeug? (Chips, Nachos, Popcorn…ja, selbst das hörte man da raus!) Wieso kann man sich nicht VORHER sättigen? Und wieso können manche Leute Filme offensichtlich nur genießen, indem sie sich ständig mit irgendwas vollstopfen, knistern, rascheln…und eben knurpseln^^.

Ich fang’ ja auch nicht einfach während der Vorstellung an zu rauchen, weil ich mich dann besser entspannen (und genießen) kann. Und bei den Handys weisen die Kinobetreiber ja meist auch immer daraufhin, dass das während der Filmvorstellung gefälligst auszubleiben hat. Warum kann man dasselbe nicht mit dem Knister- und Raschelgeräusch, Knurpsel- und Mundkrachgeräusch verursachenden Snacks machen? Oder generell Snacks während der Vorstellung verbieten? Oder nur Snacks anbieten, die eben nicht knurpseln.

Man müsste echt das Kleingeld haben, um sich so einen Kinosaal ganz für sich allein zu mieten. Diese verfressenen Idioten! Stümper! Banausen! Egoisten! Blödians! (Und das Wort mit dem "A" am Anfang und dem "Nichts mit etwas drumherum" am Ende schlucke ich jetzt an dieser Stelle mal tapfer runter. Wir sind hier schließlich ein anständiger Blog. Und bleiben sauber. Naja....wir versuchen es zumindestens.*g*)

So.

Boah, ne.....ich hab’ mich so übelst derb heute aufgeregt. Arglnhhhhh!


Am liebsten wäre ich in die hinteren Reihen geklettert und hätte diesen vermaledeiten, rücksichtslosen, permanenten "Geräuscheverursachern" ihre Chipstüten, Nachoschälchen und ihre Popcorn-Eimer so tief in den Rachen gerammt, dass ihnen das Zeug wieder an den Ohren herauskommt oder dass es ihnen denselben so verstopft, dass ihnen die Lust und die Möglichkeit am weiteren Geknackse vergeht. Stinksauer war ich und bin es noch. Und da ich grad kein passendes Ohr zur Verfügung habe, was ich volljammern kann, muss jetzt eben die Mecker-Ecke herhalten. Dafür ist 'se ja schließlich da, gell? Und der Druck muss raus, alles andere ist schließlich ungesund für’s eigene Gemüt.*g*

Ja, so einen Lähmungs- oder Erstarrungszauber anzuwenden wäre heute im Kino wirklich außerordentlich praktisch gewesen. Und eine Genugtuung. Und eine Wohltat dazu.

Tja, aber leider leben wir nicht in der Zauberwelt eines Harry Potter & Co., sondern eben doch nur in der schnöden Welt der Muggel. Schade eigentlich.



P.S.
Nu' geht's mir besser. ;-)

Samstag, 26. Februar 2011

The King's Speech


Hier folgt nun mein Versuch, trotz der unglaublich lauten Entwässerungsmaschine direkt neben mir (danke an den Wasserrohrbruch) und der daraus resultierenden kaum zu ertragenen Hitze irgendetwas Ergiebiges über Tom Hoopers "The King's Speech" zu schreiben. Für zwölf Oscars nominiert, darunter in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Regie, Beste Nebendarsteller... eigentlich für so ziemlich alles. Und einige Preise wird der Film mit Sicherheit mit nach Hause nehmen - vollkommen zu Recht.

Erzählt wird die Geschichte von Albert, dem Duke of York, der seit frühester Kindheit unter starkem Stottern leidet, was für ihn öffentliche Auftritte, die er nun einmal als Sohn des englischen Königs zu absolvieren hat, zur Qual macht. Unzählige Ärzte konnten ihn nicht heilen und als letzten Ausweg bittet ihn seine Frau Elizabeth, den Sprachtherapeuten Lionel Logue aufzusuchen. Mit seinen unkonventionellen Methoden schafft er es tatsächlich, Alberts Stottern zu reduzieren. Dann allerdings dankt sein älterer Bruder David ab, der nach dem Tod des Vaters der neue König von England geworden war, um seine Geliebte, eine zwei Mal geschiedene Amerikanerin, zu heiraten. Albert muss als George VI nun mit Reden sein Volk unterstützen, denn der 2. Weltkrieg steht unmittelbar bevor...

Ein großartiger Film! So einfach kann man es zusammenfassen - jede Oscar-Nominierung ist vollkommen verdient. Bei "The King's Speech" handelt es sich um einen richtig guten, unterhaltsamen, mitunter sogar spannenden Schauspielerfilm. Die großartige Besetzung trägt den Film, ohne sie würde es nicht funktionieren.

Colin Firth als Albert ist grandios. Wie er die innere Aufgewühltheit dieses Mannes glaubhaft ausdrückt, der auf gar keinen Fall König werden will, der eine unglückliche Kindheit hatte, der unter seinem Stottern leidet und die Hoffnung schon fast aufgegeben hat. Sein Zusammenspiel mit dem immer wieder wunderbaren Geoffrey Rush als Logue ist perfekt und richtig unterhaltsam. Da stimmt die Chemie. Die besten Szenen des Films sind dann auch die, in denen Firth und Rush gemeinsam vertreten sind, gerade weil die Wortgefechte zwischen ihnen einen herrlich trockenen Humor beinhalten.

Auch Helena Bonham-Carter als Elizabeth (die spätere Queen Mum) ist vollkommen überzeugend - sie ist sympathisch, weich, aber man spürt trotzdem eine gewisse Bestimmtheit in ihrem Handeln, dass sie glaubhaft macht als den großen Rückhalt ihres Mannes. Sie steht bedingungslos hinter ihm und unterstützt ihn so gut sie kann. Ebenfalls sehr gut, teilweise sogar augenzwinkernd besetzt sind die Nebenrollen. Als großer Fan der BBC-Verfilmung von "Stolz & Vorurteil" mit Colin Firth habe ich mich sehr gefreut, nicht nur den Mr. Collins (David Bamber) in einer kleinen Nebenrolle als schmierigen Theaterregisseur zu sehen, sondern vor allem Jennifer Ehle, die hier Logues Ehefrau Myrtle spielt und damals die Elizabeth Bennett gab. Zugegeben, man muss zweimal hinschauen, um sie zu erkennen, aber es macht das Zusammentreffen zwischen Albert und Myrtle gleich doppelt lustig. *g*

Guy Pearce als David (Edward VIII) und Eve Best als seine Geliebte Wallis Simpson sind sofort richtig unsympathisch und damit ebenfalls gut besetzt.Etwas seltsam war es allerdings schon, Timothy Spall als Churchill zu sehen. Ich kann nicht anders, Spall wird für mich auf ewig die Ratte Pettigrew aus "Harry Potter" bleiben...

Überraschend fand ich, wie humvorvoll "The King's Speech" ist. Vor allem die schon erwähnten Wortgefechte zwischen Albert und Logue sind urkomisch, aber es schimmert immer wieder auch in anderen Szenen trockener Humor durch, der einen schmunzeln lässt. Besonders gut angekommen ist die Szene, in der Logue Albert auffordert, alle Schimpfwörter, die ihm einfallen, herauszuschreien. Das böse F-Wort kommt besonders häufig zum Einsatz, was dem Film in den USA ein R-Rating einbrachte. Ist ja auch logisch. Warum sollten Jugendliche auch einen Film sehen dürfen, in dem so ein böses Wort mehr als drei Mal gesagt wird? Das könnte sie für den Rest ihres Lebens traumatisieren. Wen interessiert da noch die Geschichte, in der mit Hilfe von Freundschaft und Vertrauen persönliche Schwierigkeiten und Schwächen überwunden werden. Dann schon lieber "Transformers 2", das sind wenigstens Identifikationsfiguren!

Ähm ja. Möglicherweise merkt man, dass ich diese Entscheidung der MPAA absolut lächerlich finde.

Weiter im Text. Nicht nur die Schauspieler sind großartig, auch die Musik passt sich sehr gut dem Geschehen an und unterstützt die Szenen. Sehr gute Kameraarbeit, realistische Kostüme, tolle Ausstattung, effektvoller Schnitt... was will man mehr? Gut, möchte man unbedingt etwas monieren, dann könnte man vielleicht anführen, dass die historischen Fakten etwas gedreht wurden, um die Dramatik zu erhöhen (so hielt Albert bereits 1927 dank Logues Hilfe eine stotterfreie Rede in Canberra), aber schließlich ist es ja immer noch ein Film und ein bisschen Dramatik gehört dazu. ;)

Interessant war es, das Publikum zu beobachten. Bei beiden Vorstellungen haben wir das Durchschnittsalter deutlich gesenkt - ich habe noch nie so viele Leute über 50 im Kino gesehen. Das führte aber auch dazu, dass es sehr angenehme Kinobesuche waren. Keine kichernden Teenies, keine Handyspielereien, kein lautes Tütenknistern. Warum kann es nicht immer so sein?

Fazit: Unbedingt reingehen! Großartige Schauspieler und gute Inszenierung fesseln den Zuschauer bis zur letzten Minute - und das ganz ohne Effekthascherei!

Samstag, 1. Januar 2011

Mein Kinojahr 2010

Ein frohes neues Jahr euch allen!

Weil ich letztes Jahr soviel Spaß bei der „Auswertung“ hatte, habe ich auch dieses Jahr meine Kinobesuche Revue passieren lassen. Wieder werfe ich einen Blick auf meine Top-Filme des Jahres; auf die größten Enttäuschungen, auf gutes und schlechtes Publikum.

Es hat sich ganz schön was getan: 2010 hat es mich 47 Mal ins Kino gezogen (2009: 19 Mal), wovon allein 23 Besuche auf mein Stammkino entfielen. Drei Mal fand ich mich sogar in eher obskuren, kleinen Kinos in Aachen, Köln und Düsseldorf wieder. 13 Besuche fielen ins 1. Quartal, ins 2. 10. Im 3. Quartal war ich eher faul mit gerade mal 5 Besuchen, nur um dann im 4. Quartal mit 19 Besuchen noch mal ordentlich Gas zu geben. Man soll das Jahr schließlich gut ausklingen lassen. *g*

Unter den ganzen Kinobesuchen finden sich 8 Filme, die ich jeweils zwei Mal gesehen habe, und sogar zwei Filme, die mich je vier Mal ins Kino zogen (letztere sind „Alice im Wunderland“ und „Rapunzel“).

Der beste Film


Das war dieses Jahr etwas schwieriger zu entscheiden als im letzten. Ich fand einige Filme auf unterschiedlicher Ebene ganz einfach großartig, aber wenn ich alles zusammen nehme und überlege, welcher Film nicht einen einzigen unpassenden Moment hat, oder auch nur einen einzigen störenden Charakter, nun, dann ist es „Toy Story 3“. Da passt einfach alles: Handlung, Charaktere, Humor, Drama, Emotion. Man erwartet so was ja von Pixar, aber dieser Film ist so vollkommen rund, die Zeit flog nur so dahin und am Ende hab ich wieder geheult. :) Ich habe den Film noch einmal angeschaut, und wieder geheult., *g* Und mich erneut sehr darüber gefreut, dass es eine Totoro-Plüschfigur im Film gibt! Pixar, I ♥ you!
Mal schauen, ob Pixar diesen Platz auch im nächsten Jahr verteidigen kann...
Ehrenhalber möchte ich hier aber auch auf jeden Fall „Inception“, „The Social Network“ und „A Single Man“ erwähnen.

Der schlechteste Film

Von den ganz üblen Ausrutschern dieses Kinojahres habe ich zum Glück keinen gesehen (stellvertretend sei „Kindsköpfe“ genannt). Aber einen Film habe ich mir angetan, obwohl ich wusste, dass ich den Film nur überstehen würde, wenn ich zwischendurch blöde Kommentare abgebe. Bot sich ja auch einfach an. Die Rede ist natürlich von „Kampf der Titanen“. Das war irgendwie sehr trashig (v. a. die Götter im Olymp, oh Gott!), und zumeist einfach nur langweilig und „Dank“ des miesen 3Ds noch nicht mal gut anzuschauen. Gemma Arterton kommt halbwegs gut weg, sie hat zwar nichts zu tun, sieht aber immerhin schön aus. Das Pferd war gut. Und Hans Matheson, dem ich ewig dankbar sein werde für seine zwei witzigen Szenen.
Ansonsten ist eigentlich das einzig wirklich Positive, was ich über diesen Film sagen, dass ich als Gefallen für eine Freundin reinging und sie dadurch zwingen konnte, mit mir in „Kick-Ass“ zu gehen.

Der lustigste Film

Hm. Da können sich jetzt auch mehrere Filme um die Krone streiten, aber keine sticht so heraus wie im letzten Jahr „Zombieland“ oder auch „Brüno“. Ich würde es als ein Unentschieden zwischen „Männer, die auf Ziegen starren“ und „Die etwas anderen Cops“ bezeichnen.
„Ziegen“ hat mein Humorzentrum besser getroffen als das vieler anderer Besucher, glaube ich, aber der Film baut zum Ende hin leider etwas ab. Dennoch, ich hab mich köstlich amüsiert.
„Cops“ hingegen hat auch am Ende noch gute Momente zu bieten, hat zwischendurch jedoch kleinere Durchhänger. Dafür bietet dieser Film die lauteren, offensichtlicheren Brüller („Peil das Gebüsch an!“, „Ich bin ein Pfau, lasst mich fliegen!“) – und ich finde Will Ferrell einfach aus Prinzip lustig. *g*

Der emotionalste Film

Eigentlich könnte man meinen, dass ich nun auch hier „Toy Story 3“ als den Gewinner bekannt gebe – schließlich hat mich der Film wieder so richtig zum Weinen gebracht. Und auch viel lachen lassen.
ABER, emotional aufwühlender war ein anderer Film, der mich danach noch lange beschäftigte: „A Single Man“. Ein einfach nur wunderschön-trauriger Film mit großartigen Darstellern, der mich wirklich tief berührt hat.


Die größte positive Überraschung


Das ist definitiv „Drachenzähmen leicht gemacht“. Aufgrund der Trailer und der Tatsache, dass Dreamworks das dahinterstehende Studio ist, hatte ich keine besonders hohen Erwartungen an den Film. Schließlich hatte man kurz vorher den vierten „Shrek“-Film auf die Menschheit losgelassen. Und dann wurde ich verzaubert. Eine gute Handlung, liebenswürdige Charaktere, und vor allem Herz – so ist’s fein, Dreamworks, das ist der richtige Weg! Dazu einer der besten Filmsoundtracks 2010 (die Trommeln!), sehr schön realisiertes 3D, besonders in den Flugszenen – ein wirklich empfehlenswerter Film. Und dazu auch noch eine überraschende Wendung am Ende.


Die größte Enttäuschung

So richtig schlimm enttäuscht hat mich dieses Jahr eigentlich kein Film. Selbst den doch sehr von den Kritikern verrissenen „The Tourist“ fand ich gar nicht so übel. Einen Film gibt es allerdings, von dem ich mir mehr versprochen hatte – und aus dem man mehr hätte machen können: das Remake von „Fame“. Also wirklich, der war lasch. Da wär mehr drin gewesen, v. a. haben mich als Zuschauer die Charaktere, bis vielleicht auf ein oder zwei, total kalt gelassen. Unpraktisch, wenn man dabei mitfühlen soll, wie Träume wahr werden oder eben auch zerplatzen.

Das beste Publikum

Am positivsten in Erinnerung blieb mir das Publikum bei meinem ersten „Inception“-Besuch. Ab ungefähr der Hälfte des Films gingen alle super mit und ich habe schon ewig nicht mehr ein ganzes Kino am Ende auf der vordersten Kante des Sitzes gesehen, alle laut flehend und intensiv auf die Leinwand starrend. Das Ende ist aber auch gemein. *g*
Der zweite Platz geht an das Publikum beim zweiten Besuch von „Die etwas anderen Cops“. Ich hatte schon Sorge, weil es so viele Kinder im Saal gab, aber die Stimmung war wirklich gut.
Gut waren auch die Besucher in „Das Kabinett des Doktor Parnassus“, v. a. weil der Großteil (u. a. meine mich begleitende Freundin) nicht wussten und/oder vergessen hatte, dass Johnny Depp und Co. mitspielten. Da ging ein Raunen durch den Saal... *g*

Das schlechteste Publikum

Ich habe hier leider einige Nennungen „ehrenhalber“ für unglaublich nervige Einzelpersonen, aber das allgemein schlechteste Publikum musste ich in „Einfach zu haben“ ertragen. Meine Güte, da gab es ja überhaupt keine Reaktion! So ein langweilig-uninteressiertes Publikum hatte ich schon ewig nicht mehr. Ja sorry, kann der Film doch nix dafür, dass „Harry Potter“ ausverkauft war!

Tja, und nun zu den Spezialisten, die konsequent versucht haben, mir andere Filme zu vermiesen.
Da wären zuerst die zwei nervig-giggelnden Weiber in der Reihe hinter uns in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“. Nicht nur, dass sie – häufig an den unpassendsten Stellen – laut kicherten oder störende Kommentare abgeben (es gibt Leute, die haben einen Sensor für ruhige Szenen, die aufgrund der Stille wirken sollen – die plappern genau dann los), NEIN, sie standen auch abwechselnd drei Mal während dieses 2,5-Stunden-Films auf um, Achtung!, Bier zu holen. Es war irgendwie surreal. Da war der Typ vor uns, der nach ca. einer Stunde eine rauchen ging und entsprechend riechend wieder zurückkam, ja gar nix gegen.

Auch wunderbar waren die ca. zwölfjährigen Jungs in „Up in the Air“, bei denen ich mir sicher war, dass sie sich verlaufen hatten. Nee, hatten sie leider nicht. Einer von ihnen war offensichtlich an dem Film interessiert, die anderen zwei nicht. Lautes Gequatsche, Tütengeraschel und Rumgehampel folgte, bis sie dann nach ca. einer halben Stunde den Saal verließen. *puh*
Erwähnen muss ich auch einfach das seltsame Pärchen, dass in „Nine“ landete. Die gingen nach 10 Minuten. Da war noch gar nicht gesungen worden – oder hatte es bereits ein Lied gegeben? Bin nicht mehr sicher. Das war irgendwie ein sehr seltsamer Moment.

Und dann natürlich noch die elenden Blagen (okay, so siebzehn werden sie gewesen sein), die wir im zweiten Besuch von „Alice im Wunderland“ erdulden mussten. Die Mädels wollten den Film sehen, ihre männlichen Begleiter anscheinend nicht, was sie ca. eine halbe Stunde vor Ende auch anfingen, deutlich zu machen. Laute Kommentare wie „Maaaannn, ist das langweilig!“ etc., Treten gegen den Vordersitz, Gequatsche, bis die Mädels keine Lust mehr darauf hatten. Zirka fünfzehn Minuten vor Filmende verließ das Grüppchen den Saal. Meine Güte, wie blöd kann man sein. Schlaft doch, wenn ihr den Film scheiße findet! Haben viele der männlichen Begleiter damals bei „Twilight“ auch gemacht...

Das erinnert mich an....

Wieder wurde ich im ein oder anderen Film von Déjà Vus heimgesucht.
Gleich zwei hatte ich in „Sherlock Holmes“. So kommt darin ein geruchs- und geschmackloses Pulver vor, und das Einzige, woran ich denken konnte, war „Tihi, Jokanpulver!“ Wer „Die Braut des Prinzen“ gesehen hat, weiß Bescheid. *g* Außerdem erinnerte mich eine Szene gegen Ende stark an eine ähnliche in „Das Kabinett des Doktor Parnassus“, den ich kurz zuvor gesehen hatte: Jemand baumelt erhängt unter einer Brücke. *schüttel* Das war ein leicht makabrer Zufall.
„Prince of Persia“ hatte ebenfalls einen „Die Braut des Prinzen“-Moment zu bieten: Dastan wird von seinem Bruder und ein paar Soldaten verfolgt, die offensichtlich super im Spurenlesen sind, und das Einzige, was mir dazu einfällt, ist, „Er kann an einem bewölkten Tag einen Falken verfolgen, er wird Euch finden!“ *g* Von den ganzen an „Fluch der Karibik“ erinnernden Momenten fang ich am besten gar nicht erst an...

Besondere Momente

Der Besuch vom Chaplin-Film „Moderne Zeiten“, bei dem ein großes Orchester die Musik live zum Film spielte, war wunderbar. Eine ganz besondere Atmosphäre, und der Film an sich ist ja eh nicht schlecht.
Außerdem das laute Gekicher, als bei „The Tourist“ am Ende doch tatsächlich Marcus Off (Jack Sparrows deutsche Stimme) zu hören ist und er da so offensichtlich Sparrow ist, dass das dem Publikum nicht verborgen bleibt. *g*

Desweiteren gab es da noch diesen einen männlichen Besucher, den ich einfach erwähnen muss, weil er in „The Twilight Saga: Eclipse“ für einen der besten Kino-Momente ever sorgte. In der von den „Twilight“-Fans herbeigesehnten Bella/Edward-Bettszene will Bella endlich zur Sache kommen, Edward hält sie davon ab (denn er ist NOBEL), Bella guckt unglaublich bedröppelt – und genau im stillsten Moment dieser Szene, es ist grad unglaublich intensiv und emotional (blabla), sagt der Besucher, total trocken und matter-of-fact: „Idiot.“ Es war EPIC.

Und schließlich muss meine beste Freundin auch erwähnt werden, die unbedingt noch mit mir „Rapunzel“ schauen wollte. Der Film neigt sich dem Ende, es wird dramatisch, geht aber natürlich gut aus, und auf einmal hör ich neben mir ein leises Schniefen.
Ich: „Hast du wieder Allergie?“ (denn sie weint ja nicht im Kino)
Sie: *verstohlen schnief* „Nein.“
Ich: „Weinst du wegen dem Film?“ *freu*
Sie: „Ja, Mensch, ich steh auf so Kitsch!“ :D

Und was für eine wunderbare Überleitung...


Der „Oh Mein Gott! Ab Sofort Ein All-Time-Classic, Den ich Immer Und Immer Wieder Anschauen Werde, Weil Er Soooo Toll Ist *Auf Rosa Nostalgie-Wolken Schweb*“-Film


Ich hätte es ja vorher nicht gedacht (auch wenn ich es gehofft habe), aber „Rapunzel“ hat mich absolut begeistert. Vier Mal gesehen und ich könnte immer wieder reingehen, einfach so schön ist er. Der Film erinnert mich so sehr an Disneys Renaissance mit den „Fab Four“, es kommt dieselbe Stimmung rüber, der Spaß, das Märchenhafte... hach. *seufz* Einfach schööööööön.


Tja, das war mein Kinojahr 2010 im Schnelldurchlauf. Mal schauen, was 2011 so bringt!

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Donnerstag, 4. Februar 2010

Mein Kinojahr 2009

Interessehalber habe ich einmal das letzte Jahr hinsichtlich meiner Kinobesuche untersucht. Wie oft war ich eigentlich im Kino, welche Filme waren besonders lustig oder haben mich enttäuscht, gab es erinnerungswürdige Momente, wie war das Publikum so? Und weil ich mir schon solch eine unglaubliche Mühe gemacht habe, dachte ich, ich teile mein Ergebnis mit der Allgemeinheit. :)

2009 war ich 19 Mal im Kino, womit ich genau zwischen den beiden vorangegangenen Jahren lag (2008: 18, 2007: 20). Von diesen 19 Kinobesuchen fanden ganze 2 im ersten Halbjahr statt und die restlichen im zweiten. Was soll ich sagen? Im ersten Halbjahr war ich faul. Ich habe 11 Mal etwas für mein Heimatkino getan, 3 Mal war ich in Mönchengladbach im Kino und sogar 5 Mal in Düsseldorf.

Einen Film habe ich sogar mehrmals gesehen: "Oben". In diesen musste ich einfach alle möglichen Leute reinschleppen, sodass ich ihn insgesamt 3 Mal im Kino gesehen habe. Dieser Film wird uns noch öfters in diesem Post begegnen.

Der beste Film
Natürlich rein subjektiv. *g* Aber allein die Tatsache, dass ich dafür 3 Mal ins Kino gegangen bin, muss ja bedeuten, dass "Oben" der beste Film war. Während andere Filme lustig waren, oder die Action toll war, oder es schöne romantische Szenen gab, bietet "Oben" einfach alles. Ein Rundumpaket sozusagen, und deshalb mein Favorit 2009.

Der lustigste Film
Hier trägt „Zombieland“ den Sieg davon und „Brüno“ muss sich mit dem zweiten, „Ice Age 3“ mit dem dritten Platz zufrieden geben. Im Gegensatz zu den beiden letztgenannten Filmen, die mehr oder weniger deutliche Durchhänger hatten und mich damit aus meiner Hochstimmung herausholten, hält „Zombieland“ konstant den Ton. Selbst ernstere Szenen fügen sich absolut harmonisch ein, aber ernst bleibt es sowieso nicht allzu lange. *g* „Brüno“ und „Ice Age 3“ hatten zwar ein paar richtige Brüller, aber nicht alles ist bei mir so gut angekommen. In „Zombieland“ hab ich mich einfach die ganze Zeit pudelwohl gefühlt und der Film war viel zu schnell vorbei. Ein Feelgod-Film mit bluttriefenden Zombies, wer hätte das gedacht.

Der emotionalste Film
Es kann ja gar kein anderer Film als „Oben“ sein, denn dieser ist der erste Film, der mich im Kino zum Weinen gebracht hat. Mehrmals. Nur um gleich danach wieder eine herzerwärmend lustige Szene auf das Publikum loszulassen, sodass der Film zu einer richtigen Gefühlsachterbahn wurde. Leicht verheult habe ich das Kino mit einem breiten Grinsen verlassen. Das ist Kino.

Die größte positive Überraschung
Das ist „Avatar“. Nach dem ganzen Hype hatte ich entsprechend tolle Technik erwartet, aber dass der Film mich richtig fesseln konnte, damit hatte ich nicht gerechnet. Trotz der Schwächen des Films war ich begeistert, der Film hat mich einfach erreicht (sehr viel mehr als „Titanic“ damals, den ich nach wie vor nur dann interessant finde, wenn das Schiff anfängt unterzugehen oder wenn man etwas über die historischen Hintergründe erfährt). Ehrenhalber muss hier aber auch „Illuminati“ erwähnt werden. Da mir der Vorgänger (bzw. wenn man von den Büchern ausgeht, das Sequel) nicht allzu sehr gefallen hat (bis auf die großartige Leistung von Paul Bettany) und mich die meiste Zeit kalt ließ, schaffte „Illuminati“ es, mich zu überzeugen. Besseres Tempo, tolle Musik, Tom Hanks etwas glaubwürdiger in seiner Rolle und das Ende des Buches hatte ich auch fast komplett vergessen, sodass ich zu Beginn sogar noch ein wenig mitraten konnte. :)

Die größte Enttäuschung
Es schmerzt mich, das zu schreiben, aber es war „Public Enemies“. Während jeder andere Film zumindest meinen Erwartungen entsprach oder sie sogar noch übertraf (auch im negativen Sinne, „New Moon“ war tatsächlich langweiliger als erwartet, dafür aber auch unfreiwillig komisch), konnte ich mir nicht helfen, nach „Public Enemies“ enttäuscht das Kino zu verlassen. Oh, der Film ist gut, ja, aber ich hatte ganz einfach das Gefühl, dass noch viel mehr drin gewesen wäre. Der Film hat mich emotional einfach nicht erreicht und erst in der letzten Stunde, ab dem Hinterhalt von „Little Bohemia“, war ich wirklich interessiert am Leinwandgeschehen. Davor war es eher ein Achselzucken. Den Grund sehe ich in der Regie und auch im Drehbuch – Mann bleibt seinen Charakteren gegenüber sehr distanziert und macnhe Figuren, z. B. Christian Bales Purvis, sind nicht vernünftig ausgearbeitet. Schade drum.

Das beste Publikum
Das ist ziemlich schwierig, aber am meisten begeistert hat mich das Publikum in „Brüno“. Wir schauten OmU, der Saal war rappelvoll, und es fühlte sich an wie eine Party. Super Stimmung und man konnte recht gut die Fremdschäm-Schwellen ablesen. *g*
Den zweiten Platz ganz knapp dahinter belegt mein zweiter „Oben“-Kinobesuch. Einfach wunderbar, wie Alt und Jung (das Publikum war wirklich absolut bunt gemischt) sich einig waren: Das ist ein toller Film! Es lag irgendwie in der Luft, dieses Gemeinschaftsgefühl, zusammen gerade etwas ganz Tolles zu sehen.

Das schlechteste Publikum
Schon wieder muss ich „Oben“ nennen, diesmal bei meinem dritten Besuch. Vor und hinter uns (prä)pubertäre Gören, die ständig bescheuerte Kommentare rissen, den Film ganz offensichtlich nicht verstanden und von denen v.a. die männliche Fraktion ganz klar überhaupt keinen Bock hate, den Film überhaupt zu gucken. Leider hatte ich nichts Schweres zum Werfen dabei...
Unbedingt erwähnen muss ich aber auch die Teenies in „Zweiohrküken“, die solange die Klappe hielten, bis es zu den dramatischeren Stellen gegen Schluss kam. Dann waren anscheinend die Alkopop-Flaschen ausgetrunken und der Drang, irgendwelche Lieder zu singen, ließ sich nicht mehr unterdrücken. Einen mitleidigen Blick für den einzigen Jungen in der Gruppe, dem das alles sehr offensichtlich sehr peinlich war, kann ich aber erübrigen.

Das erinnert mich aber an...
Ihr kennt das sicher auch: Ihr schaut euch einen Film an und aus dem Nichts fällt euch zu einer Szene oder einem Satz ein ganz anderer Film ein. Manchmal sind solche Momente gewollt, manchmal aber nicht, und gerade dann sind sie oft unfreiwillig komisch (in „Königreich der Himmel“ hatte ich innerhalb der ersten halben Stunde Flashbacks zu „Fluch der Karibik“, „Der Herr der Ringe“ und „Star Wars“... fragt nicht). Dieses Jahr hatte ich so einen Moment einmal bei „Küss den Frosch“, und zwar zu Anfang auf der Kostümparty, als sich einer der Gäste als Kraken verkleidet und ich mir nicht helfen konnte und an den Kraken aus „Fluch der Karibik“ denken musste (und das auch gleich meiner Freundin stecken musste *g*). Ich gehe davon aus, dass diese Anspielung gewollt war, aber es war einfach ein schöner Moment. Nicht gewollt war aber sicherlich die Parallele in „Twilight“ zu „Die Tudors“. Edward und Bella liegen im Wald auf einer hübschen Lichtung voller Blümchen und schauen sich intensiv in die Augen. Ansonsten passiert nichts. Und was ist das Einzige, was mir dazu einfällt? „Wären wir jetzt bei den Tudors, würden die beiden sicherlich auch auf dem Boden liegen, allerdings ohne Klamotten und mit wichtigeren Dingen im Kopf als sich verliebt in die Augen  zu starren.“ Dummerweise hatte ich nämlich kurz vorher das Finale der ersten Tudors-Staffel gesehen...
Dieser Gedanke macht die unglaublich kitschige „Twilight“-Szene allerdings erträglich.

Besondere Momente
Ja, und manchmal gibt es im Kino so Momente, die sich einfach einprägen. Zwei davon hatte ich 2009.Der eine war in der zweiten „Oben“-Vorstellung. Gerade war die „Growing old“-Montage vorbei und ich saß wieder schniefend im Sessel, als ich plötzlich neben mir ebenfalls ein Schniefen höre. Ich drehe mich zu meiner mir unbekannten Sitznachbarin – uns beiden laufen die Tränen die Wangen runter und genau deshalb müssen wir beide anfangen zu lachen. Kino bringt Menschen zusammen. :)
Und dann gibt es auch Momente, die zwar schon toll sind, wenn man sie alleine oder nur in einer kleinen Gruppe erlebt, die aber unglaublich viel besser werden, wenn man sie in einem vollen Kinosaal erlebt. Ich rede natürlich von der Ultimate Fighting Szene aus „Brüno“. Brüno und sein ehemaliger Assistent haben sich gerade verprügelt, der Mob draußen vorm Käfig ist auf 180 und dann... Stop. Die beiden schauen sich an, Hans lehnt sich vor... dieses Lied setzt ein... und der gesamte Saal fängt an zu schreien, ein Mischmasch aus lautem Lachen aufgrund dieses Chutzpes und „NEIN! TU’S NICHT!“-Rufen. Uns hat es kaum noch auf den Sitzen gehalten, ich hab ein Publikum noch nie so begeistert abgehen sehen. Wow.

Und mit diesem einschneidenden Kinoerlebnis komme ich zum Ende.

Gute Nacht. :)

Sonntag, 13. Dezember 2009

Business as usual: New Moon



Da meine Kritik zu “New Moon”, dem zweiten Teil in der “Twilight”-Saga um den Vampir Edward und seine menschliche Freundin Bella, sowieso nur sehr subjektiv ausfallen kann, werde ich einfach über das Kinoerlebnis im großen Ganzen berichten.

Also gut, warum gehe ich überhaupt so etwas wie „New Moon“ schauen, wenn ich doch im Voraus weiß, dass ich das Ganze bestenfalls mittelmäßig finden werde? Nun, Teil 1 hatte ich ja auch bereits gesehen und ich finde es etwas unfair, über einen Film zu lästern, den ich nicht gesehen habe. Außerdem war Teil 1 herrlich unfreiwillig komisch, teilweise aufgrund des recht geringen Budgets (wodurch manche Effekte etwas unausgereift wirkten), teilweise wegen der an sich sehr seichten Dialoge und Handlung, die immerhin für den Film ein bisschen gestrafft wurde und nicht mehr ganz so furchtbar war. Diesmal gab es mit Chris Weitz einen neuen Regisseur, und Teil 3 wird wieder einen anderen haben. Mal schauen, ob man Unterschiede bemerkt. Meine beste Freundin war natürlich wieder dabei, denn so einen Film muss man mit der besten Freundin anschauen. Sie ging aus dem gleichen Grund wie ich: In der Erwartung vieler urkomischer Momente und blöder Dialoge, über die man sich lustig machen kann.

Ich hatte mich auch entsprechend gewappnet: Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, durch meine Kleidung einen gewissen Kontrast zum kommenden Film zu bilden, also war ich mal wieder ein Improvisierter Pirat (Light). Entsprechende Ringe, Kette, Stiefel, Jacke, Kajal. Ich fühlte mich vorbereitet.

Während ich also im Foyer auf meine Freundin wartete, war gerade die vorherige Vorstellung zuende. Das Kino war ziemlich voll gewesen und alle Altersgruppen waren vertreten. Leicht schockiert nahm ich den Satz einer ca. 40-jährigen Frau wahr: „Also, der eine junge Werwolf, der war ja wirklich süß!“ TwiMoms. Ich hatte bisher das Glück, keine von ihnen zu Gesicht zu bekommen, aber irgendwann musste es ja passieren. In ihrem Alter sollte man es besser wissen. Andererseits, irgendwer muss den glitzernden „The Vamp“-Dildo ja kaufen.

Als meine Freundin und ich uns dann auf unsere Plätze setzten, wurden wir gleich von zwei Teenie-Mädels belagert, die neben uns saßen.
„Uuuund, wie oft habt ihr den Film schon gesehen?!“
„Ähm, das ist das erste Mal...“
„Eeeecht?! Wir waren schon ganz oft drin! Habt ihr auch den ersten gesehen?“
„Ja, doch.“
„Der ist gut, ne?“
„Joa, kann man so sagen...“

Immerhin, „Twilight“-Fans sind kommunikativ. Und kommen wirklich aus allen Altersgruppen, denn auch in unserer Vorstellung hatten wir ältere Damen und Teenies sitzen, zwischendurch auch mal ein, zwei Pärchen. Oh, was taten uns die Männer leid. Begeistert sahen sie auch nicht aus...

Die Trailer:
Nur zwei, leider. Dafür gab es den für „Das Kabinett des Dr. Parnassus“, bei dem ich überrascht feststellte, dass ich ihn bisher noch gar nicht in Deutsch gesehen hatte. Jedenfalls, der Trailer sieht immer noch toll aus, und meine Freundin, die sowieso auf leicht schräge Filme steht, war auch gleich Feuer und Flamme dafür. Sehr gut. :)
Außerdem gab es noch den für „Das Bildnis des Dorian Gray“, der mich aber nicht so sehr reizt. Immerhin, die Vorlage dieses Films kann man wenigstens als Literatur bezeichnen...

Der Film:
Die Protagonistin Bella (Kristen Stewart) wird 18 und fühlt sich unglaublich alt, im Sinne von „Oh mein Gott, ich bin schon so gut wie tot!“ Eine ganz normale Reaktion, wie soll man auch sonst auf die gefürchtete 18 reagieren? Ihr Vampir-Freund Edward (Robert Pattinson) und seine Familie schmeißen für sie eine Geburtstagsparty, bei der es zu einem unglücklichen Zwischenfall kommt, woraufhin Edward beschließt, dass es für Bella zu gefährlich ist, sich in seiner Nähe aufzuhalten. Er macht Schluss mit ihr und verlässt zusammen mit seiner Familie die Stadt. Bella trauert einige Monate und stellt dann fest, dass sie Edwards Stimme hören und ihn sogar sehen kann, wenn sie sich in gefährliche Situationen bringt. Gleichzeitig erneuert sie ihre Freundschaft mit Jacob (Taylor Lautner), einem Indianer aus dem dort ansässigen Stamm. Der Edward nicht leiden kann, Bella dafür aber umso mehr. Und ein unglaubliches Geheimnis trägt er auch noch mit sich herum!
Edward hat währenddessen die Information erhalten, dass Bella sich umgebracht hat und will es ihr gleichtun, weshalb er die Volturi (die Oberhäupter der Vampire) aufsucht, denn nur sie können einen Vampir töten. Was sie ganz gerne mal machen, wenn man sie provoziert. Wie wird das Ganze wohl ausgehen?!

Naja, dass die Handlung nicht das Gelbe vom Ei ist, war ja bereits vorher klar (wenn die Handlung der vier Bücher eigentlich ins eins passt, und dazu in ein nicht allzu dickes...), aber es ist erstaunlich, wie unglaublich viel Bella vor sich hin leidet. Eigentlich leiden fast alle Hauptcharaktere ziemlich viel. Dazu ist der Film sehr dialoglastig, was an sich ja überhaupt kein Problem ist, wären die Dialoge doch nur gut! So aber wird ständig der gleiche Inhalt wiederholt (Bella vermisst Edward, kann nicht ohne ihn, etc.) oder es klingt alles sehr gestelzt oder ist einfach nur dämlich. Es gab viele „Kopf, triff Tisch!“-Momente für uns, und gerade meine Freundin konnte sich den ein oder anderen genervten Seufzer oder Kommentar à la „Och neee!“ nicht verkneifen.

Leider sind die Hauptcharaktere nach wie vor nur leere Hüllen. Wirklich, einen richtigen Charakter kann ich nicht ausmachen. Deshalb lassen sie mich vermutlich auch so kalt. Sie definieren sich irgendwie durch nichts, außer dass Bella manchmal tollpatschig ist und Edward reserviert, und beide ineinander verliebt. Wow.
Pattinson muss als Edward ja das Franchise zum Großteil tragen, und zu wissen, dass er eigentlich überhaupt keinen Bock mehr hat, hilft nicht unbedingt beim Anschauen, erklärt aber zumindest seinen gelangweilten Gesichtsausdruck. Warum Stewart allerdings ebenfalls auf Autopilot läuft und ständig leicht verwirrt in die Kamera schaut, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Bella scheint nicht die Hellste zu sein (okay, bei ihrem quasi nicht existenten Überlebensinstinkt auch kein Wunder). Lautner als Jacob macht seine Sache recht gut, er wirkt zumindest engagiert. Sein Charakter ist mir um Einiges sympathischer als Edward, wenn ich ihn auch nicht allzu interessant finde.

Schade ist auch, dass gerade die interessanten Charaktere viel zu kurz kommen. Es sagt schon einiges über die Protagonisten aus, wenn man sich die ganze Zeit nach Szenen mit Edwards Familie (gerade seine „Geschwister“ sind um ein Vielfaches interessanter als er selbst) oder auch den „Bösen“ sehnt. Leider wird ein böser Vampir aus Teil 1 relativ schnell erledigt, was sehr schade ist, da er immerhin für einen Jack-Sparrow-Moment verantwortlich war! Ich weiß, es klingt unglaublich, in diesem Film solch einen Moment zu finden, aber ich hab es geschafft. *g* Es ist nur ein kurzer Moment, der Böse schaut überrascht zur Seite, aber in diesem kurzen Moment erinnerte er mich total an Sparrow. Könnte auch an den Rastas gelegen haben.

Auch unter den Volturi kommen interessante Charaktere vor, die mich mit ihren zwei Sätzen mehr fasziniert haben, als Bella und Edward jemals zuvor. Dakota Fanning spielt Jane, ein kaltes, blondes Ding, das die Gabe hat, anderen nur mit Gedankenkraft Schmerzen zuzufügen. Mensch, war ich auf ihrer Seite, als sie Edward quälen sollte...
Und Jamie Campbell Bower, der in „Sweeney Todd“ den Anthony so schön gespielt hat, ist hier ebenfalls als einer der Volturi mit von der Partie. Ich frage mich, was ihn dazu getrieben hat, in „New Moon“ mitzuspielen. Seine Regieanweisung war offensichtlich „Guck gelangweilt!“, das macht er aber sehr gut.

Der Film hat uns für ca. 3 Minuten gepackt, und zwar bei einer gut geschnittenen und musikalisch gut unterlegten Szene in Italien, als Bella durch eine Menschenmenge rennt, um Edward davon abzuhalten, wieder etwas unglaublich Blödes anzustellen. Wirklich gut gemacht und da zeigte sich, dass das Ganze durchaus Potential hat. Wenn man aber 90 Minuten braucht, um zur Spannung (und Handlung!) zu kommen, dann ist das definitiv zu lang. Und danach geht’s auch ziemlich schnell wieder bergab bis hin zu einem dermaßen blöden „Cliffhanger“, dass meine Freundin sich den – diesmal lauten – Kommentar „Einen billigeren Cliffhanger hätten die sich nicht einfallen lassen können, oder?“ nicht verkneifen konnte.

Ansonsten, wie war das Publikum so? Nun ja, bei Pattinsons (a.k.a. Das Lustobjekt) erstem Auftritt, wie immer in Slow Motion (denn anders darf Edward eine Szene nicht betreten), kam von der Fangirlfraktion aus unserer Reihe ein geseufztes „Mein Liebling!“, was uns nur noch lauter lachen ließ. Generell war es während der Dialogszenen sehr leise und ich vermute auch, dass einige der Männer eingeschlafen sind, bis auf einen, der bei einer eigentlich sehr dramatisch gedachten Szene zusammen mit uns und noch ein paar anderen laut loslachte. Die Szene war aber auch zu gut! *g* Das Vampirglitzern bei Sonnenlicht hat auch wieder für ein paar Lacher gesorgt und die ständig halbnackt auftretenden Indianer für viele verträumte Seufzer. Mich werden sie wohl nicht in meine Träume verfolgen, dafür war das Ganze zu sehr Holzhammermethode.

Meine Freundin und ich verließen das Kino recht gut gelaunt und auch kopfschüttelnd. Dass so was so großen Anklang bei den Jugendlichen findet. Dass sie den Film sogar so toll finden, um mehrmals reinzugehen... ich mein, ich fand den stellenweise schon beim ersten Mal langweilig. Und es ist nun wirklich nicht so, dass man einer tiefgründigen Handlung folgen müsste, die Charaktere nuancenreich wären oder der Film vor Liebe zum Detail nur so strotzt. Einmal gesehen, hat man so ziemlich alles gesehen. Aber ich bin offensichtlich nicht genug Fan, um das würdigen und verstehen zu können.

Was soll’s. Gut amüsiert, und sich darüber gewundert, was die heutige Jugend so alles gut findet (und einige viel ältere ebenfalls...). <

Ich bin übrigens der Meinung, dass sich die „Twilight“-Filme ganz hervorragend für Trinkspiele eignen. Nimm einen Schluck, wenn Bella etwas Blödes tut. Nimm zwei, wenn Edward wieder auf Stalker macht, nimm noch einen, wenn Bella das als romantisch ansieht. Nimm drei, wenn Bella darum bettelt, zum Vampir gemacht zu werden. Solltest du nach einer halben Stunde noch nicht besoffen unter dem Tisch liegen, hast du a) entweder geschummelt und gar keinen Alkohol getrunken oder b) eine Leber aus Granit.


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Sonntag, 11. Oktober 2009

Eine wunderbare Reise

Eigentlich hatte ich ja gar nicht vor, mir das neueste Pixar-Werk im Kino anzuschauen. Nicht, dass ich Pixar-Filme nicht mag. Ganz im Gegenteil. Ich mag sie sehr. Sowohl ihre Kreativität, ihren Ideenreichtum als auch ihre Liebe zu und für Details.

Und ich erinnere mich gern daran zurück, wie ich in jungen Jahren und mit staunenden Augen den ersten vollständig am Computer erstellten Kinofilm der Pixar-Animation-Studios fasziniert im Kino verfolgt habe (die Rede ist natürlich von Toy Story). Dennoch habe ich nicht das Bedürfnis, mir jeden neuen Film von Pixar nun im Kino ansehen zu müssen. Bei manchen reicht es mir eben auch, mir dann irgendwann einfach die DVD zu holen. Meine Sympathie bzw. meine Begeisterung müssen sie sich nun auch mal mit anderen Filmvorlieben bzw. Vorlieben für andere Filmgenres teilen.

Auch bei Oben, welchen ich vorgestern mit meiner Schwester im Kino angeschaut habe, wollte ich mit "dem ersten Mal" warten, bis er dann auf DVD erscheint. Ursprünglich. Nun habe ich mich doch dagegen entschieden. Erstens, weil ich bisher nur durchweg gute Kritiken gelesen habe und mir auch vom Hörensagen bzw. den Erzählungen derjenigen, die den Film bereits gesehen haben, ein recht genaues Bild machen konnte. Zweitens, weil mir die Trailer und Filmausschnitte, die ich im Netz gefunden und gesehen habe wirklich sehr gefielen. Und zu guter Letzt, weil meine Schwester von irgendwann Mal noch zwei Kino-Freikarten hatte, die sie gedachte nun zum Einsatz kommen zu lassen und mit denen sie vor meiner Nase hin- und herwedelte. Das war natürlich ein schlagendes Argument, dem man sich nur schwer entziehen konnte und dem ich auch nichts mehr entgegen zu setzen hatte *g*.

Nun, dies ist ganz sicher keine Rezension über den Film Oben im üblichen Sinne, denn diese Arbeit hat Sunny bereits hier wunderbar erledigt, so dass ich mir das Erzählen der Handlung und Ausführungen zu derselben an dieser Stelle ersparen werde. Dennoch ist mir danach, einfach noch ein paar Worte zum Kinobesuch selber sowie einige wenige Gedanken zum Film zu hinterlassen.

Wir wählten die Abendvorstellung um 20:00 Uhr in einem der größten Kinokomplexe in unserer Heimatstadt. Oben wurde in einem der mittleren Kinos gezeigt mit ca. 260 Plätzen. Der Saal war zu etwa zwei Dritteln gefüllt, was mich dann doch überrascht hat (ich hätte mit weniger gerechnet). Sicher spielte eine Rolle, dass es sich um eine Vorstellung am Freitagabend handelte und die warmen Sommerabende vorbei sind, in denen sich die Leute lieber zum Grillen im Garten treffen, als ins Kino zu gehen. Aber der Film läuft bereits in der 4. Woche und der Kinokomplex enthält 14 Kinos. Das Angebot an Konkurrenzfilmen ist da natürlich nicht gerade klein, allen voran zurzeit immer noch Wickie und die starken Männer, vor dessen Kinokasse sich auch in der 5. Woche, nachdem der Film in den Kinos angelaufen ist, immer noch eine sehr lange Schlange reihte, wie wir beobachten konnten. Aber vielleicht hat sich ja durch Mund-  propaganda mittlerweile doch herumgesprochen, dass Oben ein wirklich sehenswerter und weiterer gelungener Film von Pixar ist, der einen Kinobesuch allemal lohnt. Zumindest bei mir hat das ja funktioniert^^. Ich würde es dem Film auf jeden Fall sehr wünschen.

An Werbung für kommende Filme wurden Trailer zu Planet 51, Küss den Frosch, Niko-ein Rentier hebt ab und Alvin und die Chipmunks 2 gezeigt.

Und dann begann auch schon der obligatorische Pixar-Kurzfilm, der ja immer vor dem eigentlichen Hauptfilm folgt. Ja, in diesem Kino wurde er gezeigt! Ich habe öfters gelesen, dass dies wohl nicht immer und überall der Fall gewesen ist, was an sich schon ein Schande ist und eigentlich an Unverschämtheit grenzt, denn sie gehören bei Pixar-Filmen nicht nur einfach dazu (und sind schließlich im Kinopreis mit inbegriffen^^), sondern stimmen in der Regel auch gut auf das dem Kurzfilm folgende eineinhalb bis zwei Stunden dauernde Kinoerlebnis ein.



Teilweise wolkig war mir zwar schon durch Youtube bekannt, allerdings in  wirklich grottenschlechter Qualität, so dass ich froh war, ihn jetzt sozusagen in voller Schönheit genießen zu können.

Was soll ich sagen? Wunderschöner Vorfilm! Allein das Thema des Kurzfilms (die kleinen Babys kommen aus den Wolken und ja, es stimmt....der Storch bringt sie!) ist schon eine unglaublich entzückende Idee an sich und wurde einfach hinreißend und sehr liebevoll umgesetzt in wirklich sehr schönen Bildern.  Ich liebe diese Pixar-Kurzfilme einfach und bin immer wieder überrascht über den Ideenreichtum dafür. In der Rangliste meiner Lieblings-Pixar-Kurzfilme nimmt dieser in jedem Fall eine der vorderen Ränge, wenn nicht sogar momentan den ersten Platz ein. 

Die Zuschauer sind schon beim Vorfilm wunderbar mitgegangen. Als die einzelne, einsame, traurige, dunkle Wolke unterhalb des hellen, rosa durchfluteten Wolkenfeldes auftauchte gab es schon ein allgemeines mitfühlendes "Oooooh", was durch wirklich den gesamten Kinosaal raunte.....und es sollte nicht das letzte bleiben *g*. Der Vorfilm vermittelt eine herrliche Stimmung und entlässt einen mit einem zufriedenen Lächeln und in freudiger Erwartung auf den Hauptfilm.

Wie sich schon im Vorfilm andeutete, hatten wir mit dem Publikum dieses Mal viel Glück. Hauptsächlich erwachsenes Publikum, aber tatsächlich auch noch ein paar jüngere Kinder darunter (was bitte machen die um diese Uhrzeit noch im Kino? Tsss...). Sie fielen jedoch überhaupt nicht unangenehm auf, was natürlich ganz sicher auch daran lag, dass sie in Begleitung ihrer Eltern waren und dass es sich überwiegend um ein Erwachsenen-Publikum handelte im Gegensatz zu den Nachmittagsvorstellungen voller Kinder aller Altersklassen, gerade bei solcher Art von Filmen (das letzte Mal erlebt bei der Nachmittagsvorstellung von Ice Age 3...uff!). Aber sie waren unüberhörbar, vor allem bei den eher slapsticklastigen Szenen.

Wie gesagt, das Publikum war prima, ist sehr gut mitgegangen, war an den richtigen Stellen still und gerührt oder eben amüsiert, erheitert und hat folgerichtig deshalb auch an genau den richtigen Stellen mitgelacht. Es war spürbar, wie das gesamte Publikum den Film regelrecht "mitgelebt" hat. Das war schön und ist mir so -in dieser Form- auch bis jetzt nur ein einziges Mal passiert und zwar damals in der zweiten Vorstellung von PotC 2, die ich seinerzeit besucht habe. Auch da ein tolles Publikum, was den Film für mich zu einem doppelten Genuss hat werden lassen. Dieses Glück hat man ja leider nicht immer^^.

Direkt hinter uns und schräg in der Reihe direkt vor uns, saßen zwei Typen, die sich an manchen Stellen im Film gar nicht mehr einkriegen wollten und so lauthals und herzhaft gelacht haben, dass sie die restlichen Zuschauer dann noch mal umso mehr mitgerissen haben *g*. Schön auch, wie das Publikum auch gerade auf die etwas feineren Nuancen und mehr versteckten humoresken Szenen reagierte und diese durch ein leises Lachen oder unterdrücktes freudiges Gekichere honoriert hat.

Das einzige, was mich anfangs ein wenig nervte, war der Typ direkt neben mir, der ein Portion Nachos verspeiste und dessen ständiges Knurpseln und Krachen mich zu Beginn ein paar Mal aus meiner Konzentration auf den Film riss. Irgendwann dachte ich: "Du meine Güte, wann hat er sie denn endlich aufgegessen....die Portion war doch gar nicht so groß, menno!". Aber ungefähr nach einem Drittel des Films verstummte er dann endlich und erstarb. Beziehungsweise "es". Also das Knurpseln, nicht der Typ *g*. Und nachdem dessen Nacho-Hunger bis zum Ende des Films wohl offensichtlich gestillt war, tat sich auch –Gott sei Dank- keine weitere Störquelle mehr für mich auf, so dass ich den Film ohne weiteres durchgängig bis zum Ende genießen konnte (inklusive des Abspanns, der ebenso wie der ganze Film sehr liebevoll gemacht und gestaltet ist).

Zum Film selber:

   

Schön fand ich, dass Pixar diesmal zwei Spezies zu Hauptcharakteren gemacht hat, die auch in unserer realen Welt nun eher zu den ich will nicht sagen "Randgruppen" gehören, aber doch zu den kaum bis gar nicht beachteten oder auch durchaus oftmals ausgegrenzten Gruppen, die sicher weniger als mehr im Zentrum unserer Gesellschaft stehen und eben oft hintenan fallen. Alleinstehende, verbitterte, gesundheitlich bereits eingeschränkte, vereinsamte, alte Menschen und kleine, dicke, ständig essende, emotional wohl eher vernachlässigte und gleichsam nach Anerkennung wie Schokolade hungernde (jedenfalls in diesem Fall *g*)  Kinder. Mutig finde ich das. Es sind ja damit nicht unbedingt die klassischen Helden, die wohl eher das Publikum (vor allem wohl das jüngere) ins Kino ziehen dürften. Und doch sind sie Helden. Auf ihre sehr eigene Art und Weise.

Im Übrigen habe ich mich verliebt. Und zwar bereits, als ich den Trailer zum ersten Mal  gesehen habe. Sofort und auf der Stelle! In Russell *g*. 

Dieser kleine, übergewichtige, übereifrige Junge ist einfach nur supermegaknuffig. Aber eben auch der schrullig-liebenswerte Carl ist auf seine Art einfach herzig. Und kämpft mit seinen "Waffen", ganz seinem Alter entsprechend *g*. Hunde- und Vogelliebhaber kommen in diesem Film übrigens auch voll auf ihre Kosten.

Die deutsche Synchro fand ich durchweg gelungen. Besonders auch bei Carl und Russell. Die Stimmen passten für mich perfekt zu den Charakteren.

Tränen vergossen habe ich übrigens nicht. Das mag aber sicher auch daran liegen, dass ich bereits zuviel von dem Film gelesen und gehört hatte, so dass ich wusste, was mich erwartete. Die einzige Stelle, die diesbezüglich für mich ein wenig grenzwertig war, war die, als Carl noch einmal in dem Abenteuerbuch blätterte und entdeckte, dass Elli ihm dort noch etwas hinterlassen hatte. Da, in diesem Moment, als Carl diese Entdeckung machte und welche Botschaft Ellie ihm damit nach ihrem Ableben noch vermittelte, und als sich dann auch noch seine Augen mit Tränen zu füllen begannen, da bekam ich fast selber Pipi in den Augen und musste dementsprechend einen Moment lang tatsächlich schwer schlucken.

Meine Schwester hat übrigens geweint. Und nicht nur einmal ;).

Oben ist ein Film zum Lachen und zum Weinen. Ein Film für Jung und Alt, für Groß und Klein, für Dicke und Dünne, für Schokoladenliebhaber und auch für die, die schokoladen-technisch eher zu den Unbestechlichen gehören *g*. Ein Film für Jedermann...und auch für jede Frau ;). Kurz gesagt, ein Film für die ganze Familie. Mit wunderschönen Landschaftsbildern. Mit unglaublich liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Ein Film, der einen mit auf die Reise nimmt. Nicht nur auf eine Reise nach Südamerika und hinein in das gemeinsam zu bestehende Abenteuer der Protagonisten, sondern auch auf die emotionale Reise in deren eigene(n) Geschichte(n).

Mich persönlich hat der Film einfach nur begeistert, gerade auch in seinen stillen, melancholischen Momenten sowie in seinen Details und ich finde ihn in seiner ganzen Mischung aus heiter, komisch, traurig, ruhig und abenteuerlich absolut rund und überaus gelungen.

Im Nachhinein bin ich wirklich froh, dass ich ihn mir -entgegen meiner ursprünglichen Intention- nun doch im Kino angeschaut habe, denn gerade auch bei den Landschafts- und Luftbildern entfaltet sich deren Wirkung noch einmal ganz anders und um so mehr, wenn man sie auf einer großen Kinoleinwand sehen kann (und das gilt für den Hauptfilm ebenso wie für den Vorfilm Teilweise wolkig!).

Deshalb bleibt wohl am Ende nur zu sagen: Danke für diese wunderbare Reise, Pixar!

Fazit:
Wer sich auf die Reise von und mit Carl und Russell einlässt, wird garantiert nicht enttäuscht werden. Ein wunderschöner, herzerwärmender, sehr liebevoll gemachter und gestalteter Film, der einen mit einem guten Gefühl wieder nach Hause entlässt. Absolut sehens- und ebenso empfehlenswert!




Weitere Filmkritik zu "Oben"

Sonntag, 4. Oktober 2009

Manchmal muss man auch meckern dürfen...

Oben ist ein Film, der mit jedem Mal Anschauen besser wird. Der Film ist sogar so "unkaputtbar", dass er sich gegen alle Hindernisse, die seinen wohlwollenden Zuschauern in den Weg gelegt werden, behaupten kann. Bestes Beispiel dafür: Die von meinen Freundinnen und mir am Freitagabend besuchte Vorstellung.

Ich hatte mich sehr darauf gefreut, mit ihnen diesen Film anzusehen. Aber irgendeine unbekannte Macht wollte anscheinend nicht, dass wir Oben ungestört genießen können. Zuerst einmal wurden wir in unserem Stammkino in den Mini-Kino"saal" abgeschoben. Da passen ja immerhin 50 - 60 Leute rein, reicht also für so einen lächerlichen Animationsfilme locker aus, schließlich laufen ja ansonsten Meilensteine der Filmkunst wie Gangs... Hey, aller Bitterkeit zum Trotz ist der vielleicht sogar ganz unterhaltsam, und wenn ich nochmal 14 wäre, würde ich ihn mir vielleicht sogar ansehen. So war ich einfach nur ein wenig, ähm, enttäuscht, dass wir in diesen kleinen Raum mussten. Da wird es nämlich spätestens ab der Hälfte des Films immer unglaublich warm drin, zumindest wenn viele Plätze besetzt sind. Wie Freitag.

Okay, gut, mit dem Saal kann man ja leben.  Nicht super, aber auch da hab ich schon nette Vorstellungen erlebt.  Hat ja doch eine recht heimelige Atmosphäre, wenn man genug Vorstellungskraft besitzt.

Das Ganze steht und fällt jedoch mit den anderen Zuschauern, die sich noch so in der Vorstellung einfinden. Oh, es waren ein paar ganz vernünftige Leute da, die den Film auch offensichtlich sehen wollten. Dumm nur, dass der Großteil des Publikums aus nervigen Gören (anders kann ich sie leider nicht nennen) aus der gefährlichen Altersgruppe ca. 8 -12 bestand. Hinzu kam noch ein Grüppchen obercooler Teenies, dessen männlicher Anteil wohl eigentlich viel zu cool für Oben war. Was man doch nicht alles tut für die Flamme aus der Parallelklasse.

Die Gören gingen uns schon vor Filmbeginn auf die Nerven mit ständigem Rumgehampel zwei Reihen hinter uns und lautem Gequatsche, meist mit ungeduldigen "Wann fängt das endlich an?!"-Fragen. Also wirklich, wie können es die Kinobetreiber nur wagen, mit der Vorschau Punkt 8 zu beginnen! Tzz. Während Teilweise wolkig war zum Glück Ruhe - aber dann ging es gleich nach der berühmten Anfangssequenz aus Oben weiter. Aus der Görengruppe ein paar Reihen vor uns, vielleicht auch aus der Teenie-Ecke, kam dann nämlich prompt mehrmals die kluge Frage (und zwar laut, obwohl offensichtlich nicht für den ganzen Saal gedacht) "Ist die jetzt tot?!" Hmmm. Das ist ja auch wirklich eine berechtigte Frage. Immerhin hat niemand gesagt, dass Ellie tot ist. Oder ein Schild hochgehalten, auf dem in großen Lettern "Für all die begriffsstutzigen Gören, die nicht 1 und 1 zusammenzählen können: Ellie ist jetzt tot!!!" stand. Da kann diese Szene also durchaus zu Unklarheiten führen...

Okay, gut, danach kam ja erstmal etwas Action, das Haus fliegt los und so. Darauf konnten sie ihre Aufmerksamkeit anscheinend konzentrieren. Einen der bewegendsten Momente des gesamten Films hatten sie zwar schon zerstört, aber hey! - ist doch nur ein Kinderfilm, ne?  Auch die Auftritte des Riesenvogels und des sprechenden Hundes waren anscheinend interessant genug für sie, um die Klappe zu halten, bis auf gelegentliches Handypiepsen, vermutlich aus der Teenieecke. Man muss ja wissen, wie viele Minuten man im Kino bereits durchgestanden hat.

Nur kamen ja dann leider später die Szenen, in denen Carl mit dem kleinen Russell über dessen Vater spricht. In diesen Szenen passiert leider nichts Dramatisches, und wer interessiert sich schon für Charakterentwicklung. Sofort ging das Gequatsche wieder los, gefolgt von einem lauten "Wieviel Uhr ists eigentlich?". Ja, wirklich, grad ist's auch furchtbar langweilig, da passiert ja gar nix, was ist das denn für ein bescheuerter Film?! Von der Szene, als Carl Ellies altes Buch wieder in die Hand nimmt, fang ich am besten gar nicht erst an...

Natürlich sprangen sie auch alle sofort auf, als der Abspann begann. Da hatte ich aber auch nichts anderes erwartet. Gegen diese Banausen war der verschobene Ton in einer Szene ja gar nichts. Außerdem gehört dieses Problem irgendwie zu diesem Saal dazu. Wenn es kein Tonproblem gibt, fragt man sich schon, ob da irgendwas nicht in Ordnung ist... So schlimm wie vor Jahren in Moulin Rouge, als der Film drei mal angehalten werden musste, weil Ton und Bild dermaßen unpassend waren, habe ich es zumindest aber nicht mehr erlebt.

Tja, was macht man also mit solchen Blagen, die offensichtlich ein erhebliches Aufmerksamkeitsproblem haben (hab gehört, dafür gibt es Tabletten...)? Hätte ich Popcorn gehabt, ich hätte es geworfen. Allerdings hätten die vermutlich zurückgeworfen... Es zeigt auf jeden Fall, dass sich unsere heutige Konsumgesellschaft mit ihrem Drang nach "Schneller, Besser, Billiger" gerade auf Kinder immer negativer auswirkt. Klar, das ist schon länger bekannt, aber es wird immer einfacher, Beispiele dafür zu finden. Ich hatte in letzter Zeit viel Glück mit dem Publikum in den Filmvorstellungen, die ich besucht habe. Gerade wenn man denkt, alles würde sich langsam bessern, dann hat man so ein Erlebnis und verliert wieder die Hoffnung. "Ach, hat sich doch nix geändert; ich hab bisher einfach nur richtig Schwein gehabt." Für jedes total begeisterte 12-jährige Kind in At World's End gibt es fünf nervige Blagen aus Oben.

Damit sich solche Leute nicht mehr in die falschen Filme verwirren,  sollte man vielleicht Hinweise im Kino anbringen: „In diesem Film gibt es Dialoge, bei denen weder etwas explodiert, noch eine Verfolgungsjagd stattfindet, noch lustige Sachen passieren.“ Dann würden sich sicherlich einige nochmal überlegen, ob sie so einen Film wirklich sehen wollen. Oder nicht doch lieber Transformers 2 anschauen.

Meinen Freunden hat der Film übrigens dennoch sehr gut gefallen, und ja, es flossen auch ein paar Tränchen. Nur diesmal nicht bei mir. Dafür war ich zu wütend. Naja, bleibt ja immer noch die DVD.