Mittwoch, 11. Januar 2012

Mein Kinojahr 2011

Ein bisschen spät dran bin ich ja dieses Jahr, aber irgendwas ist eben immer und im Moment muss ich zugeben, dass ich so gut wie meine gesamte Aufmerksamkeit auf meine Lieblingsserie konzentriere (wozu dann nach Ausstrahlung der letzten Folge auch eine Kritik folgen wird).

Nun, wie war denn meine Kinojahr 2011 so? Welche Filme fand ich gut, welche nicht so sehr, wie war das Publikum, gab es Überraschungen?
2011 habe ich 43 Mal das Kino aufgesucht (2010: 47), wobei sich die Besuche dieses Mal sehr schön auf die Quartale verteilen (10 / 11 / 12 / 10) und ich ehrlich gesagt am Ende nur aus Zeitgründen nicht auf mehr Besuche gekommen bin. Wie immer habe ich fleißig mein Heimatkino unterstützt (24 Besuche), auch zog es mich in die ein oder andere Großstadt (14 Besuche), davon allerdings nicht zwingend in die großen Kinos. *g* Einen totalen Ausreißer gibt es auch - als ich aus beruflichen Gründen in Hamburg war, verschlug es mich tatsächlich mit meiner Chefin ins Kino (das gerade umgebaut wurde, was allerdings die Vorstellung nicht störte).

Es gibt vier Filme, die ich zwei Mal im Kino sah, für "The King's Speech" ging ich drei Mal ins Kino und der vierte Teil der verfluchten Piraten brachte mich sogar fünf Mal dazu, Geld auszugeben.

Der beste Film


Und doch ist es nicht "Pirates of the Caribbean 4", der für mich der beste Film war, sondern "The King's Speech". Während "Pirates" doch ein paar Fehler hat, die mich tatsächlich auch stören, ärgert mich nichts an "The King's Speech". Colin Firth hat zu Recht einen Oscar für seine Leistung bekommen, aber auch alle anderen Schauspieler, allen voran Geoffrey Rush und Helena Bonham-Carter, sind absolut hervorragend und machen diesen Film zu ganz großem Kino. Er mag am Ende ein klein wenig pathetisch werden, aber bei der Thematik darf das auch mal sein. Und der Humor kommt ja zum Glück nicht zu kurz.
Neben "Pirates" finden sich in meiner absoluten Bestenliste außerdem noch "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" (hat sich noch schnell reingeschlichen), "Crazy Stupid Love" (wunderbare Liebesdramödie), "Super 8" und "Harry Potter 7.2".


Der schlechteste Film
Tja, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich fand keinen Film wirklich schlecht, denn wie immer habe ich ganz klug die offensichtlichen Katastrophen erfolgreich vermieden. Ich denke, hier passt aber "Anonymus" von Roland Emmerich ganz gut rein. Da wäre noch soviel mehr drin gewesen und irgendwie habe ich die Explosionen vermisst. Das Ganze plätscherte einfach so vor sich hin und haute nachher ein paar Wendungen raus, die doch sehr weit hergeholt schienen und nur um der Provokation Willen überhaupt vorkamen. Vergessenswert.

Der lustigste Film
Da schwanke ich doch sehr und belasse es bei einem Unentschieden zwischen "Der Gott des Gemetzels" und "Nichts zu verzollen". Beide waren auf ihre Art sehr lustig und wir haben fast die ganze Zeit nur gelacht. Auch gut war "Brautalarm", allerdings kam es hier doch ein paar Durchhänger.

Der emotionalste Film
Ich könnte jetzt sagen, dass war "True Grit", weil ich da zum Ende hin die Contenance doch sehr verloren habe. *ähem* Aber bis zu diesem Punkt hatte der Film mich nicht besonders aufgewühlt oder Ähnliches. Daher nenne ich hier "Black Swan". Ein wirklich toller Film, der mir doch sehr an die Nerven gegangen ist. Ich komme mit Psychothrillern nicht so gut klar, weswegen ich mir hier öfters ganz schön erschreckt und richtig mitgelitten habe. Nervenaufreibend und wir waren danach ziemliche Wracks *g*, aber ein richtig guter Film.

Die größte positive Überraschung
Ganz klar "The Green Hornet". Dieser Film sah irgendwie nach nix aus, aber er war überraschend unterhaltsam mit einem tollen Hauptdarsteller-Gespann und einem herrlich verrückten Christoph Waltz als Bösewicht. Der 3D-Effekt wurde ebenfalls sehr gut eingesetzt und von mir aus darf die grüne Hornisse gerne wiederkommen.


Da mich dieses Jahr kein Film enttäuscht hat (alle waren wie erwartet gut oder schlecht *g*), gibt es an dieser Stelle die
Honourable Horror Film Mention

"Fright Night"! Der Film ist toll! Das Timing war toll! Warum sind da nicht mehr Leute reingegangen? Wollt ihr wirklich alle nur noch Glitzervampire sehen? Dieser Film hier macht wenigstens Spaß, hat coole Darsteller und einen super Soundtrack. Alles Ignoranten...

Das beste Publikum
Sowohl in der Hamburger "The King's Speech"-Vorstellung als auch in "Nichts zu verzollen" hatte ich ein super Publikum! Voller Saal, richtig tolle Stimmung, viele Lacher, so muss das sein.
Ehrennennung für das Mädel hinter uns in der zweiten "Fright Night"-Vorstellung, die sich zuerst überrascht zeigte, wie gut ihr das Ganze gefiel und nachher über die weibliche Hauptfigur sagte, "Hey die mag ich, die ist wie ich!" *g*

Das schlechteste Publikum
Den Preis für das allgemein schlechteste Publikum können sich zwei Gruppen teilen, und zwar die in meinem ersten "Sherlock Holmes 2"-Besuch, und die in "Die drei Musketiere". So ein langweilig-reaktionsloses Publikum ist wirklich selten. Wie kann man ausgerechnet bei diesen beiden Filmen so dermaßen ruhig bleiben? Das ist eine Kunst.
Sondererwähnung für die ätzenden Blagen in "Immer Drama um Tamara", die relativ schnell merkten, dass das so gar nicht der Film aus dem Trailer ist: "Ey ich weiß auch nicht, Mann, im Trailer hat die mit voll vielen Typen rumgemacht!" Öhm jaaa... Es wurde noch einige Zeit diskutiert, aber verhältnismäßig ging es. Habe schon Schlimmeres erlebt.

Das erinnert mich an...
Natürlich weckte David Tennant in seinem Peter-Vincent-Aufzug aus "Fright Night" sofort Assoziationen zu Captain Jack Sparrow und er wird auch gern als der Jack Sparrow der Vampirjäger bezeichnet. Und was soll ich sagen: Er kann's tragen. *g*
In "Der gestiefelte Kater" kam in irgendeiner Szene ein Hamster vor, und woran wir sofot denken mussten war Krustelinchen aus "Der Gott des Gemetzels". Sowas bleibt eben hängen!
Und dann natürlich noch das verwendete Gift in "Sherlock Holmes 2". Das war nämlich Curare und ich saß da und erinnerte mich an eine Fanfiction zu "Fluch der Karibik", die ich vor Jahren las und in der eben dieses Gift vorkam. Hach, ist das schön, sowas zu wissen. *g*

Besondere Momente
Schön war es, "Pirates" in der Originalfassung zu sehen. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel ich tatsächlich verstehe.
Das "Harry Potter 7"-Double Feature war ebenfalls eine wirklich tolle Sache.
Und dann gab es noch die interessante Publikumsreaktion nach "Anonymus": "Öhm jaaa. Puh. Öhm...?" Man sah förmlich die Fragezeichen über den Köpfen. Kollektives Schulterzucken. *g*

Das Fan-Erlebnis

Photobucket

Wie, habt ihr wirklich geglaubt, ich würde das Jahr 2011 abhandeln, ohne "Fremde Gezeiten" separat zu erwähnen? Ich bitte euch! Ich habe wie alle anderen Fans auch lange auf den Film gewartet und wurde zum Glück nicht enttäuscht. Ja, es gab ein paar Sachen, die ich gerne anders gehabt hätte (kompliziertere Handlung, etwas mehr Jack-Tricksereien und v. a. kein Mord an einem meiner Lieblings-Nebencharatere!), aber dennoch war ich von dem Film wirklich begeistert und bin v. a. sehr glücklich über das sehr gut gelungene Ende. Teil 5 kann kommen. :)

Und das war mein Rückblich auf's Kinojahr 2011. Hoffe, es hat euch gefallen.

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Montag, 2. Januar 2012

Sherlock Holmes: Spiel im Schatten

Ein frohes neues Jahr euch allen. Falls 2011 gut für euch gelaufen ist, hoffe ich doch, dass 2012 ebenso gut wird; falls das vergangene Jahr jedoch eher schlecht oder im besten Fall vergessenswert und uninteressant war, wünsche ich euch eine deutliche Steigerung im neuen Jahr.

Tja, wie das so ist, da schieben sich die Feiertage dazwischen und auf einmal ist es schon eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich den diesjährigen Weihnachts-Blockbuster gesehen habe: "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten", Guy Ritchies Fortsetzung seines sehr erfolgreichen "Sherlock Holmes"-Filmes von 2009.

Was sich im ersten Teil bereits andeutete, wird nun zur Realität: Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) macht endlich Bekannschaft mit seinem Erzfeind Prof. James Moriarty (Jared Harris). In letzter Zeit wird Europa nämlich durch eine Reihe von Bombenanschlägen erschüttert, ein Krieg scheint so gut wie sicher. Zwar werden diverse Rebellengruppen dafür verantwortlich gemacht, aber Holmes ist sich sicher, wer dahinter steckt: Moriarty, der sich mit ihm messen will. Eine wichtige Aufgabe in Moriartys Plan scheint der verschwundene Bruder der Zigeunerin Simza (Noomi Rapace) zu sein. Mit ihr und seinem Freund Dr. John Watson (Jude Law), welcher eigentlich in den Flitterwochen sein sollte..., setzt er alles daran, Moriartys Plan zu vereiteln.

Alle alten Bekannten aus Teil 1 sind wieder dabei: Neben den beiden Hauptdarstellern Downey jr. und Law sieht man auch Kelly Reilly als Watsons Frau Mary und Rachel McAdams als Irene Adler wieder. Geraldine James und Eddie Marsan als Mrs. Hudson bzw. Inspector Lestrade haben ebenfalls kurze Auftritte.
Die "Bromance" zwischen Holmes und Watson ist in Teil 2 noch deutlich stärker ausgeprägt als in Teil 1 und der Subtext führt zu einigen herrlich lustigen Momenten, v. a. in der auch gleichzeitig spannenden Angriffsszene auf den Zug, der eigentlich Watson und seine Mary in die Flitterwochen bringen soll. "Legen Sie sich zu mir, Watson!" in der Tat. *g* Die enge Freundschaft zwischen Holmes und Watson macht dann auch einige dramatischere Szenen in der letzten halben Stunde besonders überzeugend.

Robert Downey Jr.s Holmes hat nicht mehr allzu viel mit dem Original von Arthur Conan Doyle zu tun, was mich persönlich nicht so stört, da er dennoch sehr gut unterhält. Ansonsten macht Downey Jr. sein Ding und hat sichtlich Spaß an der Sache. Jude Law ist ein perfekter Gegenpart als Watson, und mir gefällt besonders, dass Watson wirklich was drauf hat und im Kampf seinen Mann stehen kann.

Noomi Rapace als Simza hat leider nicht allzu viel zu tun. Ich finde ihren Charakter sehr gelungen und auch die Einführung lässt auf mehr hoffen, doch Ritchie scheint sie zwischendrin aus den Augen zu verlieren. Da wäre sicherlich mehr möglich gewesen, aber sie ist sympathisch und darf gerne widerkommen.
Jared Harris als Holmes' großer Widersacher hat mir gut gefallen, auch wenn er gerne noch etwas diabolischer hätte sein dürfen. Da ich jedoch im Vorfeld recht skeptisch war, bin ich nun doch ganz zufrieden. Seine rechte Hand, Colonel Sebastian Moran (Paul Anderson), war schön kaltblütig.

Alle anderen Darsteller hatten eher kleine Rollen. Stephen Fry als Holmes' Bruder Mycroft, der eine unbedeutende Stelle in der britischen Regierung innehat, passte gut in den Film und brachte einiges an Humor mit, nur... nun ja, werde ich wohl mit dieser Version von Mycroft nicht warm werden. Er kann da auch nichts dafür, war auch wirklich lustig, aber mein Herz hängt doch an der BBC-Version.
Von Kelly Reilly (Mary Watson) hätte ich sehr gerne mehr gesehen. Die paar Sezenen, die sie hatte, waren aber sehr gelungen und zeigten gleichzeitig auch, warum sie die richtige Frau für Watson ist (lässt sich nicht durch Holmes verschrecken, fällt nicht bei Gefahr sofort in Ohmacht, ist hübsch).
Die Action-Szenen sind sehr gut gelungen. Gleich zu Beginn darf man Holmes dabei zusehen, wie er sich gegen ein paar Schläger zur Wehr setzt, dann die tolle Schießerei im Zug und eine sehr eindringliche und von den Effekten her beeindruckend gestaltete Verfolgungsjagd durch einen Wald. Es gibt noch einige Szenen mehr, aber diese stechen meiner Meinung nach deutlich heraus.
Die CGI-Effekte sind definitiv besser als im ersten Teil, und dennoch hatte ich ein, zwei Mal den Gedanken: "Das ist jetzt aber offensichtlich computergeneriert." Es ist nicht schlecht animiert, bloß nicht falsch verstehen, da gibt es viel schlimmere Filme, und gestört hat es mich auch nicht, aber das sind so Kleinigkeiten, wo ich mir danke: "Ja, wenn ds jetzt noch anders wäre, dann wäre das Ganze schon fast perfekt". Ein bisschen meckern muss ja sein. ;)

Zu Beginn hatte ich ein wenig das Gefühl, dass man etwas hätte kürzen können. Ich kann leider nicht genau beschreiben, warum es mir so ging, aber irgendwie kam es mir so vor, als bräuchte der Film etwas, um wirklich in die Gänge zu kommen. Das kann allerdings auch am Publikum in der besuchten Vorstellung gelegen haben, das sich mit Reaktionen sehr zurückhielt, was für diese Art Popcornkino nicht unbedingt ein Vorteil ist.

"Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" ist auf jeden Fall von der Atmosphäre her düsterer als sein Vorgänger, allerdings kommt auch der Humor (v. a. im Zusammenspiel Holmes und Watson) nicht zu kurz. Ritchie macht es dem Zuschauer außerdem möglich, ein klein wenig mitzuraten, und man kann durchaus einige der Hinweise darauf, in welche Richtung das Ganze gehen soll, schon recht früh erkennen.

Schließlich möchte ich auch Hans Zimmers Musik nicht unerwähnt lassen, die wieder sehr gelungen ist, alte liebgewonnene Themen zurückbringt und einige gute neue Stücke hinzufügt. Die Credits sind auch wieder richtig klasse gestaltet und diese Musik dazu macht mich einfach glücklich. :)

Fazit: Eine absolut gelungene, wenn nicht sogar bessere Fortsetzung. Ein paar Kleinigkeiten kann man bemängeln, aber im Großen und Ganzen ist "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" großartige Unterhaltung - tolle Actionszenen, super aufgelegte Darsteller und eine angemessene Portion Humor. Definitiv einen Kinobesuch wert!

Samstag, 24. Dezember 2011

Frohe Weihnachten!

Oellig und ich wünschen Euch allen ein schönes, besinnliches und geschenkreiches ^^ Weihnachtsfest. Feiert schön im Kreis Eurer Familien und lasst es Euch gutgehen!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Erster "The Hobbit" Trailer



Es ja hat lange genug gedauert, mit dem ganzen Hin und Her um Rechte und Studiozickereien und Regisseursuche etc., aber jetzt gibt es einen Trailer, also passiert die Verfilmung von J. R. R. Tolkiens "Der Herr de Ringe"-Vorgänger "Der kleine Hobbit" tatsächlich. *g* Ich freue mich schon sehr auf diesen Film, der dann wohl mein Weihnachtsfilm im nächsten Jahr wird.



Ich finde, das sieht schon mal großartig aus. Es ist schön, dass Peter Jackson doch noch als Regisseur zurückgekehrt ist (obwohl ich auch gerne Guillermo del Toros Version gesehen hätte), die Atmosphäre stimmt, die Schauspieler kehren entweder zurück (u. a. Ian McKellan, Cate Blanchett, Ian Holm) oder wurden sehr gut für die neuen Rollen ausgewählt.

Besonders begeistert bin ich natürlich über Martin Freemans Beteiligung in der Hauptrolle als Bilbo Beutlin. Auch Richard Armitage als Thorin Eichenschild, Anführer der Zwerge, macht mich glücklich, da ich ihn großartig in der BBC-Verfilmung von Elisabeth Gaskells Roman "North and South" fand. Vom Drachen Smaug gab's natürlich noch nichts zu sehen, aber es ist doch schön, dass hier Freemans "Sherlock"-Kollege Benedict Cumberbatch mit dabei ist und Smaug seine Stimme leiht. Da werd ich den Film wohl im Original gucken müssen... *g*

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Bis(s) in alle Ewigkeit oder so: Breaking Dawn 1


Bald ist es geschafft: Die "Twilight"-Reihe nähert sich nun auch endlich im Kino ihrem Ende und im Sommer 2012 ist diese Spuk dann tatsächlich vorbei. Fans werden traurig sein, alle anderen werden entweder mit den Schultern zucken oder vor Freude jubeln. Ich weiß erhlich gesagt gar nicht, zu welcher Gruppe ich mich zählen soll. Ich habe ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich von dieser Reihe nicht besonders viel halte, aber sie hat mir doch einige sehr lustig-unterhaltsame Stunden im Kino beschert. Ich mein, gerade die ersten beiden Teile "Twilight" und "New Moon" bieten so viel Läster-Potential und sind meist unfreiwllig komisch.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Aussage, die den Lesern/Zuschauern hier vermittelt wird, jedoch immer fragwürdigere Ausmaße annimmt, werde ich wohl doch eher froh darüber sein, wenn das Kapitel "Twilight" ein für alle Mal (hoffentlich!) beendet ist.

In Anlehnung an "Harry Potter" wurde nun auch bei "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht" der letzte Roman in zwei Teile gesplittet. Das hat natürlich überhaupt nichts mit Geldscheffelei zu tun! Wirklich, wer das behauptet, der kann ja nicht mehr ganz klar im Kopf sein! Hier ging es Studio und Produzenten rein darum, dem letzten Buch auch wirklich in allen Belangen gerecht werden und die unglaubliche dramatische Tiefe und die überaus realitätsnahe Charakterzeichung entsprechend würdigen zu können! Ehrlich! Ganz ernsthaft!

...

Aber lassen wir den Sarkasmus mal beiseite: "Breaking Dawn" hat nun wirklich nicht den Tiefgang, ganze zwei Filme tragen zu können. Dieses an Seiten dicke aber an Inhalt dünne Buch auf zwei Filme auszuwälzen, war so ziemlich das Blödeste, was man machen konnte. Denn Teil 1 zieht sich teilweise extrem.

Aber worum geht's da eigentlich überhaupt?
Der Film beginnt mit Edwards (Robert Pattinson) und Bellas (Kristen Stewart) Hochzeit. Freunde und Familie sind da, alles ist herrlich kitschig und auch ganz toll. Jacob (Taylor Lautner) schaut bei der Feier auch mal kurz vorbei, was ganz nett beginnt, aber irgendwie dann doch ziemlich unangenehm wird, als er Bella davor warnt, mit Edward zu schlafen. Hochzeitsnacht und so. Denn er ist ja ein Vampir und hat sich sicher nicht unter Kontrolle und so weiter. Danke für die Erinnerung, es ist ja nicht so, dass Bella und Edward dass über die letzten drei Teile nicht in epischer Breite diskutiert hätten... Es geht dann auch gleich in die Flitterwochen auf eine Trauminsel vor Brasilien. Die Hochzeitsnacht läuft natürlich super, aber Edward kriegt dann Panik, da Bella ein paar blaue Flecken abbekommen hat. Was folgt ist langwieriges umeinander herum Tänzeln, ein bisschen schmollen, ein bisschen dramatisch-überlegend in die Gegend gucken, hübsche Wasserfälle, Schach, Lingerie. Öhm ja, und dann ist Bella schwanger. Damit hatte jetzt irgendwie so keiner gerechnet. Blöd, dass es sich um ein Vampirbaby handelt, was Bella mehr oder weniger von innen auszehrt, sodass sie nach wenigen Woche deutliche Ähnlichkeit zu einer wandelnden Leiche hat. Bella will das Baby behalten, Edward nicht, es folgt wieder viel Drama, und Jacob macht dann auch noch mit, weil sein Rudel das Baby töten will und er das nicht gut findet. Hatte ich erwähnt, dass es sehr dramatisch wird?


Tja also. Wo fang ich an? Gut an "Breaking Dawn 1" ist, dass er doch einige gewollt komische Momente enthält. So ist man für jede Szene mit Bellas Vater Charlie (Billy Burke) dankbar, da er einige wirklich gute Sprüche abbekommt. Auch später wird die Stimmung hin und wieder aufgelockert (z. B. die Diskussion über Bellas wirklich furchtbare Ideen für Babynamen), was gut ist zwischen all dem Tod-und-Verderben-Getue.
Die Musik ist passend eingesetzt, wenn sie für meinen Geschmack auch etwas zu depressiv ist.
Der Film sieht bis auf einige Szenen mit den Wölfen auch wirklich gut aus, und wir bekommen wieder sehr viel von der Landschaft zu sehen. *seufz* Danke dafür, bei 2 Stunden Film fällt das ja auch nicht mehr wirklich ins Gewicht. Aber schön ist die Landschaft!

Die Schauspieler tun was sie können, um das Ganze erträglich zu machen und den Figuren Ernsthaftigkeit zu verleihen. Kristen Stewart hat immer noch keine zusätzlichen Gesichtsausdrücke gelernt, aber für die durchs Leben stolpernde Bella passt das ja. Und ein Kompliment an die Make Up-Abteilung: Bellas Ausgemergeltheit wurde sehr gut umgesetzt.
Robert Pattinson hat eigentlich nichts anderes zu tun als bisher auch: Vor sich hin brüten, Bella bevormunden, kurzfristig charming sein, und ein bisschen rumknurren. Pattinson zieht die Reihe offensichtlich jetzt einfach auf Autopilot durch.
Taylor Lautner hat sich durchaus gemacht und er gibt einen überzeugenden Jacob. Schade, dass er das Opfer des furchtbaren Prägung-Handlungsstranges ist.
Anna Kendrick fragt sich wahrscheinlich immer wieder, wo sie da hineingeraten ist, aber ich war für ihre wenigen Szenen dankbar. Alle anderen Schauspieler agieren rollendeckend und wie immer hätte ich viel lieber mehr von den anderen Cullens gesehen, oder von Leah (Julia Jones) aus dem Wolfsrudel.

Kommen wir nun zum Negativen: Die Handlung. Die Aussage.
Man hofft ja irgendwie immer, dass es etwas besser wird, aber dem ist leider nicht so. Die Filme sind zumindest etwas zurückhaltender in ihrer Darstellung als die Bücher, was ja auch schon mal was wert ist.


Problem 1: Die Handlung trägt keinen zweistündigen Film, verdammt! Es passiert so gut wie nichts, dieses Nichts wird aber absolut unnötig in die Länge gezogen! Heirat, Hochzeitsnacht, Drama/Flirt/Drama/Flirt, Schwangerschaft, Dämonenbaby, zickende Werwölfe, Geburt.
Stimmt, da war ja noch was. Dafür, dass der Film über anderthalb Stunden vor sich hin plätschert und selbst das groß aufgebauschte Angriffsgefasel der Werwölfe nicht hält, was es verspricht, wird die Geburt dann so richtig schön horrormäßig. Man sieht an sich nicht viel, aber man hört es, und ja, ich fand es ziemlich eklig. Und es sind tatsächlich Zuschauer während dieser Szene gegangen. Das war so absolut aus dem Nichts, ich fühlte mich als Zuschauer irgendwie vor den Kopf gestoßen.

All diese Handlungspunkte hätte man hervorragend in einer Stunde abhandeln können. Weniger bedeutungsvoll-tiefgründige Blicke, die nichts bringen, weil man dummerweise als Zuschauer nicht weiß, was der Charakter da grad denkt! Außer dass es wohl sehr dramatisch ist und so. Weniger "Die blaue Lagune", weniger Landschaftsaufnahmen, weniger sinnlose Diskussionen über nichts bzw. über Dinge, die in den vorangegangenen Filmen schon bis zur Unendlichkeit (und noch viel weiter) diskutiert wurden! Edward, hör auf, so ein Theater wegen des Sex zu machen, verdammt! Bella hat die blauen Flecke noch nicht mal bemerkt und dann waren sie ihr egal! Weil die blöde Trulla dich liebt! Ich versteh es nicht, aber jeder ist seines Glückes Schmied, und sie war seit Teil 1 sowas von heiß auf dich, dass ihr so ziemlich alles egal gewesen wäre!
Natürlich hänge ich mich da grade an einem kleinen Unterpunkt auf, aber das ist ja nur ein Beispiel für absolut sinnloses Rumgeeiere, das sich durch die komplette "Twilight"-Reihe zieht. Und ich hätte als wissbegieriger Zuschauer wirklich verdammt gern eine Erklärung dafür, wie das jetzt mit dem Baby überhaupt funktionieren konnte! Ich mein, Stephenie Meyer wird ja nicht müde zu betonen, dass Vampire keinen Herzschlag haben, nicht atmen, überhaupt mit diesem ganzen nervigen menschlichen Kram nichts am Hut haben. Ich weigere mich, dieses Baby einfach mit einem Schulterzucken zu akzeptieren! Ich will Antworten!


Okay, zur Aussage, Problem 2. Man könnte meinen, dass es nach Sachen wie "Stalking ist totaaal romantisch!" und "Er lässt mich nichts alleine machen und ich darf nicht mal mein eigenes Auto fahren, aber das macht er nur, weil er mich beschützen will und mich sooooo liebt! Ich brauche keine eigene Meinung!" und "Sex vor der Ehe ist Teufelswerk! Nein, andere Meinungen werden nicht akzeptiert!" nicht mehr schlimmer kommen kann.
Tja, falsch gedacht. Denn nun haben Bella und Edward miteinander geschlafen und das Resultat? Extreme Schuldgefühle bei Edward, weil er zu unkontrolliert war (das Biest im Manne blabla) und dann Schwangerschaft mit einem Baby, dass seine Mutter durch sein Heranwachsen tötet. Super. Das ist doch mal eine Aussage für Teenager: Wenn ihr euch schon nicht zurückhalten könnt und Sex habt, werdet ihr schwanger und dann wird alles noch viel schlimmer! Dieses Kind wird euch aufzehren und wenn's an die Geburt geht - igitt, fangt nicht davon an!

Noch besser: Bella trifft das erste Mal eine eigenständige Entscheidung, zu der sie tatsächlich steht (sie will das Baby behalten), und Edward, der ja einen nicht unerheblichen Teil zur Situation beigetragen hat, hat nichts Besseres zu tun, als ihr kontinuierlich Vorwürfe zu machen: Wie kann sie nur, sie denkt ja nur an sich, hat sie schon mal darüber nachgedacht, was er will und überhaupt, sie kann das ja gar nicht entscheiden!
Super Sache! Da liebt einer seine Frau aber so richtig! So macht man das, wenn's ihr eh schon dreckig geht, sie nochmal so richtig schön runterputzen. Meine Güte, ist das ein Schrott!

Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Prägen bei den Werwölfen (oder Gestaltwandlern oder wie auch immer sie sich nennen), die vermutlich romantisch im Sinne von "der einzig wahre Seelenverwandte" sein soll, aber dafür viel zu verstörend rüberkommt. Denn auch hier ist es der Mann, der sich auf eine Frau prägt, was zu einem genetischen Band oder sowas zwischen den beiden führt. Sie müssen zusammen sein und die Genetik macht sie dabei zufrieden (oder so; ich verlasse mich jetzt auf die Zwei-Satz-Erklärung im Film). Die Frau hat dazu nix zu sagen, aber sie sind ja glücklich. Dass es die Frauen im Grunde dazu zwingt, bei ihrem Mann zu bleiben, selbst wenn er ihnen gegenüber gewalttätig wird (aber so sind die Wölfe nun mal...) - ach, was red ich eigentlich noch darüber. Der nächste Film wird was das angeht ja noch viel schlimmer, also halt ich jetzt einfach die Klappe.

Nach wie vor sage ich, dass irgendwo in diesen Büchern eine wirklich gute Geschichte steckt. Und die Filme machen es zumindest etwas besser als die Bücher, man will es kaum glauben. Ich hab mich auch irgendwie unterhalten gefühlt, aber diese ganzen Botschaften, die diese Geschichte über Beziehungen, Ehe usw. aussendet, halten mich davon ab, das Ganze gut zu finden. Dafür ist es einfach zu verstörend.

Fazit: Für Fans sicherlich eine ordentliche bis gute Umsetzung des ersten Buchteils. Handwerklich bis auf manchmal faul animierte Wölfe gut gemacht, mit Darstellern, die sich durchaus um ihre Charaktere bemühen, guter Musik und hübschen Bildern. Leider trübt die Aussage der Geschichte das Sehvergnügen jedoch enorm.


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